In Deutschland werden pro Kopf jährlich 236 Eier konsumiert. [1] Obwohl sich immer mehr Verbraucher für eine tierfreundliche Lebensweise und gegen den Verzehr von Eiern entscheiden, bleibt ein Thema dabei weitgehend übersehen: die Problematik von Eiern in verarbeiteten Produkten wie in Nudeln, Süßigkeiten oder Fertigprodukten. Etwa 50 Prozent aller Eier werden auf diese Weise in verarbeiteten Lebensmitteln verspeist – zuhause und unterwegs. [2] In diesen Produkten werden meistens Eier verarbeitet, die die Mehrheit der Verbraucher ablehnt – nämlich Eier aus Käfighaltung.

Mit der Kampagne „Mach dich eifrei!“ möchten wir von PETA Deutschland auf dieses Problem aufmerksam machen: Wir wollen über das Leid der Tiere informieren, die in der Produktion von Eiern für verarbeitete Lebensmittel ausgebeutet werden, und gleichzeitig Lösungsvorschläge – beispielsweise in Form von Alternativen – unterbreiten.

Drei Gründe gegen den Konsum von Eiern
Huhn aus der Eierindustrie

1. Hühner sind sensible und soziale Tiere

Dank zahlreicher Öffentlichkeitskampagnen wissen heute immer mehr Menschen, dass Hühner intelligente und sensible Lebewesen sind: Sie leben am liebsten in kleinen Gruppen, kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs – sie kommunizieren sogar schon vor dem Schlüpfen mit ihren Küken – und picken nach Essbarem. Hühner lieben es, zur Gefiederpflege ein Sandbad zu nehmen und sich in der Sonne oder in Bäumen auszuruhen.

Die meisten Konsumenten wünschen sich, dass die Eier im Supermarkt und in verarbeiteten Produkten von Hühnern kommen, die ihr Leben auf einer grünen Wiese verbringen – doch der Alltag in der Eierindustrie sieht meist anders aus.

2. Hühner leiden in der Eierindustrie

Hühner, die in der Eierindustrie ausgebeutet werden, sind überzüchtet – das gilt auch für Hühner aus Freiland- und Biobetrieben sowie für Hühner vom „Bauern von nebenan“. Statt wie ihre Vorfahren 20 bis 30 Eier im Jahr zu legen, beläuft sich die Legeleistung von Hühnern heute auf über 300 Eier pro Jahr. Eine Vielzahl der Tiere leidet daher unter schmerzhaften Entzündungen im Bauchraum. Durch die Zucht sind Hühner körperlich gezwungen, trotz der Qualen etwa alle 25 Stunden ein Ei zu legen. [3]

Fotomontage Eiernudeln
Fotomontage Mayo

Aufgrund der Zucht und Haltung von großen Gruppen auf begrenztem Raum und fehlender Beschäftigungsmöglichkeiten sind Hühner weiteren Risiken ausgesetzt, dazu gehören Knochenbrüche, Federpicken – teilweise bis zum Kannibalismus – und psychisches Leiden. Diese Leiden ziehen sich durch alle Haltungsformen – von Käfig- bis Biohaltung.

3. Tiere in der Eierindustrie sterben lange vor ihrer natürlichen Lebenserwartung

Bisher fallen allein in Deutschland etwa 50 Millionen männliche Küken der Eierindustrie zum Opfer, weil sie keine Eier legen und auch für die Mast unprofitabel sind. Zwar ist das Töten der männlichen Küken ab 2022 verboten, doch bis das entsprechende Gesetz in Kraft tritt, müssen weitere Millionen Küken sterben – und auch danach sterben sie noch vor dem Schlüpfen im Ei, da ihr Leben weiterhin als wertlos angesehen wird.

Die „Bruderhahn-Initiative“ täuscht die Konsumenten, indem sie vorgibt, dass die Tiere leben dürfen – doch ihnen droht wie allen anderen Tieren in der Tierwirtschaft ein viel zu kurzes, qualvolles Leben, an dessen Ende der Schlachthof auf sie wartet.

