Themen Wildtiere

Brieftaubensport: ein grausames Hobby – kein Sport

In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge noch ca. 30.000 Züchter sogenannter Brieftauben, die jährlich Tiere nachzüchten und teilweise auch auf den regionalen, nationalen und internationalen Wettflügen einsetzen. Schätzungsweise 2,5 Millionen sogenannte Brieftauben leben in deutschen Taubenschlägen (1). Beim „Brieftaubensport“ steht die Leistung der Vögel im Mittelpunkt, ihr Wohlbefinden spielt in der Regel keine Rolle. Viele der Tiere sterben während der Flüge an Flüssigkeitsmangel, Hunger, Erschöpfung oder Verletzungen. In Städten haben gestrandete Tauben aufgrund ihrer Konditionierung auf Spezialnahrung kaum Überlebenschancen. Manche landen im Tierheim oder führen ein leidvolles Leben auf den Straßen – und all das nur für ein menschliches Hobby!

Viele Tauben sterben auf dem Flug

In einer Studie beziffern Dr. med. vet. Warzecha et al. Verlustraten von durchschnittlich 53 Prozent bei Taubenwettflügen [2]. Halter und Veranstalter kalkulieren diese „Verluste“ billigend ein. Ihnen geht es nicht um die Tiere, sondern um Auszeichnungen und Preise. Bei den sogenannten Tribünenflügen sind die Verluste oft noch höher. Einer Studie des Schweizer Tierschutzes (STS) zufolge liegen die Verlustraten bei untersuchten Wettflügen in der Schweiz bei rund 75 Prozent (3).

Perfide Methoden zur Leistungssteigerung

Für die Wettflüge nutzen Taubenhalter die Treue der Tiere zu ihrem Heimatschlag, ihrem Partner und ihrem Nachwuchs aus. Die treuen Vögel bleiben in der Regel ein Leben lang mit dem gleichen Partner zusammen, mit dem sie auch den Nachwuchs gemeinsam großziehen. Je nach Strecke transportieren die Taubenhalter ihre Tiere zu Wettflügen Hunderte bis teils über tausend Kilometer weit von ihrem Zuhause weg. Sie machen sich die Verzweiflung ihrer Tiere zunutze, möglichst schnell zurück in ihren Heimatschlag und zu ihren Familien fliegen zu wollen. Man spricht bei der Trennung vom Gelege und dem Partner von der „Nestmethode“, bei der Trennung vom Partner von der „Witwermethode“.

Ungezählte Tote – jedes Jahr

Hunderttausende Tauben sterben auf den Wettflügen jedes Jahr einen qualvollen Tod – durch Dehydration, Erschöpfung oder Verletzungen. Dr. med vet. Warzecha, ein Insider der Brieftaubenzucht, findet in einem offenen Brief (2) an den Präsidenten des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter e.V. klare Worte: Der Tierarzt spricht von „millionenfachem Elend“ und bezieht deutlich Position gegen die Tierquälereien: …

„Wir alle sehen im eigenen Schlag die Tauben, die es gerade noch nach Hause geschafft haben – oft an Körper und Seele gebrochen.“

Gnadenlose Leistungszucht

Doch auch heimgekehrte Tauben sind ihres Lebens nicht sicher: Das offizielle Zuchtziel des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter zielt auf körperliche Leistungsfähigkeit und die Erlangung von Spitzengeschwindigkeiten von 130 km/h ab.(4) Tiere, die diese Leistungen nicht erbringen können oder mangelnden Orientierungssinn zeigen, d. h. sich verflogen haben, werden von den Haltern getötet. Das Töten der ausgesonderten Tauben geschieht bei vollem Bewusstsein mittels Langziehen des Halses und Umdrehen des Kopfes und wird vom Züchter selbst ohne Betäubung durchgeführt. Dies ist mit dem Tierschutzrecht nicht vereinbar. Für die Brieftaubenzüchter ist das Ganze ein lukratives Geschäft, oft werden horrende Preise für die leistungsfähigsten Tauben gezahlt. Brieftaubensport ist nichts weiter als ein Glücksspiel, die Verlierer sind letztlich die Tiere.

Taubenwettflüge verstoßen gegen das Tierschutzgesetz

Mit Artikel 20a GG wurde dem ethischen Tierschutz im Jahr 2002 Verfassungsrang verliehen. In § 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) ist geregelt, dass niemand einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf. Darüber hinaus ist es gem. § 3 Nr. 1 TierSchG verboten, „einem Tier außer in Notfällen Leistungen abzuverlangen, denen es wegen seines Zustandes offensichtlich nicht gewachsen ist oder die offensichtlich seine Kräfte übersteigen“. Sofern ein Tier ohne vernünftigen Grund getötet wird oder ihm erhebliche, länger andauernde Schmerzen oder Leiden zufügt werden, kann dies sogar den Straftatbestand des § 17 TierSchG erfüllen.

