Seit mehr als sieben Jahren sind wir mit unserer Kampagne PETA HELPS ROMANIA in Rumänien für die Tiere im Einsatz. Seither konnte unser Team mehr als 80.000 Tieren medizinisch helfen und einen großen Teil davon kastrieren.
Doch nicht nur die Arbeit am Tier stellt einen wichtigen Faktor unserer Arbeit vor Ort dar, sondern auch die politische Arbeit und der Wunsch, dass nachfolgende Generationen die Veränderung für die Tiere hinaus in die Welt tragen. So ist auch der Tierschutzunterricht an Schulen ein wichtiger Teil der Arbeit vor Ort.
„Adoptieren statt Produzieren“ und Hundetrainer:innen aus dem Martin Rütter-Netzwerk vor Ort bei PETA HELPS ROMANIA
Gemeinsam mit dem Team von „Adoptieren statt Produzieren“ und Hundetrainer:innen aus dem Martin Rütter-Netzwerk konnten wir Hunde retten, sie medizinisch versorgen, Menschen helfen und die Körpersprache und Kommunikation von Hunden einer Schulklasse und Menschen in ländlichen Gebieten näherbringen.
Karitative Tierschutzarbeit vor Ort: Nahrung und Hundehütten für Hunde in Not
In Rumänien leben etwa 5,6 Millionen Hunde zwar mit einem Zuhause, dies ist aber meist alles andere als tiergerecht. Viele Hunde leben an einer schweren Kette – ohne Schutz vor den Wetterbedingungen und ohne ausreichend Nahrung und Wasser. Dies führt dazu, dass die Hunde oftmals nur eine kurze Zeit überleben. Sie leiden nicht nur körperlich, sondern auch massiv psychisch. Denn an der Kette haben sie meist keine sozialen Kontakte, erleben kaum Kontakt zu Menschen oder haben nie das Glück zu erfahren, wie sich Liebe anfühlt.
Um den Tieren ihr hartes Leben ein kleines bisschen zu erleichtern und den Hunden Schutz vor den Wetterbedingungen zu schenken, verteilten wir bei unserem Einsatz im ländlichen Gebiet auch schützende Hundehütten, Nahrung, tauschten schwere Ketten gegen leichte Laufleinen aus und halfen den Hunden medizinisch. Das Berührende in diesen Momenten ist die Dankbarkeit der Hunde, die sich so unendlich über die Zuwendung freuen und ihr Glück oft nicht fassen können. Ihre Freude rührt uns alle zu Tränen und weckt den Wunsch, ihnen ihr schweres Leben zu erleichtern.
Auch deswegen sind Gespräche mit den Menschen vor Ort so wichtig, denn so können wir gemeinsam zu einer Veränderung beitragen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass irgendwann kein Hund mehr an einer schweren Kette vegetieren oder an Hunger und Durst sterben muss.
„Mich hat besonders die Hilfsbereitschaft der Menschen berührt, die ‚nichts’ haben und sich für die Tiere aufopfern. Die alles geben, was sie haben. Und das bedingungslos.“
Dolores Hofmann, Martin Rütter Hundeschule Osnabrück.
Kastrationsaktion im ländlichen Gebiet in Rumänien
Ein wichtiger Schlüssel des nachhaltigen Tierschutzes ist die Kastration von Hunden und Katzen. Nur so kann dazu beigetragen werden, dass weniger Tiere in ein Leben geboren werden, in dem sich keiner für sie verantwortlich fühlt. Besonders in den ländlichen Gebieten treffen wir auf unzählige heimatlose Hunde oder Tiere mit einem Zuhause, die aber nicht kastriert sind und in den Gärten der Menschen leben. So besuchen wir regelmäßig kleine, abgelegene Orte und kastrieren die Tiere kostenfrei.
Der Andrang bei diesen Aktionen ist mittlerweile so groß, dass wir viele Gebiete regelmäßig besuchen müssen. Bei den Kastrationen finden auch immer Check-ups der Tiere statt. Eingewachsene Krallen werden geschnitten, verfilzte Hunde werden geschoren und von der Last ihrer Haare befreit, eingewachsene oder zu enge Ketten oder Halsbänder werden entfernt und ausgetauscht.
Mit der Arbeit von PETA HELPS ROMANIA vor Ort vermitteln wir Wissen, kümmern uns und sind für die Tiere da. Wir sehen sie. So minimieren wir nicht nur das Tierleid, sondern setzen auch ein wichtiges Zeichen für mehr Tierschutz.
