Seit 2013 sind Tierversuche für kosmetische Produkte in der EU offiziell verboten. Damit ist auch ein Verbot dafür verbunden, Kosmetika in der EU in Verkehr zu bringen, deren Inhaltsstoffe für die angeforderten Sicherheitsnachweise außerhalb der EU getestet wurden. Wie im August 2021 veröffentlichte Zahlen des Center for Alternatives to Animal Testing (CAAT) belegen, suggeriert das Gesetz fälschlicherweise, dass Kosmetika in der EU mit gutem Gewissen gekauft werden könnten – denn auch nach dem offiziellen Verbot wurden Tausende Tiere für entsprechende Experimente missbraucht. [1]

Gemeinsam mit unseren internationalen Partnerorganisationen, weiteren Tierschutzorganisationen sowie den Kosmetikherstellern Dove und The Body Shop engagieren wir von PETA Deutschland uns für eine klare Regelung und ein striktes EU-Verbot von Tierversuchen für Kosmetika. Für eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) möchten wir eine Million Stimmen von europäischen Bürger:innen sammeln. Die Stimmen werden benötigt, um die politischen Entscheidungsträger:innen dazu zu bringen, sich unsere Forderung anzuhören, die bestehenden Verbote zu verschärfen – um das Leiden von Tieren in EU-Labors dauerhaft und vollständig zu beenden.

Hinweis: Deutsche Staatsangehörige, die aktuell außerhalb Deutschlands leben, müssen zur Unterzeichnung zunächst die Staatsangehörigkeit „Deutsch“ wählen und dann beim Ausfüllen der weiteren Daten beim Wohnsitzland „Sonstiges“ wählen. Außerdem muss der derzeitige Wohnsitz bei der zuständigen deutschen diplomatischen Vertretung angemeldet sein.

Gif Gegen Tierversuche unterschreiben
Über die Kampagne

Inhaltsverzeichnis

EU-Bürgerinitiative für ein umfassendes EU-Tierversuchsverbot für Kosmetika

Millionen Tiere werden in Europa jedes Jahr in grausamen Experimenten missbraucht. Dabei leiden sie unvorstellbare Qualen – doch die Tierversuche erfüllen nur selten ihren eigentlichen Zweck: Statt einen Vorteil für die Gesundheit des Menschen zu erreichen, fallen 95 Prozent aller neuen Medikamente in klinischen Studien mit Menschen durch, nachdem sie in Tierversuchen als sicher und wirksam eingestuft wurden. [2] Fische, Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen, Hunde und Affen sind nur einige der Tiere, die in unterschiedlichen Versuchen missbraucht werden.

Diese Tierquälerei muss ein Ende haben – zum Wohle der Tiere und für eine bessere Medizin, bessere Produktsicherheit und zum Schutz der Umwelt.

Wir brauchen eine humane, für den Menschen relevante, tierfreie Wissenschaft. Und diese muss deutlich besser finanziert und ausgestattet werden.

Deshalb bitten wir Sie: Schließen Sie sich unseren Forderungen an und unterzeichnen Sie die Europäische Bürgerinitiative, in der wir von der Europäischen Kommission Folgendes fordern:

  • Schutz und Stärkung des Tierversuchsverbots für Kosmetika
  • Umgestaltung der EU-Chemikalienverordnung
  • Erstellung eines konkreten Plans für den Umstieg auf eine tierfreie Wissenschaft

Trotz offiziellen Verbots 2013 fordert die ECHA nun neue Tierversuche für bestimmte Inhaltsstoffe

Tierversuche für Kosmetikprodukte und deren Inhaltsstoffe wurden in Europa im Jahr 2009 verboten. Ein Verbot des Inverkehrbringens von Kosmetika, die an Tieren getestet wurden, trat 2013 in Kraft. Für diese Verbote haben wir hart gekämpft – zusammen mit unseren Unterstützer:innen und Mitgliedern des Europaparlaments.

Doch trotz der Verbote fordert die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) nun neue Tierversuche für bestimmte Inhaltsstoffe. Das betrifft selbst Stoffe, die ausschließlich in Kosmetika zum Einsatz kommen und solche, die schon seit Jahren problemlos genutzt werden.