Neben männlichen Küken werden auch Tiere, die krank oder schwach sind, in Fließbandarbeit aussortiert. „Legehennen“ werden in Betrieben ebenfalls aussortiert, sobald sie nach circa einem Jahr nicht mehr die profitabelste Menge an Eiern produzieren – oder sie sterben noch in den Produktionshallen einen langsamen und qualvollen Tod, da das einzelne Leben bei Tausenden Tieren im Stall keinen Wert für die Betreiber hat. Eine Tierarztbehandlung, wie wir es von unseren Hunden oder Katzen kennen, hat für Tiere in der Nahrungsmittelindustrie keinen Platz.

Fotomontage Semmelknoedel
Fotomontage Cookies

Die Eierindustrie ist mit Tierleid in unvorstellbarem Ausmaß verbunden: Der Großteil der Tiere leidet unter schlechten Haltungsbedingungen; den meisten Hühnern und Hähnen droht ein Tod lange vor ihrer natürlichen Lebenserwartung. Der Transport zum Schlachthof ist für die Tiere mit hohem Stress verbunden: Teilweise werden Hühner stundenlang bei Hitze oder Kälte ohne Zugang zu Nahrung oder Trinkwasser über Hunderte Kilometer transportiert – nur um im Schlachthof brutal getötet zu werden.

Vor der eigentlichen Schlachtung, dem Töten durch Blutentzug, werden die Tiere entweder an ihren empfindlichen Füßen aufgehängt und kopfüber durch ein Wasserbad gezogen, durch das Strom fließt – oder sie werden mit einem schmerzhaft reizenden Gas betäubt, das Erstickungserscheinungen herbeiführt. Wie hoch die Fehlbetäubungsrate bei den empfindsamen Vögeln ist, ist nicht bekannt.

Aufklärungsarbeit und vegane Produkte sind gefragt

Ende September 2017 gaben wir von PETA eine Umfrage in Auftrag, die Aufschluss darüber geben sollte, was die Menschen in Deutschland über verarbeitete Eier in Lebensmitteln wissen und wie ihr entsprechendes Kaufverhalten aussieht. Dazu wurden in einer Online-Befragung von INSA-CONSULERE über 1.000 Menschen befragt.

Das Ergebnis könnte Hühner in der Eierindustrie künftig vor großem Leid bewahren: Mehr als zwei Drittel der Befragten, nämlich 68 Prozent, würden bei gleicher Qualität auch zu Produkten greifen, die keine Eier enthalten. Weiter ergab die Umfrage, dass 76 Prozent der teilnehmenden Personen nicht darauf achten, ob in einem verarbeiteten Produkt Eier enthalten sind oder nicht. Dass die Eier in vielen verarbeiteten Produkten häufig nur den niedrigsten Tierschutzstandards entsprechen, wussten im Schnitt nur 52 Prozent der Befragten.

Fotomontage Dressing
Fotomontage Eiernudeln

Laut der Umfrage würden 74 Prozent der Menschen, die sich über die Haltungsbedingungen der Hühner im Klaren sind, auch zu Produkten ohne Eier greifen. Dieses Ergebnis zeigt, dass mehr Aufklärungsarbeit erforderlich ist – denn wenn Menschen wissen, wie sehr Hühner in der Eierindustrie leiden, würden sie bewusst zu veganen Alternativen greifen.

Für Hersteller, die in ihren Produkten Eier verarbeiten, signalisieren die Ergebnisse dieser Umfrage, dass sie das Qualprodukt Ei künftig mit einer pflanzlichen Alternative ersetzen können, ohne dass dies das Kaufverhalten negativ beeinflusst. Im Gegenteil: Informierte Verbraucher:innen werden die tierleidfreien Produkte sogar bevorzugen.

