Darum ist Memmingen die tier- und frauenfeindlichste Stadt Bayerns

Der Fischertag ist tierfeindlich

Am 20. Juli findet in Memmingen erneut der „Fischertag“ statt, an dem morgens viele, teils stark angetrunkene Männer in den Stadtbach springen und hopsend und johlend mit Keschern zahlreiche Forellen fangen werden. Die Forellen werden in Eimern untergebracht, die mit mehr oder weniger Wasser befüllt sind, und zu sogenannten Schlachtzelten gebracht.

Hier erhalten die Tiere einen mehr oder weniger präzisen Schlag auf den Kopf, werden aufgeschnitten, ausgenommen und zerstückelt. Sind sie aufgrund von Eile oder fehlender Präzision nicht vollständig betäubt, erleben und erleiden sie das Aufschneiden bei vollem Bewusstsein mit.

Illegales Wettfischen

Auffallend große Forellen werden gewogen und zur späteren Bestimmung des „Fischerkönigs“ in ein separates Becken gesetzt. Fischerkönig wird derjenige, der die schwerste Forelle gefangen hat. Er wird in einer ausgiebigen Zeremonie bejubelt und prämiert, der „alte“ Fischerkönig wird verabschiedet.

Laut Tierschutzgesetz ist die Tötung eines Wirbeltieres nur straffrei, wenn ein „vernünftiger Grund“ vorliegt. Ein solcher Grund ist der spätere Verzehr des Fisches. Das Königsfischen dient jedoch dem Wettbewerb und der Geselligkeit, der Verzehr ist nur eine Nebensächlichkeit.

Die Staatsanwaltschaften Augsburg und Würzburg vertreten in dieser Hinsicht die Auffassung von PETA.

Frauenfeindlichkeit: Frauen dürfen nur als „Kübelesträger“ teilnehmen

Die rund 1.200 teilnehmenden Männer sind Mitglieder des Memminger Fischertagsvereins. Frauen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Allerdings warten sie mit Eimern als „Kübeleseträger“ am Rand und tragen die von ihren Männern gefangenen Fische zu den Tötungsstationen.

Die „Tradition“ besteht seit dem Jahr 1465. Laut Wikipedia waren Frauen als Fischerinnen allerdings 1878 und 1891 beim Abfischen dabei. Der Ausschluss von Frauen ist also „relativ modern“. 

Da Memmingen keinerlei Absicht zeigt, das Fest in seiner bestehenden Form aufzugeben und sich der Öffentlichkeit damit als speziesistisch und sexistisch präsentiert, haben wir dem Oberbürgermeister von Memmingen dieses Jahr eine Urkunde überreicht, in der wir Memmingen die zweifelhafte Ehre der tier- und frauenfeindlichsten Stadt Bayerns zuweisen.

Was Sie tun können

Bitte unterschreiben Sie unsere Petition an den Oberbürgermeister von Memmingen und fordern Sie ihn auf, den Fischertag in einen tier- und frauenfreundlichen Tag zu verwandeln, an dem kein Mensch oder Tier zu Schaden kommt oder diskriminiert wird. Herzlichen Dank!