Update vom 30. März 2026
Grausame Zustände und verbrannte Tauben im Großmarkt Köln
Am 7. März 2026 fand auf dem Großmarkt Köln eine Begehung statt, deren Ziel es war, den dort lebenden und brütenden Tauben zu helfen und ein langfristiges Konzept zu entwickeln. Dabei waren das Projektteam von Großmarkt Katzen Köln, der Taubenverein der Organisation Tierschutz7Gebirge und ein Vertreter der Stadt Köln anwesend.
Nach Angaben von Großmarkt Katzen Köln wurden vor Ort grausame Zustände vorgefunden: Tauben würden unter Verschnürungen an den Beinen und offenen Wunden leiden. Zudem sei nicht ausreichend Nahrung für die Tiere vorhanden gewesen. In einer Halle, die demnächst abgerissen werden solle, fehle bereits das Dach. Dort befänden sich mindestens 14 tote Tauben, Knochen und Schädel, zerstörte Nester sowie eine Art Scheiterhaufen mit offenbar verbrannten Taubenküken. Ob diese noch lebendig waren, als sie verbrannt worden sein sollen, ist unklar.
Wir von PETA Deutschland erstatten Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln gegen die Verantwortlichen. Das zuständige Veterinäramt wurde zudem ebenfalls bereits durch die Whistleblower:innen informiert.
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Update vom 14. Januar 2026
Abrissarbeiten haben begonnen: PETA fordert Behörden auf, Abriss umgehend zu stoppen

Obwohl noch immer heimatlose Katzen auf dem Gelände leben, hat der Abriss des Kölner Großmarkts in Raderberg begonnen. Die dort verbliebenen Tiere sind jetzt in großer Gefahr. Die Katzen nutzen die Hallen und Spalten der Mauern als Rückzugsorte, welche bei den Arbeiten unmittelbar zerstört werden.
Auch Tierarten wie Fledermäuse, Spatzen, Schwalben und Zauneidechsen leben auf dem Gelände, einige davon sind streng geschützt. In einem offenen Brief forderte PETA Mitte Januar 2026 die Untere Naturschutzbehörde und das Veterinäramt der Stadt Köln auf, die Abrissarbeiten umgehend zu stoppen, um das Leben der verbliebenen Tiere sicherzustellen.
„Die Katzen und viele geschützte Arten auf dem Kölner Großmarkt sind nun in akuter Lebensgefahr. Dass mit dem Abriss plötzlich begonnen wurde, ohne sicherzustellen, dass die Tiere gerettet werden konnten, macht fassungslos. Wir fordern die Behörden auf, die Abrissarbeiten umgehend zu stoppen, um das Leben der Tiere auf dem Großmarkt zu schützen. Erst wenn die Tiere umgesiedelt und gesichert sind, darf die Stadt die Arbeiten fortsetzen.“
Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland
Zusammen mit der Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ hatten wir bereits im August 2025 an die Verantwortlichen der Stadt Köln sowie an das Veterinäramt appelliert, sich für die rund 150 heimatlosen Katzen einzusetzen und einen alternativen Lebensraum für sie zu ermöglichen. Die Verantwortlichen informierten die Tierschutzinitiative nicht über den Start der Abrissarbeiten.
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Textvorlage für E-Mail
Betreff: Schutz der Katzen auf dem Gelände des Kölner Großmarkts in Raderberg
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich schreibe Ihnen im Namen der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V., bezüglich der Situation der Katzen auf dem Gelände des Kölner Großmarkts.
Mit äußerster Besorgnis haben wir Kenntnis davon erlangt, dass auf dem Gelände des Kölner Großmarktes mit den Abrissarbeiten begonnen wurde.
Nach Rücksprache mit dem vor Ort seit Monaten aktiv tätigen Tierschutzprojekt „Großmarkt Katzen Köln“ wurden diesem seitens der Stadt wiederholt ausdrücklich Auskünfte erteilt, wonach die Planungen für den Abriss der Hallen noch nicht abgeschlossen seien und es kein konkretes Datum für den Beginn der Abrissarbeiten gebe. Auf Grundlage dieser städtischen Aussagen wurden die laufenden lebensnotwendigen Sicherungsmaßnahmen für die dort lebenden Tiere geplant und fortgeführt.
Umso fassungsloser sind wir darüber, nun zu erfahren, dass bereits mit Abrissarbeiten begonnen wurde, ohne dass das beteiligte Tierschutzprojekt hierüber vorab informiert oder eingebunden wurde. Das Leben der Tiere auf dem Kölner Großmarkt ist nun in Gefahr.
