PETA Asien hat bereits mehrfach aufgedeckt, welche traumatischen Misshandlungen Angorakaninchen in der Regel alle drei Monate für die Produktion von Angorawolle erleiden müssen. Im Jahr 2025 untersuchte PETA Asien nun acht Wollbetriebe in China. Die neuen Aufnahmen belegen erneut die systematische Vernachlässigung und Tierquälerei, die in der Wollindustrie an der Tagesordnung sind.
Angora aus China: Tierquälerische Haltung, qualvolle Schur und ein leidvolles Leben
Die Ermittler:innen dokumentierten Reihen schmutziger und winziger Käfige. Die von Natur aus reinlichen Tiere sind gezwungen, ihr gesamtes Dasein umgeben von ihren eigenen Exkrementen in elender Gefangenschaft zu verbringen. Zudem bieten die Käfige kaum Schutz vor der Witterung. Die Tiere stehen mit ihren empfindlichen Pfoten auf dreckigen Untergründen. Die Aufnahmen zeigen die Folgen einer solchen artwidrigen Gefangenschaft: Einige kranke Tiere liegen teils regungslos in den kahlen Käfigen. Scheinbar aufgrund von Atemwegserkrankungen ringen sie nach Luft und die Augen sind rot und geschwollen.
Neben der tierquälerischen Haltung dokumentierten die Ermittler:innen die gewaltsame Schur. Mitarbeitende binden die Tiere an ihren vorderen Gliedmaßen fest und strecken ihre Körper, um ihnen ihr Fell vom Körper zu schneiden. Für die Fluchttiere ist allein die Fixierung eine traumatische Erfahrung: Die Aufnahmen zeigen schockerstarrte Kaninchen. Denn genau wie Menschen haben auch Kaninchen Angst davor, in die Länge gezogen und festgehalten zu werden. In solchen Stresssituationen kann es dazu kommen, dass die Tiere sogar an Herzinfarkten sterben.
Angorakaninchen, die die qualvolle Schur überleben, werden nach circa zwei Jahren getötet, sobald ihre Fellqualität nachlässt. Hierzu werden sie kopfüber aufgehängt und ihre Kehle wird durchgeschnitten.
Angorakaninchen sind Qualzuchten
Aus Profitgier manipuliert die Wollindustrie die Tiere durch gezielte Zuchtmethoden. Angorakaninchen wurde teilweise eine besonders faltige Haut angezüchtet, um die Hautfläche und damit Wollmenge zu maximieren. Das führt dazu, dass die Tiere am Hinterteil stärker durch Kot und Urin verschmutzen und anfällig für Parasiten werden.
So leiden Kaninchen in der chinesischen Angoraindustrie
In China gibt es keine speziellen Gesetze zum Schutz von Angorakaninchen, obwohl das Land den Großteil der weltweit gehandelten Angora-Wolle produziert. Recherchen aus anderen Betrieben haben gezeigt, wie Millionen Angorakaninchen für Kleidung und Accessoires oftmals in winzigen Käfigen gefangen gehalten und auf so grausame Weise geschoren werden, dass einige Tiere währenddessen in eine Art Schockstarre verfallen. Oftmals wird den Kaninchen das Fell kurzerhand aus der Haut gerissen, sodass sie vor Schmerzen laut schreien. Sobald sie für die Bekleidungsindustrie „wertlos“ sind, werden die meisten Tiere auf qualvollen Transporten zu Schlachthäusern gekarrt – und dort oft bei vollem Bewusstsein getötet. [1]
Tierleid verhindern: Setzen Sie auf vegane Alternativen zu Wolle
Jeder Euro, der für einen Angorapullover ausgegeben wird, hilft, die Taschen der Betriebe zu füllen, in denen Kaninchen gequält und getötet werden. Mit dem Kauf von Angora unterstützen Sie ein gewalttätiges System, in dem Kaninchen als vermeintliche Rohstofflieferanten ausgebeutet und misshandelt werden. Bitte kaufen Sie keine Produkte aus Angora wolle. Wir können dazu beitragen, das Leiden der Schafe zu beenden, indem wir uns nur für tierfreie Materialien wie Bambus, Baumwolle, Hanf, recyceltes Polyester, Rayon, TENCEL und Viskose entscheiden.
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Quellen
[1] Leyuan Ma (2022): How Long Will China’s Animal Cruelty Laws Have to Wait?, 2 Princeton Legal Journal F. 13, https://legaljournal.princeton.edu/how-long-will-chinas-animal-cruelty-laws-have-to-wait/ (eingesehen am 02.09.2025)