Was Sie tun können
Huhn mit Küken

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie den in der Eierindustrie ausgebeuteten Tieren helfen können. Mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte wie Mayonnaise ohne Eier und Methoden, mit denen sich Eier problemlos ersetzen lassen – für jeden Bedarf gibt es die passende Alternative. Solche Ersatzprodukte erleichtern den Umstieg auf eine tierfreundliche, vegane Ernährungs- und Lebensweise.

Außerdem kann der Einkaufsguide von PETA ZWEI dabei helfen, Alternativen zu Produkten, die regulär Ei enthalten, zu entdecken: Den Einkaufsguide gibt es kostenlos im App Store und im Google Play Store.

Wenn Sie darüber hinaus aktiv werden wollen, können Sie Petitionen unterzeichnen – und damit zu nachhaltigen gesellschaftlichen Änderungen beitragen.

Ei-Alternativen – mit diesen Produkten lassen sich Eier problemlos ersetzen

Immer mehr Menschen möchten sich gesund und abwechslungsreich ernähren, ohne dass Hennen dafür leiden müssen. Dass dies auch ohne geschmackliche Einbußen möglich ist, zeigen zahlreiche pflanzliche Alternativen, mit denen sich das Hühnerei beim Kochen oder Backen problemlos ersetzen lässt.

Die besten Ei-Alternativen

In vielen Drogerie-, Super- und Biomärkten gibt es Ei-Ersatzmischungen, die beispielsweise aus Lupinenmehl, Tapioka, Kartoffel- oder Maisstärke bestehen. Diese Produkte werden meist mit Wasser aufgeschlagen und können dann in verschiedenen Rezepten Eier ersetzen. Es gibt jedoch auch viele Lebensmittel, die sich alleine oder kombiniert hervorragend als Ei-Alternative eignen.

Veganstart

Mit der Entscheidung für eine vegane Ernährungs- und Lebensweise helfen Sie den Tieren in der Landwirtschaft – während Sie gleichzeitig der Umwelt und Ihrer Gesundheit etwas Gutes tun. Beim Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung kann Ihnen unser Veganstart-Programm 30 Tage lang praktische Hilfe bieten und Sie mit nützlichen Informationen rund um das vegane Leben versorgen – kostenlos und unverbindlich.

Alternativen

FAQ
Legehennen

Zum Thema Hühnereier kursieren viele Gerüchte und Unwahrheiten. Nachfolgend räumen wir mit einigen Irrtümern auf und beantworten häufig gestellte Fragen.

  • Wie viele Eier legen Hennen am Tag?

    Durch gezielte Zucht und spezielles Futter legen Hennen sogenannter Legelinien heute bis zu 300 Eier oder mehr im Jahr. [4] Legelinie bedeutet, dass diese Hühner nur zum Eierlegen gezüchtet wurden und im Gegensatz zur sogenannten Mastlinie kaum Fleisch ansetzen. Die ganze Energie fließt gezwungenermaßen in die Zahl gelegter Eier.

    Ursprüngliche Hühnerrassen legen Eier ausschließlich, um sich fortzupflanzen – wie andere Vögel auch. Ihre Gelege bestehen aus etwa 20 bis 30 Eiern im Jahr. Die Hühnerzucht hat diese Anzahl jedoch etwa verzehnfacht – auf Kosten der Tiere, denn die Qualzucht verlangt den Tieren alles ab: Häufige Folgen sind Abmagerung, gebrochene Knochen und entzündete Legeorgane.

  • Was passiert mit Hennen, die nicht mehr genug Eier legen?

    Einmal im Jahr gehen Hennen normalerweise in die Mauser, das heißt, sie wechseln ihr Gefieder. In dieser Zeit legen die Vögel kaum Eier; und nach der Mauser weniger als davor. [5] Da dies für die Eierindustrie unwirtschaftlich ist und die Hennen nach etwa 1,5 Jahren auch meist völlig ausgezehrt sind, werden die Hühner im Schlachthaus getötet und durch junge Hennen ersetzt.

