Pferdejagd: Nicht nur in Spanien eine grausame „Tradition“

Im Nordwesten Spaniens wird noch immer die grausame und tierquälerische Pferdejagd durchgeführt. Unter dem Deckmantel der „Tradition“ werden Wildpferde aus den Bergen in das Dorf getrieben und dort von Männern geschoren oder zum Schlachthof gebracht. Was nur wenige wissen: Auch in Deutschland gibt es noch immer die Jagd auf Wildpferde, bei der Tierquälerei als „traditionelle Veranstaltung“ gefeiert wird.

Spanien: Wildpferde gehetzt, misshandelt und getötet

Die Pferdejagd „Rapas das Bestas“ ist ein schrecklicher Brauch in spanischen Dörfern, der vor 400 Jahren entstand und immer noch zelebriert wird. [1, 2] Die Männer, die sich als Kämpfer bezeichnen, gehen morgens in die Berge und hetzen die dort zu Hunderten wild lebenden Pferde in eine Arena im Dorf. Dann markieren sie die Tiere, indem sie ein Zeichen in ihr Fell rasieren, und scheren ihnen die Mähne und den Schweif an. Diese sind nicht nur enorm wichtig für die Kommunikation mit anderen Pferden, sondern auch zum Vertreiben von Insekten.

Die Pferde werden dabei regelrecht zu Boden gerungen, da sich die Fluchttiere panisch wehren und zu entkommen versuchen. [2] Viele Dorfbewohner:innen schauen sich die Misshandlungen zur eigenen Unterhaltung an.

Anschließend werden die Stuten und Fohlen wieder in die Berge getrieben, während die Hengste oft zum Schlachthof gebracht, getötet und zu Pferdefleisch verarbeitet werden. Da die Pferde unter unvorstellbarem Stress stehen, können Fohlen und Stuten oft nicht wieder zueinander finden, was die Überlebenschancen des Fohlens stark verringert. Die Pferde, die ins Schlachthaus transportiert werden, werden dort oftmals nicht ausreichend betäubt kopfüber aufgehängt, bevor ihnen die Kehle aufgeschnitten wird und sie ausbluten. Es kommt oft vor, dass die Pferde dann noch bei vollem Bewusstsein sind.

Dülmener Wildpferdefang: Tierquälerei auch in Deutschland

Auch in Deutschland findet immer noch die Jagd auf Wildpferde statt. Einige Kilometer westlich der Stadt Dülmen im Merfelder Bruch lebt auf einer eingezäunten Fläche eine Herde wild lebender Pferde. [3] Jedes Jahr wird der Fang der Tiere als Publikumsmagnet aufgezogen. Dabei werden die einjährigen Hengste in eine Arena getrieben, per Hand eingefangen und anschließend verlost oder versteigert. Begründet wird dies damit, dass zu viele geschlechtsreife Hengste zu einer Überpopulation der Wildpferde führen würden. Doch die Interessen der Veranstaltenden sind offensichtlich: Die Eintrittskarten sind bereits Monate im Voraus ausverkauft und auch bei den Versteigerungen der Tiere kommen hohe Summen zusammen.

Die verlosten und versteigerten Hengste haben eine natürliche Scheu vor den Menschen, da sie in freier Wildbahn aufgewachsen sind. Trotz dieser Angst werden die Hengste in der Regel für das Freizeitreiten oder Kutschfahrten als Sportgeräte benutzt.

Pferde sind keine Unterhaltungsobjekte

Pferde sind sensible Tiere, die ein friedliches und selbstbestimmtes Leben führen wollen und in ihrer Natur in engen Familienverbänden leben. Die Tiere auseinanderzureißen ist Tierquälerei. Sie möchten mit ihren Artgenossen grasen, ohne dass Menschen sie hetzen, einfangen, misshandeln und töten. In freier Wildbahn leben Pferde in Gruppen von etwa zehn Tieren zusammen. Junge Hengste, die die Herde verlassen, bilden eine Junggesellenherde, bis sie ihre eigene Familiengruppe gründen. Pferde möchten keine Menschen auf ihrem Rücken tragen, eine Kutsche ziehen oder im Schlachthaus zu Wurst verarbeitet werden.

Dass die Tiere bei der spanischen „Rapas das Bestas“ als Bestien bezeichnet werden, ist nicht nur ein veralteter, sondern auch speziesistischer Ausdruck. Pferde sind keine Bestien, sondern empfindsame Tiere, die sich umeinander kümmern und sogar menschliche Emotionen erkennen können. [4] Sie sind nicht zu unserer Unterhaltung da und haben ebenso wie alle anderen Tiere ein Recht auf ein unversehrtes Leben.

So können Sie Pferden helfen

Bitte besuchen Sie niemals eine tierquälerische Veranstaltung wie den Dülmener Wildpferdefang und klären Sie auch Freund:innen, Bekannte und Familie über das Leid der Pferde auf. Nur wenn niemand mehr an diesen grausamen Veranstaltungen teilnimmt, werden sie der Geschichte angehören. Wenn Sie ein Pferd in Not sehen, werden Sie bitte sofort tätig und melden Sie sich bei den Behörden!