Was Sie tun können

  • Wenden Sie sich an den Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises und bitten Sie ihn, den Brieftaubensport zu verbieten.
  • Schreiben Sie einen Leserbrief, wenn in einer Zeitung positiv über Taubenwettflüge berichtet wird.
  • Informieren Sie Familie, Freunde und Bekannte über die Grausamkeiten des Brieftaubensports und bitten Sie sie, diese nicht zu unterstützen.
  • Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition und appellieren Sie an die Bundesregierung, den „Brieftaubensport“ endlich zu verbieten.

Bei Taubenwettflügen werden Tiere massenhaft in den Tod geschickt – helfen Sie mit, das grausame „Hobby“ in die Geschichtsbücher zu verbannen.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition und appellieren Sie an die Bundesregierung, den „Brieftaubensport“ endlich zu verbieten.

Online Petition

Taubenwettflüge sind Tierquälerei – bitte handeln Sie!

Sehr geehrte Damen und Herren,

Taubenwettflüge sind mit dem Tierschutzgedanken nicht vereinbar. Studien zufolge werden im Laufe einer Rennsaison „Verlustraten“ von über 50 Prozent verzeichnet – also mehr als 50 Prozent der Tauben erreichen den heimatlichen Schlag aufgrund von Erschöpfung, Desorientierung, Witterungsbedingungen oder anderen Gefahren nicht. Als domestizierte Tiere bedeutet es für Tauben großes Leid, wenn sie von ihren Haltern ausgesetzt werden und Menschen aus Spaß Wetten darauf abschließen, welche Tiere zuerst ankommen. Ein großer Teil der Tauben überlebt die Wettflüge nicht. Deutsche Züchter schicken ihre Tauben auch ins Ausland, um unter sehr harten Bedingungen an Wettflügen teilzunehmen. Angesichts von „Verlustraten“ von über 75 Prozent muss auch hierfür eine Verbotslösung erarbeitet werden. Hinzu kommt, dass Züchter Tauben oftmals ohne Betäubung töten, wenn sie hinter den Erwartungen zurückbleiben und für die weitere Zucht ungeeignet sind. Die gängige Tötungspraxis besteht darin, den Hals der Tauben langzuziehen oder ihren Kopf umzudrehen.

Zudem erhöht der „Taubensport“ die Population der Tiere in vielen Städten. Schätzungsweise 2,5 Millionen sogenannte Brieftauben leben in deutschen Taubenschlägen, und rund die Hälfte der Züchter nimmt an Wettfügen teil. „Stranden“ Tauben in Städten, haben sie aufgrund ihrer Konditionierung auf Spezialnahrung und ihrer Domestikation schlechte Überlebenschancen. In Städten sind die Tauben zahlreichen Gefahren ausgesetzt und führen oft ein Leben am Rande des Hungertodes. Ihre hohe Fortpflanzungsrate wurde ihnen angezüchtet. Das städtische Taubenmanagement muss neben der Errichtung betreuter Taubenschläge deshalb unbedingt auch ein Verbot von Wettflügen beinhaltet.
Bitte setzen Sie sich für die Tauben ein und verbieten Sie den „Brieftaubensport“.

Mit freundlichen Grüßen

 

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(1) Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.: Tierschutz im Brieftaubensport. Merkblatt 121. Juli 2009, S. 3.
(2) Warzecha, M., Kahlcke, K. und Kahlcke, M. (2009): Beitrag zur Ermittlung von Kennzahlen zu Verlusten bei Wettflügen von Brieftauben (Untersuchungszeitraum: 2004–2008).  Online unter: www.kleintierpraxis-oering.de/files/Tierarztpraxis_Oering/pdf/downloads/Warzecha_Studie'09_Setzverluste_26.07.09_RZ-1.pdf Zuletzt abgerufen: 3.9.2018
(3) Tagesanzeiger (2017): Wettflug in den Tod. Online abrufbar unter: https://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/Wettflug-in-den-Tod/story/25536547. (08.06.2018).
(4) Gemäß den Zuchtzielen des Verbandes von 2007 sollen Eintagesstrecken bis zu 700 km bzw. Übernachtflüge mit einer an zwei Tagen zurückzulegenden Höchstentfernung von 1.300 km bewältigt werden. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.: Tierschutz im Brieftaubensport. Merkblatt 121. Juli 2009, S. 4