    Eine Ausnahme stellen sogenannte XL-Eier dar. Hierbei werden die Hennen auch nach der Mauser gehalten, da ihre Eier dann noch größer sind. XL-Eier sind für die ausgemergelten Hühner jedoch eine unfassbare Qual, denn die kleinen Körper werden zuchtbedingt gezwungen, noch größere Eier zu legen.

  • Welche Haltungsformen gibt es?

    Es gibt vier offizielle Haltungsformen – Biohaltung, Freilandhaltung, Bodenhaltung, Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung. Bei Schaleneiern, die in Eierkartons verpackt im Lebensmittelhandel angeboten werden, erkennt man an den Ziffern auf dem Ei, in welchem System das Huhn gehalten wurde. Bei verarbeiteten Eiern ist die Haltungsform manchmal auf der Verpackung angegeben. Wenn keine Informationen zur Haltungsform genannt werden, stammt das Ei oftmals aus der Käfighaltung. Diese Haltungsform hat die Ziffer 3 und wird verbrauchertäuschend „Kleingruppenhaltung“ genannt, denn bei dieser Haltungsform werden bis zu 60 Hühner in ausgestaltete Käfige gesperrt, in denen jede Henne kaum mehr Platz als ein DIN–A4–Blatt hat und ihr Leben auf Gitterböden fristet.

    Am weitesten verbreitet ist die Bodenhaltung mit der Kennziffer 2. Für die Tiere bedeutet diese Haltungsform enormes Leid. Bis zu neun Hennen müssen sich einen Quadratmeter teilen und stehen dicht aneinandergedrängt im eigenen Kot. In einem Stallabteil können mehrere Tausend Tiere gehalten werden; das bedeutet für die Tiere enormen Stress, weil sie ihren Rang in der Gruppe normalerweise über eine Hackordnung definieren. Da dies ab etwa 50 Tieren nicht mehr möglich ist, kann die Folge Federpicken und Kannibalismus sein.

    Bei der Ziffer 1 auf dem Ei steht der Henne zusätzlich zur Bodenhaltung im Stall etwas Freigang zur Verfügung. Diese Haltungsform wird „Freilandhaltung“ genannt. Als Ausläufe dienen den Tieren jedoch oftmals nur kahle Rasenflächen, welche die Hennen aufgrund ihrer natürlichen Angst vor Raubtieren nur selten bzw. nur in Stallnähe betreten. Zahlreiche verdeckte Ermittlungen haben zudem gezeigt, dass die Auslaufklappen oft nur selten oder gar nicht geöffnet werden – die Eier werden oft dennoch widerrechtlich als „Freilandeier“ verkauft.

    Eier aus biologischer Haltung erhalten die Ziffer 0. Leider sind auch diese Eier mit Tierleid verbunden, denn laut EU-Biosiegel dürfen in einem einzigen Stallabteil bis zu 3.000 Hennen gehalten werden. Auch bei dieser Haltungsform müssen die Auslaufflächen nicht strukturiert sein. Zudem stammen die Hennen in der Biohaltung wie ihre Leidensgenossinnen aus anderen Haltungsformen aus Brütereien, in denen die Küken anonym in Brutkästen schlüpfen und kurz danach über Fließbänder nach Geschlecht sortiert werden. Biohennen leiden an der gleichen Überzüchtung wie Hennen aus anderen Haltungsformen und sterben oftmals langsam und qualvoll in den Stallanlagen. Die Tiere, die das Eierlegen überleben, werden ebenfalls nach etwa 1,5 Jahren im Schlachthaus getötet und durch junge Hennen ersetzt.

  • Was sind Elterntierfarmen?

