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Neozoen: Kein Frieden für Waschbär & Co

Wieso aus fremden Tieren plötzlich heimische wurden und warum sie nun im Namen des Naturschutzes gejagt werden

Stand November 2013
Wegen ihrer Pelze wurden Waschbären, Minks (Nerze) und Marderhunde aus Amerika und Asien nach Europa verschleppt und Millionen auf Pelzfarmen erschlagen, vergast und mit analem Elektroschock getötet. Die ausgebrochenen oder freigelassenen Nachfahren sind mittlerweile heimisch. Doch Jäger töten ungehindert zehntausende Tiere im Namen des Naturschutzes ohne das Recht der Tiere auf Leben zu respektieren.

Todeskampf eines Waschbären / © Born Free USA - Respect for Animals
Waschbär, Marderhund und Mink im Kreuzfeuer
Schießwütige Jagdverbände fordern in den Schlagzeilen regelmäßig die Ausrottung von tierischen Neubürgern, sogenannten Neozoen, ohne dabei die Rolle des Menschen kritisch zu hinterfragen und die Tierrechte zu würdigen. 71.071 Waschbären wurden in Deutschland laut Deutschem Jagdschutzverband im Jagdjahr 2011/2012 erlegt - angeblich zum Schutz bedrohter Arten, wie der Sumpfschildkröte. Deren Bestand ist jedoch hauptsächlich durch die menschliche Fischerei-, Land- und Forstwirtschaft und die damit fortwährende Zerstörung ihres natürlichen Lebensraumes bedroht.

Marderhunde wurden von russischen Pelzfarmen ausgesetzt / © flickr.com/Oikeutta-Elaimille
Ebenso rücksichtslos wird Jagd auf den eingewanderten „Asiatischen Waschbär“ oder Marderhund gemacht. Die Tiere wurden ehemals von russischen Pelzfarmern ausgesetzt und sind in Ostdeutschland heimisch. Fast 15.000 der scheuen Familientiere fielen 2010/11 der Jagd zum Opfer, ohne dass bisher große negative Auswirkungen des früchteliebenden Allesfressers auf das Ökosystem nachgewiesen worden sind.

Bereits ab 1920 flohen Minks aus den winzigen Drahtkäfigen von Pelzfarmen und breiten sich seit dem in den ostdeutschen Bundesländern aus. In Deutschland zur Zeit existieren sogar noch illegale Nerzfarmen. Zum Verhängnis wird diesen Amerikanischen Nerzen ihre evolutionär stärkere Durchsetzungskraft gegenüber dem bedrohten Europäischen Nerz, der ebenfalls durch die Pelzindustrie und menschliche Lebensraumzerstörung fast ausgerottet war. Bodenbrüter haben sich jedoch durch Vermeidungsstrategien an den Mink teilweise angepasst und in Sachsen-Anhalt sind keine großen negativen Auswirkungen bekannt.

Fallenjagd: Qualvolles Ende durch Kopfschuss oder Zertrümmerung des Brustkorbs / © PETA USA
Keine unnötigen Tieropfer im Namen des Naturschutzes
Tierquälerischen Giftköder, Schusswaffen oder der qualvolle Fallenfang verursachen unfassbares Tierleid und haben sich langfristig als wirkungslos bei der Bekämpfung neuer heimischer Bewohner herausgestellt. Effektiver Arten- und Naturschutz ist in erster Linie durch die Wiederherstellung zusammenhängender natürlicher Lebensräume für Flora und Fauna möglich. Solange die Jägerschaft weiterhin ungestört mit Flinte und Fallen tödlichen „Naturschutz“ betreibt und versucht angeblich „nachhaltige Pelze“ aus der Jagd zu legitimieren, gilt es für die Freunde aller Tiere politisch und privat dagegen vorzugehen.

 

Was Sie tun können

Waldbesitzer in Deutschland sollen demnächst die Jagd auf ihrem Privatbesitz verbieten können und jeder tierfreundliche Hausbewohner sollte seinen Müll oder Schornstein für Waschbären und andere Wildtiere nicht offen zugänglich lassen.

Kaufen und tragen Sie keinen Echtpelz! Jeder Echtpelzkragen oder jeder noch so kleine Echtpelz-Besatz als Ärmel, an Stiefeln oder als Accessoire steht für ein kurzes Tierleben voller Leid und Entbehrung auf Pelzfarmen oder durch die qualvolle Jagd.