Speziesismus des Monats: Restaurantkette Vedang ist nicht mehr vegan

Speziesismus ist in unserer heutigen Gesellschaft noch weit verbreitet, aber ethisch nicht gerechtfertigt: Bei diesem Denkmuster unterscheiden wir Menschen andere fühlende Tiere nach ihrem vermeintlichen Wert und Nutzen für uns – wir stellen uns über andere Spezies: Wir diskriminieren sie, beuten sie milliardenfach aus, lassen sie leiden und töten sie.

Wir von PETA Deutschland vergeben regelmäßig den „Speziesismus des Monats“ als Negativpreis für Unternehmen, Prominente und Behörden, die mit speziesistischen und tierfeindlichen Aussagen und Aktionen auffallen. Für den April 2024 zeichnen wir die ehemals vegane Restaurantkette Vedang aus – denn diese bietet nun auch Rindfleischburger an. Diese mehr als fragwürdige Umstellung wird mit Schlagwörtern wie „Vielfalt“, „Inklusion“,„Nachhaltigkeit“ und „Umweltschutz“ beworben. Das Rindfleisch sei zudem hochwertig und stamme von lokalen und nachhaltigen Betrieben mit artgerechter Tierhaltung. [1]

  • Was bedeutet Speziesismus eigentlich?

    PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden. Der Mensch wird hierbei allen anderen Spezies gegenüber als überlegen angesehen. Daneben wird auch zwischen verschiedenen Tierarten unterschieden: So werden in vielen Ländern beispielsweise Schweine, Rinder und Hühner gequält und getötet, Hunde und Katzen hingegen umsorgt und geliebt.

Fehlende Moral und zynische Werbung: Ehemals vegane Restaurantkette Vedang verkauft Rindfleischburger

Die Entscheidung, eine rein vegane Produktauswahl der Restaurantkette um tierquälerische und umweltschädliche Tierprodukte zu erweitern, ist unmoralisch: Wenn wir fühlende Lebewesen nach ihrem vermeintlichen „Nutzen“ für uns einteilen, ihnen Leid und Schmerzen zufügen und sie lange vor ihrer natürlichen Lebenserwartung töten, ist das speziesistisch. Tiere sind fühlende Lebewesen und keine Lebensmittel, wir sind weder aus geschmacklicher noch aus gesundheitlicher Sicht darauf angewiesen, tierische Produkte zu essen.

Die Begründung, die die Verantwortlichen der Restaurantkette für diesen Rückschritt geben, offenbart sich als zynische Werbeaussage, die mit der Realität nichts zu tun hat. Das Angebot sei für „mehr Auswahl, mehr Geschmack“ und für mehr „Vielfalt und Inklusion“ um „hochwertiges“ Rindfleisch erweitert worden. Dieses stamme von „lokalen, nachhaltigen Betrieben, die auf artgerechte Tierhaltung und Umweltschutz achten“ würden. Für diese Entscheidung erhält das Franchiseunternehmen mit Sitz in Berlin unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im April 2024.

„Wir sind schockiert darüber, dass eine Restaurantkette mit einer ehemals 100 Prozent veganen Speisekarte nun die Körperteile von fühlenden Lebewesen zum Verzehr anbietet. Besonders erschütternd finden wir die dreisten Werbelügen, mit denen das Rindfleisch beworben wird. Denn Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind mit der landwirtschaftlichen Tierhaltung unvereinbar – vor allem die grausame Rinderhaltung befeuert die Klimakatastrophe auf das Äußerste. Zudem hat das Töten von wehrlosen Tieren rein gar nichts mit Vielfalt und Inklusion zu tun. Es ist an Zynismus kaum zu überbieten, dass sich Vedang weiterhin als ‚grünes Unternehmen‘ darstellt. Daher haben wir mit Nachdruck an die Verantwortlichen appelliert, diesen Schritt sofort rückgängig zu machen.“

Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA Deutschland

Das unaussprechliche Leid der Rinder

Vedang behauptet, Rindfleisch aus nachhaltigen Betrieben mit „artgerechter“ Haltung zu beziehen. Diese Begriffe sind rechtlich nicht geschützt und werden meist aus reinen Marketingzwecken verwendet. Unabhängig von der Haltungsform sind Rinder in der Landwirtschaft immer unvorstellbaren Qualen ausgesetzt.

