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Stadttauben – wie Sie helfen, die Population tiergerecht zu verringern

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Regelmäßig erreichen uns bei PETA Deutschland Nachrichten von verzweifelten Taubenfreund:innen, die vertriebene, verletzte oder tote Tauben in Spikes und Netzen finden, aber auch Hilferufe wegen der Fütterungsverbote in vielen Städten und den damit verbundenen Geldstrafen bei Nichteinhaltung.

Leider können wir nicht jeden Fall veröffentlichen oder verfolgen, weshalb wir diesen Leitfaden und verschiedene Vorlagen für Anschreiben an Städte, Gemeinden und Unternehmen vorgefertigt haben. Diese Hilfestellung soll dazu beitragen, dass die menschengemachten Probleme der Stadttauben endlich nachhaltig und tiergerecht angegangen und beseitigt werden können.

Inhalte im Überblick

Warum Stadttauben unsere Hilfe benötigen

Stadttauben sind die Nachfahren von ausgesetzten „Haustauben“. Früher wegen ihres Fleisches und wegen ihrer Eier gezüchtet, werden sie heute hauptsächlich zur Zucht aufgrund fragwürdiger Schönheitsideale, für Wettflüge und Auflässe bei Hochzeiten oder anderen Festlichkeiten missbraucht. Zudem werden sie häufig sich selbst überlassen und ausgesetzt, wenn ein privater Taubenschlag nicht mehr betreut wird. Das alles sind Gründe, warum bereits seit Jahrzehnten immer mehr Tauben in den Städten stranden.

Denn im Gegensatz zu Wildtauben sind sie die Nähe des Menschen gewohnt, brüten aufgrund ihrer Abstammung bevorzugt in felsenartigen Strukturen und suchen sich, weil sie keine andere Nahrung finden, menschliche Essensreste, die sie krank machen. Leider wurde es versäumt, den heimatlosen Tieren betreute Taubenschläge zu errichten und darin die Populationen durch tierschutzgerechte Mittel wie den Eiertausch nachhaltig klein zu halten. Stattdessen werden sie vielerorts durch Spikes, Netze, Falken oder Klebefallen vertrieben. Dies bringt jedoch hauptsächlich den beauftragten Firmen lukrative Aufträge – denn die standorttreuen Tauben lassen sich in direkter Nachbarschaft erneut nieder, um meist kurze Zeit später wieder vergrämt zu werden.

Wie Sie Stadttauben helfen können

Vergrämungsmaßnahmen stellen für die heimatlosen Vögel oftmals eine tödliche Gefahr dar. Denn nicht selten versuchen die Tauben weiterhin, an den gewohnten Plätzen zu nisten. Sie bauen ihre Nester auf die scharfkantigen Metallvorrichtungen, was für sie und ihren Nachwuchs tödlich enden kann. Oder aber sie verheddern sich in laschen Netzen – ebenfalls ein Todesurteil, wenn sie nicht schnell gefunden werden.

Petition unterzeichnen

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition, um diese Todesfallen endlich verbieten zu lassen. Denn es gäbe Optionen wie Gitter oder Plexiglas, woran sich die Tiere nicht verletzen können.

Online-Petition
Helfen Sie Tauben – Verbot von tierschutzwidriger Taubenabwehr unterstützen
Sogenannte Stadttauben leiden unter grausamen Vergrämungsmethoden wie Spikes, Netzen und Co. Jetzt helfen und ein Verbot fordern!
16.870 Unterstützende
48%
Helfen sie uns 35.000 zu erreichen

Betreute Taubenschläge statt Fütterungsverboten

Bitte wenden Sie sich zahlreich an Ihre Stadt oder Gemeinde, um ein nachhaltiges Taubenmanagement zu etablieren. Dies klappt erfahrungsgemäß nicht von heute auf morgen, weshalb ein langer Atem, ein konstruktiver Austausch und viel Aufklärungsarbeit wichtig sind.

  • Vorlage an eine Stadt oder Gemeinde

    Adressat

                                                                                                                      Ort, Datum

    Tierschutzkonforme Populationskontrolle: Taubenschlag und Eiertausch statt Fütterungsverboten
     

    Guten Tag, (oder direkte Ansprechpartner:innen)
     
    mein Name ist XX und ich engagiere mich seit einigen Jahren im Tierschutz, unter anderem auch für den Schutz von verwilderten Haustauben in unseren Städten. Diese Tiere benötigen wie alle verwilderten „Heimtiere“ und deren Nachfahren besondere Fürsorge, da sie ohne menschliche Unterstützung kaum geeignete Nahrungsquellen oder Schutz vor der Witterung finden. Die Zucht durch den Menschen hat den Tauben ein Leben ohne menschliche Fürsorge unmöglich gemacht, daher ist es auch unsere Pflicht, Verantwortung für die ausgesetzten Tauben und deren Nachfahren zu übernehmen. Hinzu kommt das Vergrämen durch Spikes oder lasche Netze, die immer wieder zu Todesfallen für Tauben und andere Tiere wie Eichhörnchen und heimische Wildvögel werden und dadurch nicht tierschutzkonform sind.

