Bis 31. Oktober​: Spende gegen Tierversuche verdoppeln lassen​

Affentransporte für Tierversuche: Ein tödliches Geschäft

Wussten Sie, dass über 98 % der in Deutschland für Tierversuche missbrauchten Makaken aus nicht-europäischen Ländern stammen? [1] Die Affen werden aus ihrem natürlichen Lebensraum, den Wäldern in Asien und auf Mauritius, entführt und zur Aufrechterhaltung der „Versorgungskette“ für Labore zur Zucht ausgebeutet. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 2.111 Affen in Experimenten missbraucht, und über hundert davon waren die Kindervon in freier Wildbahn gefangenen Eltern.

Der Import von Affen findet fernab von den Augen der Öffentlichkeit statt. Die Industrie verurteilt jährlich zehntausende Affen zum Tod und stellt dabei eine Bedrohung für Affenpopulationen und auch die Öffentlichkeit dar. Geheime Labore, Pandemierisiken und Tierleid gehören zum Geschäftsmodell der Primaten-Transportindustrie. Eine Recherche von PETA USA enthüllt nun die Wahrheit über eine gewaltvolle Industrie, in der Affen für Profit verkauft, Missstände verschleiert und Gefahren für den Menschen ignoriert werden.

Banner Tierversuche stoppen

Import von Affen: Wildfänge als Zuchttiere ausgegeben

Tierversuchslabore benötigen für ihre grausame Arbeit jedes Jahr zehntausende Affen. Mit dieser Nachfrage unterstützen sie eine gewaltvolle, profitorientierte und geheime Industrie, die auch den illegalen Handel mit Affen befeuert. Es ist eine milliardenschwere Industrie – zusammengesetzt aus Tierfänger:innen, internationalen Zuchtstätten, kommerziellen Transportfirmen, Fluglinien und inländischen Speditionen.

Da der Preis pro Tier für die „Endverbraucher:innen“ bei mehreren tausend Dollar liegt, schaut die Industrie auch gerne einmal weg, wenn wildgefangene Affen als vermeintliche Zuchttiere ausgegeben werden. Doch ob die Affen nun aus dem Wald entführt oder in Massentierhaltungen in Asien oder auf Mauritius gezüchtet wurden: Sie alle werden fernab von den Augen der Öffentlichkeit rund um den Globus geschickt, was nicht nur Affenpopulationen, sondern auch der nichtsahnenden Öffentlichkeit erheblichen Schaden zufügen kann.

affe
Für Tierversuche werden nicht nur Affen gezüchtet, sondern auch aus der Wildnis entführt.
Foto: Jo Anne McArthur/ We Animals Media

Affenbabys in Säcke gesteckt, Affenmütter zur Fortpflanzung gezwungen

Affen in Asien oder auf Mauritius einzufangen und dort zu „vermehren“, ist günstiger und weniger zeitaufwändig, als sie direkt in Deutschland zu züchten. Deshalb werden jeden Monat tausende Tiere aus ihrem Zuhause entführt und in Zuchtanlagen im Ausland gebracht. Gewalt durchzieht diesen Prozess von Anfang bis Ende.

Zunächst fangen Tierfänger:innen in Kambodscha, China, Indonesien, Vietnam oder auf Mauritius Affenmütter mit Fallen und nehmen ihnen die Babys weg. Die Mütter – oder andere Mitglieder der Affengruppe, die das Einfangen bis hierhin überlebt haben – werden in Käfige gesteckt, die Babys in Säcke. Einige der Affen werden direkt an Labore in den USA verkauft, andere gehen zunächst an kommerzielle Zuchtfabriken, in denen sich die Mütter unter dreckigen, beengten Bedingungen ständig fortpflanzen müssen. Verletzungen und Krankheiten sind hier an der Tagesordnung. Viele Tiere sterben. Die Babys werden ihren Müttern kurz nach der Geburt entrissen.