Hilfe für zwei heimatlose Hunde in einem abgelegenen Gebiet
Manchmal sind es Begegnungen, die sich nach Schicksal anfühlen. Wir treffen auf Tiere, die vielleicht auch in diesem Moment zur richtigen Zeit an diesem Ort sind. So auch ein kleiner Welpe. Ausgesetzt an einem Straßenrand, schien er völlig verloren auf Rettung zu warten. Mit traurigen Augen schaute er den Autos zu, die an ihm vorbeirauschten. Und genau auf dieser Straße fuhr unser Team, auf dem Weg in die Tötungsstation zur Rettung von Hunden.
Wir haben angehalten, den kleinen Zwerg in unsere Arme genommen und ihm versprochen, dass nun alles gut wird. Einige Kilometer weiter fanden wir eine weitere Hündin an der Landstraße, die verzweifelt nach Nahrung suchte. Auch sie durfte in das Auto unseres Teams mit einsteigen und sich auf den Weg in ein Leben voller Hoffnung machen. Die beiden Hunde haben bereits ein Zuhause gefunden und wir sind so froh, dass wir an diesem Ort zu genau dieser Zeit waren und so ihr Leben für immer verändern konnten.
Dokumentation von Missständen und Rettung von zwölf Hunden aus der Tötungsstation
Das Leid der Hunde in den etwa 140 Tötungsstationen im Land ist massiv. Hunde werden an diesen Orten auf inhumane und grauenvolle Weise getötet. Regelmäßig dokumentieren wir Missstände, um rechtliche Schritte gegen die Betreibende der Einrichtungen zu gehen. Immer mit dem Fokus, dass dieses schlimme Leid irgendwann beendet wird.
Auch in dieser Tötungsstation stellten wir massive Missstände fest. Hunde, die zu diesem Zeitpunkt am Verhungern waren. Die mit offenen Beinen auf dem Boden lagen und so kraftlos waren, dass sie nicht mehr zittern konnten. Sie hatten aufgegeben: schwer krank und massiv am Leiden. Wir beschlossen, zehn Hunde zu retten, ihnen die Chance auf ein neues Leben zu schenken. Auch wenn dies emotional unfassbar schwer ist – denn wen kann man mitnehmen und wen lässt man zurück, wenn alle eine Befreiung aus diesem Ort so sehr verdient hätten? Ein Abwägen zwischen einem Leben in Würde oder einem Sterben in Würde. Frei von Angst. Frei von schlimmer Quälerei. All das wird ihnen an diesen Orten genommen.
Beim Gehen entschieden wir uns, zwei Hunde mitzunehmen, die so schwach waren, dass wir sie nicht zurücklassen konnten und die wir in Wärme bei uns einschlafen lassen wollten. Sie sollten wenigstens ein letztes Mal noch Fürsorge und Liebe spüren dürfen. So verließen wir diesen Ort des Grauens mit 12 geretteten Seelen. In unserer Notunterkunft angekommen, kam die Sonne aus den dunklen Wolken – und beim Ausladen der beiden Hunde, die kurz vor dem Verhungern waren, wurde uns schnell klar: Sie haben eine Chance.
Wir wussten, dass wir um ihr Leben kämpfen und es versuchen wollten. Daisy und Orea zeigten unfassbare Kraft und Lebenswillen. Die zwei bekamen einen wärmenden Platz in unserer Notunterkunft und durften sich gemeinsam mit den anderen geretteten Seelen nach und nach erholen. Wir sind so froh, dass wir alles getan haben, um diesen zwei weiteren Hunden zeigen zu können, was Leben bedeutet, was Freiheit ist, was Liebe und Fürsorge. Wir haben ihnen versprochen, dass von nun an alles gut wird und sie nie mehr Angst haben müssen.
„Ich denke an die Welpen in der Tötungsstation, denen ich nur fünf Minuten Wärme, liebevollen menschlichen Kontakt und vermutlich auch ihre letzte Mahlzeit geben konnte – Momente, die sich unauslöschlich eingebrannt haben.“
Heike Kleinhans, Martin Rütter Hundetrainerin in Bielefeld.