    Auf sogenannten Elterntierfarmen leben die Tiere, die die späteren „Legehennen“ produzieren. Ihre Eier werden zu Brütereien transportiert und dort in Brutkästen ausgebrütet. Die geschlüpften Küken kommen nun zu Legebetrieben, wo sie Eier für den menschlichen Verzehr legen müssen. Auf vielen Elterntierfarmen herrschen katastrophale Zustände, da es für diese Einrichtungen noch weniger gesetzliche Bestimmungen gibt als für Legebetriebe. Die Tiere leben auf engem Raum in kargen, kotverdreckten Hallen. Sie dürfen kein einziges ihrer Eier selbst ausbrüten; sobald ihre Legeleistung nachlässt, werden sie getötet. Die artfremden Haltungsbedingungen und eine fehlende medizinische Versorgung führen dazu, dass viele Tiere einen qualvollen Tod in den Hallen der Elterntierfarmen sterben. Eier für spätere „Biohennen“ stammen meist ebenfalls von solchen Elterntierfarmen.

  • Wie sieht es mit Bio- und Freilandeiern aus?

    Für die Industrie sind auch Hühner in der Bio- oder Freilandhaltung lediglich eine Ware, die einen einzigen Zweck erfüllt – sie sollen möglichst viele Eier legen. Meist interessiert es die Halter nicht, ob ein Huhn in der Gruppe gemobbt wird, welche Interessen es hat oder ob es ihm schlecht geht. In Gruppen mit Tausenden von Tieren werden kranke oder schwache Hühner nur selten entdeckt, Knochenbrüche bleiben oftmals unbemerkt. Wird ein solches Huhn aufgespürt, wird es meist noch im Stall getötet, da die Tierarztkosten den „wirtschaftlichen Wert“ schnell übersteigen würden. Damit wird die Tötung vor dem Gesetz legitimiert. Hühner in Freilandhaltung haben also etwas mehr Platz, sind jedoch wie Hennen aus anderen Haltungsformen großem Leid ausgesetzt.

  • Darf ich Eier von eigenen Hühnern oder von Hühnern aus meiner Nachbarschaft essen?

    Immer mehr Tierfreund:innen wollen mit ihrem Konsum Tierleid verhindern. So stellen sich viele Menschen die Frage, ob es in Ordnung ist, Eier von eigenen Hühnern oder von Hühnern aus dem Bekanntenkreis zu essen.

    Es gibt Menschen, die Hühner aus der Eierindustrie retten oder aus schlechter Haltung adoptieren. Ihnen geht es bei der Hühnerhaltung nicht um die Fähigkeit der Hühner, Eier zu legen, sondern um das Wissen, dass Hühner liebenswerte Tiere sind. Bei einer solchen Hühnerhaltung spricht auf den ersten Blick nichts gegen den Konsum der Eier. Dennoch sollten einige Aspekte bedacht werden.

    Hühner legen heute zuchtbedingt mehr Eier als ursprüngliche Rassen – und zwar auch dann, wenn sie nicht länger dem künstlichen Lichtprogramm der Eierindustrie ausgesetzt sind und artgerechte Nahrung mit einem geringeren Anteil an sogenanntem „Legemehl“ (Leistungsfutter) erhalten. Aufgrund der ihnen angezüchteten hohen Eieranzahl haben Hühner einen erhöhten Nährstoffbedarf – insbesondere an Calcium. Sie benötigen vor allem jene Nährstoffe, die in ihren eigenen Eiern enthalten sind und sollten daher in der Lage sein, ihre eigenen Eier zu essen.

    In der Eierindustrie wird Hühnern das natürliche Fortpflanzungsverhalten verwehrt. Gerettete Hühner brüten daher gerne – selbst wenn die Eier unbefruchtet sind. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sich ein Hahn in der Gruppe befindet. Nachwuchs sollte man unbedingt vermeiden, denn es gibt bereits mehr als genug Hühner, die ein liebevolles Zuhause suchen. Daher empfiehlt es sich, die Eier einzusammeln, aufzuschlagen und den Hühnern als Nahrung anzubieten.

    Vor allem für Hähne ist es teilweise sehr schwer, ein Zuhause zu finden, da die Tiere meist nur einzeln in Hennengruppen gehalten werden können. Außerdem sorgen Hähne durch ihr natürliches Krähverhalten oftmals für Unmut in der Nachbarschaft.

