Nach einer Umfrage hat die PETA-Community Prinz Marcus als „Speziesist des Jahres 2023“ auserkoren. Im November 2022 hatten wir von PETA Deutschland ihn zum „Speziesist des Monats“ ernannt, nachdem in den sozialen Netzwerken geteilte Videoaufnahmen von seiner Halloween-Party in Dubai gezeigt hatten, wie mehrere Pferde bei einer tierquälerischen Show-Einlage enormem Stress ausgesetzt worden waren.
Prinz Marcus fällt immer wieder wegen Tierquälerei auf
Prinz Marcus fällt immer wieder wegen Tierquälerei negativ auf und hat daher aus unserer Sicht – sowie der Sicht der Abstimmenden – den Negativpreis verdient „gewonnen“:
- Im August 2023 hatte Prinz Marcus ein Video in den sozialen Medien geteilt, in dem er eine Schildkröte mit einem Fußball abschießt. Wir von PETA erstatteten daraufhin Strafanzeige. [1]
- 2020 hatte er seiner Tochter ein Affenbaby als „Haustier“ geschenkt, obwohl Primaten nichts in Privathaushalten verloren haben. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass er fälschlicherweise einen Pavian statt eines Kapuzineraffens gekauft hatte, tauschte er das Tierkind wenige Tage später kurzerhand um. [2]
- In Dubai hat er einen regelrechten Privat-Zoo, wo er zahlreiche weitere Wildtiere wie Tiger und weiße Löwen zu seinem Vergnügen missbraucht. [3]
Wir danken allen Tierfreund:innen, die an der Abstimmung teilgenommen haben und auf diese Weise unsere Arbeit unterstützen, Tierquälerei sichtbar zu machen.
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Wie zeigt sich Speziesismus in unserer Gesellschaft?
PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden in vielen Ländern beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen umsorgt und geliebt.
Analog zu den Begriffen „Rassismus“ und „Sexismus“ beschreibt „Speziesismus“ eine Form der Diskriminierung – genauer gesagt, die Abwertung empfindungsfähiger Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Wegen ihrer Zugehörigkeit zur „falschen“ Spezies werden Tiere zu Forschungsobjekten, Nahrungsmitteln, Bekleidungsmaterial oder Spielzeug herabgestuft. Dabei können alle Tiere Freude und Leid empfinden und haben daher ein Interesse daran, zu leben und nicht verletzt zu werden. PETA und andere Vertreter:innen einer anti-speziesistischen Sichtweise betonen, dass diese Gemeinsamkeit aller empfindungsfähigen Lebewesen entscheidend ist, wenn es darum geht, wer moralische Rechte hat. Tiere haben dasselbe Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit wie Menschen.
Diese weiteren Speziesismus-Fälle bewegten uns 2022/2023
Neben Prinz Marcus sind seit Herbst 2022 und im Jahr 2023 zahlreiche weitere Unternehmen, Prominente und Behörden mit speziesistischen und tierfeindlichen Aussagen und Aktionen aufgefallen – und haben dafür unseren Negativpreis des Monats erhalten.
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Speziesismus des Monats im Januar im September 2022
September 2022: Geschmacklose Stellenausschreibung: REWE Kriegel in Dietenheim
In der REWE-Filiale Kriegel in Dietenheim wurde eine fragwürdige Stellenausschreibung entdeckt, in der nach Mitarbeiter:innen gesucht wird, die „mit coolen Sauen“ abhängen wollen. Die Anzeige enthält Bilder von echten getöteten Schweinen, während Schweine im Comic-Stil mit Sonnenbrillen im Vordergrund stehen.
Diese Art der Darstellung ist unnötig erniedrigend und speziesistisch, sie verdeutlicht jedoch die Normalisierung der Ausbeutung von Tieren in der Fleischindustrie.
Diese Stellenausschreibung in der REWE-Filiale wird von einigen als zynischer Witz gesehen, während andere sie als zutiefst speziesistisch empfinden. In jedem Fall normalisiert sie die erniedrigende Behandlung von empfindungsfähigen Schweinen und verdeutlicht, wie in Teilen der Gesellschaft die Ausbeutung von Tieren als normal angesehen wird, insbesondere in der Fleischindustrie.
Der Konsum von Fleisch beruht auf Speziesismus, bei dem Tiere wie Schweine, Rinder und Hühner ausschließlich als Nahrung betrachtet werden. Sie wurden über die Zeit hinweg gezielt gezüchtet und auf die Maximierung des „Nutzens“ für Menschen ausgerichtet. Dabei gerät oft in den Hintergrund, dass sich Tiere genau wie Menschen ein friedliches und selbstbestimmtes Leben wünschen.
Die Einteilung von fühlenden Lebewesen in Kategorien wie „Nutztiere“ und „Haustiere“ ist ethisch bedenklich und basiert auf der moralisch fehlerhaften Annahme, der Mensch stehe über anderen Tieren. Denn diese von Menschen geschaffene Klassifizierung ist willkürlich und speziesistisch.
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Speziesismus des Monats im Oktober 2022
Prinz Marcus sorgt mit tierquälerischer Halloweenparty für Aufmerksamkeit
Der umstrittene Prinz Marcus veranstaltete im Oktober 2022 eine Halloweenparty in Dubai, bei der Pferde in einer stressigen und tierquälerischen Show ausgebeutet wurden. [4] Die sensiblen Tiere wurden durch laute Geräusche, Pyrotechnik und Menschenmassen stark belastet.
Prinz Marcus hat bereits mehrfach bewiesen, dass Tiere für ihn nicht mehr als Spielzeuge, Statussymbole und Live-Entertainment sind.
Bei der Halloweenparty des skandalumwobenen Prinz Marcus wurden Pferde in einer stressigen und tierquälerischen Show zur Unterhaltung der Menschen missbraucht. Zahlreiche Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken hatten gezeigt, wie die Pferde dabei in Panik zurückwichen und trotzdem mit Tritten in den Bauch weitergetrieben wurden, während zwischen ihnen Menschen wild umhersprangen. Die Tiere wurden rücksichtslos massivem Stress ausgesetzt. Tierleid zur Unterhaltung ist speziesistisch und hat keinen Platz in einer aufgeklärten Gesellschaft.
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Speziesismus des Monats im November 2022
„Bauer sucht Frau“ verharmlost Tierleid in der Landwirtschaft
Die Sendung „Bauer sucht Frau“ vermittelt grundsätzlich ein falsches Bild von der landwirtschaftlichen Tierhaltung, indem sie das Leid der Tiere romantisiert. Die im Herbst 2022 ausgestrahlte 18. Staffel enthielt erneut zahlreiche problematische Elemente.
Die Sendung versäumt es seit Jahrzehnten, über die Missstände und das Leid in der landwirtschaftlichen Tierhaltung aufzuklären und stellt den Verzehr von tierischen Produkten positiv dar, ohne das dahinterliegende Leid zu thematisieren.
Die TV-Sendung verharmlost das Leid, das hinter tierischen Produkten steckt, indem sie den Verzehr als nachhaltig anpreist und das Leid der Tiere verschweigt: So werden niedliche Tierbabys wie Kälber präsentiert, ohne zu erwähnen, dass diese ihren Müttern viel zu früh entrissen werden, damit Menschen die eigentlich für die Tierkinder produzierte Milch konsumieren können.
Die Sendung zeigt den weit verbreiteten, in großen Teilen der Gesellschaft als „normal“ angesehenen speziesistischen Umgang mit Tieren in der Landwirtschaft, in der ihre Bedürfnisse ignoriert und sie als reine Produktionsgüter betrachtet werden. Es ist wichtig zu erkennen, dass Tiere wie Schweine, Rinder, Hühner und Fische ebenfalls Schmerz empfinden, Gefühle und ein Recht auf ein würdevolles Leben haben – ohne Ausbeutung und Leid.
