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Reister Markt: Bei dieser Tierschau werden Tiere gequält

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Jedes Jahr im August findet im sauerländischen Reiste, Eslohe (NRW) der mehrtägige Reister Markt statt. Teil des Programms sind neben Kirmes und Krammarkt auch eine Tierschau mit Prämierung sowie ein Tierverkauf. Videomaterial der Tierausstellung, das uns von PETA Deutschland aus verschiedenen Jahren vorliegt, zeigt gestresste, verängstigte Rinder, Kälber, Pferde, Ponys, Kaninchen, Hühner, weitere befiederte Tiere und Küken sowie einen teilweise groben Umgang mit den Tieren.

Lesen Sie mehr über die Missstände auf dem Reister Markt und erfahren Sie, was wir von den Verantwortlichen fordern.

Bildmaterial zeigt: Zuchtschau der Rinder bedeutet pures Tierleid

Die aktuellen Aufnahmen vom Reister Markt 2026 zeigen, dass qualgezüchtete Kühe wie in den letzten Jahren ausgestellt und vorgeführt wurden. Die Kühe fühlten sich sichtlich unwohl, was sich durch lautes Muhen, ziehen am Strick und die Weigerung, weiterzugehen, äußerte.  Auch der körperliche Zustand der Tiere und der Umgang mit ihnen zeigen, wie sehr die Kühe für die Veranstaltung leiden:

Unnatürlich große und gefüllte Euter

Auf den Aufnahmen von 2026 sind ausgemergelte Kühe mit schwerfälligem Gang und unnatürlich großen, schmerzhaft gefüllten Eutern zu sehen, aus denen teilweise Milch austritt.

Auch in den Jahren zuvorkonnten einige Kühe kaum laufen, weil ihre Euter für die Zuchtschau möglichst prall gefüllt sein sollten. Dies kann mit enormen Schmerzen für die Tiere einhergehen. Nach Meinung vieler Expert:innen handelt es sich bei den ausgestellten „Rassen“ um Qualzuchten, die auf eine unnatürlich hohe „Milchleistung“ gezüchtet wurden. Dies bringt jedoch unweigerlich auch körperliche Beschwerden mit sich.

Kuehe mit riesigen Eutern
Sogenannte Milchkühe werden vor allem auf eine enorm hohe Milchleistung gezüchtet.

Grober Umgang mit den Tieren

Auf dem Reister Markt 2026 wiesen einige Kühe wie bereits 2019 Schürfwunden auf. Diese wurden für die Zuchtschau mit weißem Spray abgedeckt – alles nur, damit die Halter:innen bei der Schau bessere Chancen auf einen Sieg haben.

Aufnahmen aus dem Jahr 2019 dokumentieren außerdem, dass die Rinder damals vor den Schauen noch mit industriellen Hochdruckreinigern gesäubert wurden. Dabei wurde der harte Wasserstrahl auch direkt auf Gesicht und Euter der empfindsamen Tiere gerichtet. Viele Kühe zeigten bei dieser Prozedur unübersehbare Anzeichen von Stress und versuchten, dem schmerzhaften Wasserstrahl auszuweichen.

Gif Mann spritzt Kuehe mit Wasser ab

Tiere, die nicht weitergehen wollten, wurden zudem gefügig gemacht, indem ihr Schwanz schmerzhaft geknickt wurde oder sie grob am Nasenring geführt oder mit einem Schlüssel gestochen wurden. Der hohe Stresspegel der Tiere äußerte sich auch durch eine auffallend starke Vokalisierung während der gesamten Veranstaltung.

Gif Mann zieht Kuh an Schwanz

Auch junge Kälber litten unter schlechter Behandlung

Junge Kälber müssen damals wie heute angebunden und ohne ihre Mütter stundenlang an Ort und Stelle verharren. Eine ordnungsgemäße Versorgung mit Nahrung konnte 2019 nicht beobachtet werden. Bei einem Kalb war zudem der Strick quer über das Auge angebracht worden. Selbst nach einem Hinweis an den Halter wurde dem Tier nicht geholfen. Bei einigen Kälbern waren zudem krustige, blutige Wunden des schmerzhaften Enthornens am Kopf zu sehen. Dabei ist es nicht erlaubt, frisch enthornte Kälber zu transportieren.

Enthorntes Rind
Viele Rinder werden in Deutschland immer noch routinemäßig enthornt.

Kleintiere ausgestellt und verkauft

Hühner wurden auf dem Reister Markt 2026 immer noch in engen Käfigen zum Verkauf angeboten und teils mit fremden Artgenossen in Kartons abgestellt – obwohl das Veterinäramt das zuvor untersagt hatte. Hühner müssen stattdessen unmittelbar nach dem Kauf nach Hause gebracht werden.

