3 Gründe, warum Kinder nicht in Tier-Zirkusse gehen sollten

Sie wollen mit Ihrem Kind einen Zirkus mit Tieren besuchen? Dann sollten Sie über mögliche Gefahren wie Angriffe durch Tiere, Gesundheitsrisiken und die Vermittlung falscher Werte Bescheid wissen. Hier erfahren Sie, weshalb Sie mit Ihrem Kind niemals in einen Tierzirkus gehen sollten.

1. Angriffe von Tieren

Weltweit kommt es immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen mit Tieren im Zirkus, bei denen bereits Kinder verletzt wurden. In deutschen Zirkussen wurden europaweit in den letzten 24 Jahren sogar die mit Abstand meisten Zwischenfälle mit Wildtieren dokumentiert. [1] Viele Tiere sind durch die Gefangenschaft, den Beschäftigungsmangel und die brutale Dressur frustriert und teilweise verhaltensgestört. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie unberechenbar reagieren können. Allein in Deutschland kam es zwischen 2009 und 2020 zu 31 Vorfällen mit Elefanten im Zirkus. Aber auch Bisse oder Angriffe von Affen, Bären, Leoparden, Tigern oder Kamelen hatten in der Vergangenheit für Kinder und Erwachsene schwere Verletzungen zur Folge. Hier nur einige Beispiele:

Im September 2010 verletzte ein Elefant des Zirkus Luna in Leutkirch bei einem Fotoshooting einen Vater mit seinem kleinen Sohn, als diese sich auf seine Stoßzähne setzten. Die in tierschutzwidriger Einzelhaltung lebende Elefantendame wirbelte beide vier Meter in die Luft. Der Vater musste aufgrund der schweren Verletzungen ins Koma gelegt werden, sein Sohn erlitt einen Oberschenkelhalsbruch. [2] Im März 2012 wurde ein Kind im Zirkus Fischer-Starlight in Hofheim von einem Tiger schwer verletzt. [3]

Einen Monat später wurde ein sechsjähriger Junge im Zirkus in Schrobenhausen von einem Affen gebissen, als das Kind in der Pause die Tiergehege besichtigte. Der Junge musste im Krankenhaus behandelt werden, und die Polizei ermittelte gegen den Zirkusdirektor. [4] Ein besonders dramatischer Zwischenfall ereignete sich im September 2018 im Shrine Circus in den USA. Dort geriet beim Kamelreiten in der Manege eines der Tiere in Panik, als ein Kind eine Spielzeugschaufel gegen sein Bein warf. Das Kamel drehte durch und rannte durch die Zuschauermenge, wobei sechs Kinder verletzt wurden. [5]

2009 wurden, ebenfalls im US-amerikanischen Shrine Circus, 12 Kinder beim Elefantenreiten verletzt, als ein Elefant gegen eine mobile Treppe stieß und die darauf wartenden Kinder heruntergeworfen wurden. [6] Auch in deutschen Zirkussen, etwa dem stationären Erlebnispark Starkenberg des ehemaligen Circus Afrika wird das tierquälerische und gefährliche Elefantenreiten angeboten.

2. Gefahr durch Krankheiten

Spätestens seit der Corona-Pandemie wissen wir, wie gefährlich der Kontakt zu Wildtieren für unsere Gesundheit sein kann. So besteht auch im Zirkus die Gefahr, sich mit einer Zoonose zu infizieren. Beispielsweise kann der Tuberkuloseerreger (TB) sowohl Menschen als auch Elefanten befallen. In den USA und in Indien wurden bereits für Unterhaltungszwecke eingesetzte Elefanten positiv auf Tuberkulose getestet. Die Krankheit ist hochgradig ansteckend und von Elefanten auf den Menschen übertragbar.

Dennoch füllen viele Zirkusse während der Pause ihre Kassen durch die Tierschau und Fotoshootings. Gesundheitsexperten warnen vor den „Streichelzoo-Tieren“, die Kinder mit potenziell tödlichen Krankheiten wie E. coli (EHEC) und Salmonellen anstecken können. So erkrankten bereits hunderte Kinder an ernstzunehmenden und teils lebensverändernden Krankheiten nach einem Besuch im Streichelzoo – einige Kinder starben sogar an Nierenversagen, ausgelöst durch EHEC. [7, 8, 9]

3. Tierzirkus vermittelt Kindern gefährliche Werte

Es gibt zahlreiche Kinderpsychologen, die meinen, Tierzirkusse vermitteln Kindern gefährliche Werte. Es ist notwendig, Kindern Mitgefühl und Empathie, also die Fähigkeit, sich in jemand anderen hineinzuversetzen, zu vermitteln. Vorgänge, bei denen Tiere gezwungen werden, entwürdigende Tricks vorzuführen, vermitteln aber genau das Gegenteil. In Zirkusmanegen werden Tiere so lange mit Elefantenhaken, Peitschen und Stöcken gequält, bis sie die gewünschten Handlungen ausführen. Kinder lernen im Zirkus, dass es vermeintlich in Ordnung sei, Tiere ihr Leben lang einzusperren und zur Unterhaltung zu missbrauchen. Sie lernen dort nicht, dass Tiere Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen sind, die ebenso wie wir Stress, Angst und Schmerzen empfinden.

Wenn Kinder keine Empathie für andere Lebewesen lernen, besteht die Gefahr, dass sie emotional abstumpfen und eventuell selber später zum Tierquäler werden – oder Schlimmeres. Es ist Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu mitfühlenden Menschen zu erziehen, die keinem anderen Lebewesen schaden wollen.

Kindgerechte Alternativen zum Zirkus

Glücklicherweise gibt es zahlreiche tier- und kinderfreundliche Alternativen zum Zirkusbesuch – beispielsweise können Sie einen Zirkus ohne Tiere besuchen, in dem tolle Zauberer, sportliche Akrobaten und lustige Clowns Kinderaugen zum Strahlen bringen. Wenn Ihr Kind sich für Tiere interessiert, schauen Sie gemeinsam eine Doku an oder besuchen Sie einen Lebenshof, auf dem Tiere in einer artgerechten Umgebung ein friedliches Leben verbringen können.