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Speziesismus des Monats im Dezember 2022
Ursula von der Leyen lässt Schutzstatus nach tödlichem Wolfsangriff auf ihr Pony prüfen
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ließ im Dezember 2022 den Schutzstatus von Wölfen prüfen, nachdem ein Wolf ihr Pony getötet hatte. Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine speziesistische Doppelmoral. „Haustiere“ werden meist geliebt und Wildtiere wie der Wolf gejagt und getötet.
Anfang September 2022 wurde Ursula von der Leyens Pony Dolly von einem Wolf getötet. Wie von der Leyen mitteilen ließ, war ihre ganze Familie davon „fürchterlich mitgenommen“. Wenige Wochen später wies die EU-Kommissionspräsidentin die Dienststellen der Kommission an, zu prüfen, ob der Status des Wolfes als „streng geschützt“ angemessen ist. Anlass war eine Resolution des EU-Parlamentes, die beklagt, dass die wachsende Wolfspopulation wirtschaftliche Schäden verursache. [5]
Forderungen nach der Jagd auf Wölfe kommen vor allem von Jäger:innen und Landwirt:innen: Jäger:innen betrachten Beutegreifer wie Wölfe und Füchse als Konkurrenz und möchten sie daher töten. Landwirt:innen und Tierhalter:innen sehen vor allem zusätzliche Kosten und Aufwand, da gerissene Tiere nicht mehr im Schlachthaus verarbeitet werden können und tierfreundliche Schutzmaßnahmen zusätzliche Kosten bedeuten. Dabei sind Wölfe nicht nur unverzichtbar für unser Ökosystem, sondern haben genau dasselbe Recht zu leben wie wir Menschen. Die Verurteilung als sogenannte „Problemwölfe“ ist eine ungerechte Diskriminierung aufgrund der Artzugehörigkeit.
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Speziesismus des Monats im Januar 2023
Kühe in Bio-Hotel Stanglwirt zur Unterhaltung missbraucht
Im österreichischen Bio-Hotel Stanglwirt, dem zugehörigen Gasthof Stangl und Bauernhof werden die für die Milchproduktion ausgebeuteten Tiere zusätzlich zu Lebzeiten für die dort speisenden Menschen als Attraktion missbraucht: Die Kühe müssen zusehen, wie Artgenossen gegessen werden.
Durch ein sogenanntes „Kuhstallfenster“ zwischen Restaurant und Kuhstall lässt sich dort auf Rinder blicken, die an Metallvorrichtungen gefesselt ihr Dasein fristen.
Viele Besucher:innen erkennen dabei vermutlich nicht die speziesistische Doppelmoral: Sie genießen die Gesellschaft der niedlichen, aber in Anbindehaltung leidenden Tiere, während sie gleichzeitig deren tote Artgenossen oder deren Milch konsumieren und somit das romantisierte Tierleid unterstützen.
Im direkten Vergleich wird deutlich, wie absurd und speziesistisch der Umgang mit den Tieren und ihre Zurschaustellung in den Örtlichkeiten des Stanglwirt ist: „Was gäbe es wohl für einen Aufschrei, würden im Restaurant des Bio-Hotels Stanglwirt plötzlich Menschen zur Schau gestellt werden – angekettet, verletzt, dreckig und seelisch-psychisch geschädigt. Wie groß wäre der Protest gegen dieses Restaurant, wenn den gefesselten Menschen dort jegliche Bedürfnisse wie Bewegung, Körperpflege und Sozialkontakte gänzlich verwehrt werden würden“, so Scarlett Treml von PETA Deutschland.