    Das Leid der Stadttauben ist jedoch durch den Menschen verursacht. Früher wurden die Tiere hauptsächlich als Eier- und Fleischlieferanten gehalten. Heute sind deren Nachkommen in unseren Städten zu finden, da sich die Tauben als Felsenbrüter in unseren Außenfassaden, unter Brücken und in Parkhäusern wohlfühlen, dort (nicht artgerechte) Nahrungsquellen finden und die Nähe zum Menschen gewohnt sind. Durch Züchtung legen sogenannte Stadttauben viel mehr Eier als ihre wildlebenden Verwandten, die Felsentauben. Dies verschärft die Problematik und erhöht die Population der Tauben Jahr für Jahr. Zusätzlich stranden immer wieder Tiere in unseren Städten, die nach Wettflügen oder Auflässen bei Hochzeiten nicht mehr nach Hause finden. Fütterungsverbote und das Vergrämen ohne Nistplatzalternativen sorgen nicht für eine langfristige Verkleinerung der Tauben. Stattdessen wird das Leid der Tiere durch langsames Verhungern oder Krankheiten ins Unermessliche gesteigert. Dabei benötigen sie ähnlich wie Straßenhunde oder Straßenkatzen unsere Hilfe – zudem ist es unsere Pflicht, dieses menschengemachte Problem tierschutzgerecht zu lösen. Hierzu existiert auch dieses Rechtsgutachten, welches klar die Kommunen in der Fürsorgepflicht sieht: https://www.tierrechte.de/2021/11/10/11-november-2021-stadttauben-kommunen-haben-fuersorgepflichten/?fbclid=IwAR17O9zFLldXZ_haVwKkCm8w_zDCipEvl-69mYARAdNtFdFe8nqI9Sidu1s

    Städte wie Augsburg zeigen zudem, dass sich ein durchdachtes Taubenkonzept mit den Jahren lohnt. Nicht nur für die Tauben, sondern für alle Beteiligten.

    Ich appelliere an Sie, die Tiere nicht weiter im Stich zu lassen. Auch Menschen, die sich um Tauben kümmern, benötigen Ihre Hilfe. Diese opfern nicht selten ihre gesamte Freizeit und nehmen privat teils hohe Kosten auf sich, um verletzte Tauben oder Jungtiere zu versorgen. Ein nachhaltiges Taubenkonzept hilft auf Dauer allen: Dies kann unter anderem bestehen aus genügend betreuten Taubenschlägen, Menschen, die regelmäßig Eier tauschen (beispielsweise angestellt auf Minijob-Basis) sowie einer tierschutzkonformen Vergrämung mit festen Gittern oder Plexiglas an solchen Stellen, an denen kein Eiertausch möglich ist oder die Anwesenheit der Tauben störend ist. Das würde die Population dauerhaft senken und dazu beitragen, dass der Kot der Tiere hauptsächlich im Schlag verbleibt.

    Damit nicht weitere Tauben in den Städten stranden, wäre zudem ein Verbot von Taubenauflässen zu Stadtfesten, Hochzeiten oder Wettflügen enorm wichtig.

    Über ein Gespräch würde ich mich sehr freuen und für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

     

    Mit freundlichen Grüßen

    Name/Kontaktdaten

Wie Ihr Unternehmen den Tauben helfen kann

Nicht selten brüten Stadttauben in Parkhäusern, Hinterhöfen oder an Hausfassaden. Vor allem der Kot der Tiere veranlasst die Verantwortlichen irgendwann dazu, etwas gegen die Tauben unternehmen zu wollen. Um jedoch keine tierfeindlichen Vergrämungsmaßnahmen anzuordnen, die die Tauben nur wenige Meter weiter vertreiben, ist auch hier ein gutes Management erforderlich. Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie eine individuelle Beratung benötigen – wir helfen, wo wir können. Ansonsten geben wir Ihnen diese Möglichkeiten an die Hand:

