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Weiterer Nachwuchs im Nürnberger Tierpark nach umstrittenen Pavian-Tötungen | Update

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Update vom 18. Dezember 2025

Nach „Platzmangel“-Tötungen: Weiterer Nachwuchs bei Pavianen im Nürnberger Zoo

Uns bei PETA Deutschland liegen Informationen vor, dass im Tiergarten Nürnberg trotz der Tötung von zwölf gesunden Pavianen aus „Platzmangel“ im Sommer 2025 weiterer Nachwuchs geboren wurde:

Aus der Beantwortung einer Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz Bayern bei der Stadt Nürnberg geht hervor, dass bei den Guinea-Pavianen im Jahr 2025 mit Stand November mindestens vier Mal Jungtiere geboren wurden: So wurden im Februar 2025 zwei Babys geboren, eines davon war eine Totgeburt. Auch nach den öffentlich umstrittenen Pavian-Tötungen im Juli 2025 hat es zwei weitere Male Nachwuchs gegeben – im August und im Oktober 2025.

Diese Geburten nach den von uns und von der Öffentlichkeit kritisierten Tötungen im Sommer 2025 bestätigen unseren Vorwurf, dass zoologische Einrichtungen unter dem Vorwand des Artenschutzes und ungeachtet mangelnder Haltungskapazitäten immer wieder in Kauf nehmen, dass Nachwuchs entsteht.

PETA kritisiert mehrfach das unmoralische und rechtswidrige Handeln der Zoo-Verantwortlichen

Wir von PETA Deutschland haben den Verantwortlichen, den Tiergartendirektor Dr. Dag Encke, mehrfach für seine speziesistische Einstellung, seine Wortwahl und seine fragwürdigen Entscheidungen kritisiert – zuletzt am 17. Dezember 2025 bei seinem Vortrag im Planetarium Nürnberg. Eine PETA-Unterstützerin unterbrach Enckes Rede und wies mit einem Schild darauf hin: „Töten ist kein Artenschutz“.

Am 29. Juli 2025 tötete der Tiergarten Nürnberg aufgrund von Platzmangel zwölf gesunde Guinea-Paviane – Platzmangel, der schon seit vielen Jahren voraussehbar war. Der Zoo ergriff trotzdem nicht die nötigen Maßnahmen, um eine tierfreundliche Lösung zu finden den Nachwuchs zu unterbinden oder das Gehege zu erweitern. Stattdessen tötete er zwölf fühlende Lebewesen. Wir von PETA Deutschland kritisieren dieses Vorgehen scharf – sowie auch über zwei Drittel der Bevölkerung, die die Tötung der Paviane für falsch hält. Wir fordern, dass künftige Tötungen unterbunden werden.

Umfrage: Deutliche Mehrheit der Bevölkerung hält Pavian-Tötung für falsch

Ganze 69 Prozent der Bevölkerung hält die Tötung der Paviane für falsch. Lediglich 15 Prozent befürworten die Maßnahme des Zoos. Das ergab eine repräsentative Meinungsumfrage des Marktforschungsinstituts INSA, die in unserem Auftrag zwischen dem 8. und 11. August 2025 mit 2.008 Teilnehmenden durchgeführt wurde. Am meisten Zustimmung fanden die Tötungen bei der Wählerschaft der CDU/CSU und der FDP – aber selbst in diesen Gruppen überwiegt die Ablehnung mit 63 beziehungsweise 60 Prozent deutlich.

PETA fordert künftige Tötungen zu untersagen

Am 12. August 2025 übergaben wir die Ergebnisse der Umfrage an Oberbürgermeister Marcus König sowie den Fraktionen im Stadtrat. Damit forderten wir sie auf, künftige Tötungen im Nürnberger Tiergarten durch einen Beschluss im Stadtrat zu untersagen. Zudem erstatten wir Strafanzeige gegen die Verantwortlichen.

„Die Menschen fallen auf die beschönigenden Aussagen von Tiergartendirektor Dag Encke nicht herein und lehnen Tötungen klar ab. Es liegt aber auch in der Hand des Stadtrats, künftig die Steuergelder nicht in sinnlosen Prestigeprojekten wie der über 30 Millionen Euro teuren Delfinlagune zu versenken. Vielmehr sollten sie den Tieren im Zoo zu einem besseren Leben verhelfen – vor allem, durch eine tierfreundliche und bestandsreduzierende Zuchtplanung sowie der Erweiterung oder Zusammenlegung bestehender Gehege“

Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

Überschusstötungen: Kein Einzelfall in Zoos

Die Situation der Paviane im Nürnberger Tiergarten ist kein Einzelfall. Sogenannte Überschusstötungen, bei denen gesunde Tiere unter anderem aus Kapazitätsmangel getötet werden, fanden in der Vergangenheit sowohl im Nürnberger Tiergarten, wie auch in anderen europäischen Zoos statt. Allein im Jahr 2025 gab es schon mehrere Fälle, in denen gesunde Tiere von deutschen Zoos getötet wurden – beispielsweise zwei Löwenbabys im Kölner Zoo sowie drei Tigerbabys im Leipziger Zoo, die nicht von ihrer Mutter angenommen wurden.

Man sieht an diesen Fällen deutlich, dass es bei Zoos keinesfalls um den Erhalt von Arten geht. In den meisten Fällen können die Tiere nicht ausgewildert werden und fristen ihr Dasein ihr Leben lang in Gefangenschaft. Das Motiv für die vielen Zuchten ist Profit, denn Tierbabys locken Besucher:innen an. Zusätzlich werden Zoos oftmals durch Millionen an Steuergeldern unterstützt. Wir fordern, dass diese künftig in echte Artenschutzprojekte in den Herkunftsländern investiert werden.

So können Sie helfen

  • Besuchen Sie bitte niemals Zoos oder Tierparks. Es gibt viele tierfreundliche Alternativen, um Tiere unter artgerechten und natürlichen Lebensbedingungen zu beobachten.
  • Klären Sie Ihre Freund:innen und Bekannten über das Leid der Tiere in Gefangenschaft auf.
  • Unterstützen Sie unsere Petition und fordern Sie die Gefangenschaft von Menschenaffen zu beenden.