Update vom 27. Mai 2026
In Euskirchen hatten sich Mitte April 2026 zwei Tauben in einem Abwehrnetz verfangen – eine der beiden lebte noch und konnte gerettet werden, die andere war bereits tot. Daraufhin meldete ein Whistleblower den Vorfall bei uns von PETA Deutschland. Wir erstatteten Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bonn. Mit Erfolg: Inzwischen wurde das Taubennetz entfernt. Wir appellieren weiterhin an alle Verantwortlichen auf tierquälerische Vergrämungsmaßnahmen zu verzichten.
Originaltext vom 29. April 2026
Euskirchen: Taube stirbt qualvoll in Abwehrnetz über Ladengeschäft
In der Euskirchener Innenstadt wurde ein Abwehrnetz über einem Ladengeschäft zur tödlichen Gefahr für Tauben. Zunächst wurde ein Vogel entdeckt, der sich im Netz verfangen hatte, beim Rettungsversuch des Tieres wurde ein weiteres entdeckt, das bereits qualvoll durch das Verfangen im Netz gestorben war. Wir von PETA Deutschland erstatteten Strafanzeige gegen den Verantwortlichen und fordern von der Stadt, auf tierquälerische Vergrämungsmethoden zu verzichten.
Grausame Vergrämungsmethode: Taube stirbt qualvoll in Abwehrnetz
Mitte April 2026 entdeckte eine Person über einem Geschäft in Euskirchen eine lebende Taube, die sich in einem Abwehrnetz verfangen hatte. Die Person meldete sich noch am selben Abend bei uns von PETA Deutschland und direkt nach dem Fund bei der ortsansässigen Feuerwehr, die das Tier befreite und freiließ.
Bei der Rettung fanden die Einsatzkräfte außerdem eine tote Taube im Netz.
PETA erstattet Strafanzeige gegen den Verantwortlichen und fordert tierfreundliche Maßnahmen
Wir haben wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz bei der Staatsanwaltschaft Bonn Strafanzeige gegen den Verantwortlichen erstattet, der die Taubennetze angebracht hat. Wir verurteilen solche qualvollen Vergrämungsmethoden, zu denen auch sogenannte Spikes oder Klebepasten gehören.
„Abwehrvorrichtungen wie ‚Taubennetze‘ können für sogenannte Stadttauben und andere Tiere einen grausamen Tod bedeuten. Verfangen sich die Tiere in ihnen, leiden sie oft stunden- oder tagelang, bevor sie gefunden werden oder qualvoll sterben. Viele verhungern, verdursten oder erliegen ihren Verletzungen. Wie Hunde und Katzen sind ‚Stadttauben‘, als domestizierte Nachfahren sogenannter Haustiere, zwingend auf menschliche Fürsorge angewiesen. Standorttreue Tiere mit derartigen Vorrichtungen zu vertreiben, ist daher tierschutzwidrig. Die einzige nachhaltige und tierfreundliche Möglichkeit, ihre Populationen kontrolliert zu verringern, sind betreute Taubenschläge.“
Monic Moll, Fachreferentin bei PETA Deutschland
Bereits im März 2025 beschloss der Stadtrat die Errichtung eines betreuten Taubenschlags. Wir begrüßen dieses Vorhaben, appellieren jedoch auch an die Verantwortlichen der Stadt, auf tierquälerische Vergrämungsmethoden ganz zu verzichten.
„Stadttauben“ – von Menschen verursachtes Tierleid
- Sogenannte Stadttauben sind Nachfahren von sogenannten Haus- und Brieftauben, die ursprünglich aus der am Mittelmeer heimischen Felsentaube gezüchtet wurden.
- Im Gegensatz zu den hierzulande beheimateten Wildtauben wie den Ringel- und Turteltauben, die in Bäumen brüten, leben Felsentauben in Felswänden.
- Als gezüchtete Nachfahren der Felsentaube brauchen „Stadttauben“ also kleine, flache Flächen, auf denen sie ihre Nester bauen können.
Diese finden sie in Häuserfassaden und anderen städtischen Strukturen, doch nahezu überall werden sie durch Abwehrnetze und Metallspitzen vergrämt.
Zudem finden die Vögel in den Städten kaum mehr artgerechte gesunde Nahrung. Dadurch sind die Tiere gezwungen, immer dichter zusammenzurücken. Das ist nicht nur für die Vögel unangenehm, sondern erweckt bei vielen Menschen den Eindruck, dass es übermäßig viele „Stadttauben“ gebe. Teilweise wird die städtische Population auch durch verirrte Tiere aus Taubenwettflügen erweitert.
Nachhaltig und tierfreundlich: Betreute Taubenschläge statt Taubenabwehr
In vielen Städten vermehren sich die Tauben wegen ihres angezüchteten Brutzwangs ungebremst. Die einzige nachhaltige Lösung, um die Taubenpopulationen langfristig und tierfreundlich zu verringern und zu regulieren, sind betreute Taubenschläge nach dem „Augsburger Modell“: Dabei erhalten die Tauben in den Taubenschlägen artgerechte Nahrung und die Eier können durch Attrappen ersetzt werden, um so die Taubenpopulation tierfreundlich zu verkleinern.
So können Sie helfen, das Leid der Tauben zu beenden
- Informieren Sie sich über das Thema und klären Sie Ihr Umfeld über Möglichkeiten auf, das Leid der Tauben zu beenden – nachhaltig und tierfreundlich.
- Sollten Sie sehen, wie Tauben gequält oder mit grausamen Methoden vergrämt werden, können Sie uns über unser Whistleblower-Formular informieren.
- Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Verbot tierschutzwidriger Taubenabwehrmethoden, zu denen sogenannte Spikes und Netze gehören: