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Wofür PETA wirklich steht

Erfahren Sie, worum es der weltgrößten Tierrechtsorganisation eigentlich geht

Stand September 2014
PEOPLE (Menschen)

Ich bin du – nur ein wenig anders.
 
Der Mensch zieht provisorische und willkürliche Grenzen, um Lebewesen, die sich von ihm unterscheiden, von sich abzutrennen. In der fehlerhaften Annahme, dass jene, die anders sind als wir, nicht leiden und in moralischer Hinsicht nicht berücksichtigt werden müssen, haben wir Kriege, Versklavung, sexuelle Gewalt und militärische Eroberungen gerechtfertigt.

 
© Jo-Anne McArthur / We Animals
Diese menschengemachten Grenzen haben sich im Laufe der Geschichte immer wieder verschoben. Heute erinnern wir uns mit Entsetzen an die Gräuel, die wir anderen angetan haben, die einst als Außenseiter galten: die Vernichtung des jüdischen Volkes durch die Nazis, die Versklavung von Millionen Afrikanern durch amerikanische Plantagenbesitzer und die Ermordung von Christen zur Unterhaltung von römischen Zenturios. Heute ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der Rasse, der Religion, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung gesetzlich verboten. Doch es ist gerade einmal 100 Jahre her, dass Menschen, die in den Augen der Mächtigen anders waren, gefoltert, ausgebeutet und getötet wurden.
© Jo-Anne McArthur / We Animals
Es gab Zeiten, in denen jene, die an der Macht waren, behaupteten, Jugendliche oder dunkelhäutige Menschen würden keine Schmerzen empfinden. Es gab Zeiten, in denen jene, die an der Macht waren, glaubten, dass Gott ihnen ihre Vorherrschaft verliehen habe. Unsere heutige Gesellschaft weiß, dass kein Mensch das Recht hat, andere Menschen aus irgendeinem Grund zu vergewaltigen, zu quälen oder zu versklaven. Wir vertreten die gemeinsame Überzeugung, dass jeder Mensch einen grundlegenden Wert besitzt und wir schätzen unsere Unterschiede.
ETHICAL (ethisch)

Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst.

Diese Goldene Regel lernen wir schon als Kinder. Alle großen Weltreligionen lehren Werte wie Gewaltlosigkeit und Barmherzigkeit. Martin Luther King Jr. sagte: „Wenn irgendwo ein Unrecht geschieht, ist die Gerechtigkeit überall in Gefahr.“ Die goldene Regel der ethisch verantwortlichen Behandlung muss für alle Lebewesen gelten – auch für Reptilien, Säugetiere, Fische, Insekten, Vögel, Amphibien und Krebstiere.

 
© Jo-Anne McArthur / We Animals
Würden wir unsere Kinder in Käfigen einsperren, die so klein sind, dass sie sich darin nicht bewegen können? Würden wir unsere Schwestern vergewaltigen und ihnen ihre Babys wegnehmen? Würden wir unsere Freunde absichtlich mit Krankheiten infizieren und sie dann nicht ärztlich behandeln? Natürlich nicht! Warum aber behandeln wir dann andere Lebewesen so? Wir müssen die archaische und falsche Abgrenzung des Menschen gegenüber allen anderen Lebewesen aufgeben, die uns fortwährend als Rechtfertigung für das Massaker an Milliarden von Lebewesen dient.
© Jo-Anne McArthur / We Animals
Vor mehr als einem Jahrhundert hat Charles Darwin aufgezeigt, dass alle Lebewesen der Erde einst gemeinsame Vorfahren hatten. Alle Lebewesen wollen leben. Wir alle fühlen Schmerz, Freude, Trauer und Lust. Jedes Lebewesen hat einen eigenen Wert.
TREATMENT (Behandlung)

Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, dass wir sie anziehen, dass wir an ihnen experimentieren, dass sie uns unterhalten müssen oder dass wir sie auf andere Weise ausbeuten oder misshandeln.