Bereits auf Aufnahmen aus dem Jahr 2019 waren unter anderem Hühner und Küken in kleinen Käfigen zu sehen – teilweise ohne Wasser und ohne Schutz vor der prallen Augustsonne. Auch Kaninchen wurden in vergangenen Jahren in engen Käfigen ausgestellt.Die große Besuchermenge, die laute Musik und die Zuchtbewertungen stellten für die empfindsamen Tiere zusätzlich eine enorme Belastung dar.

Es ist fraglich, wie viele Tiere die Strapazen auf diesem Markt nicht überleben oder schon vorab aussortiert und getötet werden, weil sie den von Menschen festgelegten Zuchtkriterien nicht entsprechen.

Gif Personen packen Huehner in Karton

Pferde und Ponys über längere Zeit angebunden

Auch Pferde und Ponys leiden auf dem Reister Markt. Im Jahr 2023 wurde beobachtet, dass viele nervöse Pferde, Ponys, Kühe und Kälber über lange Zeit hinweg angebunden waren. Die angebundenen Tiere konnten sich teilweise nicht hinlegen und waren über Stunden der prallen Sonne ausgeliefert. Auch das „Frisieren“ und Handling bei der Zuchtschau mussten die Tiere über sich ergehen lassen.

2019 wurde neben einigen ausgestellten Pferden auch ein Ponykarussell für Kinder angeboten, bei dem die Ponys stupide im Kreis laufen mussten – eine reine Quälerei für die Tiere.

Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei

Leider wird die Not der Tiere auf derartigen Ausstellungen aus wirtschaftlichen Interessen häufig ausgeblendet. Wer jedoch die Augen vor dem Tierleid nicht verschließt, erkennt schnell, dass die Tierschau, die Zuchtschau und der Tierverkauf mit enormem Stress, großer Angst sowie länger anhaltenden Schmerzen und Leiden verbunden sind – und das stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.

Wir appellieren weiterhin an die Verantwortlichen, keine Tiere mehr beim Reister Markt zuzulassen und die Tierschau durch tierfreundliche Programmpunkte zu ersetzen. Außerdem fordern wir, dass die Ausstellung und der Verkauf von Tieren untersagt werden. Tiere sind fühlende Lebewesen, keine Ware, und haben unter anderem auf einer Kirmes nichts zu suchen.

Darüber hinaus setzen wir uns für eine tierfreie Landwirtschaft ein und haben wiederholt das Veterinäramt über die bestehenden Zustände informiert.

„Diese Quälerei lässt sich durch keine ‚Tradition‘ rechtfertigen. Noch dazu sind die verängstigten Rinder und Pferde eine enorme Gefahr für Besucher:innen und Kinder. Wir appellieren weiterhin an die Gemeinde Eslohe und an die Veranstalter, den Markt künftig tierfreundlich zu gestalten, denn Tiere haben auf einer Kirmes nichts zu suchen.“

Lisa Kainz, Fachreferentin bei PETA Deutschland

Teilerfolg: Veränderungen nach PETA-Veröffentlichung

Die Verantwortlichen des Reister Marktes wurden 2020 aufgrund der Tierschutzverstöße im Jahr 2019 beim Landesamt für Natur, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) Recklinghausen angezeigt. Wir informierten das Veterinäramt und die Betreiber:innen vor der Veröffentlichung über diesen Vorgang.

Nachdem der Reister Markt dann coronabedingt zwei Jahre in Folge ausgefallen war, kündigten die Veranstalter nach Rücksprache mit dem Veterinäramt für die Tierschau 2022 folgende Änderungen an: Rinder werden nicht mehr mit Hochdruckreinigern gesäubert, die Wasserversorgung der Kaninchen wird gesichert und die Lagerung von verkauften befiederten Tieren in Kartons wird untersagt.

Hinzu kommt, dass Züchter:innen ein Formular unterschreiben müssen, das sie zum artgerechten Umgang mit den Tieren verpflichtet. Auch wenn dies ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist, sind die Änderungen teils nur marginal und sollten selbstverständlich sein. Zudem werden sie das Leid der Tiere auf dem Reister Markt nicht beenden. Die Verantwortlichen hatten genügend Zeit, ein nachhaltiges und tierfreies Alternativprogramm zu entwickeln, statt an der ausbeuterischen Tierschau festzuhalten.

Helfen Sie den Tieren, indem Sie Tiermärkte meiden und sich dagegen einsetzen

Bitte besuchen Sie keine Tiermärkte, denn dort werden Tiere immer für die Belange der Menschen benutzt und ausgenutzt. Sprechen Sie sich in Ihrer Stadt zudem gegen solche Märkte aus.

Sie möchten Rindern, Schweinen und Hühnern nachhaltig helfen? Dann melden Sie sich am besten noch heute bei unserem kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm an und freuen Sie sich auf leckere Rezepte und spannende Informationen rund um das tierfreundliche Leben.