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Körperspende: So können Sie helfen, Tierversuche zu beenden

Organspende ist schon lange kein Nischenthema mehr. Immer mehr Menschen tragen einen Organspendeausweis bei sich, weil sie Menschen helfen und etwas gegen grausame Tierversuche für Organtransplantationen tun können. Aber was ist eine Körperspende? Und wie hilft sie den Tieren?

Was bedeutet eine Körperspende?

Eine Körperspende bedeutet, seinen Körper nach dem Tod der Wissenschaft zu überlassen – sei es für die Plastination, bei der ein Körper präpariert und ausgestellt wird, für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten oder für die wissenschaftliche Forschung. Was viele aber nicht wissen: Mit einer Körperspende kann man auch dazu beitragen, dass weniger Tiere für wissenschaftliche Zwecke missbraucht werden.

Gedenksäule an Körperspender
Für die Aus- und Weiterbildung von Studenten, Ärzten und Soldaten werden oftmals lebende Tiere benutzt. So werden Schweine beispielsweise in einem sogenannten „Live Tissue Training“ missbraucht, etwa beim Trauma-Training der Bundeswehr.

Ein Mensch ist kein Schwein, Kaninchen oder Hund

Mediziner müssen üben – das ist klar. Aber dieses Training sollte nicht an Tieren erfolgen, da sich ihre Physiologie von der des Menschen unterscheidet. Denn eines steht fest: Jede Spezies sieht von außen und innen einfach anders aus. Und doch sind wir alle gleich, wenn es um das Wesentliche geht, nämlich um Gefühle wie Freude, Angst, Zuneigung, Schmerz oder Leid. Deshalb ist es niemals zu rechtfertigen, wenn Tiere für unsere Zwecke missbraucht werden!

Neben der Körperspende gibt es heutzutage zahlreiche tierfreie Methoden und Modelle für die Lehre und Ausbildung. Mit dem sogenannten TraumaMan und anderen Trainingsmodellen, die lebensechte Körperflüssigkeiten enthalten und sogar bluten können, lässt sich eine Vielzahl an realistischen Übungen bedienen.

Wie kann ich meinen Körper spenden?

Es genügt in Deutschland nicht, eine Körperspende im Testament zu vermerken, sondern man muss eine Körperspende-Erklärung bei einem wissenschaftlichen Institut der Wahl abgeben. Meist muss hierfür ein Formular mit gesundheitlichen Fragen ausgefüllt werden, da eine Körperspende bei einigen Krankheiten wie Tuberkulose oder HIV ausgeschlossen ist. Auch die gewünschte Beisetzungsart kann hier festgelegt werden. Das gewählte Institut muss außerdem in einem bestimmten Radius des Sterbeorts liegen, meist zwischen 30 und 100 Kilometern. Einige Einrichtungen erheben eine Gebühr für die Körperspende, um die anschließende Bestattung zu finanzieren. Informieren Sie sich am besten bei einem anatomischen Institut in Ihrer Nähe.

Wer sich Sorgen macht, durch eine Körperspende könnten gesunde Organe kranken Menschen verwehrt und somit verschwendet werden, der kann beruhigt sein. Wenn nach dem Tod eine Organ- oder Gewebespende in Betracht kommt und ein entsprechender Spenderausweis vorliegt, hat diese Art der Spende Vorrang.

Was Sie tun können

Nach unserem Tod können wir nicht mehr mitbestimmen, was mit unserem Körper geschehen soll. Heute haben wir jedoch die Möglichkeit, einen Entschluss zu fassen, der Tieren und Menschen auch über unsere Lebenszeit hinaus dienen kann. Maßnahmen wie eine Körperspende, Organspende oder Testamentsspende helfen auch nach unserem Ableben noch vielen Tieren.

Und schon heute können Sie im Alltag Tieren helfen und tierfreundliche Entscheidungen treffen, beispielsweise indem Sie tierversuchsfreie Kosmetik kaufen oder sich vegan ernähren. Tipps und Informationen rund um einen tierfreundlichen Alltag finden Sie bei uns: