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 »  »  » Simone Sombecki im Portrait: Moderatorin, Veganerin, Tierschützerin

Simone Sombecki und ihr Herz für Tiere

 
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Tierschützerin und Tierfreundin – beruflich wie privat

Stand November 2013
Seit Mai 2012 moderiert Simone Sombecki die bekannte Fernsehsendung „Tiere suchen ein Zuhause“. In einem Interview verriet uns die energiegeladene Veganerin nun unter anderem, was ihr in ihrer Arbeit und im Tierschutz allgemein besonders wichtig ist. Das persönliche Interview, das weiter unten auf dieser Seite ungekürzt zu lesen ist, haben wir zu einem Portrait über die engagierte Tierschützerin verdichtet.

© WDR/Annika Fußwinkel
Tiere suchen ein Zuhause
Ganz unterschiedliche Tiere aus verschiedenen Tierheimen und Tierschutzvereinen werden jede Woche in der beliebten Tiervermittlungssendung vorgestellt. Für die überzeugte Tierfreundin eine Herzensangelegenheit, denn jedes Jahr werden über 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben oder sogar von verantwortungslosen Haltern einfach ausgesetzt – und sie alle suchen ein Zuhause.

„Adoptieren statt kaufen!“
In der Regel sind heimatlose Tiere Opfer menschlicher Verantwortungslosigkeit: „Kein Tier landet selbstverschuldet im Tierschutz! Das Tier ist immer unschuldig.“ Simone Sombecki appelliert mit Nachdruck: Wer nach reiflicher Überlegung einem Tier langfristig ein gutes Zuhause bieten kann, sollte unbedingt ein Tierheim besuchen, um dort einen passenden Mitbewohner zu finden. „Denn die Tierheime und Tierschutzvereine sind voll (…) mit wunderbaren Tieren, die auf nichts sehnlicher warten als auf ihre zweite Chance im Leben.“

© WDR/Annika Fußwinkel
„Jedes Tier ist schön und einzigartig.“
Auch privat ist die Moderatorin dem Tierschutz verpflichtet: Gemeinsam mit ihrem Mann nimmt sie Tierschutzhunde auf, die aufgrund ihres Alters oder wegen Handicaps schwer vermittelbar sind. Zurzeit teilt das Ehepaar sein Leben mit der etwas betagten Hundedame Mademoiselle Schnucke aus Spanien und dem blinden Rüden Monsieur Jacques aus Italien.

„Respekt vor den Tieren fängt im eigenen Handeln an!“
Im vergangenen Herbst entschied sich Simone Sombecki nach über 20 vegetarischen Jahren aus ethisch-moralischen Beweggründen für die vegane Lebensweise – um „den kommerziellen Umgang mit der ‚Ware Tier‘ nicht mehr zu unterstützen“. Denn „Tierschutz sollte nicht bei den Haustieren aufhören“.

Dieses breite Verständnis von Tierschutz und Tierrechten zeigt sich auch in der Sendung: In kleinen Reportagen werden verschiedenste Facetten von Tierschutzmissständen und Ausbeutung kritisch beleuchtet – von der Rollkur über die katastrophale Situation von heimatlosen Hunden im Ausland zu Grausamkeiten der Pelzindustrie – und vielem mehr. „Es gibt noch so viele Baustellen im menschlichen Handeln.“

© WDR/Annika Fußwinkel
„An diesem Punkt zu stagnieren wäre falsch“
Das Fazit hinsichtlich des Tierschutzes in Deutschland ist, dass wir uns nicht ausruhen dürfen – denn wir sind im Tierschutz noch nicht weit genug:
Tiermissbrauch hat viele Gesichter und es ist wichtig, möglichst vielen Menschen das versteckte Leid zu zeigen. Denn mit dem entsprechenden Wissen und der Aufmerksamkeit können alle Tierfreunde ihr Handeln reflektieren und ihre Lebensweise bewusst tierfreundlicher gestalten. Wir Menschen verschließen unsere Augen oft nur deshalb vor Tierleid, weil die Ausbeutung der Tiere im Verborgenen geschieht. Simone Sombecki hat sich der tierfreundlichen und positiven Aufklärungsarbeit verschrieben: „Jeder Mensch kann einen Beitrag zum Tierschutz leisten. (…) Wir müssen den Menschen sensibilisieren.“

