Blog Tierische Mitbewohner

Wer hat diese Katze so schrecklich misshandelt und beinahe getötet?

Vergangenen Mittwoch wurde dem Tierheim am See in Eisenhüttenstadt eine schwer verletzte Katze gemeldet. Das Tier war mit dem Vorderbein unter einer Tür eingeklemmt worden und konnte sich selbst nicht befreien. Hinterbein und Kopf der Katze waren durch Fremdeinwirkung zertrümmert worden. Dabei wurde das Tier so schwer verletzt, dass es umgehend tierärztlich notversorgt werden musste. Eine langwierige Operation konnte der Katze das Leben retten, doch das arme Tier wird noch viele Wochen brauchen, um sich körperlich und seelisch von dieser entsetzlichen Tat zu erholen.

Die Katze weist Frakturen auf.

PETA setzt Belohnung aus

Das Tierheim am See in Eisenhüttenstadt kümmert sich nun um die weitere Versorgung der schwer verletzten Katze und hat bei der zuständigen Polizeibehörde Anzeige erstattet. Um die Arbeit der Polizei zu unterstützen und den oder die Täter schnellstmöglich zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen, setzt PETA nun eine Belohnung von 1.000 Euro aus. 
 
Unter dieser Tür hatten die Tierquäler die Katze eingeklemmt.

Tierschutz geht uns alle an

Tierquälerei ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat nach Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes. Sie kann mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Wenn Menschen Tiere quälen, sollte das immer ein Alarmsignal sein – denn Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Der Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu:

„Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“

Bei Tierquälerei niemals wegsehen!

Wenn Kinder zu Tierquälern werden

In manchen Fällen werden bereits Kinder oder Jugendliche zu Tierquälern – so auch in einem Fall in Nordhausen, bei dem Kinder den jungen Familienhund misshandelten. Manche Kinder und Jugendliche empfinden Freude und Genugtuung daran, anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Oftmals findet ein solcher Missbrauch in einer Gruppe statt, in der sich Kinder gegenseitig zur Tat aufstacheln. Kommen Fälle von Tierquälerei durch Kinder ans Tageslicht, sollte mit den betroffenen Kindern dringend über die Tat gesprochen und umgehend psychologische Hilfe gesucht werden.

Kindern Freundlichkeit und Respekt gegenüber Tieren vermitteln – ein erster Schritt hin zu mehr Mitgefühl

Kinder und Jugendliche sollten im Elternhaus, aber auch in der Schule einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen lernen. Den jungen Menschen muss vermittelt werden, dass auch nicht-menschliche Tiere genauso Schmerzen und Leid empfinden wie wir. Wenn Kinder und Jugendliche sehen, dass Erwachsene andere Tiere respektvoll und mitfühlend behandeln, dann lernen sie, dass auch die kleinsten Lebewesen schätzens- und schützenswert sind. Kinder, deren Erziehung Werte wie Gerechtigkeit, Freundlichkeit und Güte gegenüber Tieren vermittelt, werden auch gerechter, freundlicher und bedächtiger in ihrem Verhältnis zueinander.

Was Sie tun können

  • Mit der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ klärt PETA über den Zusammenhang zwischen Tierquälerei und Gewalttaten auf. Die Broschüre dient als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter.
  • Schauen Sie niemals weg, wenn Sie Tierquälerei beobachten. Werden Sie aktiv: Falls möglich, sprechen Sie die Täter an oder holen Sie sich Hilfe durch die Polizei oder die zuständigen Behörden.
  • Sollten Sie Tierquälerei durch Kinder beobachten, sprechen Sie unbedingt die Eltern an und informieren Sie den lokalen Tierschutzverein und die zuständigen Behörden. Beobachten Sie Tierquälerei durch Erwachsene sprechen Sie auch diese darauf an und wenden Sie sich an die entsprechenden Behörden.

 

Unsere Autoren

Jana Hoger

Jana Hoger ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. Mit viel Liebe und Herzblut leitet sie stellvertretend das Projekt PETA HELPS ROMANIA in Rumänien. Jana hat selbst viele Jahre in einer Tierarztpraxis gearbeitet und studiert derzeit Tierpsychologie. Am liebsten ist sie ganz nah bei den Tieren und arbeitet auch im Rahmen der Kastrationskampagne so oft wie möglich vor Ort. Ihr Motto: Für jedes Lebewesen, das gerettet wird, bedeutet diese Rettung die ganze Welt.