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Medizinstudenten der Uni Ulm zerschneiden lebende Schweine

Stand Oktober 2013

UPDATE!

Wenige Stunden nach dem Start der Online-Kampagne erreicht uns die Nachricht, dass die Uni Ulm den von uns kritisierten Kurs ab diesem Wintersemester nicht mehr anbieten wird! Wir deaktivieren unseren Aktionsaufruf, der innerhalb von etwa 2 Stunden bereits an die 3000 Teilnehmer hatte, und bedanken uns bei allen, die mitgemacht haben, für die Unterstützung! Gemeinsam können wir viel für die Tiere erreichen!

Unten weitere Infos zu dem Chirugiekurs, der bis zu PETAs Kampagne von der Uni Ulm angeboten wurde, und bei dem lebende Schweine zerschnitten und getötet wurden:

 

Was genau passierte an der Uni Ulm?

Schweine wie dieses werden an der Uni Ulm von Studenten zerschnitten und getötet
Lebenden Schweinen wurde der Bauch aufgeschnitten, dann wurde ihre Gallenblase herausgenommen. Ein Loch wurde in den Magen gestanzt, ein Schlauch hineingelegt. Gleichzeitig wurde der Hals des Schweines aufgeschnitten, bis die Blutgefäße zu sehen sind, auch in diese wurden Schläuche gelegt.

Dann wurden verschiedene Teile des Darms der lebenden Schweine herausgeschnitten und die Enden wieder zusammengenäht. Schließlich wurden den Schweinen sogar der Magen und die halbe Leber aus dem Bauch entnommen! Danach wurde der verstümmelte Bauch der Tiere wieder zugenäht, aber das Leid hatte damit für die Schweine noch kein Ende: In ihren Brustkorb wurden Löcher geschnitten, durch die weitere Schläuche gelegt wurden. Dann erst wurden die Schweine getötet.

Sowohl das Schneiden als auch die Betäubung der Tiere geschah durch Studenten oder junge Assistenzärzte. Waren diese – naturgemäß – überfordert, so konnten Komplikationen, wie z.B. Blutungen oder Narkosezwischenfälle, auftreten. In einer Veröffentlichung über den Kurs steht aber explizit: „Kommt es im Verlauf der Operation zu Komplikationen (…), ist zunächst der verantwortliche Assistenzarzt gefordert dieses Problem selbstständig zu lösen. Der (…) Oberarzt ist daher eher als ein Begleiter für Fragen anzusehen (…), greift aber normalerweise nicht ins Geschehen ein.“ (Quelle: http://www.egms.de/static/en/meetings/dgch2009/09dgch281.shtml). Das bedeutet im Klartext, dass die Schweine einfach der Verantwortung junger und unerfahrener Studenten und Ärzte überlassen wurden! Wachte also ein Schwein zum Beispiel aus der Narkose auf, sollten die Studenten selber zusehen, wie sie dies in den Griff bekommen, die schrecklichen Schmerzen und Todesängste des Tieres standen an zweiter Stelle.

All dies geschah nur zu „Übungszwecken“, dabei sind die OP-Techniken, die hier gelernt werden sollten, eigentlich erst für fortgeschrittene Chirurgen geeignet und für Studenten überhaupt nicht relevant. So schreiben PETA-Tierärztin Christine Esch und Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, Mitglied von „Ärzte gegen Tierversuche“ und Facharzt für Chirurgie / Viszeralchirurgie sowie Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie / Spez. Unfallchirurgie in einem Brief an die Verantwortlichen: „Was den Zeitpunkt des Wahlpflichtkurses im Studium anbelangt, möchten wir anmerken, dass die durchzuführenden Operationen (…) in keinem Falle den Bedürfnissen eines Medizinstudenten oder jungen Assistenzarztes entsprechen, sondern Eingriffe sind, die frühestens zum Ende der Facharztweiterbildung unter Aufsicht durchgeführt werden können.“ Den ganzen Brief von PETA und Ärzte gegen Tierversuche können Sie weiter unten herunterladen.

 

Alternativmethoden

Ulm war unseren Kenntnissen nach die einzige der 36 medizinischen Universitäten / Fakultäten in Deutschland, die einen solchen Kurs anbietet. Alle anderen setzen moderne, tierfreie Ausbildungsmethoden ein.
PETA hatte der Uni Ulm bereits im Frühjahr 2011 ein umfassendes Dossier mit tierfreien Ausbildungsmethoden, die genau auf die Lerninhalte des Kurses zugeschnitten sind, zukommen lassen (Download siehe unten). Hier einige Beispiele für erprobte und effektive Methoden, die erfolgreich im Einsatz sind:

• Verschiedenste Virtual Reality (VR-)Simulationen
• Schaumstoff- oder Kunststoffmodelle
• Körperspendenmodelle
• Lebensgroße Modelle wie z.B. der TraumaMan, eine computergesteuerte Puppe

Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass der Lerneffekt bei Simulationsmethoden oft größer ist als bei Übungen am Tier. Dazu kommen die großen Unterschiede zwischen der Anatomie und Physiologie bei Mensch und Tier, die den späteren Nutzen in der humanmedizinischen Praxis in Frage stellen oder sogar zur Gefahr für den menschlichen Patienten werden können.

 

Das deutsche Tierschutzgesetz

Schweine sind sensible, schmerzempfindliche Tiere
Das deutsche Tierschutzgesetz ist hier deutlich. In § 10 heißt es über Eingriffe oder Behandlungen an Tieren zur Aus-, Fort- oder Weiterbildung, die mit Schmerzen, Leiden oder Schäden verbunden sind: „Sie dürfen nur vorgenommen werden, soweit ihr Zweck nicht auf andere Weise, insbesondere durch filmische Darstellungen, erreicht werden kann.

Dass genügend andere Ausbildungsmethoden verfügbar sind, konnte PETA belegen. Der Kurs, der in Ulm angeboten wurde, ist also nach Auffassung von PETA Deutschland e.V. nicht mit dem deutschen Tierschutzgesetz vereinbar.

Was ist bis jetzt geschehen?

PETA hatte die Uni Ulm und die zuständige Behörde bereits im Frühjahr 2011 angeschrieben, ein umfangreiches Dossier über existierende tierfreie Ausbildungsmethoden wurde mitgeschickt. Das Antwortschreiben, das alle Adressaten daraufhin wortgleich zurückschickten, sprach allerdings trotz zahlreicher Belege, die das Gegenteil zeigen, weiterhin von der „Unverzichtbarkeit“ des Kurses für die Ausbildung der Mediziner und von dessen „ethischer Vertretbarkeit“.

Daraufhin hatten PETA-Tierärztin Christine Esch und Dr. med. Wolf-Dieter Hirsch, Facharzt für Chirurgie / Viszeralchirurgie sowie Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie / Spez. Unfallchirurgie, Anfang Oktober 2011 einen weiteren Brief an die Verantwortlichen geschickt, in dem sie erneut appellierten, die grausamen und veralteten Versuche in dem Operationskurs sofort einzustellen und stattdessen moderne, tierfreie Ausbildungsmethoden zu verwenden. Darauf erfolgte aber keine Antwort, weshalb dann am 21. Oktober ein Aktionsaufruf von PETA startete, der innerhalb weniger Stunden bereits an die 3000 Teilnahmen zählte. Daraufhin erreichte uns die Stellungnahme der Uni, dass der Kurs in Zukunft nicht mehr angeboten wird. Eine richtige Entscheidung und ein schöner Tag für die Schweine!