 

Was Sie tun können

Adoptieren statt kaufen: Wenn Sie nach gründlicher Überlegung ein Tier aufnehmen können, besuchen Sie bitte ein Tierheim.
  • Es fehlen rechtsverbindliche Mindeststandards für die Privathaltung, die unsere tierischen Mitbewohner schützen: Unterstützen Sie bitte unsere Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz.
  • Ernähren Sie sich vegan: Jede rein pflanzliche Mahlzeit retten Leben. Starten Sie noch heute mit dem kostenlosen Vegan-Probeabo unter Veganstart.de und wagen Sie einen 30-Tage-Selbstversuch, der Ihr Leben verändert.
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    Interview

    1) Frau Sombecki, mit wie vielen Tieren leben Sie zusammen und wie haben sie zusammengefunden?
    Momentan lebe ich mit zwei Mischlingshunden zusammen. Dem blinden – daher die „weißen Augen“!!!! – aus Italien stammenden Rüden Monsieur Jacques. Ein befreundeter Tierschutzverein kontaktierte mich, da er wusste, dass mein Mann und ich ältere und gehandicapte Tiere aufnehmen. Bei unserer ersten „Kennenlernrunde“ mit Jacques haben wir uns verlaufen ... waren über Stunden unterwegs ... und das hat uns wahrscheinlich zusammengeschweißt.
    Mademoiselle Schnucke ist eine nicht mehr ganz so junge spanische Hündin, die ich vor Ort in einem andalusischen Tierheim entdeckte. Sie kam, sah und siegte. Ist schon witzig, wie wir alle – von so vielen verschiedenen Orten stammend – zueinander gefunden haben. Aber wir passen sehr gut zueinander.

    2) Sie ernähren sich seit kurzem vegan. Was war der ausschlaggebende Punkt, sich für diese Lebensweise zu entscheiden und wer oder was hat Ihnen dabei geholfen?
    Den Gedanken, mich vegan ernähren zu wollen ... hatte ich schon lange. Für mich persönlich war es – nach mehr als 20 Jahren vegetarischem Leben – ein weiterer Schritt, um Tierleid zu vermeiden ... Für mich ein weiterer Schritt in die definitiv richtige Richtung! (...auch was Klimawandel, Umweltschutz, Menschen- und Tierrechte angeht – aber das würde jetzt hier sicherlich den Rahmen sprengen.)
    Nehmen wir das Alltägliche als Beispiel: Im Supermarkt sehe ich die mit Fleisch, Käse, Fisch, Milch und anderen tierischen Produkten vollgepackten Einkaufswagen ... und frage mich immer wieder, ob die Käufer überhaupt noch das Lebewesen hinter der Ware sehen. Weiß jeder, was er da gekauft hat ... und unter welchen oft katastrophalen Bedingungen „das Tier“ erst produzieren und dann sterben musste? Mal ganz ehrlich: Wer gewinnt daran – vor allem, wenn viele Menschen immer nur billig, günstig konsumieren wollen?? Das Tier auf jeden Fall nicht. Ich für mich habe entschieden, den kommerziellen Umgang mit der „Ware Tier“ nicht mehr zu unterstützen.
    Es macht mich immer wieder traurig und wütend, wenn ich auf den Autobahnen Tiertransporter sehe, auf denen lebende Tiere wie „Ware“ mehrstöckig, eng aneinander gepresst 1000 Kilometer durch die Welt gekarrt werden ... nur weil es z. B. „billiger“ ist, sie im Ausland zu schlachten.
    Bevor ich mich für die vegane Lebensweise entschieden habe, las und sichtete ich viel Material zu dem Thema. Ein Film, der mich in meinem persönlichen Handeln und Denken immer wieder bestärkte, ist die Doku „Earthlings“... und da ich ein Mensch mit unwahrscheinlichem „Kopfkino“ bin ... gibt es für mich kein Zurück mehr. Respekt vor den Tieren fängt im eigenen Handeln an.

