DRINGEND: Uns läuft die Zeit davon – Tierversuche in Europa beenden

Warum Sie kein Wildfleisch kaufen und essen sollten – alle Infos

Jäger:innen behaupten gerne, Wildfleisch sei eine nachhaltige und tierfreundliche Alternative zu konventionellem Fleisch und die Jagd würde zum Erhalt der Natur beitragen. Erfahren Sie hier, warum Wildfleisch immer mit Tierquälerei verbunden ist und zudem der Umwelt und Ihrer Gesundheit schadet.

Was versteht man unter Wildfleisch?

Wildfleisch oder Wildbret ist das Fleisch von frei lebenden Wildtieren, die von Jäger:innen gejagt und auf grausame Weise getötet werden.

drei erschossene Wildschweine

Neben Rot- und Damhirschen, Rehen, Wildschweinen, Wildkaninchen und Feldhasen gehören auch Wildtauben, Wildenten, Fasane und Perlhühner zu den Tierarten, die für den Konsum von Wildfleisch getötet werden.

Ist Wildfleisch nachhaltig?

Jagdliche Aktivitäten zerstören natürliche Regulationsmechanismen, denn anders als Jäger:innen oft behaupten, regulieren sich Wildtierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten selbst. [1]

Jäger:innen versorgen Rehe und Wildschweine im Zuge der sogenannten Hege mit Nahrung und überbrücken damit Nahrungsengpässe. So wird die Wildtierpopulation künstlich hoch gehalten, damit anschließend möglichst viele Tiere getötet werden können. [2, 3]

Ohne das Eingreifen des Menschen führt Nahrungsmangel dazu, dass Überpopulationen zusammenbrechen. [4] Beutegreifer wie Füchse und Wölfe sind quasi die „Gesundheitspolizei“ der Natur, denn sie jagen vor allem kranke und schwache Tiere. Die Jagd durch den Menschen hingegen stört das natürliche Gleichgewicht, denn Jäger:innen töten meist die größten und stärksten Tiere – als „Trophäen“ und für den Konsum von angeblich „nachhaltigem“ Fleisch.

Im Kanton Genf in der Schweiz ist die Hobbyjagd seit über 40 Jahren verboten – dort reguliert sich die Natur in erster Linie selbst, was sich in einer hohen Artenvielfalt und gesunden, stabilen Wildtierpopulationen äußert. Lediglich auf hohen Druck der Landwirtschaft wird durch ausgebildete Wildhüter vereinzelt Wildschweine zur sogenannten Populationskontrolle erschossen. [5]

Ist Wildfleisch regional?

Nur etwa die Hälfte des hierzulande verzehrten Wildfleischs stammt tatsächlich aus der Region. Deutschland gehört zu den weltweit größten Abnehmern neuseeländischer Hirsche und importiert jährlich Tausende Tonnen Fleisch von Tieren, die für die Fleischproduktion in Gattern gehalten werden. [6] Auch das Wildfleisch aus Deutschland stammt zunehmend aus Wildgattern. Auf abgepacktem Wildfleisch im Supermarkt und auf Speisekarten von Restaurants ist die Herkunft des Fleischs häufig nicht ersichtlich.

Wie ungesund ist Wildfleisch?

Nur weil Wildfleisch nicht von Tieren aus konventioneller Haltung stammt, ist es nicht automatisch gesünder. Wildbret kann sogar stark mit gesundheitsschädlichen Stoffen belastet sein – dazu gehören Blei, radioaktive Strahlung und Keime.

Tatsächlich ist Wildfleisch eines der am stärksten mit Blei belasteten Nahrungsmittel, [7] denn die bei der Jagd verwendeten Bleikugeln zersplittern häufig im angeschossenen Tier, wobei sich Fragmente und winzige Bleisplitter verteilen. Die oft empfohlene „Entfernung des Fleisches um den Wundkanal“ reicht meist nicht aus, um die kaum erkennbaren Bleisplitter zu entfernen. Blei kann menschliche Organe und das Nervensystem schädigen und die Blutbildung hemmen. Insbesondere Wurst, die aus dem Fleisch von Wildtieren hergestellt wird, kann für Menschen gefährlich sein. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kann Wildfleisch durch bleihaltige Munition bei der Jagd mit Blei verunreinigt werden. Dies sei keine Seltenheit: „Bei rund drei Viertel der untersuchten Wurstwaren mit Wild wurde Blei nachgewiesen“, erklärt das BVL. [8]

Seit der Tschernobyl-Katastrophe im Jahr 1986 ist Wildfleisch aus einigen Regionen Deutschlands noch immer stark radioaktiv belastet – besonders das Fleisch von Wildschweinen. [9] Messungen zeigen immer wieder eine Radioaktivität weit über dem für Fleisch festgesetzten Grenzwert. [10]

Außerdem enthalten Fleisch und Innereien von Wildtieren vergleichsweise hohe Konzentrationen von Dauergiften wie Dioxinen und polychlorierten Biphenylen (PCB), die durch die Industrie in die Umwelt gelangen.

Amtliche Qualitätskontrollen sind keine Pflicht

Jäger:innen entscheiden selbst, ob sie ein Tier für eine „amtliche Fleischuntersuchung“ anmelden wollen oder nicht. Eine Ausnahme stellt die gesetzlich vorgeschriebene Trichinenuntersuchung bei Wildschweinen dar, doch selbst diese wird teilweise nicht vorgenommen – was immer wieder zu Skandalen führt. [11] Ein weiterer Grund zur Beunruhigung ist neben der unzureichenden Aufklärung der Verbraucher:innen auch die unzulängliche Veröffentlichung von Messergebnissen hoher radioaktiver Belastung, insbesondere von Wildschweinen. [9]

Ist Wildfleisch krebserregend?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat rotes Fleisch bereits 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ und verarbeitetes Fleisch als „krebserregend“ eingestuft. [12] Da es sich bei Wildfleisch um rotes und zudem verarbeitetes Fleisch handelt, ist Wildfleisch ähnlich krebserregend wie Zigaretten, Asbest und Arsen.

Warum sollte man kein Wildfleisch verzehren?

Die Jagd ist grausam und mit massiven Tierleid verbunden: Bei Treib- und Drückjagden werden Rehe, Hirsche und Wildschweine in Todesangst versetzt und vor die Gewehre der Schütz:innen getrieben oder heimtückisch aus dem Hinterhalt attackiert. Vor allem bei Drückjagden sterben bis zu zwei Drittel der Wildtiere nicht sofort. [13] Häufig flüchten sie mit zerschossenen Knochen und blutigen Wunden und sterben einen qualvollen Tod.

Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen

Rehe, Wildschweine und andere Tiere, die unter der Bezeichnung „Wild“ zusammengefasst werden, sind empfindungsfähige Lebewesen. Wie wir Menschen ziehen sie ihren Nachwuchs liebevoll auf, pflegen soziale Kontakte und haben Gefühle wie Schmerz und Angst. Bei der Jagd verfolgen und töten Jäger:innen in Deutschland jedes Jahr Millionen Wildtiere  – sozusagen als Freizeitbeschäftigung. Wildtiere sind jedoch ein Teil der Natur und haben ein Recht auf Leben und Unversehrtheit.

Die willkürliche Einordnung von Tieren nach ihrem vermeintlichen „Nutzen“ für den Menschen nennt sich Speziesismus. Nicht-menschliche Tiere sind genau wie wir Menschen fühlende Lebewesen, die ein möglichst selbstbestimmtes Leben ohne Leid und Schmerzen verdienen.

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