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Ponykarussells auf Jahrmärkten: Tierquälerei für den Profit

Helfen Sie mit, die Pony-Schinderei in die Geschichtsbücher zu verbannen

Stand Oktober 2015
Auf einigen Jahr- und Weihnachtsmärkten gibt es noch immer sogenannte Ponykarussells, in denen die Tiere dazu gezwungen werden, den ganzen Tag lang im Kreis zu laufen. Dahinter verbirgt sich jedoch nichts anderes als eine tierquälerische Schinderei, denn Wirbelsäule und Beine von Ponys bzw. Pferden sind nicht für stundenlanges Im-Kreis-Laufen ausgelegt. Schmerzhafte Gelenk- und Wirbelschäden sind häufig die Folge. Neben der traurigen Monotonie endloser Runden leiden die sensiblen Ponys durch ein oftmals nicht passendes Zaumzeug und einen vielerorts erheblichen Lärmpegel von angrenzenden Fahrgeschäften. Der Missbrauch der Tiere als Rondell-Maschinen vermittelt Kindern zudem ein nicht zeitgemäßes Bild vom Umgang mit lebenden Mitgeschöpfen. 

Auch die Bevölkerung lehnt Ponykarussells mit deutlicher Mehrheit ab: Eine repräsentative Umfrage (pdf-Datei) ergab im August 2015, dass rund zwei Drittel der Deutschen die Nutzung von Ponys in Karussells als nicht tiergerecht empfinden. Nur 13 % glauben hingegen, die Ansprüche der Tiere würden ausreichend erfüllt. Lediglich 19 % aller Befragten sind der Ansicht, dass Ponykarussells weiterhin auf Jahr- und Weihnachtsmärkten zugelassen werden sollten, während sich rund 59 % für ein Verbot aussprechen.
 
Bitte helfen Sie mit, Ponykarussells in die Geschichtsbücher zu verbannen:
 
  • Bitten Sie die Veranstalter von Jahr- und Weihnachtsmärkten, künftig keine Ponykarussells mehr zuzulassen. Als positives Vorbild dienen Politiker und Kirmesveranstalter in Düsseldorf, Duisburg, Coburg, Schweinfurt, Neuss, Andernach und Dachau, die im Jahr 2015 beschlossen haben, künftig keine Ponykarussells zu genehmigen.
     
  • Fordern Sie Lokalpolitiker auf, Ponykarussells per Stadtratsbeschluss von Kirmesfesten zu verbannen
     
  • Informieren Sie unverzüglich die örtliche Veterinärbehörde, wenn sie erschöpfte, kranke oder leidende Ponys in einem Karussell beobachten
     
  • Organisieren sie eine Protestaktion, um Jahrmarktsbesucher aufzuklären (Tipps)  
Erschöpftes Pony im Karussell / © PETA-D
Experten zunehmend kritisch
Immer mehr Amtstierärzte, Tierärzte und Experten sprechen sich gegen die monotonen Ponykarussells aus. Amtstierärztin Dr. Sabine Beckmann vom Kreisveterinäramt Gütersloh sagte 2010 in einem Interview (1): „Die derzeitige Praxis, die Ponys stundenlang in dieselbe Richtung trotten zu lassen, ist als absolut verhaltenswidrig einzustufen. Die Tiere leiden physisch und psychisch.“ In einem weiteren Zeitungsartikel (2) werden Amtstierärzte der Landkreise Gütersloh und Paderborn wie folgt zitiert: „Die Tiere laufen immer nur im Uhrzeigersinn. Dadurch können Haltungs- und Muskelschäden entstehen. Das ist Tierquälerei!“ Der durch Publikationen und Kolumnen bekannte österreichische Tierarzt Dr. Hans Christ warnt ebenfalls vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Ponykarussells (3): „Durch die fortgesetzte einseitige Kreisbewegung kommt es unweigerlich, ungeachtet etwaiger Erholungspausen, im Laufe der Zeit zu Schäden im Bewegungsapparat (ungleiche Beanspruchung der Gelenke, Bänder und der Wirbelsäule). […] Die Stereotypie des Tätigkeitsmusters und die damit verbundene Reizarmut stellt für die Tiere eine zusätzliche, psychische Belastung dar!
 
Der renommierte Hippologe Ingolf Bender (Wicklow, Irland), Herausgeber und Autor diverser Standardbände (u. a. Kosmos Handbuch Pferd und Praxishandbuch Pferdegesundheit) bezeichnet die typischen Pony-Karussells, meist auf Rummelplätzen, als "unkultiviertes Kommerzangebot, weil dabei Pferde in vielen Fällen teils tierschutzwidrig gezäumt, teils von reitungeübten Kindern durchweg zwar unabsichtlich, aber unabwendbar, unreiterlich traktiert und zudem u. a. nicht artgerecht bewegt werden. Durch Art und Umfang eines typischen Pony-Karussellbetriebs sind psychische und physische Leiden der Vierbeiner unvermeidbar. Wegen des sich daraus ergebenden dringenden Verdachts der Tierschutzwidrigkeit sollte der typische Pony-Karussellbetrieb explizit gesetzlich verboten und veterinärbehördlich durch entsprechende Ordnungsverfügungen untersagt werden."

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. ist ein Zusammenschluss von praktizierenden Tierärzten und Amtstierärzten in Deutschland. Sie beleuchtet in ihrem Positionspapier (4) einen weiteren kritischen Aspekt bei der Nutzung von Ponys in „Ponykarussells“: „Hervorgehoben werden muss zudem, dass den Kindern durch das stupide Im-Kreis-Laufen der Ponys ein Bild vom Pferd vermittelt wird, das aus der Sicht des ethischen Tierschutzes heute nicht mehr zeitgemäß ist.“


Geltende Richtlinien erlauben Tierquälerei
Die „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind fast 15 Jahre alt. Ihnen zufolge wird den Ponys nur alle vier Stunden eine kurze Pause zugestanden. Ein Vermerk über extreme Wettersituationen fehlt gänzlich (5). Den Veterinärbehörden ist es jedoch gar nicht möglich, die Pausenzeiten für die Ponys zu überprüfen, weil dies die Anwesenheit eines Amtstierarztes von mindestens vier Stunden voraussetzen würde. Kein Veterinäramt hat Kapazitäten, um solche zeitaufwändigen Kontrollen zu leisten. Daher sind die Tiere dem guten Willen der Schausteller schutzlos ausgeliefert. Doch für die ist der Profit meistens wichtiger als das Wohlergehen ihrer Ponys.
 
Ponys müssen stundenlang im Kreis laufen / © PETA-D
Ponys wollen nicht endlos im Kreis laufen
Pferde bzw. Ponys sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten auch natürliches Tageslicht und viel Auslauf zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.
 

 
Quellen:
 
(1) www.nw-news.de/owl/kreis_guetersloh/guetersloh/guetersloh/?em_cnt=3982214
(2) www.bild.de/BILD/regional/ruhrgebiet/aktuell/2010/11/19/irrer-pony-prozess-in-minden/kirmes-pferde-sollen-die-richtung-wechseln.html
(3) www.tierschutzverein.at/news/ponykarussell--tierarzt-bestaetigt-kritik-des-Oesterreichischen-tierschutzvereins_1965
(4) www.tierschutz-tvt.de/fileadmin/tvtdownloads/merkblatt116.pdf
(5) Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) (2000): Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen. Online unter: http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Tier/Tierschutz/GutachtenLeitlinien/HaltungZirkustiere.html