Im Dezember 2025 wurden uns von PETA Deutschland aktuelle Aufnahmen aus dem Europa-Park Rust zugespielt. Zu sehen sind verängstigte Hunde, die dort für eine Hundeshow von „Trainer“ Wolfgang Lauenburger hinter den Kulissen eingeschüchtert und teilweise schwer misshandelt wurden. Einer Hündin hielt der Trainer den Mund zu und schlug ihr mit einem Seil mehrfach heftig auf die Beine.
Nachdem wir die Verantwortlichen des Europa-Parks diesbezüglich kontaktiert hatten, gaben sie bekannt, dass die betreffende Shownummer bereits kurzfristig aus dem Programm genommen wurde. Außerdem wolle man künftig „verstärkt auf Artistik, Tanz und Comedy“ setzen [1] – doch das ist nicht ausreichend. Denn die Hundeshow im Europa-Park war kein Einzelfall: Auch für andere Events wie „Paraden“ und weitere Shows werden dort immer wieder Tiere ausgenutzt.
Damit hält der Park an einem überholten Unterhaltungskonzept fest und positioniert sich nicht klar gegen ausbeuterische Praktiken. Bitte appellieren Sie an den Freizeitpark, nun sämtliche Tiershows zu beenden, denn bei allen Tieren ist die Anwendung von Gewalt und Zwang für Zirkus- und Showdressuren üblich.
Europa-Park nimmt Hundeshow aus dem Programm
Die Hundedressur gehörte zum Winterprogramm „Monte Carlo Circus Festival meets Europa-Park“. Die Whistleblower-Videos zeigen, dass die verängstigten Hunde im Backstagebereich vom verantwortlichen „Trainer“ Wolfgang Lauenburger misshandelt wurden. Gegen ihn haben wir bei der Staatsanwaltschaft Freiburg Strafanzeige erstattet und von der im Ortenaukreis zuständigen Veterinärbehörde die Wegnahme der Hunde sowie ein Tierhalte- und -betreuungsverbot und den Entzug der Erlaubnis für die Zurschaustellung der Tiere gefordert. Doch statt die Tiere schnellstmöglich in Sicherheit zu bringen, gab das Amt an, dass sie nicht mehr gefährdet seien, weil der Park die Vorstellung gestoppt habe und mit ihnen derzeit nicht trainiert werde. Außerdem wurde auf die Zuständigkeit der Behörde am Heimatort des Tierhalters verwiesen, die die für die gewerbsmäßige Zurschaustellung notwendige Genehmigung erteilt hatte.
Mai 2026: Schleswiger Gerichtsbeschluss bestätigt Wegnahme von zwölf Hunden von gewalttätigem „Trainer“
Bei einer Kontrolle der Hundehaltung des „Trainers” stellten die Amtstierärzt:innen gravierende Mängel fest. Alle zwölf Hunde wurden daher im Januar 2026 durch das Amt Mittelholstein beschlagnahmt und zunächst in Tierheimen untergebracht. Anschließend ordnete die Behörde den Verkauf der Tiere an. Mit Beschluss vom 4. Mai bestätigte das Schleswig-Holsteinische Verwaltungsgericht in einem Eilverfahren die Maßnahmen. Der Trainer habe auch das Schlagen mit einem Seil eingeräumt, aber keine Einsicht gezeigt, dass dies keine angemessene Trainingsmethode sei. Aus dem Beschluss geht zudem hervor, dass Lauenburger während der Kontrolle einem bellenden Hund mit folgenden Worten gedroht haben soll: „Wenn du nicht ruhig bist, bekommst du wieder auf den Arsch.“ [2] Der Gerichtsbeschluss ist noch nicht rechtskräftig, da eine zweiwöchige Beschwerdefrist besteht.
Auch andere Tiershows im Europa-Park schockieren Besucher:innen
Doch der Tiermissbrauch im Europa-Park endet nicht bei diesem Einzelfall: Familie Mack, die den Park gegründet hat, „habe sich schon immer sehr für den Zirkus engagiert“ [3]. Vor allem bei der im Winter gezeigten „Zirkus Revue“ setzte der Freizeitpark daher regelmäßig auf diverse Tierdressuren – unter anderem waren dort bereits Elefanten, Seelöwen, Kamele, Pferde und Hunde zu sehen. 2017 hatten die Verantwortlichen nach massiver Kritik eine Show mit Elefanten aus dem Programm genommen – ein erster wichtiger Schritt. [4]
Aber auch zu Veranstaltungen mit domestizierten Tieren, darunter Pferdeshows in der „Spanischen Arena“ und Paraden mit Pferden, haben uns von PETA in den letzten Jahren Meldungen entsetzter Besucher:innen des Freizeitparks erreicht. Es ist überfällig, auch die verbliebenen Showelemente mit Tieren im Europa-Park zu beenden.