Hilfe für Tudor – einen armen Mann im ländlichen Gebiet
Regelmäßig unterstützen wir im Rahmen von PETA HELPS ROMANIA Menschen, die wenig besitzen und mit dem bisschen, mit dem sie selbst überleben, auch noch Tieren in Not helfen. Dazu gehört auch Tudor, der alles für Hunde und Katzen in Not gibt. Wir konnten seine Hunde medizinisch versorgen – unter anderem auch eine Hundemama mit ihren Welpen, die Tudor aus einem Straßengraben gerettet hatte. Die kleine Hundefamilie wurde geimpft und auf das Leben vorbereitet.
Zudem konnten wir Tudor mit Nahrung für seine Hunde unterstützten und mit dem Bürgermeister der Gemeinde sprechen und uns für Unterstützung von Tudor einsetzen.
„Negative Erinnerungen, wie der Besuch in der Tötungsstation, bleiben besonders stark im Gedächtnis und deswegen richte ich meinen Blick auf das Positive. Das, was wir als Menschen bewirken können. Der Besuch bei Tudor, der selbst nichts hat, außer einer Hütte ohne Möbel und einem kleinen Stück Land, auf dem er Blumen züchtet und dort Hunde beherbergt, die er von der Straße aufnimmt, um sie vor dem Tod zu schützen. Der extra Sprudelwasser trinkt, damit er nicht so viel Hunger hat und sich aufopferungsvoll um die ca. 60 Hunde kümmert … dieser Besuch hat mich tief berührt.“
Larissa Müller, Martin Rütter Hundeschule Mülheim Oberhausen.
Der Tierschutzunterricht – Mitgefühl und Empathie für alle Lebewesen
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von PETA HELPS ROMANIA ist es, zu einem veränderten Umgang von Menschen mit ihren Tieren beizutragen. Dafür zu sorgen, dass Tiere Respekt, Empathie und Mitgefühl erfahren dürfen. Hierzu trägt vor allem eine neue Generation bei, die sich für Tiere starkmachen kann. Gemeinsam mit den Hundetrainer:innen aus dem Martin Rütter-Netzwerk und „Adoptieren statt Produzieren“ hielten wir Unterricht vor 60 Schülerinnen und Schülern ab, der den Fokus auf Körpersprache und Kommunikation von Hunden hatte.
Gemeinsam mit Schulruppen wurden einzelne Aspekte erarbeitet und vorgetragen. Vom „Annähern“ an einen fremden Hund bis hin zum Thema Ausdruck und Verhalten von Hunden konnten die Kinder viel aus dem Unterricht mitnehmen und sind nun kleine Hundeprofis. Der Unterricht zeigt uns, wie viel Freude und Emotionen Kinder beim Erarbeiten von diesen Themen haben – und wie viel sie in der Hand haben, für die Tiere zu bewegen.
Die gemeinsame Zeit vor Ort hat uns allen gezeigt, wie wichtig es ist, im Tierschutz Hand in Hand miteinander zu arbeiten. Wie viel wir gemeinsam bewirken können. Denn gemeinsam sind wir stark für die Tiere. Und können die Erde zu einem besseren Ort für alle Lebewesen machen.
„Besonders dankbar bin ich für das wunderbare Team von EDUXANIMA, das sich für mich wie eine kleine Familie angefühlt hat. Der Besuch in der Schule für den Tierschutzunterricht war ein weiteres Highlight: Zu sehen, wie interessiert und offen die Schülerinnen und Schüler waren – und wie dankbar, dass wir da sein durften –, hat mir Hoffnung gegeben. Diese Reise hat mir einmal mehr gezeigt, warum Tierschutz so wichtig ist und wie viel selbst kleine Gesten bewirken können. Ein Teil meines Herzens ist dort in Rumänien geblieben.“
Heike Kleinhans, Hundeschule Bielefeld.
Helfen auch Sie leidenden Hunden in Rumänien
Bitte unterstützen Sie uns dabei, den Tieren in Rumänien mit unserem nachhaltigen Projekt zu helfen! Jede Spende rettet Leben. Auf unserer Spendenseite finden Sie verschiedene Hilfspakete und Patenschaften für Tiere in Not.
Jana Hoger ist studierte Tierpsychologin und gelernte tiermedizinische Fachangestellte. Bei PETA Deutschland verantwortet sie die Bereiche Tierische Mitbewohner und PETA HELPS ROMANIA. Weitere Schwerpunkte liegen in der Aufdeckung und Bekämpfung von Tierquälerei.