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JGU Mainz: Jetzt helfen, den Forced Swim Test zu stoppen 

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In einem Behälter voller Wasser suchen Mäuse nach einem Ausweg, den es nicht gibt. Experimentator:innen messen, wie lange die Tiere schwimmen und wann sie sich nur noch an der Oberfläche treiben lassen. An der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurden seit 2019 mindestens 336 Mäuse in diesem sogenannten Forced Swim Test missbraucht – obwohl seine wissenschaftliche Validität längst widerlegt ist: Der Versuch kann nicht zuverlässig vorhersagen, ob ein Medikament als Antidepressivum beim Menschen wirksam ist.1 Er generiert positive Ergebnisse bei Präparaten, die bei Menschen nicht als Antidepressiva gelten, und negative bei als Antidepressiva zugelassenen Wirkstoffen.2  

Online-Petition

Fordern Sie die JGU Mainz dazu auf, den Forced Swim Test zu beenden!

Werden Sie jetzt aktiv

Bitte beenden Sie die Nutzung des Forced Swim Tests

 

Mit großer Enttäuschung habe ich erfahren, dass die Johannes Gutenberg-Universität Mainz den weithin diskreditierten Forced Swim Test noch immer durchführt.
Ich fordere Sie dringend auf, den internationalen wissenschaftlichen Kenntnisstand anzuerkennen und den Forced Swim Test nicht länger anzuwenden.

Der Forced Swim Test, bei dem Nagetiere in Wasserbehälter ohne Ausweg gesetzt werden, liefert keine humanrelevanten Ergebnisse – er hat nichts mit einer menschlichen Depression zu tun und kann auch nicht die Wirkung von Antidepressiva vorhersagen.

Führende Pharmaunternehmen wie Roche und Bayer sowie zahlreiche Universitäten im Vereinigten Königreich, in Australien und in Indien haben sich dazu verpflichtet, den Forced Swim Test nicht mehr anzuwenden. Behörden in Australien, dem Vereinigten Königreich und in Irland haben Richtlinien gegen den Forced Swim Test erlassen oder ihn sogar verboten.

Ich appelliere an Sie, dem Beispiel zahlreicher Universitäten zu folgen und den Forced Swim Test nicht mehr durchzuführen sowie sich dagegen auszusprechen.

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Die Petition richtet sich an
  • Georg Krausch
  • Stefan Müller-Stach
  • Kerstin Burck
  • Dominik Schuh
  • Kathrin Voigt
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Eine Maus wird in ein Gefäß mit Wasser gesetzt. Die Wände sind so hoch, dass sie nicht herausklettern kann. Zunächst versucht sie, der Situation zu entkommen: Sie schwimmt, taucht oder klettert und sucht nach einem Ausweg. Irgendwann stellt sie fest, dass es keinen gibt und bewegt sich nur noch so viel, wie nötig ist, um den Kopf über Wasser zu halten. 

Der Forced Swim Test ist auf einen Experimentator der 1950er-Jahren zurückzuführen. Bekannt wurde er 1977 durch Roger Porsolt. Er nahm an, dass die Tiere, die nur kurz schwimmen, „hoffnungslos“ oder „depressiv“ seien. So wurde der Test in der Depressionsforschung etabliert, beispielsweise um Antidepressiva zu testen. Der Theorie nach sollten Tiere nach Gabe von Antidepressiva länger schwimmen.3  

Die Annahme, die dem Test zugrunde liegt, ist längst widerlegt. Das Treibenlassen sei Wissenschaftler:innen zufolge viel eher eine Anpassungsstrategie an die Umgebung oder ein Lerneffekt – hat aber nichts mit einer Depression zu tun.4 Dies erkennen immer mehr Wissenschaftler:innen an und kritisieren den Test. 

Johannes Gutenberg-Universität Mainz beharrt auf tierquälerischem Forced Swim Test 

International haben zahlreiche Institutionen den Forced Swim Test bereits eingeschränkt oder vollständig untersagt. Doch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz hält weiter daran fest. Wir von PETA Deutschland haben die Verantwortlichen der Universität aufgefordert, den Test nicht mehr anzuwenden. Unsere Aufforderungen sowie zugesendete Unterlagen, die die wissenschaftliche Unzulänglichkeit belegen, wies die Universität mit einem Verweis auf behördliche Genehmigung sowie auf den eigenen „verantwortungsvollen und transparenten“ Umgang mit Tierversuchen ab. Eine Hochschulgruppe der JGU Mainz sammelte über 1.700 Unterschriften, die die JGU dazu aufriefen, den Forced Swim Test nicht länger durchzuführen. Diese wurden mit derselben Begründung abgewiesen.  

JGU Mainz: Forced Swim Tests an mindestens 336 Mäusen 

Zwischen 2019 und 2026 setzte die Johannes Gutenberg-Universität Mainz den Forced Swim Test in fünf veröffentlichten Untersuchungen ein. Insgesamt wurden hier mindestens 336 Mäuse in dieses Experiment gezwungen.  

