
In der folgenden Chronik (Stand 2024) finden Sie eine Auflistung tierschutzrelevanter Vorfälle und weiterer Vorkommnisse bei Circus Arena – neuerdings auch „Circus Arena der Attraktionen“ – (Zirkusdirektoren Georg Frank und Markus Frank) seit 1995.
Diese Chronik erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen/Änderungen bitte unter Nennung von Quellenangaben an PETA Deutschland senden.
Achtung: Diese Chronik ist eine Zusammenstellung von Informationen aus Sekundärquellen, Presseveröffentlichungen und behördlichen Dokumenten. Diese liegen uns vollständig vor. Eigene Recherchen und Erkenntnisse werden konkret benannt. Die Chronik wird fortlaufend aktualisiert.
September 2024
Beim Gastspiel in Hamburg wird ein Esel auf der Moorweidenstraße von einem Auto angefahren. Dabei wird einer seiner Hufe vom Körper abgetrennt und einer Augenzeugin entgegengeschleudert. Das stark blutende Tier ist so schwer verletzt, dass es eingeschläfert werden muss. Zum fraglichen Zeitpunkt sind auf der viel befahrenen Straße insgesamt vier Esel unterwegs, die zum wenige Meter entfernt gastierenden Circus Arena gehören. Laut Gitano Frank, der sich zu dem Vorfall im Hamburger Abendblatt äußert, sei unklar, wie die Tiere entlaufen konnten. Zwei PETA vorliegenden Augenzeugenberichten zufolge stand jedoch deren Umzäunung offen. PETA hat daher wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen die Zirkusbetreibenden erstattet.
Quellen: https://www.abendblatt.de/hamburg/eimsbuettel/article407225787/zirkus-esel-nach-unfall-in-hamburg-eingeschlaefert-peta-erhebt-schwere-vorwuerfe.html; Augenzeugenberichte liegen PETA vor.
August 2022
Während des Gastspiels in Plauen wird einem Zeitungsartikel zufolge eine Kamelmutter samt Fohlen mitgeführt. Da der Zirkus sich bereits seit mehreren Monaten auf Tournee befindet und der Transport von hochschwangeren und säugenden Tieren untersagt ist, erstatten wir von PETA Deutschland Anzeige beim zuständigen Veterinäramt. Das Veterinäramt des Landratsamts Vogtlandkreis teilt daraufhin mit, dass die Verantwortlichen mündlich zu Transportfähigkeit und dem Mitführen von Muttertieren und säugenden Jungtieren im laufenden Zirkusbetrieb belehrt wurden. Die Behörde verhängt jedoch kein Transportverbot und leitet kein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.
Quellen: https://www.freiepresse.de/vogtland/plauen/zirkus-noch-bis-sonntag-in-plauen-mehrere-krisen-fordern-die-schausteller-artikel12342963; Korrespondenz mit Veterinäramt des Landratsamts Vogtlandkreis und Auskunftserteilung gemäß Thüringer Informationsfreiheitgesetz liegen PETA vor.
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2002
August 2002:
Gegen die Einstellung des Verfahrens gegen den damaligen Zirkus-Chef Georg Frank (siehe Dezember 2001) legt der Vorsitzende des Bundesverbandes zum Schutz vor Rechtsmissbrauch (BSR) mit einem Schreiben an den leitenden Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Gera, Zweigstelle Jena, Beschwerde ein. In seiner Begründung macht er deutlich, dass es sich bei dem Tatbestand um eine gefährliche Körperverletzung handele, die nicht als Privatklagedelikt geahndet werde, sondern als Offizialdelikt. Darüber hinaus betont der BSR nochmals, dass der Geschädigte operativ behandelt werden musste und dass Frank ein Wiederholungstäter sei. Dabei stützt er sich auf dokumentierte Vorgänge aus den Jahren 1995, 1998 und 1999. Außerdem wird die gängige Praxis der Gegenanzeige von Seiten der Zirkusmitarbeitenden stark kritisiert. Der geschädigte Tierschützer habe sich lediglich aus Gründen der Verteidigung gegen Frank zur Wehr gesetzt. Der BSR schließt sich daher als Anzeigenerstatter und Strafantragssteller dem Verfahren an und erstattet ausdrücklich erneut Strafanzeige und Strafantrag wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung.
