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Mehr Tierschutz ins niedersächsische Landesjagdgesetz – jetzt helfen!

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Die niedersächsische Landesregierung aus SPD und Grünen überarbeitet derzeit das Landesjagdgesetz. Im Koalitionsvertrag der beiden Parteien ist unter anderem vereinbart, dass die „Ausbildung“ von „Jagdhunden“ an lebenden Tieren und die Abschüsse von Katzen beendet werden. Zudem sollen ein Ende der Baujagd geprüft und die Liste der jagdbaren Arten „vorrangig“ überarbeitet werden. [1]

Während ein früherer Entwurf des neuen Landesjagdgesetzes diese Maßnahmen in Teilen vorsah, wurden im Vorfeld einer am 30. Januar 2025 abgehaltenen Protestaktion von Jagenden in Hannover die meisten Verbesserungen für den Tierschutz aus dem Entwurf abgeschwächt oder gestrichen. Die Landesregierung ist vor dem „Druck“ der Jäger:innen eingeknickt. Die Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag wurden förmlich über Nacht eingedampft.

Online-Petition

Keine Tierquälerei an Wildtieren in Niedersachsen

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Keine Tierquälerei an Wildtieren in Niedersachsen

 

Sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrte Regierungsfraktionen,

die Grausamkeiten durch Jäger:innen müssen endlich ein Ende haben. Dass die – ohnehin viel zu wenigen – Tierschutzmaßnahmen im Entwurf des Landesjagdgesetzes aufgrund des Drucks der Jägerschaft Anfang 2025 förmlich im Handumdrehen gestrichen wurden, ist empörend.

Ich erwarte von Ihnen, dass Sie zumindest die im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarungen umsetzen. Verbieten Sie die grausame Baujagd, auch im Kunstbau, sowie die „Ausbildung“ von „Jagdhunden“ an lebenden Tieren. Zudem müssen die Abschüsse von Katzen ein Ende haben. Die Liste der jagdbaren Arten muss ebenfalls dringend überarbeitet werden: Die massenhafte Tötung von Beutegreifern wie Füchsen, Dachsen, Waschbären und Mardern sowie von Vögeln ergibt auch aus wildbiologischer Sicht keinen Sinn. Für Steinmarder muss das Verbot der grausamen Schlagfallen ebenso gelten – oft sterben Tiere in Schlagfallen einen qualvollen Tod.

Jäger und Jägerinnen machen etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung aus. Wir hoffen, dass Sie den Wunsch der großen Mehrheit der Bevölkerung nach mehr Tierschutz bei der Jagd berücksichtigen. Bitte sehen Sie davon ab, die Wünsche einer kleinen Gruppe von Menschen zu erfüllen, die das Töten von Tieren zu ihrer Freizeitbeschäftigung auserkoren hat. Eine Abkehr von den geplanten Tierschutzmaßnahmen würde zudem der Öffentlichkeit signalisieren, dass von Ihrer Partei fest zugesagte Vereinbarungen in einem Koalitionsvertrag keinen Wert haben.

Mit freundlichen Grüßen

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Die Petition richtet sich an
  • Miriam Staudte
  • Fraktion der SPD
  • Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen
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„Last minute“-Änderungen im niedersächsischen Landesjagdgesetz

Nach der Ankündigung einer großen Demo der Jäger:innen in Hannover wurde der Gesetzesentwurf Anfang 2025 in wesentlichen Punkten geändert. So soll die Tötung von „wildernden“ Katzen weiterhin erlaubt bleiben, wenn sie mehr als 350 Meter (laut aktuellem Jagdgesetz 300 Meter) von der nächsten Siedlung entfernt sind. Ebenso soll die „Ausbildung“ von Hunden an Füchsen in Schliefenanlagen, an Enten sowie an Wildschweinen im Schwarzwildgatter erlaubt bleiben. Anstelle von Verboten sieht das Eckpunkte-Papier nun Forschungsprojekte vor, um tierquälerische Methoden eventuell in Zukunft zu ersetzen. Nutrias sollen entgegen früherer Ankündigungen im Jagdrecht verbleiben. Legal bleibt demnach auch die grausame Baujagd im Kunstbau – lediglich im Naturbau soll sie verboten werden. Grausame Schlagfallen, die oft nicht sofort töten, sollen weiterhin in Siedlungsbereichen zum Fang von Steinmardern eingesetzt werden dürfen. [2]

Bevölkerung will mehr Tierschutz bei der Jagd

Die Menschen in Niedersachsen haben sich darauf verlassen, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarten Punkte umgesetzt werden – und tun dies weiterhin. Dies zeigt eine repräsentative INSA-Meinungsumfrage, die in unserem Auftrag vom 10. bis 17. Februar 2025 unter 1.000 Bürgerinnen und Bürgern aus Niedersachsen durchgeführt wurde. Demnach befürworten 58 Prozent der Befragten ein Verbot von Katzenabschüssen, der „Ausbildung“ von sogenannten Jagdhunden an lebenden Füchsen und Enten sowie von Totschlagfallen. 14 Prozent lehnen Beschränkungen ab, für 27 Prozent war es egal oder sie machten keine Angaben. [3]

  • Ergebnisse der PETA-Umfrage im Detail

    Laut der von uns beauftragten Umfrage sind mit 65 Prozent besonders viele Frauen für mehr Tierschutz bei der Jagd in Niedersachsen, aber auch 52 Prozent der Männer. Bezogen auf die Parteipräferenz der Befragten sprechen sich besonders viele Anhänger:innen der Grünen (72 Prozent) und der Linken (68 Prozent) für ein Verbot von Katzenabschüssen, derAusbildung“ von sogenannten Jagdhunden an lebenden Füchsen und Enten sowie von Totschlagfallen aus. Aber auch bei Anhänger:innen der SPD (58 Prozent) und CDU (57 Prozent) ist die Zustimmung groß.

Jagd laut Fachleuten nicht notwendig

Anerkannte Wildbiolog:innen sind sich einig, dass aus ökologischer Sicht keine Notwendigkeit für die Jagd besteht. So findet dem renommierten Biologen Prof. Dr. Josef Reichholf zufolge eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit und Krankheiten statt. [4] Auch englische Wissenschaftler:innen kamen zu dem Ergebnis, dass sich beispielsweise Fuchspopulationen aufgrund von Nahrungsverfügbarkeit und sozialen Faktoren von selbst regulieren. [5] Die Jagd hingegen zerstört die Alters- und Sozialstrukturen der Tierpopulationen, was bei den Überlebenden zu erhöhter Fortpflanzung führt. Verluste in der Population werden somit rasch durch Nachkommen und Zuwanderung wieder ausgeglichen oder gar überkompensiert. Die Jagd ist daher unnötig, kontraproduktiv und grausam.

Fordern Sie mehr Tierschutz im niedersächsischen Landesjagdgesetz

Unterschreiben Sie unsere Petition an die Verantwortlichen in der niedersächsischen Politik, wenigstens ihre im Koalitionsvertrag zugesagten Versprechen einzuhalten und schwere Fälle von Tierquälerei bei der Jagd zu verbieten.