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Leipzig: PETA fordert Maßnahmen gegen Tigerhaltung von Carmen Zander

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Update vom 28. Mai 2026

Nach Tiger-Angriff: PETA erstattet Strafanzeige gegen Carmen Zander

Nachdem ein entlaufener Tiger der Dompteurin Carmen Zander einen Mann schwer verletzte und die Großkatze von der Polizei getötet wurde, haben wir von PETA Deutschland am 27. Mai 2026 Strafanzeige gegen Zander bei der Staatsanwaltschaft Leipzig, Zweigstelle Torgau erstattet. Wir fordern weiterhin, dass die restlichen Tiger beschlagnahmt werden und dass die Haltung von Tigern, Löwen und anderen Wildtieren in Zirkussen und Privathand verboten wird. Die Bundesregierung muss endlich handeln, damit der gefährliche Missbrauch von Großkatzen beendet wird.  

Update vom 19. Mai 2026

Tiger erschossen, Helfer schwer verletzt: PETA fordert konsequentes Wildtierverbot

Ein entlaufener Tiger aus der Haltung von Carmen Zander wurde am 17. Mai 2026 von der Polizei erschossen, nachdem er laut Medien aus ihrer privaten Anlage bei Leipzig entkommen ist. Ein 73-jähriger Helfer Zanders wurde dabei schwer verletzt, da er sich während des Ausbruchs im Gehege befand. Der Tiger wurde später in einer Gartenanlage entdeckt und dort getötet. Wie das Tier entkommen konnte, ist bisher unklar.  

Vor diesem Hintergrund fordern wir die Bundesregierung und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer erneut auf, die Haltung von Tigern, Löwen und anderen Wildtieren sowohl in Zirkussen als auch in Privathand zu verbieten.

„Das Veterinäramt Nordsachsen hat Zander jahrelang gewähren lassen und trägt Mitschuld an dem tragischen Vorfall. Die Behörde muss sofort die übrigen neun Tiger beschlagnahmen. Ein Angebot einer renommierten Auffangstation liegt seit langem auf dem Tisch. In der Hälfte aller Bundesländer dürfen völlig legal Tiger, Löwen und Giftschlangen gehalten werden. Die Bundesregierung hat jahrzehntelang geschlafen und muss nun endlich handeln, damit der Missbrauch von Großkatzen und anderen Wildtieren für Zirkus und Privathaltung beendet wird.“

Peter Höffken, Fachreferent für Wildtiere bei PETA Deutschland

Update vom 30. Oktober 2025

Nur 1.000 Euro Auflage: Kritik an Urteil gegen Tigerdompteurin Carmen Zander

Ein Verfahren gegen Tigerdompteurin Carmen Zander wurde am 30. Oktober 2025 vom Amtsgericht Eilenburg vorläufig eingestellt. Ihr wurden zwei Verstöße gegen das Naturschutzgesetz vorgeworfen, da sie ohne behördliche Genehmigung das Streicheln von Tigerjungtieren gegen Bezahlung angeboten und an Ostern zu einer Tigerschau eingeladen hatte.

Obwohl das Strafrecht in solchen Fällen mindestens drei Monate Haft vorsieht, entschied sich das Gericht lediglich für eine Auflage: Zander muss 1.000 Euro an den Tierschutzverein Wurzen zahlen. Wir von PETA Deutschland kritisieren die Entscheidung scharf.

„Wir sind enttäuscht über die Einstellung des Verfahrens gegen Carmen Zander. Noch enttäuschender ist jedoch, dass das Leid der Tiger kaum Beachtung findet. Zander inszeniert sich als Opfer, doch die wahren Opfer sind ihre Tiger – eingesperrt, dressiert und zur Schau gestellt, um Menschen zu unterhalten. Das ist keine Tierliebe, sondern Ausbeutung. Dass ein solches Verhalten praktisch folgenlos bleibt, ist ein Schlag ins Gesicht des Tierschutzes – und zeigt erneut, wie dringend ein umfassendes Tierverbot in Zirkussen notwendig ist.“

Dr. Yvonne Würz, Biologin und PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche

Update vom 23. Mai 2025

Tigerzucht ohne Genehmigung bei Carmen Zander

In Schkeuditz bei Leipzig hält die Dompteurin Carmen Zander aktuell zehn Tiger – vier erwachsene Tiere und sechs Jungtiere. Das erste Tiegerbaby „Imana“ wurde im April 2024 geboren, fünf weitere folgten im Dezember – ohne entsprechende Zuchtgenehmigung [1].