Kaninchen im Versuchslabor

Die ECHA hat eine neue EU-Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit entwickelt, die Millionen Tierversuche zur Folge haben könnte.So sollen beispielsweise die europäischen Chemikaliengesetze überarbeitet werden. Ziel der Strategie ist eine giftfreie Umwelt – an sich natürlich ein erstrebenswertes Ziel. Doch wenn Informationslücken über Chemikalien mit Tierversuchen gefüllt werden sollen, resultieren lediglich noch mehr grausame Versuche in unzuverlässigen Ergebnissen, von denen weder Mensch noch Umwelt profitieren.

Rund 72 Prozent [3] der Europäer:innen sind der Meinung, dass die EU einen konkreten Plan verfolgen muss, um Tierversuche nachhaltig und dauerhaft zu beenden. Dass dies notwendig ist, wird auch daran deutlich, dass sich die Anzahl an Tierversuchen in den vergangenen zehn Jahren nicht merklich verändert hat, obwohl es in den vergangenen Jahren beeindruckende Fortschritte in der Wissenschaft gab und europäische Entscheidungsträger:innen immer wieder betonen, dass ein Ende der Tierversuche das letztendliche Ziel ist.

Bei anderen wichtigen Problemen unserer Zeit – wie der Problematik um CO²-Emissionen – hat sich die EU bereits klare, ambitionierte Ziele gesetzt. Für weniger Tierleid sowie mehr wissenschaftliche und medizinische Fortschritte brauchen wir ebenfalls klare Vorgaben, die gezielt auf das Ende von Tierversuchen hinwirken.

Europaweite Zusammenarbeit zahlreicher Organisationen und Kosmetikhersteller für ein einheitlich und strikt geregeltes Verbot

Gemeinsam mit Cruelty Free Europe, der European Coalition to End Animal Experiments, Eurogroup for Animals und Humane Society International Europe machen wir uns für ein Ende der Tierversuche in der EU stark. Dafür sind wir auf die Hilfe von so vielen EU-Bürger:innen wie nur möglich angewiesen – denn bei einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) müssen mindestens eine Million gültige Unterschriften zusammenkommen. Eine EBI zeigt der Europäischen Kommission, dass das Thema den Menschen wichtig ist und wir Veränderung wollen. So können Bürger:innen effektiv neue Gesetze fordern und erwirken.

Auch namhafte Kosmetikhersteller – darunter Dove und The Body Shop – haben sich uns angeschlossen, um gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen und weiteren Tierschutz-Organisationen wie Cruelty Free Europe, Humane Society International Europe, Eurogroup for Animals und der Europäischen Koalition zur Beendigung von Tierversuchen, die insgesamt über 100 Mitgliedsorganisationen aus 26 EU-Mitgliedstaaten vertritt, eine Million Stimmen von europäischen Bürger:innen zu sammeln.

  • Dove und The Body Shop – namhafte Unterstützung aus der Kosmetikbranche

    The Body Shop setzt sich bereits seit 1989 unermüdlich gegen Tierversuche für Kosmetika ein – und war maßgeblich an der Durchsetzung des derzeitigen Verbots in Europa beteiligt.

    Dove arbeitet seit 15 Jahren daran, die Schönheitsindustrie zum Besseren zu verändern, angefangen mit der „Campaign for Real Beauty“, die im deutschsprachigen Raum als Kampagne für „Wahre Schönheit“ bekannt ist, und der Einführung des weltweit größten Programms für Selbstwertgefühl.

    Die Marke Dove ist auf PETAs offizieller Liste tierversuchsfreier Kosmetik und unterstützt globale Verbote, um Tierversuche überall auf der Welt dauerhaft zu beenden. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet Dove mit der Politik, Tierschutzorganisationen und gleichgesinnten Unternehmen zusammen.

    Die beiden Kosmetikmarken haben sich zusammengetan, um die Verbraucher:innen dazu zu bewegen, sich für das EU-Verbot von Tierversuchen zu engagieren.