Die Tiere mussten meist bis zu sechs Minuten in einem Wasserbehälter verbringen, aus dem sie nicht entkommen konnten. In drei der Studien ist eine Wassertemperatur von 21 Grad angegeben, deutlich unter den 25°C, die Standardprotokolle empfehlen, obwohl die Tiere schon bei dieser Standardtemperatur unterkühlen.5 Die Experimentator:innen erfassten vor allem, wie lange die Mäuse aktiv schwammen und wie viel Zeit sie nahezu bewegungslos an der Wasseroberfläche verbrachten. 

Unterschiedliche Forschungsfragen – derselbe umstrittene Test 

Obwohl sich die Forschungsfragen unterschieden, beruhte die Auswertung wiederholt auf derselben umstrittenen Annahme: Längeres Treibenlassen wurde als „depressionsähnliches“ Verhalten oder „Verzweiflung“ interpretiert. Eine verkürzte Immobilität dagegen wurde mit einer „antidepressiven“ Wirkung in Verbindung gebracht.  

  • In diesen Studien litten Hunderte Mäuse 

    Eine Studie sollte den Einfluss des Antidepressivums Paroxetin auf das Darmmikrobiom von Mäusen untersuchen. Paroxetin ist bereits seit mehr als 20 Jahren zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen und PTBS zugelassen. Den Effekt auf das Mikrobiom hätte man mithilfe von menschlichen Stuhlproben untersuchen können, um humanrelevante Ergebnisse zu erzielen.  Stattdessen wurden als Teil dieser Studie 33 Mäuse zum Schwimmen gezwungen. Die Autor:innen der Studie interpretierten auch hier das Verhalten der Mäuse im Forced Swim Test als Maß der Depression und schlossen daraus, dass Paroxetin tatsächlich antidepressiv wirke.6

    Für die Untersuchung geschlechtsspezifischer Effekte bei Einnahme von Ketamin wurden mindestens 66 Mäuse im Forced Swim Test missbraucht. Auch Ketamin war zu diesem Zeitpunkt in den USA bereits zur Behandlung von Depressionen zugelassen und klinische Studien mit menschlichen Proband:innen hätten hier humanrelevante Ergebnisse liefern können. Auch hier wurde der Forced Swim Test durchgeführt, um „depressionsähnliches“ Verhalten zu untersuchen.7

    In einer anderen Studie wurden Mäuse absichtlich gestresst, indem sie wiederholt mit einer fremden, als besonders aggressiv geltenden Maus zusammengesetzt wurden. Später wurde die „Depressivität“ der Mäuse im Forced Swim Test untersucht. Auch hier wurde die Zeit des Treibenlassens als „depressionsähnliches“ Verhalten interpretiert.8

    In einer weiteren Studie wurden 104 Mäuse im Forced Swim Test missbraucht, um „depressionsähnliches“ Verhalten oder „Verzweiflung“ zu messen.9

    Die jüngste der bekannten Veröffentlichungen umfasste 46 Mäuse. Statt in tierfreie Forschungsmethoden zu investieren, hat diese Studie versucht, Tierversuche zu „verbessern“. Der Forced Swim Test war hier Teil einer Reihe von Tests, die „angstähnliches“ Verhalten untersuchen sollten: erneut eine Interpretation des Forced Swim Tests, die wissenschaftlich nicht haltbar ist. In diesem Falle hatte die Genehmigungsbehörde verlangt, den Test abzubrechen, wenn ein Tier länger als 30 Sekunden regungslos im Wasser trieb. Andere Tiere mussten sich bis zu sechs Minuten über Wasser halten, bevor der Test beendet wurde.10

Insgesamt wurden mindestens 336 Mäuse im Forced Swim Test an der JGU Mainz missbraucht. Diese Zahl bezieht sich ausschließlich auf die vorliegenden Veröffentlichungen. Die tatsächliche Zahl könnte höher sein, etwa wenn weitere Versuche nicht veröffentlicht wurden oder einzelne Tiere aus verschiedenen Gründen nicht in den Ergebnissen mit eingerechnet wurden. 

Helfen Sie, den Forced Swim Test an der JGU Mainz zu beenden! 

Mindestens 336 Mäuse wurden an der JGU Mainz nachweislich im Forced Swim Test gequält. Sie mussten in einem Wasserbehälter schwimmen, ohne entkommen zu können – , während ihre Bewegungen aufgezeichnet und fälschlicherweise als Hinweise auf Depression, Verzweiflung und die Wirkung von Medikamenten interpretiert wurden. 

Damit die JGU Mainz diese Kritik nicht ignoriert, bedarf es öffentlichen Druck. Unterstützen Sie jetzt unsere Petition und fordern Sie die Verantwortlichen auf, Konsequenzen zu ziehen und den Forced Swim Test zu beenden.