Bereits im August 2025 haben wir ausdrücklich darauf hingewiesen, dass vor Beginn jeglicher Abrissmaßnahmen zwingend sichergestellt werden muss, dass sich auf dem Gelände keine Tiere mehr befinden, die durch Maßnahmen gefährdet oder getötet werden könnten. Diese Hinweise bezogen sich sowohl auf den Tier- als auch auf den Artenschutz.
Nach unserem Kenntnisstand leben auf dem Großmarkt zudem streng geschützte Arten. Zu den dort nachgewiesenen Arten zählen unter anderem Fledermäuse, Spatzen, Schwalben sowie Zauneidechsen. Zusätzlich leben auf dem Gelände seit Jahren zahlreiche verwilderte Hauskatzen, von denen nachweislich bis heute nicht alle gesichert werden konnten. Diese Tiere nutzen Hallen, Spalten und Rückzugsorte, die bei Abrissarbeiten unmittelbar zerstört werden.
Zudem befindet sich eine der Futterstellen unmittelbar in der Nähe der aktuellen Abrissarbeiten.
Wir fordern die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Köln hiermit auf, die laufenden Abrissarbeiten unverzüglich zu stoppen, die sofortige Anordnung einer ökologischen Baubegleitung zu veranlassen und sicherzustellen, dass diese eine ausführliche, transparente und überprüfbare Dokumentation erstellt, aus der hervorgeht, welche Maßnahmen vor Beginn der Arbeiten getroffen wurden, wie der Schutz aller betroffenen Tierarten gewährleistet wurde und wie ausgeschlossen wird, dass Tiere zu Schaden gekommen sind oder in Zukunft kommen.
Der Schutz von Tieren sowie die Einhaltung artenschutzrechtlicher Vorgaben sind keine Ermessensfrage, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Ein Abriss ohne nachweislich wirksame Schutzmaßnahmen ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar und wirft schwerwiegende Fragen zur Verantwortung der zuständigen Stellen auf.
Wir appellieren eindringlich an Sie, Ihrer Verantwortung gerecht zu werden, die Abrissarbeiten umgehend auszusetzen und den Schutz der dort lebenden Tiere sicherzustellen.
Über die umgehende Einleitung von entsprechenden Maßnahmen und eine zeitnahe Rückmeldung bin ich Ihnen sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Helfen Sie den Katzen und kontaktieren Sie die Verantwortlichen per E-Mail
Helfen Sie, die auf dem Gelände verbliebenen Tiere zu retten und kontaktieren Sie die verantwortlichen Behörden jetzt per E-Mail.
Originaltext
Der Kölner Großmarkt in Raderberg soll zum 31. Dezember 2025 abgerissen werden. Mit den baulichen Änderungen geht jedoch ein ernstes Tierschutzproblem einher: Denn auf dem Gelände leben seit vielen Jahren rund 150 heimatlose Katzen, die an diesem Ort Schutz, Nahrung und Rückzugsorte gefunden haben. Erfahren Sie hier, mit welchen Maßnahmen den Tieren geholfen werden muss – und was die Verantwortlichen der Stadt Köln beitragen können.
Rund 150 kaum vermittelbaren Katze wird ihr Rückzugsort genommen – PETA fordert Hilfe von der Stadt
Viele der Katzen sind alt, krank oder extrem scheu, was eine Umsiedlung oder Vermittlung äußerst schwierig macht. Die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ hat sich dem Tierschutzproblem vor Ort angenommen und fordert dringend Maßnahmen zur Rettung der Katzen:
- Hierfür sucht die Initiative nach einem passenden Gebäude.
- Dort sollen die Tiere für einen gewissen Zeitraum untergebracht, medizinisch versorgt und kastriert werden, bis sie an andere Orte umgesiedelt werden können.
Wir von PETA Deutschland bitten die Verantwortlichen der Stadt Köln und des zuständigen Veterinäramts, sich für die Tiere einzusetzen und eine entsprechende Immobilie zur Verfügung zu stellen, um die Katzen zu retten.
