Die Europäische Union hat 2013 offiziell Tierversuche für Kosmetika verboten und damit Hoffnung für unzählige Tiere geschaffen, die weltweit in Laboren leiden. Doch dieses Verbot wird bis heute faktisch ausgehebelt und Tiere werden weiterhin in Experimenten gequält und getötet.
Aktuell evaluiert die Europäische Kommission die Kosmetikverordnung und plant Aktualisierungen der Chemikalien-Verordnung REACH, dem groß angelegten EU-Testprogramm für Industriechemikalien. [1, 2] Gemäß REACH (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe) sollten Tierversuche nur als letztes Mittel durchgeführt werden.
Doch die Zahl der Inhaltsstoffe, die von den Testentscheidungen im Rahmen von REACH betroffen sind, steigt stetig – und so werden Tausende Tiere für Tests mit Substanzen missbraucht, die in Kosmetika verwendet werden.
Helfen Sie, Tierquälerei aus der Kosmetikindustrie endgültig zu verbannen: Fordern Sie die Europäische Kommission auf, Tierleid zu verhindern und die Zukunft tierversuchsfreier Kosmetika zu sichern. Unterschreiben Sie dazu unsere Petition an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen.
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Englischer Originaltext
Protect and Strengthen the Cosmetics Animal Testing Ban
Dear President of the European Commission,
The European Union’s ban on animal testing for cosmetics was a landmark achievement, reflecting its commitment to compassion and innovation. However, loopholes in EU regulations – exemplified by the recent Symrise court case – permit animal testing for cosmetics ingredients under the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals regulation, undermining the core principles of the ban.
This betrayal of the EU’s cruelty-free legacy disregards scientific advancements and the will of over 1.2 million EU citizens who signed the European Citizens’ Initiative: Save Cruelty-Free Cosmetics – Commit to a Europe Without Animal Testing, demanding an end to cosmetics animal testing.
We urge you to act decisively to protect the future of cruelty-free cosmetics in the EU by using the REACH revision and cosmetics refit evaluation to take the following actions:
- Close the Loopholes: Eliminate provisions that permit animal testing for cosmetics ingredients under the guise of worker safety.
- Strengthen the Ban: Invest in cutting-edge non-animal testing methods to build a future free of animal suffering for environmental risk assessment.
The choices now will define whether the EU remains a global leader in humane science and innovation, or this cruelty-free promise is lost.
Please respect the will of EU citizens, restore the integrity of the cosmetics testing ban, and ensure that no more animals suffer for beauty.
Sincerely,
Der Konflikt zwischen Chemikalien- und Kosmetikvorschriften
Das Problem liegt in wichtigen Widersprüchen der beiden EU-Verordnungen. Hersteller von Kosmetikbestandteilen unterliegen zahlreichen regulatorischen Anforderungen, darunter auch REACH. Dabei stehen sich zwei Hauptaspekte entgegen:
- Die Kosmetikverordnung beinhaltet das Ziel, die Sicherheit von Produkten und Inhaltsstoffen durch humanrelevante, tierversuchsfreie Tests zu gewährleisten.
- REACH gibt eine vorgeschriebene Liste von Testdaten vor, die oft Tierversuche beinhalten.
Diese Diskrepanz hat dazu geführt, dass Tierversuche an Kosmetik-Inhaltsstoffen durchgeführt werden, um die REACH-Vorschriften zu erfüllen, wodurch der Status dieser Produkte als tierversuchsfrei untergraben wird und eine Lücke entsteht, für deren Schließung wir von PETA Deutschland uns gemeinsam mit unseren internationalen Partnerorganisationen einsetzen.
Welche Auswirkungen hat das auf Unternehmen in der Kosmetikindustrie?
Die Zahl der Inhaltsstoffe, die von den Testentscheidungen im Rahmen von REACH betroffen sind, wächst – und führt dazu, dass Tausende von Tieren über Wochen oder sogar Monate hinweg mit Substanzen vergiftet werden.
Dadurch laufen Unternehmen Gefahr, ungewollt in Tierversuche verwickelt zu werden, da die Lieferanten von Kosmetik-Inhaltsstoffen gesetzlichen Anforderungen unterliegen.
Wir fordern: Tierversuchsfreie Kosmetik herzustellen, muss weiterhin möglich sein – es darf nicht erschwert, sondern muss erleichtert werden!