Helfen Sie mit

So können Sie gegen Tierversuche für Kosmetika aktiv werden

Für die Gewährleistung von Sicherheit sind keine Tierversuche notwendig – es gibt moderne, auf den Menschen abgestimmte Methoden ohne Tierversuche, die stets weiterentwickelt werden. Gemeinsam mit The Body Shop, Dove und anderen Tierschutzorganisationen rufen wir Verbraucher:innen dazu auf, die Europäische Bürgerinitiative „Save Cruelty Free Cosmetics“ zu unterschreiben und die Europäische Kommission aufzufordern, Tierversuche für Kosmetikprodukte zu beenden:

1. Das bestehende Verbot von Tierversuchen für Kosmetika muss geschützt und verschärft werden.

Wir brauchen eine Gesetzesänderung, um den Schutz von Verbraucher:innen, Arbeitnehmer:innen und der Umwelt zu erreichen, ohne dass für Inhaltsstoffe von Kosmetika neue Tierversuche durchgeführt werden.

2. Die EU-Chemikalienverordnung muss umgestaltet werden.

Es muss sichergestellt werden, dass die menschliche Gesundheit und die Umwelt geschützt werden, ohne dass Tierversuche für Chemikalien durchgeführt werden.

3. Modernisierung der Regulierungswissenschaft in der EU

Wir benötigen noch vor Ende der laufenden Amtszeit einen Legislativvorschlag, in dem ein Fahrplan für die schrittweise Abschaffung aller Tierversuche in der EU berücksichtigt wird.

Schließen Sie sich der EU-Bürgerinitiative für ein EU-Tierversuchsverbot für Kosmetika an

Nur gemeinsam können wir alle möglichst schnell eine Million Unterschriften sammeln und damit die klare Botschaft vermitteln, dass die Forderungen der ECHA nach neuen Tierversuchen im Widerspruch zu der in der Kosmetikverordnung festgelegten Politik stehen, Tierversuche für Kosmetika abzuschaffen. Jede einzelne Unterschrift stimmt dafür, dass die Forderungen der ECHA nicht nur widersprüchlich zur EU-Politik sind, sondern auch gesellschaftlich nicht akzeptiert werden. Die EU muss sich verbindlich für tier-, menschen- und umweltfreundliche Forschung einsetzen.

Alle EU-Bürger:innen können unabhängig von ihrem Wohnort die Initiative unterzeichnen und der Kommission mitteilen, dass sie sich klar gegen gebrochene Versprechen und Vorschriften aussprechen, die zur Folge haben, dass Tiere für Kosmetika in Versuchslaboren leiden und sterben.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung und dafür, dass Sie Ihrer Stimme – und den Stimmen all der Tiere im Labor – Gehör verschaffen.

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FAQ

Fragen und Antworten zum Thema Tierversuche in der EU und EU-Bürgerinitiative

  • Sind Tierversuche für Kosmetika in der EU nicht schon verboten?

    Tierversuche für Kosmetika und kosmetische Inhaltsstoffe sind in der EU seit 2009 verboten; ein Verbot des Inverkehrbringens von zu diesem Zweck an Tieren getesteten kosmetischen Produkten und Inhaltsstoffen trat innerhalb der EU im März 2013 vollständig in Kraft. Diese Verbote sind Teil der Kosmetikverordnung, deren Ziel es ist, dass kein Tier für die Entwicklung oder Vermarktung von Kosmetika und kosmetischen Inhaltsstoffen leiden sollte. Die Produktsicherheit sollte durch eine Wissenschaft ohne Tierversuche sichergestellt werden.

    Doch trotz dieser Verbote verlangt die Europäische Chemikalienagentur ECHA – unterstützt von der Europäischen Kommission und der Widerspruchskammer der ECHA – nach wie vor Tierversuche für Chemikalien, die unter der REACH-Verordnung (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien) als kosmetische Inhaltsstoffe genutzt werden. Ein solches Vorgehen schwächt die bestehenden Verbote und ist das Gegenteil dessen, was ihr eigentliches Ziel war – nämlich keine Tiere mehr für Kosmetika leiden und sterben zu lassen. Mittlerweile werden sogar Versuche für Chemikalien verlangt, die ausschließlich in Kosmetika zum Einsatz kommen.

  • Was ist eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) und wie kann sie uns helfen?