    Aus medizinischen Gründen oder zum Vermeiden von ungewolltem Nachwuchs kann man den Hühnern einen Hormonchip unter die Haut setzen lassen, der sie von dem angezüchteten Zwang zur täglichen Eiablage befreit. Dieses Vorgehen ist bei anderen „Haustieren“ mittlerweile stark verbreitet, sollte jedoch im Vorfeld mit einem vogelkundigen Tierarzt besprochen werden – vor allem bei Erkrankungen der Legeorgane.

  • Was passiert mit männlichen Küken?

    Alleine in Deutschland werden bisher jedes Jahr bis zu 50 Millionen männliche Küken am ersten Lebenstag durch Vergasen getötet – und das nur, weil sie weder Eier legen noch schnell genug Fleisch ansetzen, um für die Mast brauchbar zu sein. Das Töten der Küken aus rein wirtschaftlichen Gründen ist in Deutschland erst ab 2022 verboten; bis dahin wird der Agrarindustrie eine Übergangsfrist gewährt. [6] Die Züchter müssen dann das Geschlecht der Küken vor dem Schlüpfen bestimmen – und die ungeborenen männlichen Küken werden noch im Ei aussortiert und vernichtet. Die ersten zwei Jahre soll es erlaubt sein, die Kükenembryos auch nach dem siebten Tag zu töten. Erst ab 2024 ist eine Verschärfung des Gesetzes geplant, dann sollen die männlichen Küken schon vor dem siebten Bruttag aussortiert werden. Jedoch ist bislang nicht abschließend geklärt, ob die Küken nicht auch hier schon ein Schmerzempfinden aufweisen. Und das künftige Verbot ändert nichts daran, dass Küken weiterhin als wertlose Ware angesehen werden, die bedenkenlos getötet und entsorgt werden kann – auch das Leid der völlig überzüchteten Hennen bleibt davon unberücksichtigt.

    Manche Höfe ziehen die kleinen Hähne im Rahmen der sogenannten Bruderhahn-Initiative auf – was aber nicht bedeutet, dass sie bis an ihr natürliches Lebensende leben dürfen. Die Tiere werden lediglich gemästet und ein paar Wochen später im Schlachthaus getötet. Diese Bruderhahn-Initiative verschiebt den Tod also nur um eine gewisse Zeit – und von einem leidfreien Tod im Schlachthaus kann keine Rede sein. Solche Programme erwecken lediglich den Anschein, dass die Hähne leben dürfen, was nicht der Fall – und somit Verbrauchertäuschung – ist.

  • Wie alt werden Legehennen?

    Ursprüngliche Hühnerrassen können bis zu 10 Jahre alt werden. In der Eierindustrie werden Hennen jedoch nach durchschnittlich 1,5 Jahren im Schlachthaus getötet. Einige überleben die qualvollen Haltungsmethoden in den Produktionsstätten nicht; ihr frühzeitiger Tod ist von Anfang an einkalkuliert.

  • Legen nur gesunde Hennen Eier?

    In den vergangenen Jahrzehnten wurde Hühnern eine krankmachende Legeleistung von über 300 Eiern im Jahr angezüchtet, die bei den Tieren ihre Spuren hinterlässt. Viele Hennen leiden an Entzündungen des gesamten Legetrakts, Knochenbrüchen und extremer Abmagerung bis hin zum Tod. Tierhalter und die Eierindustrie behaupten gerne, nur gesunde Tiere würden Eier legen. Das ist jedoch falsch! Hühner legen Eier, auch wenn es ihnen körperlich und psychisch extrem schlecht geht, denn unter anderem werden ihre Körper aufgrund der Zucht und der täglichen Ei-Entnahme regelrecht dazu gezwungen.

  • Wie schädlich ist die Eierindustrie für die Umwelt?

