Skip to Content

Fiakerfahrt in Wien: Warum Sie keine Kutschfahrt buchen sollten

Teilen:

Ein Fiaker ist eine traditionelle Kutsche mit zwei Pferden und gilt vor allem in Wien als Wahrzeichen und vermeintliche touristische „Attraktion”. Die ausgebeuteten Pferde leiden jedoch für die Fiakerfahrten. Darüber hinaus sind sie für Tourist:innen gefährlich, da es immer wieder zu Unfällen kommt.

Erfahren Sie mehr über die tierquälerischen Fiakerfahrten in Wien und warum sie für die Pferde großes Leid und Stress bedeutet.

Inhalte im Überblick

Was ist eine Fiakerfahrt in Wien?

Eine Fiakerfahrt ist eine Stadtrundfahrt mit einer von Pferden gezogenen Kutsche durch die Wiener Innenstadt. Die sogenannten Fiaker gehören seit Jahrhunderten zum Stadtbild der österreichischen Hauptstadt und gelten noch immer als vermeintliche „Attraktion” für Tourist:innen, denen oft nicht bewusst ist, welches Leid mit den Kutschfahrten verbunden ist.

Die Fahrten werden oft als scheinbar romantisches Erlebnis vermarktet und führen die Besucher:innen an zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie den Stephansdom, die Hofburg oder die Wiener Staatsoper vorbei. Doch diese Angebote sind Tierquälerei.

Für die Pferde sind Fiakerfahrten mit erheblichen Belastungen verbunden. Das Ziehen der schweren Kutschen fordert die Tiere körperlich stark. [1, 2, 3] Hinzu kommen Stress durch den dichten Straßenverkehr, hohe Temperaturen, fehlende Ruhepausen sowie zu wenig Wasser und Nahrung. [3, 4] Diese Bedingungen können zu Erschöpfung, Zusammenbrüchen und in schweren Fällen sogar zum Tod der Pferde führen. [4] 

Wie lange dauert eine Fiakerfahrt in Wien?

Die Dauer einer Fiakerfahrt in Wien hängt von der gewählten Route und den jeweiligen Anbieter:innen ab. Die meisten Fahrten dauern zwischen 20 Minuten und einer Stunde. Neben den klassischen Stadtrundfahrten gibt es auch längere Touren, die weitere Sehenswürdigkeiten einschließen.

Egal, ob es sich um eine kurze oder lange Fiakerfahrt handelt – für die Pferde bedeutet jede Fahrt eine erhebliche Belastung. Als Fluchttiere reagieren sie besonders sensibel auf ihre Umgebung. Der durchgängige Verkehrslärm, unvorhersehbare Geräusche, überholende Autos, hupende Fahrzeuge sowie große Menschenmengen können bei den Tieren Stress auslösen.

Für Tourist:innen ist eine Fiakerfahrt in Wien also nur eine kurze Unterhaltung im Rahmen eines Stadtbesuchs. Für die Pferde jedoch stellt jede einzelne Fahrt eine Qual dar, die sie Tag für Tag ihr gesamtes Leben lang ertragen müssen.

Wie viel kostet eine Fiakerfahrt in Wien?    

Kurze Rundfahrten durch die Innenstadt beginnen meist bei etwa 60 bis 80 Euro pro Kutsche. Längere Touren oder individuell gebuchte Fahrten können deutlich teurer sein und mehrere hundert Euro kosten.

Im Verhältnis zur meist kurzen Fahrzeit sind die Preise sehr hoch. Sie stehen jedoch in keinem Verhältnis zu den Belastungen und dem Leid, dem die Pferde bei jeder Fahrt ausgesetzt sind.

pferd liegt auf dem boden
Unfälle im Straßenverkehr können für sogenannte Fiakerpferde schwerwiegende Folgen haben. Symbolbild.

Das traurige Leben der „Fiaker-Pferde“

Das Leben der sogenannten Fiaker-Pferde ist geprägt von ständiger körperlicher Belastung, Stress und Leid. Einige der Tiere stammen aus dem „Trabrennsport“ und bringen dadurch oft bereits Verletzungen oder körperliche Schwächen mit. [5] Trotzdem müssen sie jeden Tag viele Stunden schwere Lasten ziehen, obwohl sie dafür häufig nicht geeignet sind. [1, 2]

Die Kutsche selbst wiegt zwischen 500 und 700 Kilogramm. [6] Dadurch ist sie viel zu schwer für vorbelastete, aber auch für gesunde Tiere. [1, 2] Hinzu kommt, dass in einigen Kutschen bis zu zehn Menschen Platz haben, wodurch die Belastung für die Pferde zusätzlich steigt. [3]

Zudem sind sie in Großstädten wie Wien dauerhaft dichtem Verkehr, lauten Autos und Abgasen ausgesetzt. Der hohe Geräuschpegel durch Busse und Straßenbahnen stellt für die sensiblen Tiere eine permanente Stresssituation dar. Zusätzlich werden notwendige Ruhepausen, die ausreichende Versorgung mit Wasser und Nahrung, sowie Temperaturgrenzen häufig nicht eingehalten. [3, 4]

Ist die Fiakerfahrt in Wien Tierquälerei?

Eine Fahrt mit dem Fiaker in Wien ist Tierquälerei. Als Fluchttiere reagieren Pferde besonders sensibel auf ungewohnte oder hektische Situationen und versuchen instinktiv, zu entkommen. Plötzliche Geräusche wie Hupen, stark beschleunigende Fahrzeuge oder unebene Straßen können die Tiere erschrecken und Panikreaktionen auslösen.

Hinzu kommt, dass sie durch das Ziehen schwerer Kutschen dauerhaft hoher körperlicher Beanspruchung ausgesetzt sind. Die Tiere werden teils mit Zwangsmitteln wie Peitschen oder Gewalt zum Weiterlaufen gebracht. [3]

Im Sommer stehen die Pferde zusätzlich oft in der prallen Sonne, ohne ausreichend Wasser, Nahrung oder Schatten. Viele Tiere belasten diese Bedingungen so sehr, dass sie vor Erschöpfung zusammenbrechen oder an der Überlastung sterben. [4] Erst ab 35 Grad im Schatten dürfen Fiaker in Wien nicht mehr fahren, aber dann liegt die Temperatur in Bodennähe über dem Asphalt schon bei 50 Grad [7].

Kutschfahrten auch für Menschen gefährlich

Kutschfahrten sind nicht nur für Pferde riskant, sondern auch für Menschen. Durch den dichten Stadtverkehr und die plötzlichen Reize kann bei Pferden schnell eine Fluchtreaktion ausgelöst werden. Solche Situationen entstehen oft sehr unerwartet und sind kaum vorhersehbar.

Dadurch kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Kutschen und Autos oder anderen gefährlichen Verkehrssituationen. Dabei werden sowohl Menschen als auch Pferde verletzt oder getötet. Allein im deutschsprachigen Raum kommt es jedes Jahr zu Dutzenden, oft schweren Unfällen mit Pferdekutschen mit Verletzten und sogar toten Menschen und Pferden.

Fiakerfahrt, bei der Pferde Touristen per Kutsche durch die Stadt und den Verkehr mit Autos ziehen
„Fiaker-Pferde“ teilen sich die Straße mit dem motorisierten Verkehr, obwohl Fluchttiere leicht erschrecken können.

Anfang Juni 2026 beispielsweise ereignete sich in Wien ein schwerer Fiakerunfall. Vier Touristen aus Sachsen waren mit einer Pferdekutsche in der österreichischen Hauptstadt unterwegs, als die beiden Pferde beim Abbiegen an einer Kreuzung plötzlich scheuten und durchgingen. Dabei streifte das Gespann ein Baugerüst. Der Kutscher stürzte aus dem Fiaker und wurde von diesem überrollt. Wenig später prallte eines der Pferde gegen eine Betonleitwand und ging zu Boden. Dadurch kam das Gespann schließlich zum Stillstand. Der 53 Jahre alte Fahrer erlitt Prellungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Zwei der sächsischen Touristen zogen sich leichte Abschürfungen zu. Auch die beiden Pferde wurden bei dem Unfall verletzt.

Doch das war nicht der einzige schwere Fiaker-Unfall, der sich in letzter Zeit in Wien ereignet hat:

„Solche Unfälle sollten zu der Erkenntnis führen, dass die Verwendung von Pferdekutschen ein erhebliches Risiko darstellt. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

Fiakerfahrten sind bereits in vielen Städten verboten

Wir von PETA Deutschland haben an den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig sowie an die Parteien im Wiener Gemeinderat appelliert, Fiakerfahrten zu verbieten. Bereits in den Jahren 2017 und 2021 hatten wir uns nach wiederholten Unfällen mit „Fiakerpferden“ an die Stadtpolitik gewandt und zum Handeln aufgefordert.

Immer mehr Städte weltweit erkennen, dass der Einsatz von Pferden im dichten Stadtverkehr nicht mehr zeitgemäß und mit erheblichem Leid für die Tiere verbunden ist. Deshalb haben zahlreiche Städte Konsequenzen gezogen und Pferdekutschen aus dem Stadtbild verbannt.

Zu den Städten, die kommerzielle Pferdekutschen bereits verboten haben, gehören europäische Metropolen wie Paris, London und Barcelona. Auch in Oxford, Tel Aviv, Delhi und Montreal dürfen Pferde nicht mehr vor touristische Kutschen gespannt werden. In den USA haben ebenfalls zahlreiche Städte – darunter Key West und Salt Lake City – Fahrten mit dem Fiaker untersagt.

Tierfreundliche Alternativen anstatt Kutschfahrten in Wien wählen

Pferde sind keine touristischen Attraktionen und nicht dazu da, um Menschen zu unterhalten. Daher sollten Sie Kutschfahrten meiden und tierfreundliche Alternativen wählen, um Wien zu erkunden.

Dazu zählen:

  • Elektrische Kutschen
  • Rikschafahrten
  • Hop-on-Hop-off-Busse
  • Oldtimer-Fahrten
  • Die Stadt zu Fuß erkunden
Platz vor Wiener Nationalbibliothek und Papyrusmuseum mit Fahrzeugen für tierfreundliche historische Standrundfahrt
Auch ohne Pferde lassen sich historische Stadtrundfahrten in Wien verwirklichen.

Setzen Sie so ein Zeichen gegen die Ausbeutung von Pferden als Transportmittel. Jede nicht gebuchte Kutschfahrt in Wien trägt dazu bei, dass Tiere nicht länger als Transportmittel missbraucht werden.

Was Sie noch tun können:

  • Bitte sprechen Sie sich beim Wiener Bürgermeister Dr. Michael Ludwig ([email protected]) für ein Ende der Fiakerfahrten in Wien aus.
  • Helfen Sie zudem mit, Kutschfahrten in anderen Städten zu verbieten, und unterschreiben Sie unsere Petition gegen Kutschfahrten auf Mallorca.