Tiere leiden in der Unterhaltungsbranche
Derartige Tierquälerei für Unterhaltungsangebote ist kein Einzelfall, sondern ein systematisches Problem der Tierdressur. Die Dressur zu kommerziellen Zwecken basiert in der Regel auf Macht, Zwang und Kontrolle. Tiere treten nicht freiwillig in Shows auf, sie werden dazu gebracht. Ob Elefanten, Pferde oder Hunde: Um „funktionierendes“ Showverhalten zu erzeugen, werden Tiere systematisch gebrochen – durch Einschüchterung, Stress, Nahrungsentzug, körperliche Gewalt oder dauerhaften psychischen Druck.
Shows mit Wildtieren und auch mit domestizierten Tieren erfahren zunehmend Kritik aus der Bevölkerung – und dies zeigt Wirkung. So haben einige Veranstaltende im Winter 2025/26 den Umstieg auf tierfreie Shows verkündet: Nach Protesten von Tierrechtsorganisationen und der Kritik des Zirkuspublikums an den Dressuren mit Tauben und Pferden kündigte der Gründer des Weltweihnachtscircus in Stuttgart im Januar 2026 an, künftig ausschließlich auf tierfreie Darbietungen setzen zu wollen. [5] Anfang Dezember 2025 sorgte eine Katzenshow im „Hofmeister Weihnachtscircus“ in Bietigheim für Empörung; das Möbelunternehmen hat daraufhin zugesagt, keine Tiernummern mehr zu zeigen. [6]
PETA fordert ein Verbot sämtlicher Tierdressuren – im Zirkus, in Freizeitparks und überall dort, wo Tiere gezwungen werden, für menschliche Unterhaltung zu leiden. Dies entspricht auch der Auffassung von 62 Prozent der Deutschen, die laut einer repräsentativen Meinungsumfrage die Haltung und Zurschaustellung von Tieren im Zirkus ablehnen.
Petition unterzeichnen: Für Freizeitvergnügen ohne Tierleid
Bitte sprechen Sie sich gegen die Tierausbeutung zu Unterhaltungszwecken aus. Unterstützen Sie unsere Petition an die Geschäftsführung des Europa-Parks für ein Ende der Tiershows.
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Quellen
[1] t-online (19.12.2025): Heimlich gefilmte Szenen haben Konsequenzen, https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/tiere/id_101050148/europa-park-tierquaelerei-vorwuerfe-gegen-hunde-zirkus-nummer.html (eingesehen am 21.01.2026)
[2] Schleswig–Holstein (04.05.2026): Tierschutz gestärkt – schlagender Hundetrainer verliert seinen Hundebestand, https://www.schleswig-holstein.de/DE/justiz/gerichte-und-justizbehoerden/OVG/Presse/PI_VG/2026_05_04_Tierschutz_gestaerkt (eingesehen am 07.05.2026)
[3] Die Zeit (27.11.2025): Prinzessin Stéphanie besucht Zirkusshow im Europa-Park, https://www.zeit.de/news/2025-11/27/prinzessin-st-phanie-besucht-zirkusshow-im-europa-park (eingesehen am 21.01.2026)
[4] Badische Zeitung (04.12.2017): Europa-Park streicht nach Shitstorm die Elefanten aus der Zirkus-Revue, https://www.badische-zeitung.de/europa-park-streicht-nach-shitstorm-die-elefanten-aus-der-zirkus-revue (eingesehen am 21.01.2026)
[5] Zeitungsverlag Waiblingen (09.01.2026): Erfolgreicher Protest: Keine Tiere mehr im Weltweihnachtscircus Stuttgart, https://www.zvw.de/stuttgart-region/erfolgreicher-protest-keine-tiere-mehr-im-weltweihnachtscircus-stuttgart_arid-1041200 (eingesehen am 21.01.2026)
[6] Bietigheimer Zeitung (03.12.2025): Hofmeister streicht Katzenshow, https://www.bietigheimerzeitung.de/inhalt.bietigheim-bissingen-hofmeister-streicht-katzenshow.3275f5b3-8b63-43d1-a431-b0bc4988624b.html (eingesehen am 21.01.2026)