Rinder sind sensible und soziale Tiere. In der Landwirtschaft zählt das Leben einzelner Tiere nichts, sie werden für maximalen Profit ausgebeutet – auch in den vermeintlich besseren Haltungsformen wie Weidehaltung. Zum einen werden auch hier die Rinder aus ihrem Familienbund gerissen. Zum anderen kommt es oft vor, dass Tiere nicht ausreichend mit Wasser und Nahrung versorgt werden, verletzt oder der Witterung schutzlos ausgeliefert sind. Immer wieder werden Fälle von vernachlässigten Tieren auf Weiden bekannt. Zudem folgt nach der Weidehaltung nicht selten die intensive Mast im Stall.

Schließlich schlitzen Menschen allen Rindern die Kehlen im Schlachthaus auf – eine leidfreie Haltung von Rindern in der Landwirtschaft gibt es nicht. 

Wir können Speziesismus und das damit verbundene Tierleid nur beenden, wenn Menschen aufhören, einem Lebewesen mehr Wert zuzusprechen als einem anderen.

Wir freuen uns über Vorschläge aus unserer Community: Wenn Ihnen Unternehmen oder Personen des öffentlichen Lebens durch speziesistische Handlungen, Aussagen oder Produkte negativ auffallen, dann senden Sie uns Ihre Ideen an [email protected] – am besten mit Foto oder Link.

  • Speziesismus des Monats März 2024

    Speziesismus des Monats für iglo-Werbung: Tod und Leid von Fischen für glückliche Menschen-Familien

    Speziesismus des Monats Iglo Motiv

    Das Nahrungsmittelunternehmen iglo ist für sein Angebot von Tiefkühlkost bekannt. Mittlerweile bietet der Hersteller auch vegane Alternativen zu Fischstäbchen an – doch im Frühjahr 2024 entschied sich das Unternehmen für großflächige Plakate, auf denen mit speziesistischen Botschaften die tierische Variante beworben wurde. Inhaltlich dreht sich die Kampagne darum, dass die Fischstäbchen für zufriedene Familien sorgen würden.

    So zeigt unter anderem das Plakatmotiv „1. Hilfe-Set für gestresste Eltern“ zwei als Rettungszeichen übereinander gekreuzte Fischstäbchen mit dem Slogan „Das schmeckt nach Familie“. Doch auch Fischfamilien möchten in Frieden leben.

    „Auch Fischkinder sind neugierige, verspielte Tiere, die Schmerzen spüren. Dennoch werden jedes Jahr mehr Fische für den Verzehr getötet als alle anderen Tiere zusammen. Wir appellieren an iglo, künftig nur noch vegane Alternativen anzubieten, zum Beispiel aus Algen oder gesundem Gemüse. Ohne Fischerei schützen wir auch nachhaltig die Ozeane, wichtige Klimaspeicher sind, vor Plünderung und Vermüllung.“ – Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Meerestiere bei PETA Deutschland

    Die iglo-Werbung suggeriert, dass nur die Interessen der menschlichen Familien Bedeutung haben. Für dieses menschliche Interesse wird das Leid der Tiere, das mit dem Fischkonsum verbunden ist, einfach in Kauf genommen:

    • Jährlich werden Billionen Fische aus den Ozeanen gezogen.
    • Die empfindsamen Meeresbewohner werden in den Netzen zerquetscht, ersticken qualvoll oder werden – meist ohne Betäubung – an Bord von Schiffen aufgeschnitten oder in Stücke zerhackt.

    Es ist speziesistisch, die eigenen Interessen über das Leid von zahllosen Fischen zu stellen, das der Verzehr von Fischfleisch verursacht.

    Wir von PETA Deutschland fordern aufgrund des massiven Tierleids die Abschaffung jeglicher Fischerei und den Wechsel zu tierfreundlichen, veganen Alternativen.