    Eine EBI ist eine Möglichkeit für Bürger:innen der EU, die Europäische Kommission aufzufordern, eine bestimmte neue Gesetzgebung zu veranlassen.

    Damit eine Initiative von der Kommission überhaupt in Betracht gezogen wird, benötigt sie mindestens eine Million Unterschriften von Bürger:innen der EU. Im Gegensatz zu einer Petition richtet sich eine EBI direkt an die Kommission, sie kann so direkt Änderungen in der EU-Gesetzgebung erwirken.

    Mit der EBI, um die es hier geht, wird die Kommission aufgefordert, das Tierversuchsverbot für Kosmetika zu schützen und zu verschärfen. Sie soll sicherstellen, dass ausschließlich tierfreie Methoden zum Einsatz kommen, um zu prüfen, ob Kosmetika und kosmetische Inhaltsstoffe für Konsument:innen, Arbeiter:innen und die Umwelt sicher sind. Außerdem soll die Kommission die Chemikalienverordnung dahingehend anpassen, dass für Chemikalien grundsätzlich keine neuen Tierversuche verlangt werden. Die Wissenschaft der EU muss modernisiert werden. Deshalb muss in einem Legislativvorschlag festgelegt werden, auf welchem Wege die EU nach und nach aus allen Tierversuchen aussteigen kann.

    Die EBI fordert den Übergang zu einer tierfreien, für den Menschen relevanten Forschung und Testpraxis in der EU. Damit hat sie das Potenzial, Millionen von Tieren jedes Jahr vor Leid und Tod zu bewahren, die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen.

  • Warum ist eine EBI gerade jetzt der richtige Schritt?

    Die aktuell geltenden Tierversuchsverbote für Kosmetika der EU sind in Gefahr. Dabei waren sie nach Jahrzehnten unermüdlicher Kampagnen ein bedeutender Schritt für den Tierschutz.

    Nun vertreten die ECHA und die Europäische Kommission jedoch die Auffassung, dass selbst Chemikalien, die lediglich als kosmetische Inhaltsstoffe zum Einsatz kommen, entsprechend den Chemikaliengesetzen der EU (REACH) an Tieren getestet werden müssen. Diese Haltung untergräbt das Verbot und widerspricht seinem eigentlichen Ziel wie auch den Erwartungen der Öffentlichkeit. Denn Ziel war es, dass kein Tier mehr für Kosmetik leiden und sterben muss.

    Im August 2020 verabschiedete die Widerspruchskammer der ECHA zwei Entscheidungen. Ein Unternehmen, das diesen Widerspruch eingelegt hatte, sollte dadurch gezwungen werden, Tierversuche für Inhaltsstoffe durchzuführen, die ausschließlich für Kosmetika genutzt werden. Die Kommission unterstützte die Entscheidung. Sollten die Entscheidungen der Widerspruchskammer nicht im laufenden Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof aufgehoben werden, werden die Kosmetiktestverbote damit vollends bedeutungslos. Für Kosmetikunternehmen – auch für tierversuchsfreie Marken – wird es dann nahezu unmöglich, Produkte zu vermarkten, die keinen einzigen Inhaltsstoff enthalten, der unter REACH getestet wurde, wird oder werden könnte.

    Aus diesem Grund müssen wir jetzt dringend handeln! Die aktuelle Handhabung der Kosmetiktestverbote von der Kommission und der ECHA darf so nicht hingenommen werden. Mit der EBI machen wir den Verantwortlichen klar, wie wichtig uns als Europäer:innen tierversuchsfreie Kosmetika sind.

    Zudem hat die Europäische Kommission kürzlich eine neue Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit (CSS) veröffentlicht. Die CSS zeichnet die langfristige Vision der EU im Umgang mit Chemikalien. Doch ihre Inhalte könnten zur Folge haben, dass schon bald noch wesentlich mehr Tierversuche verlangt werden. Mit der weiteren Durchführung von Tierversuchen wird die EU keine giftfreie Umwelt erreichen. Die aktuellen Kosmetikversuchsverbote würden damit weiter ausgehöhlt, da bestehende sowie neue kosmetische Inhaltsstoffe in weiteren Tierversuchen getestet werden müssten.