    Die Eierindustrie hat – wie die gesamte landwirtschaftliche Tierhaltung – massive Auswirkungen auf die Umwelt: Die globale Tierwirtschaft verursacht mehr Treibhausgasemissionen als der gesamte Verkehrssektor. [7] Treibhausgase zählen zu den Hauptverursachern des Klimawandels. Neben großen Mengen an CO2 ist die Eierindustrie auch für den Ausstoß von Ammoniak verantwortlich, das Böden und Gewässer versauert, Trinkwasser belastet und zur erhöhten Feinstaubbelastung beiträgt. [8] Außerdem werden Tiere in der Landwirtschaft überwiegend mit Soja ernährt: Rund 75 Prozent des angebauten Sojas landet in den Futtertrögen der Tierwirtschaft. Das als Futtermittel verwendete Soja wird hauptsächlich im tropischen Regenwald angebaut – und dieser wird für die Anbauflächen abgeholzt. [9]

    Verschiedene Studien verdeutlichen, dass tierische Produkte verheerend für Klima und Umwelt sind und dass der Wandel hin zu einer veganen Ernährung die beste Möglichkeit ist, um die Auswirkungen auf das Klima am effektivsten zu bekämpfen. Mit einem vermehrten Neubewuchs der Vegetation und einer Fokussierung auf eine pflanzliche Ernährung lassen sich 16 Jahre des weltweit ausgestoßenen CO2 aus fossilen Brennstoffen kompensieren. [10]

  • Brauchen wir Eier für eine gesunde Ernährung?

    Eine ausgewogene vegane Ernährung ist gesund und deckt den Nährstoffbedarf vollständig. [11] Für eine gesunde Ernährung, die alle Nährstoffe enthält, die unser Körper braucht, müssen wir also keine Eier essen. Eier werden vor allem wegen ihres Proteingehalts gegessen, dabei enthalten viele verschiedene pflanzliche Lebensmittel ebenso große Mengen an Protein. Kürbiskerne, Hanfsamen und Erdnüsse gehören zu den pflanzlichen Lebensmitteln, die am meisten Protein enthalten. Auch Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte und daraus hergestellte Produkte wie Tofu, Tempeh oder Hummus enthalten jede Menge Proteine. Sogar Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Champignons sind proteinreich. [11] Zahlreiche vegan lebende Athleten zeigen, dass auch eine pflanzliche Ernährung ohne Eier genügend Proteine enthält, um Bestleistungen zu erzielen.

  • Ist der Konsum von Eiern gesundheitsfördernd oder bedenklich?

    Mit dem Verzehr von Eiern sind verschiedene gesundheitliche Risiken verbunden: Eier können Salmonellen enthalten, die für Menschen sehr gefährlich werden können. Salmonellen führen bei Menschen zu starkem Durchfall, Fieber, Bauchkrämpfen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Oft sind Hühner die Überträger dieser Bakterien – doch auch das Innere der Eier kann kontaminiert werden, bevor sich die Schale bildet.

    Eine 2020 im British Journal of Nutrition veröffentlichte Studie zeigt, dass der Verzehr eines oder mehrerer Eier pro Tag das Diabetes-Risiko um 60 Prozent erhöhen kann. Dazu untersuchten die Forscher den Eierkonsum und den Blutzuckerspiegel von über 8.000 Teilnehmern. [12]

    Eier enthalten viel Cholesterin, welches das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. In einer 2019 veröffentlichten Studie analysierten Forscher der Northwestern University die Daten von fast 30.000 Menschen. Laut Studie erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen je 300 Milligramm Cholesterin in der Nahrung um bis zu 18 Prozent; jedes halbe Ei führt zu einem bis zu acht Prozent erhöhten Risiko. [13]

Veröffentlichungen & Neuigkeiten
Huhn aus der Eierindustrie

Um die wahren Zustände in der Eierindustrie aufzuzeigen, veröffentlichen wir Fotos und Videos aus verschiedenen Haltungssystemen von Hühnern. Mit Aktionen vor Supermärkten, in Innenstädten oder vor Unternehmenszentralen machen wir auf das Leid der Hennen in der Eierindustrie aufmerksam. Zudem wenden wir uns immer wieder mit unseren Forderungen nach einem Ende des Tierleids an die Politik

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