Quelle: BSR und Staatsanwaltschaft Gera, Schreiben vom 6. August 2002 -
2001
Dezember 2001:
Wegen Androhung von Schlägen und für einen Faustschlag ins Gesicht muss sich Georg Frank, der damalige Zirkusinhaber des Circus Arena, im Dezember 2001 vor dem Amtsgericht Jena verantworten. Frank wird vorgeworfen, den Organisationsleiter des Tierschutz Halle e.V. im März 2001 bei einem Gastspiel in Jena in der Kastanienstraße bedroht zu haben. Frank habe seiner Drohung, ihn des Platzes zu verweisen, mit Gewalt Nachdruck verliehen. Der Geschädigte und zehn weitere Tierschützer:innen hatten allerdings im Vorfeld die Demonstration vor dem Tierzirkus angemeldet. Frank erhebt gegen den eingeleiteten Strafbefehl Einspruch.
Quelle: Vorsitzender zum Schutz vor Rechtsmissbrauch (Dr. Haferbeck), Amtsgericht Jena und Rechtsanwalt Rabe, Schreiben vom 17. Dezember 2001 -
1995 – 1999
April 1999
In einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Görlitz im April 1999 erstattet ein Aktivist der Tierschutzorganisation Animal Peace Anzeige wegen Verleumdung gegen den damaligen Direktor des Circus Arena, da dieser das Bild einer „freiheitsberaubenden und somit kriminellen Tierschutzorganisation“ erwecken würde. Er schildere die Unwahrheit über die Anzahl der Aktivist:innen, die ihrerseits Zirkusbesucher:innen am Besuch einer Vorstellung hindern würden. Die Staatsanwaltschaft Görlitz antwortet dem Schreiben des Tierschutzaktivisten mit dem Hinweis darauf, dass die Strafanzeige gegen Frank mangels öffentlichem Interesse keine Folgen habe und es sich somit um ein Privatdelikt handele.
Die Lokalausgabe der SZ Hoyerswerda vom 14. Juni 1999 berichtet ebenfalls über dieses Vorkommnis mit dem Hinweis eines Sprechers der Tierrechtsgruppe Animal Peace, die Organisation betreibe Aufklärungsarbeit und lehne jede Form von Gewalt und Zwang ab.
Quelle: Staatsanwaltschaft Görlitz, 12. Juli 1999, SZ HY vom 16. April 1999, S. 9April 1999
Laut Sprecher der Animal Peace-Aktivistengruppe Hoyerswerda versterben aufgrund von Missständen, verursacht durch den Circus Arena, eine Afrikanische Elefantenkuh und eine Giraffe. Der Sprecher der Gruppe bezieht sich auf einen Bericht des BUND Berlin.
Quelle: Animal Peace, Pressemitteilung Nr. 14 vom 12.04.1999 (Hoyerswerda)Dezember 1995
Wie die Lausitzer Rundschau in ihrer Ausgabe vom 8. Dezember 1995 berichtet, wird der Schauspieler Thomas Herr beim Besuch des Circus Arena in Hoyerswerda von Zirkusangestellten auf Betreiben des damaligen Zirkusdirektors Georg Frank mit einem Faustschlag niedergestreckt. Drei Aktivist:innen der Tierschutzorganisation Animal Peace Hoyerswerda sollen diese Eskalation mit Spruchbändern vor dem Zirkus ausgelöst haben. Diese gaben jedoch im Vorfeld an, dass mit Gewaltübergriffen gegen die angemeldete Demonstration von Seiten der Zirkusangestellten zu rechnen sei.
Quelle: Lausitzer Rundschau, 8. Dezember 1995
Helfen Sie, Tierleid im Zirkus zu verhindern!
Bitte besuchen Sie niemals einen Zirkus mit Tieren. Das Tierleid bei Circus Arena ist kein Einzelfall: In anderen Zirkussen wie Charles Knie und Circus Krone werden ebenfalls Tiere gequält und zu Unterhaltungszwecken missbraucht. Klären Sie Ihr Umfeld über das Leid der Tiere in der Gefangenschaft von Zirkussen auf und entscheiden Sie sich für tierfreundliche Alternativen zum Zirkus!