Durch Tierversuchsindustrie vom Aussterben bedroht

Die grausame Ausbeutung von Affen in Versuchslaboren ist einer der Hauptgründe dafür, dass einige Arten inzwischen vom Aussterben bedroht sind. Der Erhaltungszustand der Langschwanzmakaken wurde kürzlich von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) von „gefährdet“ auf „stark gefährdet“ heraufgesetzt. Laut der Tierversuchsstatistik für das Jahr 2020 stammten 1384 der 1405 in Deutschland in Tierversuchen missbrauchten Makaken aus nicht-europäischen Ländern. [1]

affen
Die Ausbeutung der Affen für grausame Tierversuche befeuert ihr Artensterben.
Foto: Jo Anne McArthur/ We Animals Media

Qualvolle Transporte per Flugzeug

Die Massentierhaltungen in diesem Bereich weisen ähnliche Zustände wie sogenannte Lebendtiermärkte auf. Tiere, die die Gefangenschaft dort überleben, werden anschließend in kleine Holzkisten gesteckt und zu Hunderten in Flugzeuge geladen. Ihnen steht ein angsteinflößender Flug in völliger Dunkelheit hin zu ihrem sicheren Tod bevor. Teils dauert die Reise in die USA mehrere Tage. Die Affen sitzen in dieser Zeit in ihren eigenen Ausscheidungen.

Solche Flüge sind eine Gefahr sowohl für Affen als auch Menschen. Denn sie bringen Affen, die mit übertragbaren Krankheiten infiziert sein könnten, in Kontakt mit unzähligen Menschen: Crews der Fluglinien, Passagier:innen, Verlade- und Flughafenpersonal. Im Frachtraum werden neben den Affen auch andere Tiere transportiert. Ein Ausbruch der Tiere würde ein hohes Risiko für die Öffentlichkeit darstellen.

Offiziell und doch geheim

Die US-Regierung weiß sehr wohl, wie gefährlich dieses System ist – doch sie ignoriert die Gefahr. Die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) haben den Import von Primaten für den Privatbesitz schon in den 1970ern verboten. Vor einem Regierungskomitee sagten sie aus: „[N]icht-menschliche Primaten, insbesondere erst kürzlich wildgefangene, können Infektionserreger im Blut oder anderem Körpergewebe aufweisen, die beim Menschen schwere oder tödliche Krankheiten auslösen können. […] [Da] uns die Krankengeschichte nicht-menschlicher Primaten, die aus anderen Ländern in die USA importiert werden, häufig nicht bekannt ist, können [die Tiere] potenziell auf den Menschen übertragbare Krankheiten in sich tragen.“

Die CDC haben diverse Einrichtungen (die genaue Anzahl wird geheim gehalten) im ganzen Land als Quarantänestellen genehmigt. Dort werden die importierten Affen untergebracht, bis man sie in die Laboratorien und damit in ihren sicheren Tod schickt. Die CDC geben nicht bekannt, wo sich diese Einrichtungen befinden oder wie viele Affen dort untergebracht sind. Auch an allen weiteren Informationen über die Quarantänestellen und die Affen dort fehlt es. Alles bleibt ein großes Geheimnis.

Flughafen
Symbolbild. Die Affen werden per Flugzeug in andere Länder transportiert.

Krankheitsgefahr durch importierte Primaten

Der Handel mit importierten Primaten ist nicht nur für die Affen gefährlich. Aufgrund unserer genetischen Ähnlichkeit ist das Risiko, dass Bakterien und Viren zwischen Affen und Menschen übertragen werden, größer als bei jeder anderen Tiergruppe. Primaten sind bekanntermaßen Träger und Überträger einer ganzen Reihe bedrohlicher Krankheitserreger und Krankheiten, darunter das Herpes-B-Virus, Tuberkulose, antimikrobiell resistente Mikroben, Ebola-ähnliche Viren, das Affenvirus des hämorrhagischen Fiebers, Shigellose, Salmonellen, Campylobacter, Malaria, Dengue-Fieber und Lepra. Solche Viren wurden auch bei den Primaten in Laboren in der EU nachgewiesen. [2]