    3) Sie engagieren sich ja bereits seit mehreren Jahren für das Wohl der Tiere – was war Ihr schönster Erfolg im Tierschutz?
    Jedes gerettete Tier – egal welches – ist ein Erfolg im Tierschutz. Ich habe – wie so viele Mitstreiter – gelernt zu erkennen, dass nicht alle Tiere gerettet werden können; dass es aber für jedes einzelne gerettete Tier einen großen Unterschied macht, ob gerettet oder nicht. Und genau das sind die Erfolge, die man sehen muss. Natürlich freue ich mich besonders, wenn extreme Notfälle noch eine Chance auf ein artgerechtes Leben bekommen ...
    Aber genauso freue ich mich, wenn z. B. durch das Unterzeichnen von Petitionen Beschlüsse aufgehalten oder sogar gekippt werden können; wenn Menschen durch Aufklärung ihr Handeln reflektieren, anfangen sich zu engagieren und Tiere respektieren. Jeder Mensch kann einen Beitrag zum Tierschutz leisten.

    4) Was ist Ihr dringendstes Anliegen, das im Tierschutz in Deutschland verbessert werden muss?
    Wie viele Seiten darf ich füllen?? Nein, im Ernst. Im Vergleich mit z. B. ost- oder südeuropäischen Ländern ist der Tierschutz in Deutschland schon fortgeschrittener ... aber eben nur fortgeschrittener. Sich darauf auszuruhen ... an diesem Punkt zu stagnieren, wäre falsch. Wir müssen den Menschen sensibilisieren. Das Tier muss endlich als Lebewesen und nicht als „Gegenstand“ oder „Eigentum“ betrachtet werden. Die Tiere sowie der Tierschutz müssen eine größere Lobby bekommen. Besonders die „Nutztiere“ – ich verwende den Begriff nicht so gerne – da kein Tier dem Menschen „nur nutzen“ sollte. Aber Tierschutz sollte nicht bei den Haustieren aufhören!!!
    Puh, es gibt so viele Themen ... nur ein paar Beispiele, über die wir auch während der Aufzeichnungen zu ‚Tiere suchen ein Zuhause‘ oft reden: Kastrationspflicht bei Katzen, die Landeshundeverordnung, Wildtiere im Zirkus, Zoos – insbesondere Delphinarien, Menschenaffen, Tierversuche, Pferdesport (Rollkur), Qualzuchten, Tiertransporte, und und und ... ich fragte ja schon ... wie viele Seiten darf ich füllen?? Es gibt noch so viele Baustellen im menschlichen Handeln.

    5) Welchen Tipp haben Sie für Menschen, die tierische Mitbewohner aufnehmen möchten?
    1. Ganz klar: Adoptieren statt Kaufen!!!
    Die Tierheime und Tierschutzvereine sind voll!!! Voll mit wunderbaren Tieren, die auf nichts anderes sehnlicher warten als auf ihre zweite Chance im Leben. Ihre Chance auf ein neues Zuhause. Kein Tier sitzt – wie viele Menschen leider immer noch denken – selbstverschuldet im Tierschutz!! Das Tier ist immer unschuldig.
    Ich bin der Meinung, dass nicht noch „nachproduziert“ werden sollte. Wer unbedingt Rassetiere, Jungtiere haben möchte – auch die warten im Tierschutz. Wie sagen wir oft in der Sendung: „Rasse und Alter schützen vor Tierheim nicht!“ Aber leider wollen viele immer noch genau das: ein junges, schönes Rassetier! Dabei ist jedes Tier schön und einzigartig.

    2. Menschen, die tierische Mitbewohner aufnehmen möchten, sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen – und das hoffentlich für viele Jahre! Das Tier muss in die Lebenssituation passen – und das nicht nur für den Moment: Habe ich die Zeit, den Platz, die Möglichkeit, das Wissen, das Geld ... Kann ich dem Tier gerecht werden? Und bei Beantwortung dieser Fragen sollte man 100 Prozent ehrlich zu sich selbst sein und nicht aus purem Egoismus handeln.