Auf angeblich „humanen“ und „verantwortungsbewussten“ Mohairfarmen in Südafrika und Lesotho werden Ziegen für Mohairwolle ausgebeutet. Neue Aufnahmen aus dem Jahr 2025 von PETA Asien zeigen massive Gewalt gegen die Tiere. Die Ermittler:innen filmten unter anderem, wie Arbeiter:innen Ziegen mit Besen und Stöcken schlagen, sich wehrende Ziegen an den Hörnern und Beinen umherschleifen und sie auf den Boden drücken, während die Tiere vor Angst und Schmerz schreien. Dabei handelt es sich um sechs verschiedene Schurhallen, von denen drei durch den irreführend benannten „Responsible Mohair Standard” zertifiziert sind.
Erfahren Sie hier, wie sehr Ziegen für Mohair wirklich leiden, warum es keine „verantwortungsvolle“ Mohairproduktion gibt und wie Sie helfen können.
Ziegen schreien, während Arbeiter:innen sie für Mohair scheren
Die Aufnahmen der PETA-Asien-Recherche dokumentieren, dass die Schur häufig unter enormem Zeitdruck erfolgt, da viele Arbeiter:innen nach Menge und nicht nach Stunden bezahlt werden. Die Aufnahmen zeigen:
- Ziegen wurden so unachtsam geschoren, dass mehrere von ihnen blutige Verletzungen erlitten.
- Arbeiter:innen packten und zerrten an den empfindlichen Ohren, Hörnern, Schwänzen, Beinen und dem Fell der Ziegen.
- Oft hoben oder rissen sie die Tiere so, dass sie während des Schurvorgangs stürzten, um sich schlugen oder schrien.
- Eine Ziege litt unter einer großen, klaffenden Wunde, nachdem sie angeblich von einem Schakal angegriffen worden war – dennoch wurde sie geschoren. Die Ziege schrie vor Schmerzen, während eine Person achtlos um das zerrissene Fleisch des Tieres herum schnitt.
Ziegen werden geschlagen, gepeitscht und an ihren Schwänzen gezerrt
Arbeiter:innen schlugen, peitschten und stießen die Ziegen wiederholt aggressiv mit Werkzeugen wie Besen und Stangen ins Gesicht und in den Rücken, um sie in Ställe zu treiben oder ihre Bewegungen zu kontrollieren. Verdeckte Aufnahmen zeigen, wie Arbeiter:innen Ziegen an ihren Schwänzen herumzerrten – ein Vorgehen, bei dem ihre empfindlichen Wirbelsäulen leicht brechen können. In einer Mohairanlage lagen mehrere tote Ziegen auf einem Haufen – darunter auch ein Ziegenbaby.
Es gibt keine „verantwortungsbewusste” Mohairproduktion
Die brisanten Aufnahmen sind das Ergebnis der zweiten Untersuchung von PETA Asien zu Mohairbetrieben in Südafrika, wo der größte Teil des weltweiten Mohairs hergestellt wird. Bei der ersten Untersuchung beobachteten Augenzeug:innen, wie Scherer:innen einigen Tieren große Hautstücke herausschnitten und die klaffenden Wunden auf dem schmutzigen Schurboden grob vernähten, ohne Schmerzmittelgabe. Diese zweite Untersuchung macht deutlich, dass die Mohairindustrie von weit verbreiteter Grausamkeit und systemisch bedingtem Missbrauch geprägt ist, unabhängig davon, ob eine Anlage nach dem „Responsible Mohair Standard“ zertifiziert ist.
Ziegen sind fühlende und intelligente Lebewesen
Ziegen sind soziale, neugierige und intelligente Tiere. Sie wedeln mit dem Schwanz und springen vor Freude, wenn sie glücklich sind. Mutterziegen bauen eine starke Bindung zu ihren Babys auf und sowohl Mutter als auch Kind erkennen kurz nach der Geburt die unterschiedlichen Laute des anderen.
In der Mohairindustrie werden die Tiere zu Rohstofflieferanten degradiert. Bereits junge Zicklein werden im Alter von 6 Monaten geschoren. Sobald die Qualität ihres Fells nachlässt oder sie als nicht mehr „nutzbar“ gelten, werden die Ziegen getötet, oft viele Jahre vor Erreichen ihrer natürlichen Lebenserwartung.
Fordern Sie Paul Smith auf, kein Mohair mehr zu verkaufen
Wer Produkte aus Mohair kauft oder verkauft, unterstützt eine Industrie, in der Tiere Angst, Schmerzen und Gewalt ausgesetzt sind. Unterstützen Sie deshalb unsere Petition und fordern Sie das britische Modeunternehmen Paul Smith auf, Mohair aus seinem Sortiment zu streichen und stattdessen auf tierfreie Materialien zu setzen.