    Wir müssen jetzt etwas unternehmen, um die Kosmetiktestverbote zu schützen und zu stärken – und um zu verhindern, dass für alle Chemikalien neue Forderungen nach Tierversuchen eingeführt werden. Tierversuche müssen in der EU schrittweise komplett abgeschafft werden. Um all das zu erreichen, müssen jetzt so viele Menschen wie möglich in Europa die EBI unterzeichnen.

  • Wie ist die Kampagne entstanden?

    Schon seit geraumer Zeit gehen wir gegen die Gefahren vor, die den Kosmetiktestverboten der EU drohen. Wir arbeiten außerdem mit anderen europäischen Tierschutzorganisationen und tierversuchsfreien Marken zusammen, um zu gewährleisten, dass die Verbote richtig interpretiert und umgesetzt werden – so wie sie gedacht waren und wie es die Bürger:innen Europas forderten.

    Im Dezember 2020 haben wir uns mit mehreren Tierschutzorganisationen und über 450 Marken zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Brief an die Führung der wichtigsten Institutionen der EU zu schicken. Ergänzend dazu wurde auch eine Pressemeldung an Medienhäuser in ganz Europa verschickt. Bisher blieben all diese Maßnahmen ungehört.

    Damit die Politik die Stimmen der Bürger:innen Europas hört, verständigten sich Cruelty Free Europe, PETA, Eurogroup for Animals, die European Coalition to End Animal Experiments und HSI Europe auf eine Europäische Bürgerinitiative als nächsten starken Schritt. In diesem Rahmen baten wir zwei etablierte Unternehmen der Kosmetikindustrie, die sich seit vielen Jahren gegen den Einfluss von REACH auf tierversuchsfreie Produkte starkmachen, ob sie uns bei der EBI-Kampagne unterstützen möchten: The Body Shop und Dove.

    So entstand unsere gemeinsame Kampagne. Wir bitten nun alle Menschen, denen ein Europa ohne Tierversuche am Herzen liegt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um der EBI zum nötigen Erfolg zu verhelfen.

  • Was passiert, wenn die EBI nicht erfolgreich ist?

    Wir konzentrieren all unser Engagement auf die EBI und wissen, dass dieses Thema den Menschen in Europa am Herzen liegt. Eine Umfrage von Savanta ComRes aus dem Jahr 2020  [3] zeigte, dass drei Viertel (74 Prozent) aller Erwachsenen in EU-Mitgliedstaaten der Auffassung sind, dass Tierversuche für Kosmetika und kosmetische Inhaltsstoffe unter allen Umständen inakzeptabel sind. Fast drei Viertel (72 Prozent) stimmen der Aussage zu, dass sich die EU verbindliche Ziele und Zeitlimits setzen sollte, um Tierversuche auslaufen zu lassen. Und sieben von zehn Personen (70 Prozent) stimmen zu, dass der komplette Austausch aller Tierversuche durch tierfreie Testmethoden in der EU Priorität genießen sollte.

    Deshalb sind wir zuversichtlich, unser Ziel zu erreichen. Die Stimmen der Bürger:innen der EU müssen gehört werden. Aus diesem Grund arbeiten wir alle Hand in Hand, zählen auf die Unterstützung unserer EU-weiten Mitglieder und schätzen die Unterstützung tierversuchsfreie Marken.

    Doch uns ist auch bewusst, dass es nicht leicht werden wird, die erforderliche Anzahl verifizierter Unterschriften zu erreichen. Ganz besonders, da in vielen Gegenden noch immer Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie herrschen. Wir erkennen auch die Schwierigkeit, die Europäische Kommission dazu zu bringen, die von uns gewünschten Veränderungen umzusetzen – aber wir geben unser Bestes und wollen mit stichhaltigen Argumenten überzeugen. Wir haben einen langen Atem und werden nicht aufgeben, bis die EU tatsächlich tierversuchsfrei ist. Wir werden außerdem auch in Zukunft weitere Möglichkeiten, z. B. Lobbyarbeit, nutzen und wenn nötig rechtliche Schritte gehen.

  • Wer ist an dieser EBI beteiligt?

