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 »  »  »  »  » Undercover-Video: U.S. Global Exotics quält Tiere, auch für Deutschlandhandel

Hinter den Kulissen des internationalen Heimtierhandels

PETA USA undercover beim weltweiten Händler Global Exotics

Stand März 2010
Ein Ermittler von PETA USA recherchierte sieben Monate lang verdeckt in einem Betrieb des Unternehmens U.S. Global Exotics (USGE) in Arlington, Texas. Das Unternehmen handelt in großem Stil mit sogenannten exotischen Haustieren, die in die ganze Welt verkauft werden. Auch nach Deutschland wurden exotische Säugetiere, Reptilien, Amphibien, Spinnen und andere Tiere verkauft.

Die Abnehmer sind namhafte deutsche Händler.

 

 

Das Undercover-Video von PETA USA:

 

 

Die deutschen Geschäftspartner

Die Anzahl der Tiere und die Namen der Händler in Deutschland können Sie der folgenden Auflistung entnehmen:


Zahlen 2009:
  • Das Tropenparadies, von Thorsten Holtmann und Volker Ennenbach in Oberhausen betrieben, hat 2009 insgesamt 26.800 Tiere mit USGE gehandelt.
  • Die Exo-terra GmbH, die von Leonard Schaudi in Holzheim betrieben wird, hat 2009 insgesamt 7.173 Tiere von USGE importiert.
  • Walter Bohrmann aus Lautersheim hat 2009 insgesamt 7.651 Tiere von USGE importiert.
  • Frank Feistner aus Nünchritz hat 2009 insgesamt 2.371 Tiere von USGE importiert.
  • Peter Hoch Import Export aus Waldkirch hat 2009 insgesamt 4.903 Tiere von USGE importiert.
  • TERRA REPTICA, von Hartmut Koschorke aus Karlsruhe betrieben, hat 2009 insgesamt 1.613 Tiere von USGE importiert.
  • Zahlen 2008:
  • Das Tropenparadies, von Thorsten Holtmann und Volker Ennenbach in Oberhausen betrieben, hat 2008 insgesamt 26.137 Tiere von USGE importiert.
  • Die Exo-terra GmbH, die von Leonard Schaudi in Holzheim betrieben wird, hat 2008 insgesamt 6.482 Tiere von USGE importiert.
  • Walter Bohrmann aus Lautersheim hat 2008 insgesamt 7.593 Tiere von USGE importiert.
  • Frank Feistner aus Nünchritz hat 2008 insgesamt 7.599 Tiere von USGE importiert.
  • Ingo Seeger aus Krefeld hat 2008 insgesamt 790 Tiere von USGE importiert.
  • Das Zoo-Center der Gbr. Dekker aus Gladbeck hat 2008 insgesamt 3.675 Tiere von USGE importiert.
  • ISIPET (Betreiber ebenfalls die Gbr. Dekker aus Gladbeck) hat 2008 insgesamt 1.311 Tiere importiert.
  • Peter Hoch Import Export aus Waldkirch hat 2008 insgesamt 1.254 Tiere von USGE importiert.
  • TERRA REPTICA, von Hartmut Koschorke aus Karlsruhe betrieben, hat 2008 insgesamt 4.173 Tiere von USGE importiert.
  • TERRARIENWORLD DE, von Sven Sieckmann betrieben, hat 2008 insgesamt 456 Tiere von USGE importiert.
  • Im Jahr 2008 wurden namhafte deutsche Händler mit insgesamt 60.465 Tieren von USGE beliefert! 2009 wurden über 50.000 Tiere zwischen deutschen Händlern und USGE verschickt.

    Weitere europäische Abnehmerländer exotischer Tiere von USGE sind: Schweden, Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Ungarn, Slowenien, Österreich und die Schweiz.

    U.S. Global Exotics ist einer der ganz großen Player im Tierhandel. Jahrelang hat das Unternehmen Millionen von Tieren pro Jahr importiert und exportiert, um sie schließlich über Zooläden auf der ganzen Welt zu verkaufen. Die Tiere stammten aus vielen verschiedenen Ländern wie Ägypten, El Salvador, Vietnam, Ghana, Indonesien, Hong Kong, Guyana, Surinam, Neuseeland, den Niederlanden und auch aus Deutschland. Viele Tiere - wie Wallabys, Schlangen, Eidechsen, Faultiere, Tayras, Pakas und viele mehr - werden wild gefangen, ihrem natürlichen Lebensraum entrissen und als „Haustiere“ verkauft. Das Tropenparadies unter den Betreibern Thorsten Holtmann und Volker Ennenbach in Oberhausen hat im Jahr 2009 1006 Tiere, hierunter Vogelspinnen, Bartagamen, Schildkröten, Chamäleons und Geckos an USGE exportiert; 2008 insgesamt 1.941 Tiere!