Diese Tiere empfinden genau wie Menschen Schmerz und auch ihnen steht das Recht auf ein unversehrtes Leben zu. Es ist unmoralisch, dass die Menschen die Tiere und ihr Leid durch das „Kuhstallfenster“ im Stanglwirt beobachten. Die Produktion von Milch und Fleisch bedeutet immer Tierleid – auch bei Bio-Produkten. Die Interessen der Tiere werden früher oder später zugunsten der Wirtschaftlichkeit vernachlässigt, da Tierschutz und Profitabilität sich letztlich ausschließen. Unabhängig von der Branche und Haltungsform sind Kühe und andere Tiere ihr gesamtes Leben lang Leid ausgesetzt, bevor sie vorzeitig im Schlachthof getötet werden – weit vor ihrer natürlichen Lebenserwartung.
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Speziesismus des Monats im Februar 2023
Bundesministerium fördert dreiste Täuschung der Fleischlobby
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt die Kampagne „Erfolgsgeschichte Tierzucht“, die maßgeblich von der Schweine- und Rinderzuchtlobby gesteuert wird. [8] Diese verharmlost Tierquälerei und täuscht Verbraucher:innen massiv.
Die dargestellten glücklichen Tiere und kuschelnden Sauen auf der Website stehen in starkem Kontrast zur Realität, in der Sauen oft in engen Kastenständen gehalten werden und kaum Kontakt zu ihren Kindern haben, die ihnen frühzeitig weggenommen werden. Das BMEL verbreitet damit falsche Informationen und trägt zur Verharmlosung des Leids der Tiere in der Fleischindustrie bei.
Das BMEL fördert eine täuschende Kampagne der Fleischlobby, die falsche Darstellungen und Lügen über die Zustände in der Tierzucht verbreitet. Diese Kampagne kann dazu beitragen, dass Qualzuchten in der Tierindustrie mehr Akzeptanz finden.
In der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie leiden die meisten „Nutztiere“ unter den katastrophalen Bedingungen der Intensivtierhaltung. Hühner leiden beispielsweise aufgrund übermäßiger Eierproduktion an schmerzhaften Entzündungen, Kühe werden auf maximale Milchproduktion gezüchtet und Schweine leben unter schlechten Bedingungen, was zu Krankheiten und Verletzungen führt. Diese Zustände werden durch die Abwertung dieser Tiere als „Nutztiere“ gerechtfertigt, obwohl sie genauso das Recht auf ein gutes und selbstbestimmtes Leben haben wie Hunde, Katzen und Menschen.
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Speziesismus des Monats im April 2023
Blume2000 prahlt mit Honigproduktion
Blume2000 produziert seit 2015 in seiner eigenen Imkerei Honig und betont gleichzeitig sein Engagement für bienenfreundliche Gärten und Anbaumethoden durch die Zusammenarbeit mit Flowers4Bees e.V. Dennoch wird in der Vermarktung die Ausbeutung von Honigbienen verharmlost. [9]
Das Unternehmen bzw. die Marke präsentiert sich einerseits als tier- und umweltfreundlich, verharmlost aber gleichzeitig mit der Vermarktung der eigenen Imkerei die Ausbeutung von sogenannten Honigbienen: Die Verwendung des Begriffs „Diebesgut“ als Bezeichnung für das beworbene Produkt [9] impliziert, dass den Bienen das Ergebnis ihrer harten Arbeit gestohlen wird.
Blume2000 behauptet, Bienen als schützenswert anzuerkennen, beutet sie jedoch in der Honigproduktion aus und entzieht ihnen ihre natürliche Nahrung. In der Honigindustrie leiden Bienen unter unnatürlichen Bedingungen und genetischer Manipulation. Ähnlich wie andere „Nutztiere“ werden sie in künstlichen Behältern gehalten, um unnatürlich große Honigvorräte anzulegen – größer, als sie zum Überleben benötigen. Dadurch entziehen sie anderen bestäubenden Insekten lebenswichtige Nahrung, was negative Auswirkungen auf das Ökosystem hat und das Insektensterben sowie den Verlust der Biodiversität vorantreibt.
