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Was bedeutet halal? Infos zum Stellenwert von Tieren im Islam

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Halal ist ein Begriff aus dem Arabischen und bedeutet „erlaubt“ oder „zulĂ€ssig“. Im islamischen Kontext beschreibt er alles, was nach den Regeln des Korans erlaubt ist – insbesondere bei Nahrungsmitteln. Das Gegenteil von halal ist „haram“, also verboten. FĂŒr viele Menschen ist die Frage „Was bedeutet halal?“ eng mit ErnĂ€hrung verbunden, vor allem mit Fleischprodukten.

Inhaltsverzeichnis

Tiere im Islam: Was ist ihr Stellenwert und wie sollen sie behandelt werden?

Es gibt viele Mythen darĂŒber, welchen Stellenwert Tiere im Islam haben und wie sie behandelt werden sollten. Der Islam ist eine Religion, die Tiere als besonderen Teil der Schöpfung Allahs ansieht. Doch hĂ€ufig wird gerade das SchĂ€chten von Tieren als Beweis gewertet, der Islam sei eine tierfeindliche Religion. Gehen wir den Fragen also auf den Grund.

Was genau bedeutet „halal“?

„Halal“ ist ein arabischer Begriff und bedeutet wörtlich „erlaubt“ oder „zulĂ€ssig“. Im islamischen Kontext bezieht sich halal nicht nur auf Fleisch, sondern auf alle Lebensbereiche – darunter ErnĂ€hrung, zwischenmenschliches Verhalten, Finanzen.

Es ist ein umfassendes Konzept, das den GlĂ€ubigen Orientierung gibt, was mit den ethischen und religiösen Prinzipien vereinbar ist. Halal steht dabei fĂŒr Reinheit, Ehrlichkeit und Verantwortung im Handeln. Es geht nicht nur um das Vermeiden von Verbotenem (haram), sondern auch um die bewusste Entscheidung fĂŒr das Gute und Erlaubte, um ein Leben im Einklang mit den islamischen Werten zu fĂŒhren.

Was genau ist Halal-Fleisch?

Beim Fleischkonsum bedeutet halal:

  • Das Tier muss „erlaubt“ sein (z. B. Unterscheidung zwischen Rind, Huhn, Schaf auf der einen, Schwein auf der anderen Seite).
  • Es muss gesund und lebendig sein vor der Tötung.
  • Die „Schlachtung“ erfolgt durch einen Muslim, Juden oder Christen, der den Namen Allahs ausspricht.
  • Das Tier soll mit einem scharfen Schnitt schnell und schmerzarm getötet werden, sodass Blut ausfließen kann. [1-3]
  • Kein Tier darf vor den Augen anderer Tiere getötet werden, um Stress zu vermeiden.

Diese Regeln sollen sicherstellen, dass das Tier respektvoll behandelt wird und der Mensch bewusst konsumiert. Halal ist also nicht nur ein technischer Vorgang, sondern ein ethisches Konzept, das Reinheit, Verantwortung und MitgefĂŒhl einschließt.

Obwohl die Halal-Regeln den respektvollen Umgang mit Tieren betonen, wird die RealitĂ€t diesen GrundsĂ€tzen oft nicht gerecht: Das Töten ohne BetĂ€ubung ist mit unvorstellbarem Leid verbunden – unabhĂ€ngig von religiösen Vorschriften, denn die Tiere bluten bei vollem Bewusstsein aus.

Halal betrifft auch andere Nahrungsmittel (z. B. keine Gelatine aus Schwein, kein Alkohol) sowie Kosmetik und Medikamente.

SchĂ€chten – was ist die Halal-Schlachtung?

Der Begriff SchĂ€chten bezeichnet die rituelle Tötung von Tieren – den Begriff gibt es auch im Judentum. Fleisch gilt als „halal“, also als erlaubt oder rechtmĂ€ĂŸig, wenn

  • das Tier vollstĂ€ndig ausgeblutet wurde
  • und dafĂŒr Luftröhre, Speiseröhre und Arterien am Hals durchtrennt wurden.

In einem entscheidenden Punkt sind sich die Gelehrten jedoch uneinig: Einige halten eine vorherige BetĂ€ubung des Tieres fĂŒr zulĂ€ssig, andere nicht. Immer mehr setzt sich die Ansicht durch, dass eine BetĂ€ubung nicht gegen Halal-Vorschriften verstĂ¶ĂŸt. Unter anderem vertritt das EuropĂ€ische Halal Zertifizierungsinstitut (EHZ) diese Meinung. [3]

Hat das Tier bei der „Halal-Schlachtung“ Schmerzen?

Offiziell verlangt die islamische Vorschrift, dass die Tötung schnell und prÀzise erfolgt, um das Leiden des Tieres zu minimieren.