     

    Die Undercover-Recherche und ihre Folgen

    Am 15. Dezember retteten Behörden und Tierschutzbeauftragte in Arlington über 26.000 Tiere aus dem Betrieb, einschließlich Wallabys, Faultiere, Lemuren, Wickelbären, Nasenbären, Agutis, Igel, Chinchillas, Hamster, Wüstenrennmäuse, Ratten, Mäuse, Eichhörnchen, Meerschweinchen, Sugar Glider, Präriehunde, Frettchen, Schlangen, Eidechsen, Schildkröten, Frösche, Spinnen, Krebse und Skorpione. Die Beschlagnahmung war die größte ihrer Art, die es jemals gab.
    Nach einer 7-tägigen Anhörung, bei der die Anwälte von USGE alles nur Mögliche versuchten, um herunterzuspielen, dass die Betreiber und Besitzer des Unternehmens U.S. Global Exotics – Jasen und Vanessa Shaw – den Tieren sogar Grundbedürfnisse wie Nahrung, Wasser und angemessene Unterbringung aberkannten, traf Michael Smith, Richter am Amtsgericht in Arlington (Texas), die Entscheidung, die Obhut der Tiere auf die Stadt Arlington zu übertragen. Die Beweise des PETA USA- Ermittlers – sowie das Bild, das sich am Tag der Beschlagnahmung bot – ließen einfach keine Zweifel offen.

    Hier nur einige Dinge, die er vorfand:
    • Nur drei oder vier Mitarbeiter waren damit betraut, sich um zehntausende Tiere zu kümmern. Die Tiere erlitten Schreckliches in den überfüllten und dreckigen Behältern – unter anderem wurden sie in Getränkeflaschen, Katzenklos, Futtertrögen und Drahtkäfigen gehalten. Hunderten Tieren wurde Nahrung, Wasser und tierärztliche Versorgung vorenthalten.

    • Hunderte kranker, verletzter und sterbender Tiere wurden getötet, indem man sie in den Gefrierschrank legte. Einige von ihnen, wie beispielsweise ein Eichhörnchen mit schweren Verletzungen am Hals und ein Chinchilla mit einem Analprolaps, überlebten dies noch stundenlang.

    • Unzählige wild gefangene Tiere wurden ihrer natürlichen Umgebung entrissen und in langen Transporten zu USGE gebracht. Dort erwarteten sie grausame Haltungsbedingungen. Einige ließ man tage- oder wochenlang in Kissenbezügen, Versandboxen oder Getränkeflaschen ohne Nahrung oder Wasser oder man verwehrte ihnen Grundbedürfnisse wie Wärme oder Feuchtigkeit.

    • Exotische Tiere – von denen einige gefährdeten Arten angehörten – waren dauerhaft in kahlen Boxen, Vogelkäfigen und Futtertrögen untergebracht, manchmal monate- oder jahrelang. Viele entwickelten daher durch Stress ausgelöste gestörte Verhaltensweisen, wie das ständige Hin- und Herlaufen, Verkrallen oder Kämpfe um Platz und Nahrung.

    • Hunderte Leguane und andere Echsen wurden nach ihrer Ankunft nicht ausgepackt und starben in den Transporttaschen, Kisten oder Transport“bechern“. Mindestens 12.000 Wasserschildkröten blieben wochenlang im Lagerraum des Betriebs in ihren Boxen und erhielten weder Nahrung noch Wasser, Licht oder ausreichende Belüftung. An nur einem Tag wurden 657 tote Wasserschildkröten verzeichnet.

    • Am Tag der Beschlagnahmung wurden über 200 verwesende Leguane aus Taschen herausgeholt, in denen sich noch einmal beinahe genauso viele lebende Leguane befanden. Sie wurden im kalten Lagerraum von USGE in Holzboxen aufbewahrt und hatten fast zwei Wochen lang weder Nahrung noch Wasser. Die Tiere sollten nach Ägypten versandt werden.

    • Grüne Laubfrösche wurden bei USGE wochenlang in Getränkeflaschen in einem Karton im Waschraum des Betriebes gehalten. Niemand wurde damit betraut, sich um sie zu kümmern. So erhielten die Tiere wochenlang keine Nahrung oder Wasser. Als es an der Zeit war, die kleinen und empfindlichen Tiere zu verschicken, schüttelten einige Mitarbeiter – einschließlich des USGE-Aufsehers Ari Flagle – die Tiere gewaltsam aus den Flaschen und zogen sie an ihren Beinen heraus. Klicken Sie hier, um sich das Video anzusehen. Auch derzeit arbeitet Ari Flagle im Zoo von Fort Worth unter anderem mit Fröschen. Sein Vorgesetzter ist Mike Doss, der für USGE aussagte.

     

    Was Sie tun können

    Während die Tiere, die bei USGE leiden mussten, nun in Sicherheit sind und von Tierschützern betreut werden, leiden in gleichen oder ähnlichen Haltungsbedingungen bei Händlern und Züchtern weltweit Millionen von Tieren, da ihre Nutznießer nur auf den Profit der „Ware Tier“ aus sind. Kaufen Sie daher bitte niemals Tiere im Zoohandel, bei einem Züchter, auf einer Börse oder einem Tiermarkt. Dieses Kaufverhalten trägt dazu bei, dass Firmen wie USGE weiterhin bestehen können und millionenfaches Tierleid so genannter Haustiere - weltweit - geschehen kann. Sollten Sie einem Tier ein liebevolles Zuhause schenken wollen, so adoptieren Sie bitte eines aus dem Tierheim. Mittlerweile warten auch hier tausende exotischer Tiere auf eine Familie, die aufrichtig bereit ist, sich um sie zu kümmern.

    Bitte helfen Sie PETA dabei, den Handel mit exotischen Wildtieren zu beenden und unterstützen Sie unsere Forderung nach einem Heimtierschutzgesetz!