Wir appellieren daher an die EU-Kommission, ihr Engagement für tierversuchsfreie Produkte wieder aufzunehmen und eine Zukunft zu gestalten, in der Produktsicherheit gewährleistet ist, ohne dass dafür Tiere im Labor als Testobjekte missbraucht wurden.
Für Unternehmen, die nicht an qualvollen Tierversuchen beteiligt sein möchten, wird es immer schwieriger, alternative Bezugsquellen zu finden oder ein Produkt neu zu formulieren, um alle Inhaltsstoffe zu eliminieren, die gemäß REACH an Tieren getestet werden müssen. Dennoch stehen auch weiterhin Konzerne der Kosmetikindustrie ausdrücklich in der Verantwortung, sich gegen jegliche Verwendung von Tierversuchen auszusprechen.
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Auswirkungen auf PETAs offizielle Liste tierversuchsfreier Kosmetik
Um von PETA USA als tierversuchsfrei gelistet zu werden, muss ein Unternehmen oder eine Marke eine rechtsverbindliche Erklärung vorlegen, in der bestätigt wird, dass weder das Unternehmen noch seine Lieferanten weltweit Tierversuche für Inhaltsstoffe, Formulierungen oder Fertigprodukte
- durchführen,
- in Auftrag geben,
- finanzieren
- oder zulassen
- und dies auch in Zukunft nicht tun werden.
Dieser strenge Prozess gewährleistet, dass Tiere kompromisslos vor dem Leid der Tierversuche geschützt sind.
Unternehmen und Marken müssen zudem Unterlagen einreichen, in denen sie beschreiben,
- wie sie ihre Produkte testen,
- wo sie verkauft werden,
- welche Arten von Produkten sie anbieten
- und welche Inhaltsstoffe sie verwenden.
Damit ein Unternehmen als tierversuchsfrei gelistet werden kann, darf es sich unter keinen Umständen an schmerzhaften und grausamen Tierversuchen beteiligen – dazu gehört auch die Durchführung von veralteten Tests, die gemäß REACH vorgeschrieben sind.
Änderungen der Anforderungen, um von PETA als tierversuchsfrei zertifiziert zu werden
Angesichts der beunruhigenden Entwicklungen der regulatorischen Anforderungen für Kosmetika und Inhaltsstoffe für Körperpflegeprodukte in der EU wird das Programm „PETA-approved“ derzeit einer umfassenden Überprüfung unterzogen.
Künftig werden nur noch Unternehmen, die ihre Produkte auch in den USA, Kanada, Deutschland oder Indien verkaufen, auf PETAs Liste tierversuchsfreier Kosmetik geführt. Die weltweiten PETA-Partnerorganisationen, darunter auch wir von PETA Deutschland, nehmen Anträge auf die Auszeichnung „cruelty-free” entgegen und führen eigene Listen. Im Austausch mit diesen Unternehmen wird sichergestellt, dass deren Verpflichtung, Tierversuche aus ihrer Lieferkette zu verbannen, weiterhin besteht.
Die Prüfung von Anträgen für das Programm „Beauty Without Bunnies” von Unternehmen, die ihre Produkte ausschließlich in anderen als den genannten Ländern verkaufen, pausiert so lange, bis die REACH-Kosmetiklücke geschlossen ist.
Helfen Sie, Tierversuche in der EU abzuschaffen: Unterschreiben Sie unsere Petition!
Unterschreiben Sie unsere Petition an Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission: Fordern Sie die EU-Kommission auf, die bestehenden Schlupflöcher der REACH-Verordnung zu schließen, die Tierversuche für Kosmetik-Inhaltsstoffe weiterhin erlauben. Zudem soll die europäische Politik die bestehenden Tierversuchsverbote stärken, indem sie in moderne, tierfreie Testmethoden investiert und das Versprechen tierversuchsfreier Produkte wiederherstellt.
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Quellen
[1] European Commission. Call for evidence for an evaluation. 21.02.2025:1-3. Ares(2025)1425329. Zugriff am 13.08.2025. https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/14433-Cosmetic-Products-Regulation-evaluation_en
[2] European Commission. Inception impact assessment. 04.05.2021:1-4. Ares(2021)2962933. Zugriff am 13.08.2025. https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/have-your-say/initiatives/12959-Chemicals-legislation-revision-of-REACH-Regulation-to-help-achieve-a-toxic-free-environment_en