    Fische sind fühlende Lebewesen – genau wie Menschen

    Es macht keinen Unterschied, ob Tiere Flossen oder Beine, Schuppen oder Haare haben. Fische sind wie Menschen und alle anderen Tiere empfindsame Lebewesen. Genau wie Menschen sind Fische sehr soziale Wesen: Sie kümmern sich um ihren Nachwuchs und beschützen ihn, sie spielen, lernen und geben ihr Wissen weiter. [2]

    Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die intelligenten Tiere eine ausgeprägte Persönlichkeit haben [2] und sich selbst im Spiegel und auf Fotos erkennen können. [3] Fische haben individuelle Charaktere, sprechen miteinander und empfinden Freude und Schmerz. [4] Dennoch werden jedes Jahr mehr von ihnen für den menschlichen Verzehr getötet als alle anderen Tiere zusammen.

    Thunfisch

    Der kommerzielle Fischfang bedroht Meerestiere und ganze Ozeane

    Laut einer Studie aus dem Jahr 2022 gehen jedes Jahr 2 Prozent der Fischfanggeräte verloren oder werden zurückgelassen. In Zahlen bedeutet dies 78.230 Quadratkilometer Fischfangnetze, fast 14 Milliarden Langleinenhaken und 739.583 Kilometer Langleinen – diese könnten 18 Mal die Erde umrunden. [5]

  • Speziesismus des Monats Februar 2024

    Speziesismus des Monats: CSU-Chef Markus Söder quält Hunde

    Speziesismus des Monats Soeder Motiv

    Ende Februar veröffentlichte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf Instagram ein Video, das ihn bei einer Hundeschlittenfahrt in Schweden zeigt – versehen mit dem Hashtag „#hundeliebe“. [6] Für diese Verharmlosung von Tierquälerei verleihen wir dem CSU-Chef unseren Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Februar 2024.

    „Es ist beschämend, dass sich Markus Söder als Hundefreund bezeichnet, sich aber gleichzeitig von ihnen auf einem Schlitten durch den Schnee ziehen lässt. Mit seiner Selbstinszenierung auf Instagram unterstützt er das furchtbare Leid aller Hunde, die für solche Schlittenfahrten ausgebeutet werden. Zudem hört Markus Söders vermeintliche Tierliebe schon bei Hunden auf, denn er ist bekennender Fleischesser und setzt sich für das Töten von Wölfen ein. Wir raten ihm dringend dazu, sich endlich an sein eigenes Leitmotto ‚Leben und leben lassen‘ [7] zu halten und Tiere einfach in Ruhe zu lassen.“ – Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland

    Auch heute werden noch zahllose „Schlittenhunde“ für touristische Fahrten oder Rennen missbraucht. Viele Hunde leiden unter tierquälerischen Bedingungen und verletzen sich beim Training oder bei den Rennen schwer. Immer wieder kommt es vor, dass Hunde die Rennen nicht überleben.

    Erst vor wenigen Wochen haben wir von PETA ein Video über touristische Hundeschlittenfahrten in Norwegen und Frankreich veröffentlicht: Es zeigt stark gestresste Hunde, die sich teils gegenseitig angreifen und abseits der Fahrten an Ketten und in kargen Holzhütten gehalten werden – eine Haltungsform, die in Deutschland mittlerweile verboten ist. Viele Tiere zeigen in dem Video deutliche Anzeichen von Verhaltensstörungen.

     

     

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    Es ist speziesistisch, Tiere zur Unterhaltung auszubeuten und ihr Leid aus reiner Profitgier in Kauf zu nehmen.

    Markus Söder fällt immer wieder mit speziesistischen Aktionen auf

    Markus Söder hat schon oft eindrucksvoll gezeigt, dass er kein Tierfreund ist: So behauptete er in der Vergangenheit unter anderem, dass Fleisch und Wurst in Bayern „quasi Verfassungsrang“ [8] hätten. Zudem sei ein Leben ohne Bratwurst „sinnlos“, [9] Tofu-Wurst und Veggie-Burger seien „sinn- und geschmacklos“. [10]

    Mit solchen Aussagen zeigt der Politiker, dass ihn das Leid und der grausame Tod von Schweinen und anderen Tieren herzlich wenig interessieren. Nicht zuletzt positioniert sich Söder auch deutlich für das Töten von Wölfen. [11]

