Skip to Content

Geheimsache Tierversuche: Neue ZDF-Doku zeigt Tierleid hinter verschlossenen Labortüren

Teilen:
Kleiner Affe im Hintergrund, der an ein Gitter im Fokus greift
Symbolbild

Die neue „37°“-Dokumentation „Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ geht der Frage nach, was eigentlich mit Tieren in Versuchslaboren geschieht – und warum die Öffentlichkeit so wenig davon sehen darf.

Am 29. September 2026 um 22:15 Uhr im ZDF sehen die Zuschauer:innen hinter die Kulissen einer Branche, in der Mäuse, Ratten, Hunde, Affen, Kaninchen, Schweine und viele weitere Tiere für Experimente missbraucht werden.

Millionen Tiere leiden für „wissenschaftliche Zwecke“

Nach den offiziellen Zahlen wurden in Deutschland im Jahr 2024 über drei Millionen Tiere für „wissenschaftliche Zwecke“ missbraucht. Einen großen Teil nimmt die Grundlagenforschung ein, in der Tieren zum Beispiel der Schädel aufgebohrt wird, um Elektroden in ihr Gehirn zu setzen. In regulatorischen, gesetzlich vorgeschriebenen Tests werden die Tiere teils vergiftet und getötet.

Solche Experimente finden nicht irgendwo weit entfernt statt, sondern an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Deutschland. Experimente an Affen, die in der Dokumentation ebenfalls thematisiert werden, sind in der Hälfte der Bundesländer vertreten.

Was passiert in den Versuchslaboren?

Für die Dokumentation hat der Journalist Manfred Karremann mehr als ein Jahr lang versucht, Einblicke in deutsche Tierversuchslabore zu bekommen. Trotz angebotener Anonymität erklärte sich nur eine Einrichtung bereit, ein wenig Einblick zu geben.

Die Dokumentation macht damit ein Problem sichtbar, das Tierschützer:innen seit Jahren kritisieren: Tierversuche finden weitgehend im Verborgenen statt. Sie werden verharmlost und die wenigsten Menschen erfahren, was den Tieren tatsächlich angetan wird. Dabei geht es um Lebewesen, die Angst und Schmerzen empfinden wie wir – und die schlichtweg nicht dazu da sind, dass wir an ihnen experimentieren.

Die Dokumentation zeigt unter anderem Aufnahmen aus einem britischen Labor. Zu sehen sind Hunde, Affen, Kaninchen und Ratten, die für sogenannte Giftigkeitstests missbraucht werden. Die Versuche gelten als standardisierte Verfahren und werden nach internationalen Richtlinien durchgeführt – auch in der EU. Tiere müssen dabei beispielsweise Chemikalien einatmen oder bekommen Testsubstanzen über einen Schlauch direkt in den Magen verabreicht.

Tierversuche sind keine gute Wissenschaft

Tierversuche werden oft als „wissenschaftlich notwendig“ gerechtfertigt – doch die Dokumentation zeigt, dass die Wissenschaft längst mit Methoden arbeitet, die ohne Tiermissbrauch auskommen. Expert:innen aus Industrie und Wissenschaft kommen zu Wort und erklären, warum modernste Methoden wie menschliche Zellkulturen oder Organs-on-a-Chip Tierversuchen nicht nur ethisch, sondern auch wissenschaftlich überlegen sind.

Diese Ansätze arbeiten direkt mit menschlichen Zellen und menschlichem Gewebe. Dadurch können sie bei bestimmten Fragestellungen auch Erkenntnisse liefern, die sich besser auf Menschen übertragen lassen.

Jetzt einschalten und hinschauen!

Die „37°“-Dokumentation gibt einen seltenen Einblick in die abgeschottete Welt, in der Tiere in Laboren ihr Leben lang gefangen sind – und zeigt gleichzeitig, warum es längst überfällig ist, dass sich Wissenschaft und Forschung von Tierversuchen abwenden.

„37°: Geheimsache Tierversuche – Unter Ausschluss der Öffentlichkeit“ läuft am Dienstag, 29. September 2026, um 22:15 Uhr im ZDF. Ab 5:00 Uhr ist die Dokumentation auch über das ZDF-Streaming-Angebot abrufbar.

Jede Unterschrift zählt

PETA fordert von nationalen und internationalen Entscheidungsträger:innen einen strategischen Ausstieg aus Tierversuchen und eine Modernisierung der Forschung. Unterstützen Sie den Research Modernisation Deal und helfen Sie uns, grausame Tierversuche endlich zu beenden.