Alle Lebewesen wollen frei sein und ein Leben führen, das ihren natürlichen Bedürfnissen und Instinkten entspricht. Auch wenn jedes Geschöpf auf dieser Erde in seinem Leben unweigerlich ein gewisses Maß an Leid erfährt, muss der Mensch damit aufhören, allen anderen Lebewesen für seine eigenen egoistischen Zwecke bewusst Leid zuzufügen. Es macht für uns keinen Unterschied, ob wir statt eines Cheeseburgers einen Veggieburger essen oder ob wir einen Geldbeutel aus Kunstleder statt aus Leder kaufen. Die Lebewesen hingegen, die wir ausbeuten, sie bezahlen unseren flüchtigen Genuss oder unsere selbstsüchtigen Vorlieben mit ihrem Leben.

 
© Jo-Anne McArthur / We Animals
Wir lernen von klein auf, verschiedene Lebewesen unterschiedlich zu behandeln und wachsen in dem Irrglauben auf, es sei in Ordnung, das Fleisch einiger Lebewesen zu essen, die Schreie gejagter Lebewesen zu ignorieren und mit pelzigen Tierbabys zu kuscheln. Wir entwickeln eine konfuse Denkweise. Dies führt dazu, dass die meisten von uns als Erwachsene Abscheu und Betroffenheit empfinden, wenn wir sehen, wie andere Lebewesen gequält und getötet werden. Dennoch kaufen und konsumieren wir tagtäglich das Fleisch, das Fell, die Ausscheidungen und die Haut anderer Lebewesen. Wir geben uns größte Mühe, uns selbst und andere zu täuschen, um die illusorische Grenze zwischen dem Menschen und anderen Lebewesen aufrechtzuerhalten.
© Jo-Anne McArthur / We Animals
Drohender wirtschaftlicher Kollaps, der starrköpfige Anspruch auf angestammte Rechte, die beharrliche Weigerung, althergebrachte Gewohnheiten zu verändern. Im Laufe der Geschichte wurden solche unzulänglichen Ausreden immer wieder vorgebracht – und letztlich für ungültig erklärt. Bei jeder neuen Verschiebung von Grenzen werden die Befürworter, die Abolitionisten oder die Befreier für ihre Forderung nach Gleichberechtigung zunächst verhöhnt und in Verruf gebracht. Doch irgendwann werden die überlieferten Lügen stets als solche entlarvt und die Freiheit siegt – die Freiheit für Frauen, Schwarze, Christen, Schwule und Lesben, Asiaten, Iren, Katholiken oder Juden. Nun ist es an der Zeit, dass diese Freiheit endlich alle Lebewesen dieser Erde umfasst.
© Jo-Anne McArthur / We Animals
ANIMALS (Tiere)

Wir sind alle Tiere.

Der Mensch verfügt über keine oder allenfalls nur wenige einzigartige Fähigkeiten. Es gibt viele Lebewesen, die eine Sprache erlernen, komplexe soziale Beziehungen eingehen, zum Wohl der Gemeinschaft auf eigene Wünsche verzichten, Werkzeuge verwenden, sich Dinge vorstellen und träumen können. Es gibt viele Lebewesen, die sich an bestimmte Informationen erinnern können, mit ihren Freunden spielen, Intimität genießen, sich unterhalten und um ihre Verstorbenen trauern. Manche Lebewesen verfügen über Fähigkeiten, die unsere eigenen bei Weitem überragen – sei es im Bereich der Navigation oder hinsichtlich von Ausdauer, Kommunikation oder der Früherkennung von Naturereignissen. Noch wissen wir nicht genau, wie alle Lebewesen denken bzw. was sie denken. Aber ihre Gedankenwelt als weniger entwickelt, weniger rational, weniger ethisch oder weniger intelligent als unsere abzutun, ist eindeutig ein Fehler.
 
©iStock.com/luxiangjian4711
Kein Lebewesen hat es verdient, misshandelt zu werden – ganz gleich, über welche Fähigkeiten es verfügt. Wir wissen alle, dass es falsch ist, Kinder oder behinderte Menschen zu quälen, nur weil sie nicht über die gleichen Fähigkeiten wie Erwachsene verfügen. In gleicher Weise haben alle Lebewesen dieser Erde ein Recht auf Freiheit und Respekt – nicht etwa, weil sie über Fähigkeiten verfügen, die wir bewundern, sondern einfach, weil sie Lebewesen sind. Wir alle haben die gleichen evolutionären Wurzeln, wir alle leben auf der gleichen Erde, und wir alle unterliegen den gleichen Naturgesetzen. Wir sind alle eins.