  • Setzen Sie sich mit dem örtlichen Tierschutzverein oder, falls vorhanden, mit der Stadttaubenhilfe in Ihrer Nähe in Verbindung. Vielleicht kann Ihnen direkt vor Ort geholfen werden.
  • Bitte übernehmen Sie Verantwortung – auch finanziell. Tierschützer:innen helfen oft, wo sie können – ehrenamtlich in ihrer Freizeit, verbunden mit viel Stress, Leid und hohen Kosten. Sollte an Ihrem Standort ein Eiertausch möglich und notwendig sein, dann können Sie dies beispielsweise auf Minijob-Basis ermöglichen.
  • Betreuter Taubenschlag: Um den Tauben ein Zuhause zu geben, ist ein betreuter Schlag in unmittelbarer Brutnähe wünschenswert. In diesem bekommen die Tiere artgerechte Nahrung, der Großteil des Kotes fällt dort an und kann entsorgt werden. Zudem können die Eier getauscht werden. Im besten Fall werden zusätzlich dort, wo keine Tauben erwünscht sind oder kein Eiertausch möglich ist, tierschutzkonforme Vergrämungsmaßnahmen wie Gitter oder Plexiglas eingesetzt.
  • Wenden Sie sich an Ihre Stadt: Tierschützer:innen werden von Städten nicht selten für ihren Einsatz belächelt und ignoriert. Dabei wird übersehen, dass wir alle dasselbe Ziel verfolgen: die Stadttaubenpopulation deutlich und dauerhaft zu verringern. Statt immer wieder Geld für tierquälerische Vergrämungsmaßnahmen oder den Einsatz von Falkner:innen auszugeben (denn diese grausamen Praktiken helfen nur kurzzeitig), braucht es langfristige und tierschutzkonforme Lösungen wie den Eiertausch und Taubenhäuser – und zwar flächendeckend bzw. an sogenannten Tauben-Hotspots.
  • Vorlage für Unternehmen an Städte

    Adressat

                                                                                                                         Ort, Datum

    Taubenmanagement in XY benötigt

     

    Sehr geehrte Damen und Herren (oder ggfls. direkte Ansprechpersonen),

    ich schreibe Ihnen als verantwortliche Person des Unternehmens XY, da wir in unserem Parkhaus/an unserer Hausfassade/in unserem Innenhof seit längerer Zeit eine Vergrößerung der Stadttaubenpopulation beobachten, was auf lange Sicht zu massiven Problemen führt.

    Wir möchten diese Aufgabe jedoch tierschutzkonform und nachhaltig angehen, weshalb wir auf übliche Vergrämungsmaßnahmen wie Spikes oder Netze verzichten. Die Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. bietet Beratungen an, wie die Stadttaubenpopulation nachhaltig und tierleidfrei gesenkt werden kann. Dies funktioniert erfahrungsgemäß aber nur dauerhaft, wenn mehrere Punkte gleichzeitig und bestenfalls an allen Hotspots der Stadt gemeinsam angegangen werden.

    Als Unternehmen dieser Stadt möchten wir Verantwortung übernehmen und bitten deshalb um ein gemeinsames Gespräch mit Fachpersonen der Organisation PETA, in welchem die verschiedenen Optionen zur Verringerung der Stadttaubenpopulation vorgestellt und diskutiert werden können, um die für die Stadt XY beste individuelle Lösung zu erarbeiten.

    Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

     

    Mit freundlichen Grüßen

     

    Absender

Werden Sie aktiv für Tauben: So können Sie helfen!

Stadttauben wurden und werden durch menschliches Fehlverhalten in die von Leid und Tod geprägten Situationen in unseren Städten gedrängt. Es ist unsere Verantwortung, ihnen genau wie Straßenhunden oder Straßenkatzen ein sicheres Zuhause mit medizinischer Versorgung und artgerechter Nahrung zu geben.

Doch bislang tragen wenige Vereine und Privatpersonen diese große Last hauptsächlich alleine – verbunden mit hohen Kosten, einem hohen zeitlichen Aufwand und dem Wissen, nie allen Tauben helfen zu können. Doch mit einem guten Stadttaubenmanagement ließe sich die Population der Tiere innerhalb weniger Jahre auf ein Minimum reduzieren. Dieses besteht unter anderem aus bezahltem Eiertausch, betreuten Taubenhäusern und tierschutzkonformer Vergrämung an nicht zugänglichen Stellen – sowie dem Beenden der Ursachen, aus denen weiterhin Tauben in den Städten stranden (Zucht, Wettflüge und Auflässe an Hochzeiten oder anderen Festlichkeiten). Bitte setzen auch Sie sich mit den oben genannten Mitteln für die heimatlosen Tauben in Ihrer Stadt ein.

Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition, damit tierquälerische Vergrämungsmethoden endlich verboten werden.