Obwohl die kommerziellen Importeure von Affen verpflichtet sind, auf tödliche Krankheitserreger zu untersuchen, die auf den Menschen übergehen könnten, werden diese oft übersehen, nicht alle können nachgewiesen werden und einige tauchen erst Monate oder Jahre später auf. Auch neue, noch nicht identifizierte Viren, die das Potenzial haben, Pandemien auszulösen, stellen ein Risiko dar. Wissenschaftler:innen, die sich konkret mit dem Zoonose-Risiko im Kontext des internationalen Tierhandels befassen, fanden heraus, dass der Handel mit Langschwanzmakaken und Rhesusaffen das größte Potenzial für eine Übertragung von Zoonosen birgt. [3, 4]

In Danville, Pennsylvania, bekamen die Menschen kürzlich einen Eindruck davon, wie beängstigend die Anonymität dieses Liefersystems sein kann – und wie gefährlich. Ein unscheinbarer Transporter verteilte seine Fracht bestehend aus 100 Affen auf einem öffentlichen Highway. Drei Tiere entkamen.

Was passiert mit den Affen in den Versuchslaboren?

Affen in Laboren müssen die unterschiedlichsten schmerzhaften und tödlichen Experimente über sich ergehen lassen. Beispielsweise werden Herbizide und Pestizide oder auch neue Medikamente an ihnen getestet. Doch Fakt ist: Die überwiegende Mehrheit dieser Versuche ist sinnlos. 95 % aller neuen Medikamente, die in Tierversuchen als sicher und wirksam eingestuft wurden, werden niemals für den Menschen zugelassen. [5]

Außerdem müssen Affen für Versuche herhalten, die der bloßen Befriedigung von Neugier dienen. Dabei werden sie aufgeschnitten, bekommen Elektroschocks, werden Strahlung ausgesetzt, mit Krankheiten infiziert, drogen- oder alkoholabhängig gemacht, in völliger Einsamkeit gehalten, in angstauslösenden Versuchen traumatisiert oder Angriffen ausgesetzt, die eine Depression auslösen sollen. Für das laufende Jahr wurden in Deutschland allein bis heute 20 teils sehr grausame Versuchsvorhaben mit Makaken genehmigt: So wurde in einem Experiment Makaken der Schädel aufgebohrt, um Kanülen zu platzieren. Zudem wurden die Tiere für den Versuch über acht Stunden in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert. [6]

Affe im Kaefig
Affen gehören in die Freiheit – nicht gequält und getötet in grausamen, sinnlosen Experimenten.

Die meisten Affen werden getötet, sobald die Experimente abgeschlossen sind oder der Körper der Tiere zu ausgezehrt ist, um noch etwas damit anfangen zu können. Nur sehr wenige verlassen ein Labor lebend – und zurück nach Hause kommt niemand von ihnen.

Tote Affen und unerfüllte Versprechen

Trotz jahrzehntelanger Versprechen und hunderttausender toter Affen: Tierversuche haben bis heute keine wirksamen Impfstoffe gegen HIV, Tuberkulose, Malaria oder andere schwerwiegende Erkrankungen hervorgebracht. COVID-19-Versuche haben der Wissenschaft gezeigt, wie irrelevant und häufig auch irreführend Affenversuche sind. Es ist an der Zeit, diesem barbarischen und tödlichen Handel ein Ende zu setzen.

Unterschreiben Sie für das Ende von Tierversuchen

In Tierversuchen werden fühlende Lebewesen missbraucht, obwohl die Ergebnisse nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar sind und sogar für die Entwicklung wichtiger Medikamente hinderlich sein können. Diese grausamen Experimente sind moralisch nicht vertretbar.

Helfen Sie, die Forschung zu modernisieren: Unterstützen Sie unseren Research Modernisation Deal und unterschreiben Sie unsere Petition. So tragen Sie dazu bei, den millionenfachen Missbrauch von Tieren in Versuchslaboren zu beenden.