Jäger gefährden Menschen und Tiere: Knappe Mehrheit der Deutschen ist laut aktueller Forsa-Umfrage gegen die Hobbyjagd

Gefahr für alle Lebewesen: Nicht nur Tiere, sondern auch Menschen werden regelmäßig von Jägern getötet oder verletzt. So wurde Mitte Juli eine Sechsjährige im thüringischen Großsaara durch einen mutmaßlich von einem Jäger abgegebenen Schuss schwer verletzt. Wenige Tage danach starb ein Mann bei einem Jagdunfall im nordrhein-westfälischen Ochtrup, und kurz darauf wurde ein Jäger beim Nachstellen von Wildtieren auf einem Feld in Unterwellenborn in Thüringen durch einen Schuss tödlich verletzt. Neben zahlreichen menschlichen Opfern erfahren auch Millionen Waldtiere jedes Jahr großes Leid durch Jäger.

(Im Jagdjahr 2016/2017 haben Jäger 212.452 Feldhasen getötet, obwohl diese Tiere auf der Roten Liste stehen)
(Im Jagdjahr 2016/2017 haben Jäger 212.452 Feldhasen getötet, obwohl diese Tiere auf der Roten Liste stehen)

Mehrheit der Deutschen gegen Hobbyjagd

PETA fordert seit Jahren, dass diese fragwürdige Freizeitbeschäftigung verboten werden muss. Eine im Auftrag der Tierrechtsorganisation in diesem Monat durchgeführte repräsentative Forsa-Umfrage bestätigt nun, dass die Mehrheit der Bundesbürger (49 Prozent) die Hobbyjagd ablehnt.

Im Zeitraum vom 3. bis 5. Juli 2018 fragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa für PETA insgesamt 1.064 Menschen, wer eine Berechtigung zur Jagd haben sollte. Dabei kristallisierte sich heraus, dass eine knappe Mehrheit der Deutschen gegen die Hobbyjagd ist: 49 Prozent sind der Meinung, nur Berufsjäger sollten jagen dürfen; 45 Prozent hingegen sind der Ansicht, dass die Jagd auch als Hobby erlaubt sein sollte.

Der Großteil der Tiere erleidet einen langen und qualvollen Tod

Immer wieder verursachen Hobbyjäger großes Leid bei Mensch und Tier. Mehrere Dutzend Deutsche werden Jahr für Jahr durch Jagdwaffen getötet oder verletzt. Bei Treib- und Drückjagden werden Wildtiere mit Hunden in Todesangst versetzt und vor die Gewehre getrieben. Laut der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) werden dabei bis zu 70 Prozent der Tiere nicht sofort getötet. Sie flüchten verwundet mit zerschossenen Knochen und heraushängenden Därmen, quälen sich oft tagelang und sterben einen langsamen und schmerzhaften Tod. Auch bei der Fallenjagd leiden viele Tiere oft tagelang mit zerquetschen Gliedmaßen in den Fangeisen.
Derartige Praktiken sind eine inakzeptable, brutale Form der Freizeitbeschäftigung, die immer häufiger kritisiert wird.
 
Jäger beim „Abschlagen“ (Töten eines angeschossenen Tieres durch Genickbruch) eines Feldhasen
Jäger beim „Abschlagen“ (Töten eines angeschossenen Tieres durch Genickbruch) eines Feldhasen

Wildtierpopulationen regulieren sich von alleine – die Jagd ist unnötig und kontraproduktiv

Die Jägerlobby versucht, sich mittels einer Image-Kampagne als Naturschützer darzustellen. Anerkannte Wissenschaftler und Wildbiologen sind sich jedoch einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. Unter anderem der renommierte Wildbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf betont, dass sich Tierpopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit, Sozialgefüge und Krankheiten selbst regulieren. Die Jagd hingegen zerstört dieses natürliche Gleichgewicht und lässt Populationen anwachsen. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass die Geschlechtsreife weiblicher Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt, wodurch die Geburtenrate steigt. Auch das Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Populationsrückgänge betroffener Arten sind fast ausschließlich auf den Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen.

Was Sie tun können

  • Bitte wenden Sie sich in einem persönlichen Schreiben an den Landtagsabgeordneten Ihres Wahlkreises und bitten Sie ihn/sie, sich für ein Verbot der Hobbyjagd auf Landesebene einzusetzen.
  • Lesen Sie mehr über das grausame Hobby der Jäger und klären Sie Freunde und Bekannte über die Sinnlosigkeit der Jagd auf.
  • Unterstützen Sie PETA Deutschlands Arbeit gegen die Jagdlobby.
  • Beachten Sie vor Landtagswahlen unsere Wahlprüfsteine und informieren Sie sich, wie die einzelnen Parteien zum Thema Jagd stehen.

Unsere Autoren

Nadja Michler

Nadja hat Ethnologie in Frankfurt studiert, ist bekennende Crazy Cat Lady und liebt Füchse, Yoga und Apfelkuchen.