  • Speziesismus des Monats Januar 2024

    Speziesismus des Monats: Ovomaltine verharmlost Tierleid – Albtraum-Werbemotiv

    PETA Motiv Speziesismus des Monats Ovomaltine

    In der Werbung zum entsprechenden Produkt behauptet der Hersteller von Ovomaltine, Kühe würden davon träumen, dass ihre Milch zu dem Malzgetränk-Instantpulver würde. Zudem ist auf der Verpackung eine Kuh abgebildet, die zufrieden schläft. Auf der Website heißt es, dass Rasenmähen das liebste Hobby von Kühen sei. [12] Für diese dreiste Verharmlosung der Lebensbedingungen von Kühen in der Ernährungsindustrie erhält die WANDER AG PETAs Negativpreis „Speziesismus des Monats“ im Januar.

    „Kühe, die für ihre Milch ausgebeutet werden, träumen nur von einer Sache: einem Leben in Freiheit und Unversehrtheit. Die Ovomaltine-Werbung impliziert mit ihren schamlosen Fehlinformationen, dass Kühe den ganzen Tag auf einer grünen Weide grasen würden. In Wahrheit ist das Leben der Tiere ein einziger Albtraum: Sie werden jedes Jahr künstlich geschwängert, ihre Kinder werden ihnen gewaltsam entrissen. Nach wenigen Jahren der reinen Tortur sind die Kühe derart ausgelaugt, dass sie selbst für das System zu krank sind oder ihre sogenannte Milchleistung nachlässt. Dann sind sie für die Industrie wertlos und sie werden im Schlachthaus getötet. Auch in der Schweiz fristen über 40 Prozent aller Rinder ihr Dasein in der tierschutzwidrigen Anbindehaltung – fixiert an einem festen Platz im Stall. Die WANDER AG versucht diese grausame Realität mit ihren hinterlistigen Werbebotschaften zu vertuschen. Wir appellieren an alle Menschen, sich rein pflanzlich zu ernähren und Ovomaltine zu boykottieren.“ – Scarlett Treml, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Agrarindustrie bei PETA Deutschland

    Tierleid in der Ernährungsindustrie: Milch und andere tierische Produkte sind speziesistisch

    In der Ernährungsindustrie erleiden Tiere Ausbeutung und einen grausamen Tod aufgrund der Einstufung durch den Menschen als „Nutztiere“. Diese Sichtweise beruht auf dem Denkmuster Speziesismus, bei dem der Mensch sich anderen Tieren überlegen sieht: Kinder lernen in unserer Gesellschaft von klein auf eine speziesistische Haltung, die für das Leid von Milliarden von Tieren bei der „Produktion“ von Fleisch, Eiern, Milch, Fischfleisch und Honig verantwortlich ist.

    Schweine, Rinder, Hühner, Fische und andere Tiere wünschen sich ebenso wie Hunde, Kaninchen und Menschen ein friedliches und selbstbestimmtes Leben. Sie erleben Schmerz, Angst, Hunger, Durst, Freude und Einsamkeit. Der Mensch ist den Tieren nicht überlegen und hat nicht das Recht, Tiere ohne Rücksicht auf ihre Bedürfnisse einzusperren, zu missbrauchen, zu quälen und zu töten.

Helfen Sie, Speziesismus zu beenden!

Wir sind weder aus gesundheitlichen noch aus kulinarischen Gründen auf tierische Produkte angewiesen. Unser Nährstoffbedarf kann problemlos mit einer pflanzlichen Ernährung gedeckt werden. Vegane Alternativen zu Milch– und Käseprodukten sowie zu Fleisch und Fischfleisch oder auch Honig zeigen, wie leicht der Umstieg auf eine tierfreundliche vegane Lebensweise ist.

Um das Leid in den verschiedenen Tierindustrien nachhaltig zu beenden, muss die Gesellschaft Speziesismus zunächst als Problem erkennen – denn vielen ist nicht bewusst, wie sehr Tiere unter unserem rücksichtslosen Verhalten leiden.

  • Hinterfragen und ändern Sie Ihr eigenes Denken und Handeln.
  • Informieren Sie auch Ihr Umfeld über die Problematik.
  • Finden Sie dazu heraus, ob Sie selbst speziesistisch sind: