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„Bruderhahn“ ist PETAs Unwort des Jahres 2016

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Das Sterben der männlichen Küken für die Eierproduktion – aufgeschoben statt aufgehoben.

Stand Januar 2017
Alle Jahre wieder begibt sich PETA auf die Suche nach dem tierfeindlichsten Wort des vergangenen Jahres. Nachdem vorab zahlreiche Vorschläge auf der Facebook-Seite von PETA Deutschland e.V. eingereicht wurden, kürte eine interne Jury mit großem Abstand Bruderhahn zum Unwort des Jahres 2016.
 
Jedes Jahr werden in Deutschland rund 50 Millionen männliche Küken vergast oder bei lebendigem Leibe geschreddert, weil sich die Aufzucht der Tiere für die regulären Betreiber wirtschaftlich nicht lohnt: Die Tiere legen weder Eier, noch setzen sie in den Augen der Geflügelindustrie – verglichen mit den Tieren aus speziellen „Mastlinien“ – schnell genug Fleisch an.
 
Bruderhahn-Projekte wie die Bruderhahn Initiative Deutschland (BID), haennlein oder Spitz und Bube werben damit, im Rahmen der Eierproduktion eine tierfreundliche Alternative zum Schreddern männlicher Küken zu bieten. Die Bruderhahn Initiative möchte mit dem Motto „Rette meinen Bruder“ das nutzlose Töten stoppen – in Wirklichkeit wird der Tod der Tiere nur herausgezögert, denn die Bruderhahn-Partner mästen die Tiere, um sie nach etwa fünf bis sieben Monaten zu töten. Bis zu 3.000 Tiere werden in einem Stall aufgezogen (1).
 
Der Begriff „Bruderhahn“ erweckt den Eindruck von Fürsorge und trauter Familienidylle, dabei werden die Brüder der Hennen schon nach wenigen Monaten getötet, während der Verbraucher glaubt, dem „Bruderhahn“ das Leben zu schenken – eine perfide Art der Verbrauchertäuschung. Es existieren sogar Berichte, laut denen die „Bruderhähne“ bereits nach neun Wochen ins Schlachthaus gekarrt werden (2). Dort werden sie bei vollem Bewusstsein an ihren empfindlichen Füßen aufgehängt und anschließend kopfüber in ein Wasserbad, durch das Strom fließt, getaucht. Die Lebenserwartung eines Huhns liegt normalerweise bei etwa fünf bis neun Jahren (3).
 
Eine flächendeckende Lösung stellt die Initiative nicht dar. Nur ein Bruchteil der in Deutschland verzehrten Eier stammt aus Bruderhahn-Projekten. Bundesweit werden Bruderhähne nur in einer Handvoll Betriebe gemästet. Das ist nicht mehr als ein Feigenblatt für die millionenschwere, auf Profit ausgerichtete deutsche Eierindustrie.
 
Auch das „Lohmann Dual“, ein als Alternative angepriesenes sogenanntes Zweitnutzungshuhn, legt noch immer bis zu 250 Eier im Jahr (4). Zum Vergleich: Hennen des Bankivahuhns, der Urform der heutigen Züchtungen, legen bei einer Lebenserwartung von zehn Jahren in ihrem ganzen Leben nur um die 200 Eier (5). Ohne die immer noch extrem hohe Legeleistung – und damit potenziell die Probleme, die aus der konventionellen Legehennenhaltung bekannt sind – wäre ein wirtschaftlicher Betrieb solcher Anlagen gar nicht möglich. Auch Verbraucher zahlen mit dem Vorsatz, Tieren zu helfen, zusätzlich drauf – und fördern damit einmal mehr Tierleid.
 
Die Initiative Bruderhahn appelliert an das Gewissen der Verbraucher und investiert das zusätzliche Geld fürs Ei, um die männlichen Küken zu mästen, zu töten und an ihrem Fleisch zu verdienen. Die „4 Cent für die Ethik“ ändern nichts an einem System, in dem die sensiblen und intelligenten Hühner ausgebeutet werden.
 
Den Verbrauchern wird dabei vorgegaukelt, es gäbe so etwas wie „ethische Eier“, und ihre Aufmerksamkeit wird von wahrhaft tierfreundlichen, pflanzlichen Alternativen abgelenkt. Dabei ist es so einfach, Hühner effektiv und nachhaltig zu schützen – vegane Alternativen zu Eiern wie Rührtofu und vegane Bindemittel zum Backen sind cholesterinfrei und tierfreundlicher als ein halb garer Kompromiss auf dem Rücken der Tiere, wie ihn die Bruderhahn-Initiative vorschlägt.

 

Die anderen Kandidaten des Jahres 2016

 
Bestandsreduzierung
Das Wort verschleiert, dass im Zuge des Vogelgrippeverdachts tausende Tiere auf einmal getötet wurden – zahlreiche Experten gehen davon aus, dass die moderne landwirtschaftliche Tierhaltung zum Ausbruch der Vogelgrippe führt.
 
Nebenprodukt
Leder ist kein einfaches "Nebenprodukt" der Schlachthäuser, sondern deren zweitwichtigstes Co-Produkt. Der wirtschaftliche Umsatz der Schlachthöfe wird maßgeblich durch den Verkauf von Tierhäuten mitfinanziert. Der Umsatz aus dem Handel von Häuten, Taschen und Schuhen beläuft sich jährlich auf schätzungsweise 80 Milliarden Dollar weltweit.

 

Was Sie tun können

Sprache ist weltbildbildend: Wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Doch Taten sind noch wichtiger: Retten Sie Tiere in Ihrem Alltag, indem Sie konsequent pflanzliche Nahrungsmittel wählen. PETAs Veganstart-Programm begleitet Sie in ein tierfreundlicheres Leben. Sie erhalten 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.



Quellen
  1. http://www.bruderhahn.de/das-garantieren-wir/
  2. http://www.swr.de/swrinfo/statt-vergasen-und-schreddern-rettet-den-bruder-hahn/-/id=7612/did=13239094/nid=7612/2aqifa/index.html
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Haushuhn#Lebensverlauf
  4. http://www.ltz.de/de-wAssets/docs/dual/poultry-news-2-2013.pdf
  5. http://www.dein-bauernhof.de/bankivahuhn/index.html