„Die Stadt Köln muss sich der Katzen auf dem Großmarkt annehmen. Den Katzen steht großes Leid bevor, wenn hier nicht dringend unterstützt wird. Ohne konkrete Hilfe droht vielen Katzen der Tod. Die Bereitstellung einer Immobilie, in welcher die Katzen medizinisch versorgt werden und die erste Zeit in geschützter Quarantäne verbringen können, ist jetzt der erste, wichtige Schritt. Nur gemeinsam können wir den Tieren eine sichere Zukunft ermöglichen.“
Jana Hoger, Tierpsychologin und Fachreferentin für Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland
Den Katzen droht unvorstellbares Leid – so kann den Tieren geholfen werden
Mit dem Rückzug der Händler und dem bevorstehenden Abriss des Kölner Großmarktes fehlen bereits erste Orte, an denen die Tiere mit Nahrung versorgt werden. Zudem gibt es Berichte über gestresste und verschwundene Katzen.
Die Initiative „Großmarkt Katzen Köln“ setzt sich für beheizbare Unterkünfte mit ausreichend Platz ein, in denen die Tiere sicher untergebracht und medizinisch versorgt werden können.
Konkret wird ein Gebäude mit 500 bis1000 Quadratmetern Fläche, Strom, Wasser und abschließbarer Tür gesucht.
Es wurde auch eine Petition auf change.org gestartet, die die Stadt Köln auffordert, schnell zu handeln und die Versorgung der Katzen sicherzustellen. Diese erzielte bereits über 14.000 Unterschriften. Die Situation vor Ort ist akut und erfordert dringend Unterstützung.
Zahlreiche Whistleblower-Meldungen über katastrophale Zustände
Uns erreichen regelmäßig Whistleblower-Meldungen zu heimatlosen Katzen. Es wurde von Tieren berichtet, die unter
- „entzündeten Augen,
- entzündeten Krallen“
- sowie „extremem Floh- und Wurmbefall“ leiden.
Dies soll den Meldungen zufolge „gesehen, aber einfach ignoriert“ worden sein.
Laut einer weiteren Meldung wurde beobachtet,
- wie eine stark abgemagerte Katze erneut schwanger war,
- in ihrem Umfeld alle Katzen unter Katzenschnupfen litten
- und dass eine junge Katze an „einem massiven Hornhautgeschwür“ leidet.
Wenn die Tiere keine medizinische Versorgung erhalten, werden viele von ihnen qualvoll sterben.
Kastrationspflicht ist wichtig! Kommunen können das Problem nicht allein lösen
Eine unkastrierte Katze und ihre Kinder innerhalb von sieben Jahren bis zu 370.000 Nachkommen zeugen. Die Landesregierungen sind laut § 13b des Tierschutzgesetzes ermächtigt, Gebiete mit sogenannten Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungsverordnungen festzulegen, um die hohe Zahl heimatloser Katzen zu verringern. Seit 2013 können sie aus Tierschutzgesichtspunkten Kastrationspflichten für Katzen erlassen.

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Entlastung durch flächendeckende Katzenschutzverordnung
Eine solche Verordnung hilft nicht nur, die Katzenpopulation zu regulieren, sondern kann auch die Verbreitung bestimmter Krankheiten deutlich eindämmen. Hierzu zählen beispielsweise die Viruserkrankungen FIP, FIV und FELV, die sich innerhalb der Katzenpopulation verbreiten, sowie die für den Menschen bedrohliche Toxoplasmose. Zusätzlich kann eine flächendeckende Schutzverordnung die Arbeitsbelastung von Tierärzten, Tierheimen, Katzenschutzvereinen sowie des Veterinäramts deutlich reduzieren. Aufgefundene Tiere können so schnell über Registrierungsportale identifiziert und den Haltern zugeordnet werden.
Laut einer aktuellen Studie gelten zu viele freilaufende und heimatlose Katzen zudem als eine weltweite Gefahr für die Artenvielfalt. [1] Wie die intensive Landwirtschaft mit ihren zahlreichen Monokulturen beschleunigen sie durch ihren starken Jagdtrieb die Dezimierung zahlreicher Vögel-, Säugetier- und Reptilienarten.
Helfen Sie, das Leid heimatloser Katzen zu beenden
Um die unkontrollierte Vermehrung verwilderter heimatloser Katzen langfristig zu unterbinden, müssen sogenannte Freigänger-Katzen kastriert werden.
Wir fordern eine Verordnung, die unter anderem das Kastrieren und Registrieren von Hunden und Katzen für alle Tierhalter:innen verpflichtend macht – sofern es keine gesundheitlichen Bedenken gibt.
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Quelle
[1] Lepczyk, Christopher A. et al. (2023): A global synthesis and assessment of free-ranging domestic cat diet, https://www.nature.com/articles/s41467-023-42766-6 (eingesehen am 05.08.2025)