Warum PETA bei Bränden in Tierställen Anzeige erstattet

Anzeige Stallbrand

PETA Deutschland hat Mitte 2014 damit begonnen, Brände in Tierställen aufzugreifen und Strafanzeigen gegen Tierhalter zu erstatten. Allein in Deutschland kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Bränden in Tierhaltungsanlagen. Zehntausende Tiere kommen dabei auf eine sehr grausame Weise ums Leben: Rinder, Schweine, Hühner und andere Tiere verbrennen bei lebendigem Leib oder ersticken qualvoll.

Laut PETAs Recherche kamen seit 2015 etwa 200.000 Tiere bei Stallbränden in Deutschland ums Leben.

Unsere Intention hinter den Anzeigen

Viele dieser Brände werden durch erhebliche Mängel beim Brandschutz und durch marode technische Anlagen ausgelöst. Die Anzeigen von PETA sollen die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit, Behörden und Justiz auf diesen Zusammenhang lenken, damit in Genehmigungsbescheiden von Tierställen entsprechende Brandschutzvorkehrungen umzusetzen sind, die die Rettung der Tiere in Brandfällen ermöglichen.

Erhebliche Mängel in vielen Tierställen

In den meisten Artikeln über Stallbrände ist zu lesen, dass der Brand durch einen „technischen Defekt“ ausgelöst wurde. Verschwiegen wird dabei jedoch, dass dieser Defekt meist hätte verhindert werden können, und dass diese „technischen Defekte“ oftmals grob fahrlässig und von den Tierhaltern in Kenntnis der maroden technischen Anlagen billigend in Kauf genommen wurden. Offene Stromleitungen, alte Wärmelampen in Ferkelaufzuchten oder Photovoltaikanlagen sind nur einige Beispiele für vermeidbare „technische Defekte“. Hinzu kommt, dass Brände in abseits gelegenen Ställen oftmals spät bemerkt werden – Feuermelder, die den Besitzern einen Brand beispielsweise über das Handy melden könnten, sind nicht vorgeschrieben. Auch die Löschwasserversorgung ist draußen auf den Feldern meist schwer. Wenn, wie dies oft der Fall ist, Stroh oder anderes leicht entflammbares Material im gleichen Gebäude gelagert wird, ist eine Rettung unmöglich. Außerdem sagt uns schon der gesunde Menschenverstand, dass es schlichtweg unmöglich ist, in einem Brandfall zehntausende Hennen oder hunderte Schweine aus ihren engen Buchten zu evakuieren. Da außerhalb des Stalles meist auch kein eingezäunter Platz vorhanden ist, lassen sich panische Rinder nur schwer nach draußen treiben.

Die zuständigen Behörden stellen immer wieder Mängel beim Brandschutz fest, etwa durch „Verstöße gegen Genehmigungsauflagen“. In einer Schweinezuchtanlage des Straathof-Konzerns bei Alt Tellin wurden z. B. wiederholt „Mängel beim Brandschutz“ behördlich festgestellt (Antwort der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern zum Tierhaltungsverbot für den Geschäftsführer der Straathof-Holding v. 06.03.2015, DS 6/3574). 

Defizite bei Brandschutzauflagen in Tierhaltungsbetrieben

PETA gelingt es – auch durch die Sensibilisierung der Behörden – immer häufiger, Brandschutzvorkehrungen in Genehmigungsbescheiden durchzusetzen. Ein Beispiel hierzu:

„Der Forderung von PETA, die Tierrettung in das Brandschutzgutachten mitaufzunehmen, wurde gefolgt. Das Brandschutzgutachten wurde zwischenzeitlich insoweit ergänzt. Die vorliegende endgültige Stellungnahme der Brandschutzbehörde bestätigt die Einhaltung aller brandschutzrechtlichen Regelungen, also auch soweit die Tierrettung betroffen ist, sofern die hierzu ergangenen Auflagen befolgt werden.“

(Immissionsschutzrechtliche Genehmigung des Regierungspräsidiums Stuttgart für eine Schweinemastanlage von 3.000 Mastplätzen vom 18.12.2012, Az.: 54.2-8823.81).

Ungeachtet solcher erfolgreichen Einwendungen von PETA sind immer wieder erhebliche Defizite in der Tierrettung und bei der Löschwasser-Bereitstellung festzustellen. Feuerwehrleute, die vor Ort das unbeschreibliche Leid der Tiere unmittelbar erleben, haben sich an PETA gewandt und in dieser Hinsicht auf erhebliche Mängel in den Tierställen und bei der Löschwassersituation hingewiesen und die Berechtigung der Strafanzeigen bestätigt.

Hohe Brandschutzstandards – auch für die Tiere!

PETA fordert von den Behörden, der Politik sowie von den Staatsanwaltschaften, dass die gleichen hohen Brandschutzstandards, die für Menschen gelten, auch für Tiere verpflichtend umzusetzen sind.

Was Sie tun können

Für die Ernährungsindustrie sind Tiere lediglich ein Produktionsgut. Verbrennen oder ersticken Rinder, Schweine oder Hühner in einem Stall, wird allein der entstandene Sachschaden berechnet. In der landwirtschaftlichen Tierhaltung bedeutet jedoch nicht nur ein Brandfall Leid und Tod. Ganz gleich, ob sie aus konventioneller oder ökologischer Haltung stammen: Tiere als leidensfähige Lebewesen werden anhand ihrer Leistung und ihres Nutzens für den Menschen beurteilt. Für Fleisch, Milch und Eier werden sie ausgebeutet und getötet, obwohl sie ihr natürliches Lebensalter nicht annähernd erreicht haben. Unser kostenloses und unverbindliches Veganstart-Programm bietet Ihnen kompetente Unterstützung beim Umstieg in ein tierfreundliches Leben. Testen Sie es doch einfach mal.