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Verhaltensgestörter Fuchs beim Wildpark Frankenberg: PETA fordert Ende der Schliefenanlage

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Collage. Schliefanlage und Fuchs im Gras.

Videoaufnahmen aus dem Fuchsgehege am Wildpark Frankenberg zeigen einen Fuchs, der wiederholt und über längere Zeit nervös und verängstigt am Käfigrand auf- und abläuft. Besucher:innen des Tierparks haben die Verhaltensauffälligkeiten des Tieres bemerkt und sich damit an uns von PETA Deutschland gewandt. Wir befürchten, dass die zwei Füchse weiterhin in einer sogenannten Schliefenanlage zum „Training“ von „Jagdhunden“ für die Baujagd missbraucht werden. Schon vor Jahren gab es deswegen öffentliche Kritik. [1] 

Erfahren Sie hier, warum wir die Schließung von Schliefenanlagen fordern.

Wildpark Frankenberg: PETA fordert Ende von Schliefenanlage

In anderen Bundesländern wurden aufgrund von wachsender Kritik bereits Tiere mit Verhaltensauffälligkeiten von Behörden beschlagnahmt. Anfang Mai haben wir von PETA Deutschland deshalb auch das Kreisveterinäramt Waldeck-Frankenberg aufgefordert, sowohl den Einsatz der Füchse für jagdliche Zwecke als auch den Betrieb der Schliefenanlage in der Nähe des Wildparks Frankenberg durch den Deutschen Jagdterrier-Club zu untersagen.

„Der Fuchs im Gehege beim Wildpark Frankenberg leidet augenscheinlich unter Verhaltensstörungen, die mit dem Missbrauch in der Schliefenanlage in Zusammenhang stehen könnten. Nervöses Verhalten und stereotype Bewegungsabläufe sind bereits bei mehreren Füchsen in Schliefenanlagen beobachtet worden. Das ‚Training’ von sogenannten Jagdhunden an lebenden Tieren ist ebenso wie die Baujagd eine grausame und längst überholte Praxis, die immer noch angewendet wird. Sowohl das Veterinäramt als auch die hessische Landesregierung sind zum Handeln aufgefordert.“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

So leiden Tiere in Schliefenanlagen

In Schliefenanlagen werden „Jagdhunde“ immer wieder in Tunnelsysteme geschickt und auf die darin eingesperrten Füchse gehetzt. Die Füchse sind nur durch ein Gitter von den Hunden getrennt und leiden dabei unter Todesangst. Zudem verbringen die Tiere ihr ganzes Leben eingesperrt in meist viel zu kleinen Gehegen. Sie leiden täglich unter Stress und Panik.

Trotz jahrelanger Kritik gibt es in Deutschland immer noch rund 100 Schliefenanlagen, allein in Hessen mindestens fünf. Die Schliefenanlage in Frankenberg war bereits im Jahr 2011 Thema einer Kleinen Anfrage der Partei Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag (DS 18/3185). Nachdem ein Video aus einer Schliefenanlage in Lemgo zeigte, wie eine Füchsin immer wieder panisch zusammenzuckte, forderten wir im August 2024 Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung auf, sämtliche Anlagen im Bundesland zu schließen. Anfang 2026 beschlagnahmte das Veterinäramt Lippe schließlich zwei Füchse aus dieser Anlage.

Kritik an tierquälerischen Schliefenanlagen nimmt zu

In den vergangenen Jahren führten zahlreiche PETA-Strafanzeigen dazu, dass viele Schliefenanlagen erstmals kontrolliert wurden. Die Ergebnisse waren erschütternd: In mehreren Fällen mussten Füchse gerettet, Anlagen geschlossen oder strengere Auflagen verhängt werden. Seitdem wächst die Kritik an Schliefenanlagen in unterschiedlichen Bereichen:

  • Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat im Jahr 2022 „Tierschutzmindestanforderungen für das Betreiben von Schliefenanlagen“ für die bayerischen Veterinärämter festgelegt. [2]
  • Die Autor:innen dieser Mindestanforderungen haben sich in einem Fachartikel für das Ende von Schliefenanlagen und der Baujagd ausgesprochen. [3]
  • Zudem erschien im Jahr 2023 ein Artikel in der juristischen Fachpublikation „Agrar- und Umweltrecht“, in dem der Verfasser die Strafbarkeit der Betreiber:innen herausarbeitet. [4]

Helfen Sie, die Fuchsjagd zu stoppen

In Deutschland werden jedes Jahr bis zu einer halben Million Füchse durch Jäger:innen getötet. Mit Ihrer Unterschrift können Sie dazu beitragen, Füchse vor der unnötigen Jagd zu schützen. Unterschreiben Sie jetzt unsere Petition für ein bundesweites Ende der Fuchsjagd.

  • Quellen

    [1] HNA vom 31.08.2012: „BUND kritisiert Fuchshaltung am Frankenberger Wildpark“. Online unter: https://www.hna.de/lokales/frankenberg/frankenberg-eder-ort305273/frankenberg-bund-kritisiert-fuchshaltung-wildpark-2481772.html (eingesehen am 11.05.2026)

    [2] Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (2022): Tierschutzmindestanforderungen für das Betreiben von Schliefanlagen.

    [3] Dr. Moritz, Johanna; Dr. Schneider, Barbara (2023): Tierschutzaspekte im Zusammenhang mit der Ausbildung von Jagdhunden in Schliefenanlagen. In: TVT Nachrichten. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. Ausgabe 2/2023.

    [4] Wüstenberg, Dirk (2023): Strafbarkeit des Schliefenanlagenbetreibers. In: Agrar- und Umweltrecht. Ausgabe Nr. 12, Dezember 2023.