Sind Bio-Eier besser? Darum bedeuten Eier immer Tierleid

Immer mehr Menschen realisieren, dass in der Intensivtierhaltung verheerende Zustände herrschen. Mit ihrem Kaufverhalten möchten sie daher Einfluss auf den Tierschutz nehmen. Einer der Hauptgründe für den Kauf von Bioprodukten ist eine „artgerechtere Tierhaltung“ [1] – und so entscheiden sich viele Konsument:innen für Bio-Eier von vermeintlich glücklichen Hühnern aus Bio- oder Freilandhaltung.

Diese Entwicklung führt dazu, dass Hersteller ihre Bioprodukte mit Werbeaussagen wie „von glücklichen Tieren“ oder „freilaufend“ bewerben und auf ihren Verpackungen eine Bauernhof-Idylle abbilden, die mit der traurigen Realität der Tiere in der ausbeuterischen Eierindustrie nichts zu tun hat.

Tierische Produkte in Bio-Qualität – falsches Werbeversprechen von „glücklichen Tieren“

Immer mehr Bioprodukte erobern den Markt – und das ist in Bezug auf pflanzliche Produkte absolut unterstützenswert für unsere Umwelt. Doch im Zusammenhang mit tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern verleitet der Begriff „Bio“ Verbraucher:innen leider zu falschen Schlussfolgerungen. Denn anders als beworben werden die angeblich „glücklichen“ Tiere nicht annähernd ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten und leiden auf qualvollen Transporten zum Schlachthof. Die Herstellung von Bioprodukten bedeutet meist nur minimale Verbesserungen für wenige Tiere – tatsächlich gibt es bei der Herstellung tierischer Produkte unabhängig von der Haltungsform leidvolle Gemeinsamkeiten, die in den Fokus rücken müssen. Das Bio-Versprechen ist in Sachen Tierwohl reines Marketing zur Profitmaximierung – zum Leidwesen der Tiere.

Bio-Eier: Auch Produkte aus „biologischer Erzeugung“ sind mit Tierleid verbunden

Der Anteil an Bio-Eiern hat von 2019 auf 2020 um etwa 8 Prozent zugenommen. Der Großteil der Eier stammt mit 61 Prozent jedoch weiterhin aus der Bodenhaltung, bei der über 26 Millionen Tiere massivem Leid ausgesetzt sind. [1] Doch auch in den vermeintlich „besseren“ Haltungsformen leiden die Tiere: Selbst in Biobetrieben dürfen 3.000 Hühner in einem Stall gehalten werden, wobei bis zu sechs Hühner auf einem Quadratmeter zusammengepfercht werden. Hühner sind soziale Tiere. Wenn sie jedoch in allzu großen Gruppen auf zu wenig Platz gehalten werden, können sie ihre natürlichen Bedürfnisse nicht erfüllen und sich bei Konflikten nicht aus dem Weg gehen. Auch in Biobetrieben steht den intelligenten Tieren nicht genug Platz zur Verfügung, um sich arttypisch bewegen zu können.

huehner im stall

Qualzucht und früher Tod: Hühner leiden und sterben in jeder Haltungsform

Es spielt keine Rolle, mit welcher Aufschrift ein Ei letztlich gekennzeichnet wird: Für alle Hennen, die zum Eierlegen gezüchtet werden, verlaufen die ersten Wochen und die letzten Minuten ihres Lebens ähnlich. Jahr für Jahr werden Millionen „verbrauchte“ Hühner im Fließbandverfahren in Schlachthöfen umgebracht.

Qualzucht bei Hühnern

Ursprünglich legten Hühner zur reinen Fortpflanzung etwa 20 bis 30 Eier im Jahr – wie jeder andere Vogel auch. Durch die extreme Zucht auf eine hohe „Legeleistung“ produzieren Hühnerrassen in der Eierindustrie heute jedoch meist über 300 Eier im Jahr. In der Folge leiden die Tiere oftmals schon nach wenigen Monaten an schmerzhaften Entzündungen der Legeorgane. Doch trotz der Schmerzen können die Hennen nicht aufhören, Eier zu legen, denn ihre Körper werden zuchtbedingt alle 25 Stunden regelrecht dazu gezwungen.

