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Der Vorhang ist gefallen: Keine Schimpansen mehr in Hollywood

schimpansen lachen

Noch vor 10 Jahren wurde in Hollywood mindestens ein Dutzend Schimpansen eingesetzt. Dass es heute keinen einzigen mehr gibt, haben wir Kampagnen von Organisationen wie PETA und dem Engagement weiterer Tierrechtler zu verdanken, die sich gegen die Ausbeutung von Menschenaffen in der Unterhaltungsbranche stark machen.

Es ist offiziell: Hollywood ohne Schimpansen!

Im vergangenen Jahr wurden die letzten Schimpansen von Working Wildlife an eine Pseudo-Auffangstation nahe Los Angeles abgegeben. Die Affen stammten aus dem Betrieb des berüchtigten Tierausstellers Steve Martin, der die Tiere zur unfreiwilligen Mitarbeit in Werbespots und anderen Hollywood-Produktionen gezwungen hatte. Unter ihnen befanden sich auch die Schimpansen Eli und Susie, die mittlerweile zu groß und damit für die Unterhaltungsindustrie nutzlos geworden waren.

Nach langer Suche: Die letzten beiden Schimpansen aus Hollywood finden ein dauerhaftes Zuhause

Leider war das Leid von Eli und Susie jedoch noch immer nicht vorbei. Zwar waren sie dem angsteinflößenden Lärm am Set und den Schlägen hinter den Kulissen – die sie als „Schauspieler“ zweifellos erlebten – entkommen, doch auch bei Wildlife Waystation erging es ihnen nicht viel besser. Die dubiose „Auffangstation“ wurde 2017 sogar von den Behörden offiziell verwarnt, nachdem vier Schimpansen entlaufen waren.

Doch zurück zu Eli und Susie: Nicht lange nach ihrer Ankunft musste die Tierqualeinrichtung schließen – und so begann die Suche nach einem guten neuen Zuhause für die beiden und für dutzende weiterer Schimpansen. Leider verfügten die anerkannten Auffangstationen für Schimpansen schlichtweg nicht über genügend Kapazitäten, sodass der Lincoln Park Zoo (LPZ), eine renommierte Einrichtung in Chicago, einsprang.  
 
Am 26. Juni 2020 gab der LPZ bekannt, Eli und Susie ein dauerhaftes Zuhause auf Lebenszeit zu bieten. Dort erhalten die beiden neben bestmöglicher Pflege nun auch die Möglichkeit, sich in eine größere Sozialgruppe von Schimpansen einzugliedern. Endlich genießen die Schimpansen ein artgerechtes Umfeld mit vielen Beschäftigungsmöglichkeiten und hervorragender medizinischer Versorgung.

Dank Studien größere Erfolge für Menschenaffen erzielen

Im Rahmen des LPZ-Projekts ChimpCARE setzt sich PETA USA in Zusammenarbeit mit anerkannten Schimpansen-Auffangstationen seit Langem dafür ein, das Leid der Tiere in der Unterhaltungsbranche auf die öffentliche Agenda zu setzen und führte in diesem Zuge auch Kampagnen für Eli und Susie durch. Mittels Umfragen fanden die Schimpansen-Experten des LPZ heraus, dass viele Menschen falsche Vorstellungen bezüglich des Schutzstatus von Schimpansen haben. Dies beruht nicht zuletzt auf dem Umstand, dass Menschenaffen (oft bekleidet) regelmäßig zusammen mit Menschen in Filmen, Fernsehsendungen und Werbespots auftreten müssen. Dank der Studienergebnisse ist es PETA USA und weiteren Organisationen gelungen, Produktionsfirmen und andere Unternehmen der Branche davon zu überzeugen, vorhandene Szenen mit Schimpansen zu entfernen und darüber hinaus die Zusage zu geben, in künftigen Produktionen keine Menschenaffen mehr einzusetzen.

Wussten Sie, dass Schimpansen mit dem Menschen näher verwandt sind als Asiatische Elefanten mit Afrikanischen Elefanten? Oder dass Schimpansen-Babys vier bis fünf Jahre bei ihrer Mutter bleiben? Oder dass männliche Schimpansen die Gruppe, in die sie hineingeboren wurden, niemals verlassen? Schimpansen sind faszinierende Tiere. Doch wie bei allen Tieren bedeutet das nicht, dass man sie deshalb ausbeuten darf. Sie möchten mehr über Menschenaffen wie Schimpansen erfahren und wie Sie den Tieren helfen können? Dann informieren Sie sich über unsere aktuelle Menschenaffen-Kampagne.

Nach Druck von PETA USA: Mehrere Unternehmen beenden die Nutzung von Menschenaffen

Mit ihrem engagierten Einsatz gegen Film- und Fernsehproduktionen, in denen Eli und Susie mitwirken mussten, konnte PETA USA für die beiden und weitere missbrauchte Schimpansen große Erfolge erzielen:

2015 beispielsweise informierte PETA USA den Produzenten der Kochsendung MasterChef Junior, Gordon Ramsay, in einem Schreiben, dass Schimpansen-„Darsteller“ ihren Müttern schon kurz nach der Geburt entrissen werden. Daraufhin gab Ramsay bekannt, bereits geplante Aufnahmen mit Eli für künftige Folgen der Kochshow zu streichen.

2016 gab die Werbeagentur GEICO die schriftliche Zusage, keine Menschenaffen mehr einsetzen zu wollen. Sowohl GEICO als auch MasterChef Junior hatten mit Working Wildlife von Steve Martin zusammengearbeitet – einer Einrichtung, die bereits mehrfach vom US-Landwirtschaftsministerium wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz vorgeladen worden war. Unter anderem waren Tiere bei Working Wildlife nicht angemessen tierärztlich versorgt worden, und Schimpansen sowie Orang-Utans wurden bis zu 18 Stunden täglich im Nachtgehege gehalten.

Im Jahr 2013 entfernte das Unternehmen Bonobos eine Werbeanzeige von seiner Website, die Susie in einer Badehose gezeigt hatte. Stattdessen nutzte der Bekleidungs- und Bademodenhersteller seinen Internetauftritt nun, um ein Video von PETA USA über Menschenaffen zu präsentieren, das von der US-Schauspielerin Anjelica Huston moderiert wurde.  

Auch für eine Werbeanzeige der US-amerikanischen Automarke Dodge musste Susie herhalten. PETA USA informierte das Unternehmen daher über die schockierenden Trainingsmethoden mittels Fäusten, Stöcken und Knüppeln, mit denen Schimpansen in der grausamen Industrie abgerichtet werden. Dodge beendete daraufhin seine Werbekampagne. Im gleichen Monat zogen auch zwei weitere Unternehmen nach Kontakt mit PETA USA geplante Werbemaßnahmen mit Schimpansen zurück bzw. änderten bestehende Werbespots ab.

Helfen Sie uns, weitere Erfolge für Schimpansen zu erzielen!

Es mag zwar in Hollywood keine Schimpansen mehr geben, aber in der Unterhaltungsindustrie werden nach wie vor unzählige Tiere ausgebeutet – so auch der etwa 44-jährige Schimpanse Robby. Der letzte Menschenaffe in einem deutschen Zirkus wird unter katastrophalen Bedingungen gehalten. 

Bitte helfen Sie, die Situation für Robby zu verbessern!