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Speziesismus des Monats im Mai 2023
Fragwürdiges Motto des Tierparks Nordhorn: „Erhalten durch Aufessen“
Im Tierpark Nordhorn zeigt sich der weit verbreitete Speziesismus im Artenschutz: Bedrohte Tierarten werden oft nur dann als schützenswert betrachtet, wenn sie einen Nutzen für den Menschen haben – insbesondere in Bezug auf die Fleischgewinnung: „Erhalten durch Aufessen“. [10]
Der Tierpark Nordhorn beutet Tiere zu Unterhaltungszwecken aus, dabei stellt er den vermeintlichen Nutzen der Tiere für Menschen in den Vordergrund. Dies ist speziesistisch, weil dabei die natürlichen Bedürfnisse und Wünsche der Tiere vernachlässigt werden. Die Aussage des Tierparks, dass man Tiere essen müsse, um sie zu erhalten, ist problematisch, da Tiere ein Recht auf Freiheit und Unversehrtheit haben. Die Zucht und Ausbeutung von alten „Nutztierrassen“ ist ein Widerspruch, weil die moderne Tierindustrie auf Hochleistungszucht setzt und diese Rassen als unprofitabel gelten.
Die Tierwirtschaft trägt maßgeblich zur Klimakatastrophe und damit zum Artensterben bei. Die Zucht im Zoo kann die Problematik des Artensterbens nicht lösen – denn nachhaltiger Artenschutz findet in den natürlichen Lebensräumen der Tiere statt. Mit solchen Projekten zeigen Zoos und Tierparks, wie wenig ihnen tatsächlich am Artenschutz liegt. [11]
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Speziesismus des Monats im Juni 2023
Schaf mit ungewöhnlicher Musterung hat Sonderstellung in Sylter Schafzucht
Im Sylter Wollgeschäft „Sheep of Sylt“ wurde ein Lamm mit einer ungewöhnlichen Fellzeichnung geboren: Es sieht aus, als würde es einen dunklen Pullover tragen. Das Lamm wurde daher „Pulli“ genannt und medienwirksam präsentiert. [12] Vor dem Hintergrund der Wollproduktion wirkt dies besonders zynisch.
„Pullis“ Artgenossen werden für ihre Wolle skrupellos ausgebeutet. Diese Ausbeutung von Tieren aufgrund ihrer Wolle, ihres Pelzes und ihrer Haut ist speziesistisch und immer mit Tierquälerei verbunden.
Die Benennung eines Tiers nach dem Produkt, für das es ausgebeutet wird, ist speziesistisch. Gleiches gilt für die Zucht und Ausbeutung von Schafen für Fleisch, Milch und Wolle. Um Woll-Produkte wie Pullover herzustellen, fügen Arbeiter:innen den Schafen bei der Schur regelmäßig schmerzhafte Schnittwunden zu. Aufgrund von ertragssteigernder Qualzucht haben die Tiere zudem mit Hitze, Juckreiz und parasitären Erkrankungen zu kämpfen. Einem Großteil der Schafe wird schon im Kindesalter für Lammfleisch die Kehle durchtrennt. Alle anderen werden getötet, sobald sie für die Halter:innen keinen Nutzen mehr erfüllen. Das Lamm „Pulli“ soll dagegen weiter für die Ausbeutung seiner Spezies werben und möglicherweise zur Zucht eingesetzt werden, was eine weitere Form der Ausbeutung darstellen würde.
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Speziesismus des Monats im Juli 2023
Hundeeis in Eiscafé Venezia: „Nutztiere“ leiden für Erfrischung von „Haustieren“ in Eisdielen
Im Sommer erfreuen sich viele Menschen an einer Abkühlung mit Eis – und mittlerweile bieten auch viele Eisdielen wie das Eiscafé Venezia in Tuttlingen spezielles Eis für Hunde an. [13] Doch oft ist den Halter:innen nicht bewusst, dass Tiere in der Ernährungsindustrie für solche Produkte leiden.
