Blog Tierische Mitbewohner

Sommerhitze in Rumänien – so helfen wir den Tieren

Nicht nur in Deutschland hat sich der Sommer von seiner besonders heißen Seite gezeigt – auch in Rumänien haben dieses Jahr viele Tiere unter der Sommerhitze mit Temperaturen von weit über 30 °C gelitten – und leiden noch immer. Zahlreiche Hunde sind nach wie vor in rumänischen Gärten und Höfen angekettet und leiden weiterhin ohne ausreichenden Schutz vor der prallen Sonne, oftmals haben sich nicht einmal genug Wasser und Nahrung. In diesem Jahr stand unser Notfalltelefon kaum still und wir mussten ganz besonders vielen Vierbeinern in Not helfen. Doch dank der Unterstützung vieler Tierfreunde konnte unser Team von PETA HELPS ROMANIA unzähligen Tieren helfen. Wir haben Wasser, Nahrung und Hundehütten verteilt, schwere Ketten gegen leichte Laufleinen ausgetauscht und kranken Vierbeinern die dringend benötigte medizinische Hilfe zukommen lassen.

Hilfe in ländlichen Gegenden

Aufgrund der Corona-Pandemie sind besonders in den ländlichen Gebieten Rumäniens noch mehr Menschen als sonst auf unsere Unterstützung für ihre Tiere angewiesen. Viele haben nicht genug Geld, um sich selbst zu versorgen – artgerechte Nahrung für ihre Tiere ist daher in den meisten Fällen unmöglich.

katzenbehandlung rumaenien

Paolo in Not

Vierbeiner, die medizinische Hilfe benötigen, können schnell in eine Notsituation geraten, denn oftmals reichen Geld und Mittel ihrer Halter nicht aus, um die Tiere adäquat zu versorgen. Zum Glück kann unser Team in vielen Fällen schnell und wirksam vor Ort helfen, beispielsweise bei der Behandlung von Tieren, die aufgrund von Hautmilben und anderen Parasiten an schweren Hautinfektionen leiden. So auch im Fall von Paolo, den wir bei einem unserer Besuche im ländlichen Rumänien kennenlernten. Paolos Zustand war lebensbedrohlich: Der Hund wurde von Milben geplagt, die ihm das Leben zur Hölle machten. Sein Fell war bereits komplett abgekratzt, die Haut völlig verkrustet. Wir behandelten Paolo umgehend mit Medikamenten und besuchten ihn kurze Zeit später erneut. Der Rüde hatte sich gut erholt, sein Zustand hatte sich deutlich verbessert, das Fell wächst wieder. Paolo hat neue Lebensqualität gewonnen.  

Paolo vorher / nachher

Ozia – dem Tod näher als dem Leben

Auch Ozia gehört zu den glücklichen Hunden, die unser Team von PETA HELPS ROMANIA retten konnte. Wir lernten die Hündin bei einer Familie kennen, die unter extrem armen Verhältnissen lebt. Ozia war Tag und Nacht an einer Metallkette im Garten der Familie angebunden – ohne jeglichen Schutz vor der Sonne Der lange Hitzesommer hatte Ozia sehr geschwächt: Sie war stark abgemagert, denn sie hatte wochenlang nicht genug Wasser und Nahrung bekommen. Unser Team versuchte im Gespräch mit den Tierhaltern, die Haltungsbedingungen der Hündin zu verbessern, musste aber nach einem weiteren Besuch enttäuscht feststellen, dass sich die Familie nicht darauf eingelassen hatte. Es folgten weitere Gespräche – und schließlich durfte unser Team Ozia mitnehmen und konnte sie in unserer Notunterkunft Triva unterbringen. Hier hat die alte Hündin nun die Möglichkeit, wieder zu Kräften zu kommen und endlich ein liebevolles Zuhause bei Menschen zu finden, die sich um sie kümmern und sie gut versorgen.

Ozia vorher / nachher

Schutzlos der Sonne ausgeliefert

Außerdem helfen wir regelmäßig zahlreichen Vierbeinern, die ohne ausreichende Versorgung auf den rumänischen Straßen leben und der Sommerhitze schutzlos ausgesetzt sind. Unser Team verteilt für sie an vielen verschiedenen Orten Nahrung und wird bei seinen Besuchen meist schon von hungrigen Hunden und Katzen empfangen. In vielen Fällen können unsere Tierärzte die Hunde und Katzen so auch schnell untersuchen, impfen, gegen Parasiten behandeln und medizinisch versorgen. Für zahlreichen Hunde, die zwar ein Zuhause haben, dort aber im Freien gehalten werden, haben wir Hundehütten bereitgestellt, die ihnen Schutz vor der Sonne bieten und die Sommerhitze somit etwas erträglicher machen.

Ganz gleich, ob die Temperaturen über 30 °C steigen oder unter null fallen: Wir lassen kein Tier im Stich. Unsere Projektmitarbeiter tun alles in ihrer Macht Stehende, um so viel Leid wie möglich zu verringern und zu verhindern. Das ist aufgrund von Corona aktuell jedoch noch schwerer als sonst, denn wir wissen derzeit nie, ob unsere lebensrettende Arbeit vielleicht schon morgen durch neue Restriktionen erschwert wird. Was wir aber wissen, ist: Wir sind für Tiere und Menschen da, wo und wie auch immer wir können! Denn gerade jetzt brauchen sie uns noch mehr als sonst.

Vielen Dank an alle Menschen, die uns in diesem Sommer unterstützt haben. Ohne Ihre Hilfe wäre unsere lebensrettende Arbeit in Rumänien nicht möglich.

Was Sie tun können

Rumänien ist das Land mit den meisten heimatlosen Hunden in ganz Europa. Tausende von ihnen werden Jahr für Jahr von Hundefängern eingefangen und in städtischen Tierheimen und Tötungsstationen untergebracht. Um dieses Leid zu verringern, haben wir gemeinsam mit unserem Partner Eduxanima ein großes Kastrations- und Bildungsprogramm vor Ort ins Leben gerufen.

Mit einer mobilen Kastrationskampagne können wir jedes Jahr über 8.000 Tieren helfen. Mithilfe von Kastration und Registrierung sorgen wir für eine nachhaltige Populationskontrolle von Hunden und Katzen. Durch Spenden von Laufleinen und Nahrung und mit medizinischer Versorgung hilft unser Team Hunden, die auf der Straße leben, und jenen, die zwar ein Zuhause haben, aber im Freien gehalten werden. Kinder lernen im Tierschutzunterricht an Schulen, wie wichtig es ist, Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen zu entwickeln. Durch Gespräche mit Politikern und lokalen Bürgermeistern wird die Kampagne auf viele weitere Orte in Rumänien ausgeweitet, denn nur so lässt sich das Leid tausender Tiere langfristig verringern. Wo immer Hilfe benötigt wird, helfen wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Kräften.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir das Kastrationsprojekt in Rumänien weiter ausbauen können.

Unsere Autoren

Jana Hoger

Jana Hoger ist Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. Mit viel Liebe und Herzblut leitet sie stellvertretend das Projekt PETA HELPS ROMANIA in Rumänien. Jana hat selbst viele Jahre in einer Tierarztpraxis gearbeitet und studiert derzeit Tierpsychologie. Am liebsten ist sie ganz nah bei den Tieren und arbeitet auch im Rahmen der Kastrationskampagne so oft wie möglich vor Ort. Ihr Motto: Für jedes Lebewesen, das gerettet wird, bedeutet diese Rettung die ganze Welt.