    Die EBI wird von einem Zusammenschluss europäischer Tierschutzorganisationen organisiert – unterstützt von tierversuchsfreien Marken und Unternehmen sowie anderen NGOs. Eine entscheidende Rolle spielen natürlich auch die Bürger:innen Europas.

  • Welche Auswirkungen haben die Entscheidungen der ECHA-Widerspruchskammer auf tierversuchsfreie Kosmetika?

    Die Aufweichung der Kosmetiktestverbote ist mittlerweile derart weit fortgeschritten, dass es für Unternehmen immer schwieriger wird, kommerzielle Produkte herzustellen, ohne dafür Inhaltsstoffe zu nutzen, die unter REACH an Tieren getestet wurden oder möglicherweise getestet werden müssten. Und das gilt selbst für Inhaltsstoffe, die schon seit langem problemlos für Kosmetika genutzt werden.

    Wer etwas für die Tiere tun möchte, sollte die EBI unterschreiben und zudem beim Einkauf nach tierversuchsfreien Marken Ausschau halten.

    Als Bürger:in Europas sind Sie für den Erfolg dieser EBI mitverantwortlich. Setzen Sie sich dafür ein, dass kosmetische Inhaltsstoffe weder unter REACH noch unter einem anderen Gesetz an Tieren getestet werden, dass neue Chemikaliengesetze nicht weiteres Tierleid verursachen und dass die EU einen konkreten gemeinsamen Aktionsplan zum stufenweisen Ausstieg aus Tierversuchen umsetzt.

  • Welche kosmetischen Inhaltsstoffe sollen unter REACH erneut an Tieren getestet werden?

    Die Entscheidung der ECHA-Widerspruchskammer vom August 2020 betrifft zwei Inhaltsstoffe, die häufig in Sonnenschutzmitteln zum Einsatz kommen. Doch das Problem ist leider noch weitreichender. So fordert die ECHA beispielsweise auch Tierversuche für vielfach genutzte Tenside und Konservierungsstoffe. Es müssten unter anderem die hinreichend bekannten Inhaltsstoffe Propylparaben, Sodium Lauroyl Sarcosinate und Silica unter REACH in neuen Tierversuchen getestet werden, sollten wir mit unserer Kampagne keinen Erfolg haben.

    Schon bald könnten dann noch viele weitere gängige kosmetische Inhaltsstoffe betroffen sein. Diese Versuche bedeuten Leid und Tod für Tausende von Kaninchen, Ratten und andere Tiere.

    Das Leid der Tiere ist nicht die einzige Problematik hinter Tierversuchen. Es bestehen auch weitreichende Bedenken hinsichtlich der Übertragbarkeit und der Aussagekraft von Tierversuchen. [1] Gäbe es eine ambitionierte Strategie für den Ausstieg aus Tierversuchen in der Forschung, würde sich das positiv auf die Entwicklung tierfreier Methoden auswirken. So investierten etwa Kosmetikfirmen nach den EU-weiten Verboten massiv in tierfreie Methoden. Daraufhin entstanden zahlreiche tierfreie Technologien, die nun weltweit eingesetzt werden, um eine sichere Verwendung zu gewährleisten. Auch zur Risikobewertung anderer Chemikalien können sie genutzt werden. Wir glauben, dass es starke wissenschaftliche, ethische und wirtschaftliche Argumente dafür gibt, Tierversuche in der EU auslaufen zu lassen und sie durch moderne, für den Menschen relevante Ansätze zu ersetzen.

  • Können Kosmetika denn überhaupt sicher sein, wenn sie nicht an Tieren getestet wurden?

    Sichere Kosmetika ohne Tierversuche sind kein neuer Gedanke – viele Unternehmen machen schon seit Jahrzehnten keine Tierversuche mehr.

    Tatsächlich kann es bei Kosmetika ohne Tierversuche sogar eine höhere Sicherheit geben. Denn Toxizitätsversuche an Tieren funktionieren unter der Annahme, dass die Wirkung eines Produkts oder Inhaltsstoffs auf ein Tier die Wirkung auf Mensch oder Umwelt vorhersagen kann. Doch es wird immer mehr in Frage gestellt, inwieweit dies überhaupt der Fall ist.