Außerdem besitzt Frau Zander seit 2022 keine gültige Paragraf-11-Genehmigung mehr für öffentliche Auftritte, da sie zu diesem Zeitpunkt keine Zirkusengagements mehr vorweisen konnte. Die Haltung gilt damit nicht mehr als „zirkusähnliche Einrichtung“ und unterliegt deshalb auch nicht länger den sogenannten „Zirkusleitlinien“, sondern den zumindest etwas strengeren Vorgaben des „Säugetiergutachtens“. Dieses schreibt beispielsweise  mindestens 100 Quadratmeter Außengehege für jeden erwachsenen Tiger vor. Das Landratsamt Nordsachsen bestätigt, dass die Tigerhaltung im Gewerbegebiet Schkeuditz seit fast drei Jahren gegen das Tierschutzgesetz verstößt. [1]

„Tigerschau“ trotz Auftrittsverbots

Trotz der Auflagen setzte sich Zander offenbar mehrfach über das Auftrittsverbot hinweg: Laut Medienberichten bewarb und veranstaltete sie an Ostern 2025 eine nicht genehmigte „Oster-Tigerschau“, was zu mehreren Polizeieinsätzen führte. Bereits 2024 soll sie zu Pfingsten gegen das Verbot verstoßen haben. Nun drohen ihr strafrechtliche Konsequenzen wegen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. [2]

PETA fordert Umsiedlung in Auffangstationen

Wir von PETA Deutschland fordern ein sofortiges Ende der untragbaren Zustände. Die Tiger müssen in spezialisierte Auffangstationen überführt werden, wo sie nicht länger dressiert und zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden, sondern ihr artgemäßes Verhalten in einer möglichst naturnahen Umgebung ausleben können.

Originalbeitrag vom 22. August 2024

Im Frühjahr 2024 ist bei der Tigerdompteurin Carmen Zander ein Tigerbaby zur Welt gekommen. Eine Augenzeugin beobachtete Zander Ende Juli in Leipzig, wie sie das Tierkind an einer Leine führte – vermutlich in der Nähe ihres Wohnsitzes.

Wir von PETA Deutschland haben den Vorfall den Veterinärbehörden gemeldet und gebeten, die Haltungsbedingungen zu überprüfen und ein Tierhalteverbot zu verhängen. Außerdem fordern wir ein grundsätzliches Verbot der privaten und zirkusbezogenen Tigerhaltung. Jetzt lesen!

Mitten in Leipzig: Dompteurin führt Tigerbaby spazieren

Ende Juli habe eine Augenzeugin beobachtet, wie Zander das Tigerbaby an einer Leine in einem Wohngebiet in Leipzig spazieren führte und es mit ihrem Berner Sennenhund in ein Wohnhaus brachte. Wir haben den Vorfall den Veterinärbehörden gemeldet, denn die derartige Haltung des Tigerwelpen ist aus Tierschutz- und Sicherheitsgründen höchst bedenklich. Die Veterinärbehörde des Landkreis Nordsachsen hat daraufhin ein Verwaltungsverfahren eingeleitet.

„Es ist ein absolut groteskes Bild, das Frau Zander beim ‚Gassigehen‘ mit einem angeleinten Tigerbaby vermutlich in einem Leipziger Wohngebiet zeigt. Das Tierkind wird möglicherweise durch Handaufzucht fehlgeprägt und erwartet im Zirkusbetrieb ein absolut artwidriges Dasein. Die Bundesregierung hat jahrzehntelang geschlafen und muss nun endlich handeln, damit der Missbrauch von Großkatzen und anderen Wildtieren für Zirkus und Privathaltung beendet wird und solche Bilder der Vergangenheit angehören.“

Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsindustrie

Carmen Zander ist bereits für Tierquälerei bekannt

Carmen Zander ist für Missstände in der Tigerhaltung bekannt. In der Vergangenheit gastierte sie mit ihrer Show in verschiedenen Zirkussen und auf Zirkusfestivals. 2013 veröffentlichten wir ein Video über die in Zirkusbetrieben üblichen Methoden der Wildtierdressur. Darin ist neben weiteren Personen unter anderem Frau Zander zu sehen, wie sie während ihrer Show mit einem Stock in Richtung des Tigers schlägt. Die Dompteurin wollte uns gerichtlich zwingen, die Szene (Sekunden 15 bis 17) zu entfernen, scheiterte jedoch vor dem Landgericht Düsseldorf. Das Oberlandesgericht Düsseldorf begründetet einen Hinweisbeschluss im März 2014 dahingehend, dass Carmen Zander „[…] im Rahmen der Dressur (notwendigerweise) durch dominante Zwangshandlungen den von ihr dressierten Tigern ihren eigenen Willen aufzwingt“ [1].

