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Bärenzwinger Droyßig: 9 Tier- und Artenschutzverbände fordern Ende der Bärenhaltung

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Seit 160 Jahren sperrt Droyßig sein „Wappentier“, den Bären, in den Schlossgraben der Gemeinde in Sachsen-Anhalt. Aktuell leben dort die Braunbären Aiko und Toni in Gefangenschaft. Für eine geplante Sanierung des Schlosses, für die Gerüste aufgestellt werden müssen, sind die Bären „im Weg“. Das Bärengehege soll deswegen kostenintensiv erweitert werden. Eine zeitweilige Umsiedlung der Bärenbrüder lehnt die zuständige Veterinärbehörde ab. Neun Tier- und Artenschutzverbände – darunter wir von PETA Deutschland – wandten sich in einem Schreiben an die zuständigen Bürgermeister sowie den Gemeinderat und das Veterinäramt, um das Ende der Bärenhaltung zu fordern.

Neun Tier- und Artenschutzverbände fordern das Ende der Bärenhaltung

Die Braunbären Toni und Aiko leben in einem nur etwa 500 Quadratmeter kleinen Gehege, begrenzt von Schlossmauer und Glaswänden. Das entspricht einer Fläche von nur knapp zwei Tennisfeldern. Das Gehege im Graben des Schlosses ist nicht für die komplexen Bedürfnisse der Bären ausgelegt – weder genügend Platz, Beschäftigung noch Rückzugsmöglichkeiten vor den Blicken des Publikums sind vorhanden. Trotzdem hält die Gemeinde Droyßig an der Bärenhaltung fest und plant auch nach dem Tod von Toni und Aiko nicht, diese zu beenden.

Im Schreiben an den Bürgermeister der Verbandsgemeinde von Droyßiger-Zeitzer Forst, Uwe Kraneis, sowie an den Bürgermeister von Droyßig, Heiko Arnold, an den Gemeinderat und das zuständige Veterinäramt kritisieren wir das Vorhaben und appellieren an die Verantwortlichen, die unzeitgemäße Bärenhaltung aufzugeben. Stattdessen sollte Aiko und Toni ein würdevoller Lebensabend in einer geeigneten Auffangstation ermöglicht werden. Denn auch eine Erweiterung des Geheges wird die Bedingungen für die Bären nicht grundlegend verbessern.

Ein Leben in Gefangenschaft: Schwere Folgen für Toni und Aiko

In Freiheit lebende Bären sind meist Einzelgänger. Sie bewegen sich auf großen Flächen von mehreren Hundert Quadratkilometern, verstecken sich, graben und klettern. All das können Toni und Aiko in Gefangenschaft nicht. Die Stiftung für Bären warnt vor möglichen körperlichen und psychischen Schäden, die Bären und andere Tiere in Gefangenschaft oftmals erleiden. Dazu gehören stereotype Verhaltensweisen wie ständiges Hin- und Herlaufen, Auf- und Abschwingen sowie Drehen des Kopfes, aber auch körperliche Krankheiten wie Arthrose und Verfettung.

„Eine vermeintliche Tradition kann niemals Tierquälerei rechtfertigen. Auch die Behauptung des Heimatvereins, das Wappen der Gemeinde wäre ohne das Einsperren lebender Tiere ‚obsolet’, ist absurd. Es gibt keine Wappenpolizei, die die Nutzung untersagt, wenn in Droyßig keine Bären mehr eingesperrt sind. Nach dieser verqueren Logik müsste auch im Bundestag ein angeketteter Adler vorzufinden sein.“

Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA Deutschland

Zu den unterzeichnenden Tier- und Artenschutzverbänden gehören neben uns von PETA Deutschland die STIFTUNG für BÄREN – Wildtier- und Artenschutz, der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V., die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e.V., VIER PFOTEN – Stiftung für Tierschutz, der Deutsche Tierschutzbund, Pro Wildlife, die Aktionsgruppe Tierrechte Bayern sowie Bears in Mind.  

So können Sie helfen

Besuchen Sie niemals Zoos und Tierparks oder andere Orte, an denen Tiere zur menschlichen Unterhaltung missbraucht werden, wie im Bärengraben von Droyßig. Tiere können dort nicht artgerecht gehalten werden – denn artgerecht ist nur die Freiheit. Informieren Sie sich und Ihre Bekannten, Freund:innen und Familie über das Leiden von Tieren in Gefangenschaft. Es gibt zahlreiche tierfreundliche Alternativen, um Tiere beobachten zu können.