    Viele gesetzlich vorgeschriebene Tierversuche sind noch nicht einmal formell anerkannt. Das bedeutet, dass ihre wissenschaftliche Grundlage, ihre Zuverlässigkeit und ihre Relevanz für den Menschen noch nicht in ausreichendem Maße nachgewiesen wurden. Doch selbst anerkannte Tests können unzuverlässig sein und bei mehrfacher Durchführung nicht die gleichen Ergebnisse hervorbringen.

    Zwischen Menschen und den Tieren, die meist zu Toxizitätsversuchen missbraucht werden, bestehen erhebliche biologische Unterschiede. Hinzu kommt, dass den Tieren enorm hohe Dosen verabreicht werden und sie im Labor unter völlig unnatürlichen und stark stressbehafteten Bedingungen gehalten werden. Während Tierversuche oft nicht auf den Menschen übertragbar sind, kann tierversuchsfreie Forschung für den Menschen relevantere Ergebnisse liefern.

    Als Tierversuche für Kosmetik und die Vermarktung entsprechender Produkte in der EU verboten wurden, förderte das die Entwicklung tierfreier Methoden zur Sicherheitsanalyse von Kosmetika und kosmetischen Inhaltsstoffen: Hochmoderne Ansätze arbeiten beispielsweise mit dreidimensionalen Gewebemodellen und ausgefeilten Computersimulationen. Mit solchen Methoden wird mittlerweile vielfach die Sicherheit von Kosmetika festgestellt, ohne dass dafür auch nur ein einziges Tier leiden muss.

    Zudem gilt: Viele der kosmetischen Inhaltsstoffe, die nun unter REACH wieder im Tierversuch getestet werden sollen, sind schon lange völlig problemlos und sicher im Einsatz.

    In den sehr wenigen Fällen, in denen die Sicherheit eines kosmetischen Produkts oder Inhaltsstoffes nicht mit tierfreien Methoden nachgewiesen werden kann, sollte dieser Stoff schlichtweg nicht eingesetzt werden.

  • Was ist die „Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit“ und was hat sie mit Tierversuchen zu tun?

    Mit der neuen EU-Chemikalienstrategie möchten die EU und ihre Mitgliedstaaten auf innovative Weise sichere Produkte hervorbringen, giftige Chemikalien beschränken und sichergehen, dass Menschen nicht in gefährlichem Maße schädlichen Chemikalien ausgesetzt sind – an sich ein erstrebenswertes Ziel. Leider könnte der derzeitige Ansatz der Kommission und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) und die damit einhergehenden neuen Chemikaliengesetze jedoch bedeuten, dass Millionen von Tieren in grausamen Versuchen leiden müssen. Die Ziele der Strategie sind gut und nachvollziehbar – doch weitere Tierversuche werden nicht dazu beitragen, Menschen oder die Umwelt zu schützen.

    Unsere EBI fordert die Europäische Kommission auf, die Chemikaliengesetzgebung so anzupassen, dass Mensch und Umwelt geschützt werden, ohne dass dafür neue Tierversuche stattfinden.

    Die EU muss sich für die Beurteilung der potenziellen Toxizität von Chemikalien auf moderne Ansätze konzentrieren, die effizient, humanrelevant und kosteneffektiv sind. Wer besseren Schutz möchte, sollte eine moderne Wissenschaft anwenden, um das Gefahrenpotenzial von Chemikalien effektiver und effizienter verstehen und regulieren zu können. Die Chemikalienstrategie bietet die Möglichkeit, Gesetze auf ihre Zukunftstauglichkeit zu prüfen und zu sehen, ob schnelle Anpassungen an den technischen Fortschritt möglich sind. Sie kann dazu genutzt werden, bestehende und neu aufkommende tierfreie Technologien umgehend anzuwenden. Es muss außerdem in diese nächste Generation tierfreier Ansätze investiert werden, die es uns erleichtern, Chemikalien zu charakterisieren und zu regulieren.

  • Sie unterstützen einen Aktionsplan zur schrittweisen Abschaffung von Tierversuchen. (A) Warum schrittweise? (B) Brauchen wir Tierversuche nicht auch in Zukunft – z. B. um neue Impfstoffe oder Medikamente zu entwickeln?

    Vor elf Jahren ließ der Beschluss der Richtlinie 2010/63/EU zu Tierversuchen hoffen, dass sich die wissenschaftliche Forschung in der EU tierfreien Methoden zuwenden würde. Doch die offiziellen Zahlen zeigen, dass es nur sehr langsam vorangeht. Die Anzahl an Tierversuchen stagniert auf einem fast konstanten Level: von 11,4 Millionen im Jahr 2015 über 11,2 Millionen 2016 zu 10,9 Millionen im Jahr 2017 und 10,6 Millionen für 2018 (da Norwegen hier erstmals einbezogen ist, steigt die Zahl auf 12,3 Millionen).

    Die rasante Entwicklung hochmoderner tierfreier Modelle – etwa Mini-Organmodelle oder Computermethoden – lässt uns hoffen und darauf drängen, Tiere in der Forschung und im Versuchsbereich endlich zu ersetzen. Das Joint Research Centre der EU selbst hat wegweisende Berichte veröffentlicht und verschiedene Schritte unternommen, um den Einsatz tierfreier Modelle und Methoden in unterschiedlichen Forschungsbereichen zu fördern. Doch alle Beteiligten müssen noch mehr tun. Die EU verfügt noch immer über keine festgelegte Strategie, um den Ausstieg aus Tierversuchen zu koordinieren und voranzutreiben. Darin müsste sie die Ziele bestehender EU-Gesetzgebung aufgreifen und Finanzierungsinstrumente festlegen. Wir sind der Auffassung, dass es dringend eines Aktionsplans bedarf, um das formulierte Ziel – Tiere in wissenschaftlichen Prozeduren zu ersetzen – in die Tat umzusetzen. Als Tierschutzorganisationen sehen wir uns als Stimme der Tiere. Wir möchten, dass das Leid der Tiere so schnell wie möglich ein Ende findet. Dafür bauen wir auf das endgültige Ziel der EU – Tierversuche zu ersetzen – und drängen alle involvierten Stellen zu mehr Engagement. Die Einsetzung eines strategischen, ambitionierten Plans mit mehreren Zwischenzielen wird ein großer Schritt in die richtige Richtung sein.

  • Welche Kriterien muss ich erfüllen, um mich an der EBI beteiligen zu können?

    Wer sich an der EBI beteiligen möchte, muss Bürger:in eines EU-Landes und alt genug sein, um an den Wahlen zum Europaparlament teilzunehmen. Die genauen Vorgaben zu Alter und Ausweispapieren sind von Land zu Land unterschiedlich. Unter „Eine Initiative unterstützen“ können Sie hier alle Informationen zu den einzelnen EU-Ländern einsehen: https://europa.eu/citizens-initiative/faq_de.

    Wenn es Ihnen nicht gestattet sein sollte, die EBI zu unterzeichnen, können Sie den Tieren trotzdem helfen: Teilen Sie die EBI mit Ihrem Freundeskreis, Ihrer Familie und Ihren Kontakten in den sozialen Medien.

  • Ich bin Staatsbürger:in der Schweiz – kann ich die EBI unterschreiben?

    Da die Schweiz nicht zur EU gehört, können ihre Bürger:innen die EBI nicht unterzeichnen. Doch ganz egal, woher wir kommen – wir müssen unsere Stimmen gemeinsam erheben. Bürger:innen der EU können die EBI von überall her unterschreiben – auch wenn sie beispielsweise in der Schweiz leben. Bitte appellieren Sie also an Ihre europäischen Freund:innen und Familienmitglieder, sich an der Initiative zu beteiligen.

  • Was kann meine Unterschrift bewirken?

    Damit eine EBI von der Kommission in Betracht gezogen wird, müssen mindestens eine Million EU-Bürger:innen eine gültige Unterschrift geleistet haben. Jede einzelne Unterschrift hilft uns deshalb dabei, die eine Million zu erreichen. Diese EBI bietet uns die Möglichkeit, das Leid von Millionen von Tieren, die aktuell in der EU zu Forschungs- und Testzwecken missbraucht werden, zu beenden. Aber dafür brauchen wir Ihre Hilfe.

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