2019 meldete ein Whistleblower, dass die damals sechs Tiger nach einem Zirkusengagement in Augsburg von Frau Zander in einem kleinen Zirkuswagen zurück in das Stammquartier im sächsischen Schkeuditz transportiert wurden. Dort sollen sie mehrere Tage ohne Auslauf und Nahrung eingesperrt und monatelang weiteren Missständen ausgesetzt gewesen sein. Dem Whistleblower zufolge mussten die Tiger auch nach der Ankunft im Winterquartier überwiegend in einem kleinen Zirkustransportwagen ausharren, obwohl laut Zirkusleitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft täglich mindestens vier Stunden Zugang zu einem Außengehege vorgeschrieben sind.

Anscheinend sollen die Tiere erst Nahrung erhalten haben, nachdem der Zeuge den Missstand beim Veterinäramt anzeigte. Im Juni sollen die Tiger trotz Temperaturen von über 30 Grad keinen Zugang zu einem Badebecken gehabt haben, zudem mangele es grundsätzlich an Beschäftigungsmöglichkeiten für die kognitiv hoch entwickelten Tiere.

Die daraufhin von uns erstattete Strafanzeige wurde mangels hinreichendem Tatverdacht eingestellt und die Tatvorwürfe der Tiermisshandlung zur Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten an die Verwaltungsbehörde abgegeben. Es ist zu befürchten, dass auch das kürzlich geborene Tigerbaby ein artwidriges Leben führen wird. Im Stammquartier in Schkeuditz müssen die erwachsenen Tiger in einem Käfigwagen von rund 33 Quadratmetern und einem nur circa 140 Quadratmeter kleinen Außengehege ausharren. [2] Dort werden Events wie öffentliche „Fütterungen“ und „Tiger-Streicheln“ angeboten. Auch das Tigerbaby wird bereits für solche Zwecke missbraucht.

https://www.facebook.com/ImAugeDesTigers/posts/pfbid0tUZZT4RwgqxUCQpAApwk8VToLfzZXUVvftqhUWSZStA1LXDiAbJrVu1Bn8UabdrMl

Zirkusse missbrauchen Tiger zu Unterhaltungszwecken

In Zirkussen werden Tigerbabys oft von ihren Müttern getrennt und per Hand aufgezogen, um sie für die Dressur an Menschen zu gewöhnen. Zirkusse behaupten auffallend häufig, die Mutter habe das Jungtier verstoßen oder nicht genug Milch gehabt. Selbst wenn dies der Fall wäre, deutet es auf nicht tiergerechte Haltung und Verhaltensstörungen hin. [3] Die frühe Trennung dient vielmehr dazu, die Kontrolle über das Tier zu erleichtern, was eine ernsthafte Belastung für das Wohl der Tiere darstellt und häufig zu Verhaltensstörungen führt.

In vielen europäischen Ländern gibt es bereits Einschränkungen für Zirkusauftritte mit Wildtieren, doch in Deutschland fehlt ein umfassendes Verbot. Bei der Novellierung des Tierschutzgesetzes sollen nur bestimmte Tierarten wie Großkatzen und Elefanten nicht mehr an wechselnden Orten gezeigt werden dürfen. Allerdings lässt der aktuelle Gesetzentwurf Ausnahmen zu, sodass das Verbot nicht vollständig greifen würde. Das muss sich dringend ändern.

Jetzt Petition für ein Ende von Wildtieren in Zirkussen unterschreiben

Neben der erlebten Gewalt bei der Dressur, leiden verschiedene Tierarten unter den nicht artgerechten Bedingungen in Zirkussen. Helfen Sie den Tieren jetzt und unterschreiben Sie unseren Appell an die Bundesregierung, Tiere im Zirkus deutschlandweit zu verbieten. Machen Sie jetzt einen Unterschied für Tiere im Zirkus!