Doch Recherchen haben wiederholt gezeigt, welch unsĂ€gliche Qualen Tiere beim betĂ€ubungslosen Töten erleiden – nicht nur bei der „Halal-Schlachtung“.

In Deutschland ist die betĂ€ubungslose Tötung eines Wirbeltieres grundsĂ€tzlich verboten. Da im Grundgesetz jedoch sowohl die freie ReligionsausĂŒbung als auch der Tierschutz verankert sind, wird abgewogen – und es werden Ausnahmegenehmigungen erteilt.

Religiösen Quellen zufolge soll die „Halal-Schlachtung“ gewĂ€hrleisten, dass die Tiere so wenig wie möglich leiden, denn nur das entsprĂ€che der islamischen Vorstellung. Doch die Praxis zeigt seit jeher: Ein fĂŒhlendes Lebewesen zu töten, ist immer mit Gewalt und Leid verbunden. Die Kluft zwischen Theorie und Praxis ist hier genauso groß wie der Unterschied zwischen den offiziellen Aussagen der weltweiten Fleischindustrie und der RealitĂ€t im Schlachthof.

In vielen Religionen wird die Achtung vor dem Leben gelehrt; doch wenn es darum geht, ein Tier zu töten, scheint diese Achtung in den Hintergrund zu rĂŒcken: denn die Tiere schreien, winden sich in Panik, leiden Schmerzen und haben einen qualvollen Todeskampf.

Ist die „Halal-Schlachtung“ schmerzfrei?

Nein, die Tiere leiden dabei enorm, denn sie sind wie Menschen aus Fleisch und Blut. [4-6] Oft wird behauptet, dass der Schnitt bei korrekter AusfĂŒhrung sehr schnell ist und das Tier rasch bewusstlos wird. Doch bei der „Halal-Schlachtung“ erfolgt oft keine BetĂ€ubung – was zu Leid fĂŒhrt. In einigen LĂ€ndern ist eine BetĂ€ubung vor dem Schnitt erlaubt und wird praktiziert, sofern sie den Tod nicht vor dem Schnitt verursacht.

Ist halal „Schlachten“ besser als normales Töten?

Nein, fĂŒr die Tiere gibt es keinen Vorteil bei einer halal-konformen Tötung – auch wenn die Ansichten je nach Perspektive anders sind:

  • Religiös: FĂŒr Menschen muslimischen Glaubens ist Halal-Schlachtung verpflichtend und daher „besser“.
  • Tierschutz: Tiere dĂŒrfen in deutschen Schlachthöfen nur mit BetĂ€ubung getötet werden, um Schmerzen zu reduzieren. Eine Tötung ohne BetĂ€ubung ist nicht „besser“, sondern mit noch mehr Leid verbunden. Auch die Art der Tierhaltung spielt keine Rolle – die Tiere können aus der qualvollen Intensivtierhaltung stammen und dennoch als halal gelten.
  • Nachhaltigkeit: Halal sagt nichts ĂŒber Tierhaltung oder Umweltaspekte aus: Halal-Regeln berĂŒcksichtigen keine Aspekte wie Klimaschutz oder Ressourcenschonung. Nachhaltige ErnĂ€hrung bedeutet, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren – was mit einer pflanzlichen ErnĂ€hrung am effektivsten gelingt. Tierische Produkte, auch wenn sie halal sind, bleiben deutlich ressourcenintensiver als pflanzliche Alternativen.
In allen Schlachthöfen geht es blutig zu – ob halal oder nicht.

Besser mit BetÀubung?

Zahlreiche Berichte und Aufnahmen belegen: Auch Tiere, die nicht halal getötet werden, erleiden unsagbare Qualen:

  • Sie erleben Todesangst, Panik und unvorstellbare Schmerzen, wenn sie zum Schlachthof transportiert und in RĂ€ume getrieben werden, in denen es nach Blut, Angst und Tod riecht.
  • Die vorgeschriebene BetĂ€ubung wirkt oft nicht – und so werden in deutschen Schlachthöfen offiziellen Angaben zufolge [7] jedes Jahr Millionen Tiere bei vollem Bewusstsein getötet. Die Dunkelziffer dĂŒrfte noch wesentlich höher liegen. Dieses Problem besteht auch in sogenannten Bio-Schlachthöfen.

Im Februar 2019 entschied der EuropĂ€ische Gerichtshof (EuGH ), dass Halal-Fleisch nicht das europĂ€ische Bio-Siegel tragen darf. Als Grund wird das fehlende Tierwohl bei der Tötung angefĂŒhrt. Doch in konventionellen SchlachthĂ€usern sind Schmerzen an der Tagesordnung und wird kein Unterschied gemacht, wie die Tiere zuvor gehalten wurden: Dort leiden und sterben alle Tiere gleich – unabhĂ€ngig von der Haltungsform, also auch Tiere aus Biobetrieben.

