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Unglaublicher Erfolg für die Tiere: Polen stimmt für Pelzfarmverbot

Fuchs als Haustier

Update Oktober 2020 

Nach der positiven Abstimmung des Gesetzesentwurfs durch den Senat kam es zu großen politischen Streitigkeiten. Am 14.10.2020 wurde der Entwurf daher mit einigen Änderungen dem Senat vorgelegt und abgenommen. Zwar wurde die Übergangsfrist von 2021 bis zum 31.07.2023 verlängert, doch der Gesetzesentwurf bleibt dennoch ein Riesenerfolg für die knapp 5 Millionen verbliebenen Tiere auf polnischen Pelzfarmen. Nun muss der Sejm entscheiden, ob die Änderungen akzeptiert oder abgelehnt werden. Fällt die Entscheidung des Sejm zugunsten der Tiere aus, muss der Präsident in letzter Instanz das Gesetz unterzeichnen.

Originalartikel:

In der Nacht zum 18. September 2020 stimmte der Sejm, das Abgeordnetenhaus des polnischen Parlaments, für ein Verbot der Zucht von Tieren auf Pelzfarmen. Mit einer überwältigenden Mehrheit von 365 gegen 75 Stimmen und 38 Enthaltungen entschieden sich die Abgeordneten für die Änderung des Tierschutzgesetzes. [1] Eine Entscheidung, die Millionen Tiere vor dem Tod bewahren wird, denn Polen ist nach China und Dänemark der drittgrößte Pelzproduzent der Welt. Kaninchen sind von dem Verbot leider ausgenommen.

Pelzfarmverbot nach Undercover-Recherche

Der Gesetzesentwurf stammte vom Vorsitzenden der Regierungspartei PiS, Jarosław Kaczyński, nachdem die polnische Tierrechtsorganisation Otwarte Klatki eine zweimonatige Undercover-Recherche aus Polens größter Pelzfarm veröffentlichte [2]. Die erfolgreiche Abstimmung über das Verbot geht auf die langjährigen Bemühungen und die Kampagnenarbeit von polnischen Organisationen zurück, allem voran Viva! Poland und Otwarte Klatki.

Damit das Tierschutzgesetz geändert wird, muss die Entscheidung der Abgeordneten nun im Senat abgestimmt und vom Präsidenten unterzeichnet werden. Mit der Abstimmung der Abgeordneten wurde die größte Hürde für ein Ende der grausamen Pelzfarmen bereits überwunden.

Millionen Nerze, Füchse und Marderhunde vor dem Tod bewahrt

© by Beispielfoto einer Nerzfarm
Auf Pelzfarmen leiden Nerze, Füchse und Marderhunde ihr ganzes Leben, bis sie auf grausame Art ihres Fells wegen getötet werden. Sie sind gezwungen, in völlig verdreckten Drahtgitterkäfigen zu verharren, in denen sie sich kaum bewegen können. Viele Tiere leiden so sehr unter der Käfighaltung, dass sie Verhaltensstörungen entwickeln und an den Gittern nagen. Auch Kannibalismus wurde bereits oft auf Pelzfarmen beobachtet.

Pelzfarmer versuchen, die Tiere durch analen Elektroschock, Gas oder Genickbruch zu töten, doch häufig werden die Tiere lebendig gehäutet.

Pelzfarmen verursachen Pandemien

Pelzfarmen sind wahre Brutstätten für Krankheiten und Pandemien. So konnte sich Covid-19 bereits in mehreren Ländern massiv auf Nerzfarmen verbreiten. Die zukunftsweisende Entscheidung der Abgeordneten wird somit nicht ausschließlich Tier-, sondern auch Menschenleben retten.

Was Sie tun können

  • Pelz bedeutet immer Tierleid. Kaufen Sie daher keine Kleidung aus oder mit Pelz.
  • Wenn Sie Kleidungsstücke aus Pelz besitzen, spenden Sie diese für humanitäre Zwecke.
  • Leider gibt es immer noch Modeunternehmen, die Pelz verkaufen. Bestellen Sie unser kostenloses Demo-Paket und veranstalten Sie eine Aktion gegen Pelz, um andere Menschen auf das Leid der Tiere aufmerksam zu machen.

[1] Bankier.pl (18.09.2020): Zakaz hodowli zwierząt na futra. Sejm uchwalił nowelę ustawy futerkowej, https://www.bankier.pl/wiadomosc/Zakaz-hodowli-zwierzat-na-futra-Sejm-uchwalil-nowele-ustawy-futerkowej-7964335.html, (eingesehen am 18.09.2020)
[2] AP NEWS (16.09.2020): Polish government under fire over draft animal welfare law, https://apnews.com/4d08ec26cc26b324ffb64a847e90a3e7, (eingesehen am 18.09.2020)

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.