Dies zeigt den unterschiedlichen Umgang mit sogenannten Nutz- und Haustieren, obwohl es sich bei allen Tieren um fühlende Lebewesen handelt, die Freude, Schmerz und Leid empfinden.
Viele Konsument:innen nehmen in Kauf, dass andere Tiere für ihre tierischen Mitbewohner leiden – obwohl es keinen Unterschied zwischen „Haus“- und „Nutztieren“ gibt.
„Ein Lebewesen zu töten, um es einem Hund als Eis zu servieren, ist reine Doppelmoral. Die gesellschaftliche Empörung wäre vermutlich groß, würde man Schweinen ein Eis aus Hundeleber auftischen. […] PETA fordert ein Ende dieser irrationalen und speziesistischen Unterscheidung zwischen Tierarten und bittet das Eiscafé Venezia, künftig nur noch rein pflanzliche Eissorten anzubieten.“
Lisa Kainz, Fachreferentin für Ernährung bei PETA Deutschland
Zudem können Hunde tier- und umweltfreundlich vegan ernährt werden. Eine ausgewogene pflanzliche Tiernahrung kann alles enthalten, was Hunde für ein gesundes und langes Leben brauchen. Die Entscheidung für eine vegane Ernährung sowohl bei Hunden als auch bei Menschen trägt dazu bei, das Leid der Tiere in der Ernährungsindustrie zu beenden.
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Speziesismus des Monats im August 2023
„Hof Metzger“ verspottet Ausbeutung und Todesurteil von Ferkeln
Im April 2023 schwärmte der landwirtschaftliche Betrieb „Hof Metzger“ aus Buxtehude auf seinem Facebook-Account von zwei kleinen Bentheimer-Ferkeln, die die Verantwortlichen „Schinken“ und „Schnitzel“ nannten. Später kündigte der Hof an, dass die Schweine getötet werden sollten. [14]
Der „Hof Metzger“ verhöhnt mit seiner Werbedarstellung den viel zu frühen Tod unzähliger Schweine. Die Benennung der Tiere nach den Produkten, für die sie getötet und zu denen sie verarbeitet werden, zeigt die skrupellose Ausbeutung von empfindungsfähigen Lebewesen. Diese Tiere werden ausschließlich für den vermeintlichen menschlichen Nutzen gezüchtet und erleiden nach etwa sechs Monaten einen qualvollen Tod im Schlachthaus.
Seit September 2022 zeichnen wir monatlich Personen, Unternehmen oder Produkte, die sich besonders speziesistisch und tierfeindlich gezeigt haben, mit unserem Negativpreis aus. Nach einem Jahr wird für den skandalösesten Fall unter den „Gewinner:innen“ der Titel „Speziesismus des Jahres“ verliehen, der in einer öffentlichen Abstimmung ermittelt wird.
So können Sie helfen, Speziesismus und damit Tierleid zu beenden
Wir sind nicht auf tierische Produkte angewiesen – weder aus gesundheitlichen noch aus kulinarischen Gründen. Unser Nährstoffbedarf kann mit einer vollwertigen pflanzlichen Ernährung gedeckt werden. Vegane Alternativen zu Milch- und Käseprodukten sowie zu Fleisch und Fischfleisch sowie zu Honig zeigen, wie leicht der Umstieg auf eine tierfreundliche Lebensweise ist.
Die Gesellschaft muss Speziesismus als Problem erkennen, um das Leid in den verschiedenen Tierindustrien nachhaltig zu beenden. Denn vielen ist nicht bewusst, wie sehr Tiere unter unserem rücksichtslosen Verhalten leiden – in der Ernährungs- und Bekleidungsindustrie, in der Unterhaltungsindustrie, in Tierversuchen, aber auch unsere tierischen Mitbewohner sowie Wildtiere.
- Hinterfragen und ändern Sie Ihr eigenes Denken und Handeln.
- Informieren Sie auch Ihr Umfeld über die Problematik.