Ist der Islam tierfreundlich?

Fest steht, dass sich im Islam zahlreiche Hinweise auf MitgefĂŒhl und Respekt gegenĂŒber Tieren finden. So soll der Prophet Mohammed besonders Katzen sehr gemocht haben. TierquĂ€lerei wird verurteilt und der Mensch wird angehalten, Verantwortung fĂŒr Tiere und die Umwelt zu ĂŒbernehmen. [8]

Wie in anderen Religionen gibt es mit Blick auf viele Fragen auch im Islam nicht die eine richtige Antwort, sondern verschiedene Auslegungen. Unterschiedliche Rechtsschulen und Islamgelehrte deuten den Koran und die Sunna auf ihre jeweils eigene Weise und geben ihre Ansichten an die GlĂ€ubigen weiter. Diese entscheiden dann individuell, wem sie ihr Vertrauen und somit Glauben schenken.

  • Gelten Hunde im Islam als unreine Tiere?

    Ein anderes Thema, das in Fragen rund um Tierschutz und Islam immer wieder zur Sprache kommt, ist die Hundehaltung. In vielen Berichten werden Hunde als „unreine“ Tiere genannt, die nur gehalten werden dĂŒrften, wenn sie einen „Nutzen“ erfĂŒllen, zum Beispiel zum Herdenschutz. Allerdings gibt es auch viele Hinweise, die in eine andere Richtung deuten:

    So sollen etwa mehrere Personen von Allah und Mohammed dafĂŒr belohnt worden sein, notleidenden Hunden geholfen zu haben. [9]

    Entsprechend gibt es auch unterschiedliche Auslegungen darĂŒber, welche Rolle der Hund im Islam nun einnimmt: WĂ€hrend einige Gelehrte die Hundehaltung verbieten, sehen andere kein Problem darin. Daher finden sich in Deutschland, aber auch in mehrheitlich muslimischen LĂ€ndern immer mehr Hunde als tierische Begleiter.

Koran
Im Islam werden auch Tierschutzgedanken thematisiert.

Islamische Tierrechtsbewegung

Viele muslimische Menschen setzen sich fĂŒr Tierrechte ein und möchten mehr darĂŒber erfahren, was ihre Religion ĂŒber Tiere sagt. [10] Die islamische Theologie fordert MitgefĂŒhl und Respekt gegenĂŒber allen Lebewesen. Deshalb ist es nur logisch, dass sich viele GlĂ€ubige fragen, ob sie ĂŒberhaupt Tiere essen sollten – unabhĂ€ngig von der Tötungsmethode.

Fakt ist: Unschuldige Lebewesen werden zu Opfern der industriellen Fleisch-, Milch- und Eierindustrie:

  • Die meisten von ihnen verbringen ihr ganzes Leben unter trostlosen und schrecklichen Bedingungen, abgeschottet von allem, was ihr Leben ertrĂ€glicher machen könnte.
  • Oft leiden sie unter Qualzucht und schweren Krankheiten.
  • In diesen Industrien werden sogar Tierbabys – lange bevor sie ihre natĂŒrliche Lebenserwartung erreichen. FĂŒr die „Produktion“ von Kalbfleisch etwa werden KĂŒhe schon im Alter von wenigen Monaten umgebracht. Die Tierkinder werden ĂŒber hunderte Kilometer und unter allen Witterungsbedingungen zum Schlachthof gekarrt und gewaltsam in den Schlachtraum getrieben.

Auch wenn das Leid der unzĂ€hligen Tiere in den großen, dunklen StĂ€llen und Hallen nicht sichtbar ist, existiert es.

Tierische Produkte sind immer mit Leid verbunden

Wer sich tierfreundlich ernĂ€hren will – ob halal oder nicht –, muss sich fĂŒr eine rein pflanzliche ErnĂ€hrung entscheiden. Diese ErnĂ€hrungsform erfĂŒllt auch den im Islam geforderten Respekt gegenĂŒber dem eigenen Körper, der Umwelt und den Tieren.

Offizielle Statistiken ĂŒber die Anzahl der in Deutschland betĂ€ubungslos getöteten Tiere werden nicht gefĂŒhrt. Fest steht jedoch, dass sie einen Bruchteil der insgesamt in Deutschland getöteten Tiere ausmachen. Manche BundeslĂ€nder, beispielsweise Niedersachsen und Hessen, haben in der Vergangenheit Ausnahmegenehmigungen fĂŒr den Zeitraum des islamischen Opferfestes erteilt. [11]

Die Todesqualen von Tieren wÀhrend der Tötung zu einem muslimischen Problem zu machen, verzerrt deshalb die RealitÀt.

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