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EU-Subventionen für Stierkampfindustrie stoppen

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Änderungsantrag abgelehnt

Stand November 2015
Update November 2015
Der Änderungsantrag für das Budget 2016, der die Subventionen für die Stierkampfindustrie abschaffen sollte, wurde in den weiteren Instanzen abgelehnt. Somit werden Landwirte, die Stiere für den Stierkampf züchten, auch weiterhin EU-Agrarsubventionen erhalten. Es ist jedoch ein großer Teilerfolg, dass das EU-Parlament zum ersten Mal für ein Ende der Stierkampfsubventionen gestimmt hat. Herzlichen Dank an die vielen Unterstützer, die sich an unserer Unterschriftenaktion beteiligt und sich mit persönlichen E-Mails an die Abgeordneten für die Tiere eingesetzt haben. Mit Ihrer Unterstützung werden wir uns auch weiterhin für die Stiere einsetzen, sodass wir unser Ziel im nächsten Jahr bei den Verhandlungen zum EU-Haushalt 2017 erreichen.

Update Oktober 2015
Herzlichen Dank an die vielen Tausend Unterstützer, die unsere Onlinepetition für ein Ende der EU-Subventionen für die Stierkampfindustrie unterstützt haben! Wir haben den deutschen und österreichischen EU-Abgeordneten die Petition mit über 11.000 Unterschriften zukommen lassen. Das EU-Parlament wird voraussichtlich am 28. Oktober 2015 über den Änderungsantrag, der die Agrarsubventionen für Kampfstierzüchter abschaffen soll, abstimmen.



Landwirte, die Stiere für den Stierkampf züchten, erhalten von der EU Agrarsubventionen für ihre landwirtschaftlichen Nutzflächen. Über diese EU-Fördermittel gelangt auch das Geld deutscher und österreichischer Steuerzahler in die Stierkampfindustrie. Laut eines spanischen Parlamentsabgeordneten fließen jedes Jahr ca. 130 Millionen Euro von der EU an spanische Kampfstierzüchter. [1] Rund 27 Millionen Euro hiervon stammen aus Deutschland, denn aufgrund seiner Größe finanziert Deutschland ca. 21 Prozent des EU-Haushaltes. [2] Auch Österreich trägt die horrenden Subventionen mit.

Ende Oktober 2015 wird das Europäische Parlament über den EU-Haushalt 2016 abstimmen und somit auch darüber, ob die spanischen Kampfstierzüchter weiter Agrarsubventionen von der EU erhalten.
 
Bei Stierkämpfen werden die Tiere langsam zu Tode gequält / © Tras Los Muros

Hintergrund

Bereits bei der Abstimmung im EU-Parlament über das Budget 2015 wurde von der Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz ein Änderungsantrag vorgelegt, der Agrarsubventionen für Kampfstierzüchter abschaffen sollte. In der entscheidenden Abstimmung fehlten nur wenige Stimmen zur absoluten Mehrheit, und somit wurde der Antrag abgelehnt.

Die europäische Konvention für den Schutz von Tieren in der Landwirtschaft sieht vor, dass Tiere keinen unnötigen oder länger anhaltenden Schmerzen ausgesetzt werden dürfen. Die Zucht von Kampfstieren führt jedoch dazu, dass die Tiere langsam und unter großen Schmerzen und Leid zu Tode gequält werden. Bei Stierkämpfen werden die Stiere bis zur Erschöpfung mit Lanzen und Holzstöcken mit Widerhaken (Banderillas) traktiert. In ihrem Todeskampf werden sie immer wieder aufgehetzt und durch die Arena gejagt. Der vermeintlich erlösende Dolchstoß tötet die Tiere oftmals nicht sofort. Sie werden bei Bewusstsein, gelähmt vor Schmerzen, angekettet an ihren Hörnern aus der Arena gezogen. Dann werden sie kopfüber aufgehängt und der Hals wird ihnen aufgeschnitten, sodass sie langsam ausbluten.

Aufgrund des sinkenden Interesses am Stierkampf kann sich das sadistische Spektakel nicht mehr allein aus Zuschauereinnahmen finanzieren. Die Subventionen der EU tragen im Wesentlichen dazu bei, die Stierkampfindustrie am Leben zu erhalten.


Quellen:
[1] Dr. Bosch A. (2013) Toros and Taxes Subsidies in Spain and the EU for Bullfighting and Bull rearing. Report by the coalition ERC/Catalunya Sí. Leader; Dr. Alfred Bosch, MP. January 2013
[2] Auswärtiges Amt (2015) EU-Haushalt / Mehrjährige Finanzrahmen. http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Europa/WiSoFin/Finanzrahmen/Uebersicht_node.html [zuletzt abgerufen am 16.10.2015]