Huhn mit entzuendeter Kloake
Verletzte und gerupfte Huehner in einer Huehnerfarm
Zerrupftes und krankes Huhn einer Biohuehnerfarm
Zerrupfte Huehner auf der Stange

Elterntierfarmen: Küken in allen Haltungsformen stammen fast immer aus denselben Betrieben und Brütereien

Hennen in Freiland- und Biohaltung steht möglicherweise marginal mehr Platz zur Verfügung. Manche von ihnen können im Gegensatz zu ihren Artgenossinnen in der Boden- oder Käfighaltung vielleicht auch auf einer grünen Wiese picken. Doch für alle Hühner in der Eierindustrie beginnt das Leben gleichermaßen leidvoll – auf sogenannten Elterntierfarmen. Hier werden Hennen nur zu einem einzigen Zweck gehalten: Sie sollen Eier legen und für weiblichen Nachkommen für die Eierproduktion sorgen. Die Elterntiere werden nach kurzer Zeit ausgetauscht und getötet, da ihre ausgelaugten Körper schon bald nicht mehr die von der Industrie erwartete Eieranzahl erbringen. Jedes Ei, das die weiblichen Elterntiere in dieser Zeit legen, wird zu einer Brüterei  gebracht – keine Henne darf ihre Eier selbst ausbrüten. In den Brutautomaten schlüpfen die Hühnerbabys anonym in Plastikkisten ohne die Zuneigung ihrer Mutter, die normalerweise schon vor dem Schlüpfen Kontakt zu ihren Küken aufnimmt und sich mit ihnen unterhält.

Sobald die Küken geschlüpft sind, werden die Brutkisten auf langen Förderbändern ausgeleert, wo die Neugeborenen wie leblose Ware nach Geschlecht sortiert werden. Weibliche Küken werden in Kisten geworfen und zu Legebetrieben transportiert. Männliche Küken werden aussortiert – ihnen steht ein minutenlanger Todeskampf durch Vergasung bevor. Dieses Vorgehen ist noch bis Ende 2021 erlaubt – danach werden männliche Küken im Ei getötet oder als sogenannte Bruderhähne gemästet und etwas später getötet. Für die weiblichen Tiere in der ausbeuterischen Eierindustrie wird sich auch durch diese Neuregelung nichts ändern.

Bio-Eier und das Problem mit den Küken

Bis zum Inkrafttreten der neuen Regelung ab Januar 2022 wurden und werden allein in deutschen Brütereien jedes Jahr über 45 Millionen männliche Küken direkt nach der Geburt vergast. Es handelt sich dabei um die Brüder der „Legehennen“ – also auch von Hennen, die später in Biobetrieben gehalten werden. In diesem frühen Stadium ihres Lebens werden die Tiere noch nicht nach Haltungsformen unterteilt, denn sie fallen erst ab ihrer Ankunft in den sogenannten Legebetrieben unter die Bio-Verordnung. Die männliche Küken werden zu Abermillionen getötet, weil sie bekanntlich keine Eier legen und für die Eierindustrie somit wertlos sind. Auch für die Fleischindustrie sind diese Tiere unrentabel, da Hühner gezielt für die Eierindustrie gezüchtet werden, um möglichst viele Eier zu legen. Die Tiere dieser Zuchtlinien setzen weniger Fleisch an als jene, die speziell für die Fleischproduktion gezüchtet werden. [2]

So können Sie Hühnern und anderen Tieren in der Ernährungsindustrie helfen

Alle Tiere in der Ernährungsindustrie sind unvorstellbarem Leid ausgesetzt – von der „freilaufenden” Henne bis hin zur „Bio-Kuh“, deren Kalb an Kalbfleischproduzenten verkauft wird.

Die einzig wirklich tierfreundliche Lösung ist eine vegane Ernährung. Angesichts der Fülle an pflanzlichen Alternativen zu Fleisch, Eiern und Milchprodukten ist es heute kinderleicht, sich tierleidfrei zu ernähren. Unser kostenloses und unverbindliches Veganstart-Programm unterstützt Ihren Umstieg auf eine vegane Lebensweise 30 Tage lang mit praktischen Tipps, nützlichen Informationen und leckeren Rezepten.