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Tiere als Ersatzteillager des Menschen

 
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Organspende rettet nicht nur Menschen, sondern auch Tieren das Leben

Stand Januar 2016
Die Bereitschaft zur Organspende ist ein heiß diskutiertes Thema. Vielen Menschen fällt es schwer, sich für oder gegen eine Organspende zu entscheiden, denn dieses Thema bedeutet auch, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Dennoch ist es wichtig, eine Entscheidung zu treffen – nicht nur, um Menschenleben zu retten, sondern auch, um viele tausend Tiere jährlich vor qualvollen Experimenten in der Xenotransplantationsforschung zu bewahren.
Schweine wie Marylin werden in Laboren getötet, um ihre Organe zu nutzen. Marylin hatte das Glück in den USA aus einem dieser Labore gerettet zu werden.
Ziel der umstrittenen Forschung sind sogenannte Xenotransplantationen (von griechisch xénos = Fremder). Darunter versteht man das Verpflanzen von lebenden Zellen und Zellverbänden (einschließlich ganzer Organe) von einer Spezies zu einer anderen, beispielsweise vom Schwein zum Affen oder auch vom Schwein zum Menschen. Dieses fremde Gewebe führt jedoch in der Regel zu weitaus heftigeren Immunreaktionen, als dies bei einer Transplantation innerhalb der gleichen Spezies üblich ist, und wird vom Körper des Empfängers sehr schnell abgestoßen. Dies wird in der Medizin als hyperakute Abstoßung bezeichnet.
 
In Deutschland herrscht ein akuter Mangel an Spenderorganen, die Zahlen sind sogar rückläufig. Im Jahr 2011 gab es lediglich 14,7 Organspender pro 1 Million Einwohner  –  damit belegte Deutschland im EU-weiten Vergleich bereits damals nur den 18. Platz.1, 2 2014 spendeten sogar nur noch 10,7 Menschen pro 1 Million Einwohner ein Organ! 1
 
Aus diesem Grund werden von Jahr zu Jahr mehr Gelder in die Xenotransplantations­forschung investiert und der Missbrauch von Tieren für diese Zwecke steigt stetig.

Unter der Leitung von Prof. Reichart, der vor allem durch seine gewagten Organtransplantationen bei Menschen bekannt wurde, läuft an der LMU München seit 2012 ein Projekt, das allein mit 13 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Ziel dieses Projekts ist es, genmanipulierte Schweine zu „entwickeln“, die passende Organe für Transplantationen beim Menschen liefern und dabei eine verminderte Abstoßungsreaktion zeigen.3, 4 Und auch an vielen weiteren Standorten in Berlin, Hannover, Hamburg, München u. a. werden derartige Experimente durchgeführt.5
Unzählige Tiere müssen für die grausame Transplantationsforschung ihr Leben lassen. Meist werden Affen Organe von Schweinen in den Bauchraum eingepflanzt (z. B. ein Herz), und anschließend wird die Abstoßungsreaktion beobachtet. Die Tiere erleben die Zerstörung des transplantierten Organs durch das Immunsystem ihres eigenen Körpers bei vollem Bewusstsein und sterben qualvoll innerhalb weniger Tage oder Wochen nach der Operation. Folglich gab es bis heute auch noch keine einzige erfolgreiche Transplantation eines vollständigen tierischen Organs in den Menschen, die dieser für einen längeren Zeitraum überlebt hätte.5

Diese sogenannte „Wissenschaft“ ist in keiner Weise ethisch vertretbar. Tierversuche sind laut Gesetz nur als letzte Maßnahme einzusetzen, wenn keine Alternative zur Verfügung steht. Und in diesem Fall gibt es sogar eine weitaus bessere Alternative – nämlich Organe menschlicher Spender, für die kein Lebewesen gequält und getötet werden muss und die bereits seit vielen Jahren überaus erfolgreich transplantiert werden.
 
Eine bessere Aufklärung der Öffentlichkeit und – daraus resultierend – eine erhöhte Spendenbereitschaft seitens der Bevölkerung würden unzählige Tier- und Menschenleben retten und zudem Forschungsgelder einsparen, die an anderer Stelle sinnvoller genutzt werden könnten.

 

Was Sie tun können

Mehr als 10.000 kranke Menschen warten in Deutschland zwischen Hoffnung und Verzweiflung auf eine lebensrettende Transplantation. Derzeit benötigen etwa dreimal so viele Patienten eine neue Niere, wie Transplantate vermittelt werden können. An jedem Tag sterben im Durchschnitt drei Patienten auf der Warteliste.6 Und in den Versuchslaboren sitzen Tiere, allein in winzige Käfige eingesperrt, und erleiden unvorstellbare Qualen, bis sie in den Experimenten sterben oder getötet werden.

Wenn Sie dazu beitragen möchten, diesem unvorstellbaren Leid von Mensch und Tier ein Ende zu setzen, dann informieren Sie sich bei der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) über die verschiedenen Möglichkeiten der Organspende und bestellen Sie noch heute Ihren Organspendeausweis kostenlos und unverbindlich!



Quellenangaben:
1 Statistiken zur Organ- & Gewebespende. http://www.organspende-info.de/infothek/statistiken (04.02.2016)
2 Anzahl der postmortalen Organspender pro eine Million Einwohner in Europa 2011. http://de.statista.com/statistik/daten/studie/164246/umfrage/postmortale-organspender-im-internationalen-vergleich/ (05.06.2014)
3 Neue Sonderforschungsbereiche an der LMU: Xenotransplantation, Nanoagenzien, Proteinforschung und Multiple Sklerose http://www.uni-muenchen.de/informationen_fuer/presse/presseinformationen/2012/p-07-12.html (05.06.2014) 
4 Wie neuseeländische Schweine Nierenspender werden. http://www.welt.de/gesundheit/article106378156/Wie-neuseelaendische-Schweine-Nierenspender-werden.html (05.06.2014)
5 Gericke, Dr. med. vet. Corina (2014): http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/projekte/stellungnahme/1151-stellungnahme-zu-xenotransplantation.html (05.06.2014)
6 Koordinierung und Förderung der Organspende in Deutschland. http://www.dso.de/ (05.06.2014)