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Offener Brief an Julia Klöckner: Beendigung der Intensivtierhaltung zur Vermeidung von Pandemien

Schweinemast
Am 26.05.2020 wandten sich PETA und 20 weitere Organisationen mit einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, um die Beendigung der Intensivtierhaltung zur Vermeidung von Pandemien einzuleiten.

Risiko von Pandemien durch Intensivtierhaltung

In dem Brief wird unter anderem dargelegt, dass in ihrer Funktion als Bundeslandwirtschaftsministerin Frau Klöckner die Verantwortung trägt, das Risiko der Entstehung und Ausbreitung von Krankheitserregern und damit verbundener Pandemien nach bestem Wissen und Gewissen zu minimieren. Der Zusammenhang zwischen Agrarindustrie mit Intensivtierhaltung, hohen Umweltschäden, weitgehenden Tiermissständen und zunehmendem Pandemierisiko ist wissenschaftlich bekannt und belegt. In der Intensivtierhaltung leben die Tiere meist in ihren eigenen Exkrementen auf engstem Raum – weit entfernt von „social distancing“. Dies begünstigt die Entstehung, Mutation und Verbreitung von Krankheitserregern. 75 Prozent, somit drei von vier aller neu auftretenden Krankheitserreger, wurden vom Tier auf den Menschen übertragen – diese nennt man Zoonosen [1].  Bereits 2004 nannten die WHO, FAO und OIE die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Zoonosen [2]. Die erheblichen Gefahren durch mutierte Influenzaviren wie die Schweinegrippe oder die Vogelgrippe sind noch gut in Erinnerung. Im Jahr 2018 analysierte eine Gruppe von Wissenschaftlern 39 Antigenverschiebungen von bei Tieren vorkommenden Virusstämmen auf den Menschen – davon traten 37 Fälle in kommerziellen Geflügelproduktionsbetrieben auf. Zusätzlich führt der massenhafte Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung zu resistenten Bakterien, so dass schon heute Tausende Menschen in Deutschland sterben, weil Antibiotika nicht mehr helfen. Somit stellen antibiotikaresistente Bakterien eine erhöhte Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, was die nächste Pandemie auslösen könnte.

Der Brief

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Die Forderung an Ministerin Klöckner

Deshalb fordern die Organisationen in dem Brief Julia Klöckner dazu auf, einen grundsätzlichen Systemwandel auszusprechen und umzusetzen: eine Entflechtung und Extensivierung der Intensivtierhaltung. Somit könnten Millionen Tierleben gerettet, dem Klimawandel entgegengewirkt und das Risiko einer nächsten Pandemie vermindert werden.

Was Sie tun können

Regierungen und Einzelpersonen haben die Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen, um zukünftige Katastrophen zu verhindern. Jedoch müssen wir nicht auf die Politik warten, jeder von uns hat es in der Hand: Mit dem Einkauf von pflanzlichen statt tierischen Produkten können wir das Risiko einer zukünftigen Pandemie vermindern. Melden Sie sich noch heute für das Veganstart-Programm an.

[1] OneHealth: OIE - World Organisation for Animal Health, online: https://www.oie.int/en/for-the-media/onehealth/ (zuletzt abgerufen am 27.05.2020)
[2] WHO/FAO/OIE (2004): Report of the WHO/FAO/OIE joint consultation on emerging zoonotic diseases, online: https://apps.who.int/iris/bitstream/handle/10665/68899/WHO_CDS_CPE_ZFK_2004.9.pdf?fbclid=IwAR2ha8hDMHV8gDJYEadsk7-lxLS84Z3kSlq3E4-zG5kaWUh1Xc5vgJhTsJ4 (zuletzt abgerufen am 27.05.2020)