Themen Wildtiere

Brieftaubensport darf kein UNESCO-Kulturerbe werden – jetzt unterschreiben

Die Brieftaubenzucht und Wettflüge mit sogenannten Brieftauben sind mit dem Tierschutz unvereinbar, denn hierbei werden den Tieren häufig Leistungen abverlangt, die ihre Kräfte bei weitem übersteigen. Unzählige Tauben sterben bei den Flügen jedes Jahr einen qualvollen Tod durch Dehydration, Erschöpfung oder Verletzungen. Etliche stranden entkräftet in den Städten, wo sie fortan ein klägliches Dasein fristen.

Der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter bemüht sich aktuell erneut um die Anerkennung des Brieftaubensports als nationales Kulturerbe. Die Entscheidung für oder gegen eine Aufnahme wird voraussichtlich im Dezember 2020 gemeinsam von der UNESCO-Kommission, der Kultusministerkonferenz und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien getroffen.

Tierquälerei ist keine Kultur! Unterschreiben Sie jetzt gegen die Aufnahme des Brieftaubensports als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe.

Bitte fordern Sie gemeinsam mit uns die Kultusministerkonferenz sowie die Deutsche UNESCO-Kommission auf, den Brieftaubensport NICHT in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufzunehmen.

Online Petition

Tierquälerei ist keine Kultur – das Brieftaubenwesen darf kein Kulturerbe werden

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Besorgnis nehme ich zur Kenntnis, dass das Brieftaubenwesen im Jahr 2020 erneut in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen werden könnte. Aufgrund erheblicher tierschutzrelevanter Aspekte möchte ich Sie bitten, von diesem Schritt abzusehen.

Im Rahmen von Taubenwettflügen werden den Tieren häufig Höchstleistungen abverlangt, die ihre Kräfte übersteigen. Tauben, die das Ziel nicht erreichen bzw. nicht zum Heimatschlag zurückfinden, haben aufgrund ihrer Konditionierung auf Spezialnahrung kaum Überlebenschancen. Zudem können sie zur Vergrößerung und somit zum Leid der in den Städten lebenden Stadttaubenpopulationen beitragen.

Nach eigenen Angaben der Züchter betragen die „Verluste“ bei Taubenwettflügen 20 bis 25 Prozent der Tauben pro Saison. Taubenexperte Dr. med. vet. Warzecha et al. beziffern in einer Studie sogar Verlustraten von durchschnittlich 53 Prozent. Ein „Tierverbrauch“ in dieser Größenordnung im Rahmen der Ausübung eines Hobbys ist in hohem Maße unethisch und sollte die Taubenwettflüge als Kulturerbe-Kandidat disqualifizieren.

Die Tierschutzproblematik ist ein weltweites Phänomen: Einer Studie des Schweizer Tierschutzes (STS) zufolge liegen die Verlustraten bei untersuchten Wettflügen in der Schweiz bei rund 75 Prozent. Laut einem Gutachten der NRW-Behörde LANUV (2019) gingen innerhalb einer Flugsaison bei einem von PETA angezeigten Tribünenflug in Nordrhein-Westfalen „mindestens 50 Prozent der angelieferten Tauben während der Eingewöhnungs- und der Wettflugphase verloren“.

Damit Tauben bei Wettflügen unnatürliche Höchstleistungen erbringen, nutzen die Züchter die Treue der Tiere zu ihrem Partner, ihrem Nachwuchs und ihrem heimatlichen Schlag. So werden Taubenpaare bei der sogenannten „Witwermethode“ bewusst voneinander getrennt, obgleich der Kommentar zum Tierschutzgesetz „Reisen auf Witwerschaft“ wegen der offensichtlichen Überforderung ablehnt. Die sogenannte „Nestmethode“ umschreibt die Trennung eines Elternteils vom Partner und dem bereits geschlüpften Nachwuchs. Unzählige Tauben sterben bei den Wettflügen jedes Jahr einen qualvollen Tod durch Dehydration, Erschöpfung oder Verletzungen.

Vögel, die hinter den Erwartungen der Züchter zurückbleiben und für die weitere Zucht ungeeignet sind, werden oftmals ohne Betäubung getötet. Hierzu ziehen die Züchter so lange am Hals der Tauben oder drehen den Kopf der Tiere, bis der Tod eintritt.

Ich hoffe sehr auf Ihre erneute Entscheidung, dass das Brieftaubenwesen in einer modernen Gesellschaft mit moralischen Grundsätzen und in einem Land, in dem der Tierschutz Verfassungsrang hat, weder zu rechtfertigen noch zu verantworten ist – auch nicht unter dem Deckmantel der „Tradition“.

Ich bitte Sie daher, dass Brieftaubenwesen weiterhin nicht in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen.
 

Mit freundlichen Grüßen

 

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Bereits 2018 hatte Nordrhein-Westfalen das deutsche Brieftaubenwesen für die Aufnahme in die bundesweite Liste des Kulturerbes nominiert. Wir von PETA appellierten daraufhin in einem gemeinsamen Schreiben an die UNESCO, die Kultusministerkonferenz und die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW gegen diese Aufnahme. Daraufhin gab die Deutsche UNESCO-Kommission im Dezember 2018 bekannt, dass das Brieftaubenwesen nicht in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Deutschen UNESCO aufgenommen wird. Als Begründung führte die Kommission unter anderem an, dass der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter den Tierschutz bei der Bewerbung nicht ausreichend berücksichtigt habe. PETA hatte mehrfach auf die Problematik hingewiesen und begrüßte nun den Entschluss, das tierquälerische „Hobby“ nicht als nationales immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.
 
In Deutschland gibt es Schätzungen zufolge ca. 30.000 Züchter sogenannter „Brieftauben“, die jährlich Tiere nachzüchten und teilweise bei regionalen, nationalen und internationalen Wettflügen einsetzen. Nach eigenen Angaben der Züchter betragen die „Verluste“ 20 bis 25 Prozent der Tauben pro Saison. [1] Tatsächlich schaffen es je nach den Gegebenheiten in einer Saison bis zu 50 Prozent und mehr Tauben nicht zurück in den Heimatschlag. [2] Nach Paragraf 3 S. 1 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, Tieren Leistungen abzuverlangen, die ihre Kräfte übersteigen. Erschwerend kommt hinzu, dass Vögel, die hinter den Erwartungen der Züchter zurückbleiben und für die weitere Zucht ungeeignet sind, oftmals ohne Betäubung getötet werden. Hierzu ziehen die Züchter so lange am Hals der Tauben oder drehen den Kopf der Tiere, bis der Tod eintritt.

Was Sie tun können 

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition und klären Sie auch Freunde und Bekannte über das Leid der sogenannten Brieftauben auf.



[1] Leipziger Volkszeitung (2018): Leipziger Brieftaubenzüchter wehren sich gegen Peta. Online abrufbar unter: https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipziger-Brieftaubenzuechter-wehren-sich-gegen-Peta (abgerufen am 27.12.2019)
[2] Gutachten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV NRW) vom 31.10.2019

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.