- Finden Sie dazu heraus, ob Sie selbst speziesistisch denken und handeln:
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Quellen
[1] hessenschau (12.01.2024): Strafbefehl gegen Marcus Prinz von Anhalt wegen Tierquälerei, https://www.hessenschau.de/panorama/marcus-prinz-von-anhalt-quaelt-schildkroete-hohe-geldstrafe-v2,prinz-marcus-geldstrafe-100.html (eingesehen am 02.01.2026)
[2] t-online.de (30.12.2020): Marcus von Anhalt schenkt seiner Tochter ein Pavianbaby, https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_89200352/heftige-kritik-marcus-von-anhalt-schenkte-seiner-tochter-ein-pavianbaby.html (eingesehen am 02.01.2026)
[3] Bild.de (28.08.2023): Sein dubioser Privatzoo in Dubai, https://www.bild.de/unterhaltung/leute/leute/tierquaeler-skandal-um-marcus-von-anhalt-sein-dubioser-privatzoo-in-dubai-85203818.bild.html (eingesehen am 02.01.2026)
[4] Schulz, Sigrid (02.11.2022): Ina Aogo, Bushido und Georgina waren bei Skandal-Party – Tierquälerei an Halloween? https://www.promisundmehr.de/ina-aogo-bushido-georgina-skandal-prinz-marcu/ (eingesehen am 02.01.2026)
[5] TAGESSPIEGEL (09.05.2025): Rache für von der Leyens Pony „Dolly“? Wölfe dürfen in der EU jetzt schneller abgeschossen werden, https://www.tagesspiegel.de/internationales/rache-fur-von-der-leyens-gerissenes-pony-dolly-wolfe-durfen-in-der-eu-jetzt-schneller-abgeschossen-werden-13659586.html (eingesehen am 02.01.2025)
[6] Deutschland sucht den Superstar (15.02.2023): Raffaela Raab: Was Du Nicht Willst (eigener Song) | Castings | DSDS 2023, https://www.youtube.com/watch?v=_M4jXx5rfqA (eingesehen am 02.01.2026)
[7] Dieter Bohlen (15.02.2023): Meinung zur militanten Veganerin: bleib locker, https://www.tiktok.com/@dieterbohlen/video/7200406411942186245 (eingesehen am 02.01.2026)
[8] Förderverein Bioökonomieforschung e.V. (2023): ERFOLGSGESCHICHTE TIERZUCHT, https://zuchterfolge.de/ (eingesehen am 02.01.2026)
[9] Blume2000: BLUME2000 # ENGAGIERT. Gemeinsam stark für Klima und Bienen, https://www.blume2000.de/engagiert (eingesehen am 02.01.2026)
[10] Tierpark Nordhorn: Erhalten durch Nutzen, https://www.tierpark-nordhorn.de/erhalten-durch-aufessen/ (eingesehen am 02.01.2026)
[11] Gunnthorsdottir, Anna (2015): Physical Attractiveness of an Animal Species as a Decision Facotor for its Preservation, https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.2752/089279301786999355 (eingesehen am 02.01.2026)
[12] RTL (13. Juni 2023): „Pulli“ ist jetzt bundesweit bekannt, https://www.rtl.de/cms/neuer-sylt-promi-schaf-pulli-ist-jetzt-bundesweit-bekannt-5047482.html (eingesehen am 02.01.2026)
[13]Schwäbische Zeitung (09.06.2023): Herzhafte Erfrischung: Diese Eisdiele verkauft jetzt Leberwursteis, https://www.schwaebische.de/regional/tuttlingen/tuttlingen/tuttlinger-eisdiele-verkauft-nun-leberwursteis-fuer-eine-ganz-spezielle-kundschaft-1676696 (eingesehen am 02.01.2026)
[14] Brilon-total-lokal.de (08.09.2023): Erst süße Babyfotos, dann blutige Leichenteile: PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“, https://brilon-totallokal.de/2023/09/08/126791/ (eingesehen am 02.01.2026)









