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Tiere als Touristen-Attraktion: die 7 größten Tierschutz-Fallen im Auslandsurlaub

PETA gibt Tipps für einen tierfreundlichen Urlaub

Stand März 2016
Wer auf einer Auslandsreise faszinierende Tiere zu Gesicht bekommen möchte, sollte darauf achten, nicht auf vermeintliche „Attraktionen“ oder Showprogramme mit misshandelten Tierbabys oder Wildtieren hereinzufallen. Denn während Urlaubsreisende ihre freie Zeit in vollen Zügen genießen, werden exotische Tiere vielerorts unter oftmals desolaten Bedingungen als Besucherattraktionen eingesetzt. Gerade in Touristenhochburgen wird oft mit tierischen Attraktionen gelockt. Doch die Lebensbedingungen der Tiere sind teilweise derart katastrophal, dass viele Touristen bereuen, Geld für solche Angebote ausgegeben zu haben.
 
Ob Elefanten-Trekking, Delfin-Shows oder Auffangstationen – PETA erläutert die 7 größten Tierschutz-Fallen für Auslands-Reisende:
Damit man sie in der Tourismusbranche einsetzen kann, wird den Elefantenbabys grausam der Wille gebrochen
1. Elefanten- und Kamel-Trekking
In Thailand und anderen Ländern Asiens ist das Elefanten-Trekking fester Bestandteil vieler Tour-Angebote. Was den Touristen jedoch nicht gezeigt wird: Die sensiblen Riesen werden von klein auf mit einem spitzen Haken geschlagen und mit tagelangem Anbinden gefügig gemacht. Wer auf einem Elefanten reitet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich immer um ein schwer misshandeltes Tier handelt, dessen Wille mit körperlicher und seelischer Gewalt gebrochen wurde.
Von Fahrten in einer Pferdekutsche sowie von dem in nordafrikanischen Ländern vielerorts angebotenen Kamelreiten sollte ebenfalls Abstand genommen werden. Die Tiere werden häufig geschlagen und das stundenlange Warten und Laufen in der sengenden Sonne ist für sie eine Qual.
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2. Tiershows, Zoos und Delfinarien
Immer mehr ausländische Zoos lassen ihre Tiere in fragwürdigen Showprogrammen auftreten. Teilweise werden die Tiere dabei sogar vor den Augen der Besucher misshandelt. Der reisende Tierfreund sollte Zoos und Delfinarien unbedingt meiden, denn auch die beengten und nicht-artgerechten Unterbringungen rufen bei den Besuchern meist Entsetzen hervor. In vielen Ländern gibt es keine adäquaten Gesetze, die Tiere vor Missbrauch und schlechten Haltungsbedingungen schützen. Vorsicht insbesondere auch vor den Zoos auf den spanischen Urlaubsinseln: Jedes Jahr erhält PETA zahlreiche erschütternde Besucherberichte.

3. Foto-Shootings mit exotischen Tieren
Insbesondere in Asien und Lateinamerika ziehen windige Geschäftemacher mit kleinen Äffchen, Tiger- oder sogar Elefantenbabys durch die Touristenhochburgen, um Urlauber zu spontanen Foto-Shootings mit den exotischen Tieren zu animieren. Von solchen Angeboten sollten Reisende unbedingt Abstand nehmen, denn dahinter verbergen sich stets traurige Fälle von Tierquälerei. Für die Tierkinder, die häufig ihrer Mutter gewaltsam entrissen wurden, bedeutet das ständige Herumreichen puren Stress. Viele dieser Tiere sterben aufgrund der Strapazen und unzureichender Versorgung verfrüht.
 
Tigerbaby als vermeintliche Touristenattraktion / © Frank Eidens
4. Wildtier-Auffangstationen
Auffangstationen, die von Urlaubern ruhigen Gewissens besucht werden können, stellen ihre Schützlinge nicht für Shows oder Trekkingtouren zur Verfügung. Gute Einrichtungen unterbinden Nachzuchten, weil das begrenzte Platzangebot für Tiere in Not benötigt wird. Touristen sollten darauf achten, dass die Unterbringung der Tiere großzügig und naturnah gestaltet ist. Zu meiden sind selbsternannte Elefanten-Refugien, in denen die sensiblen Tiere nachts und zum Teil sogar tagsüber stundenlang angekettet werden. Besucherberichte im Internet helfen, eine Vorauswahl zu treffen.

5. Stierkämpfe
In Spanien, Frankreich und einigen Ländern Lateinamerikas gibt es noch immer blutige Stierkämpfe, bei denen die Tiere durch zahlreiche Lanzenstiche langsam zu Tode gequält werden. Die meisten Arenen können – wie in Spanien – nur durch den ständigen Zustrom von Touristen überleben. Stierkämpfe gehören daher auf die Tabu-Liste jedes tierfreundlichen Urlaubers.
 
6. Souvenirs
Viele Mitbringsel aus exotischen Ländern, die tierischen Ursprungs sind, werden bei der Einreise vom deutschen Zoll beschlagnahmt. Oftmals wird sogar ein Bußgeld fällig, denn auch wenn der Erwerb eines Souvenirs im Reiseland problemlos war, so kann es sich leicht um eine geschützte Tierart handeln. PETA empfiehlt, überhaupt keine Souvenirs tierischen Ursprungs zu kaufen, da die meisten dieser Tiere extra für den Verkauf an Touristen getötet werden. Besondere Vorsicht ist bei „versteckten“ Tierbestandteilen geboten, wie zum Beispiel Schnitzereien aus Elfenbein, Korallen, Muscheln oder Leder.
 
7. Ernährung
Für viele Menschen ist das Ausprobieren der lokalen Küche ein fester Bestandteil einer schönen Urlaubsreise. Der Konsum tierischer Produkte kann jedoch unvorstellbares Tierleid bedingen, weil es insbesondere in exotischen Ländern kaum Gesetze gibt, die die Tiere vor Grausamkeit schützen. Wir empfehlen für Reisende die vegane Ernährung; auch weil dadurch das Risiko einer durch Lebensmittel hervorgerufenen Infektionserkrankung deutlich gesenkt wird. Mit der Internetseite „HappyCow.Net“ können vegane Restaurants an fast jedem Reiseziel gefunden werden. Für Deutschland gibt es PETAs veganen Restaurantführer.

Was Sie sonst noch tun können

  • Wenn Ihnen vor Ort die Buchung einer vermeintlichen „Attraktion“ mit Tieren angeboten wird, sagen Sie dem Veranstalter höflich, aber unmissverständlich, dass sie aus Tierschutzgründen ablehnen.
  • Bitten Sie Ihren Reiseveranstalter/ Ihr Reisebüro in Deutschland, Elefanten- und Kamelreiten sowie Delfinarien- und Zoobesuche aus Tierschutzgründen grundsätzlich nicht mehr anzubieten.
  • Fragen Sie in Restaurants und Hotels gezielt nach veganen Speisen. Spätestens die Urlauber, die nach ihnen kommen, werden davon profitieren, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.