Federschmuck: Federboa, Kopfschmuck & Co. sind Tierquälerei

Vor allem auf Karnevals- und Faschingsveranstaltungen können Kostüme und Schmuck mit Federn beobachtet werden. Doch auch für den alltäglichen Gebrauch gibt es Accessoires, die aus Federn bestehen, und immer wieder tragen Prominente Kleider aus oder mit Federn auf roten Teppichen. Erfahren Sie hier, warum Federn immer mit Tierquälerei verbunden sind.

Warum tragen Leute Federn?

Federn schützen vor Wasser, Wind und Kälte – aus diesen und weiteren Gründen wie zur Tarnung, Partnersuche und zum Fliegen sind Vögel von Natur aus mit einem schützenden Gefieder ausgestattet. Der Mensch hat diese Eigenschaften erkannt und züchtet Millionen Vögel, um sie für ihr Fleisch und ihre Federn zu töten.

  • Federboas: Eine Boa ist ein Schal, der nach der gleichnamigen Riesenschlangengattung benannt ist. Im 19. Jahrhundert waren Pelz- und Federboas als Accessoires besonders gefragt. Heute sind Federboas meist Teil eines Karnevalskostüms, doch auch in der Modewelt tauchen Boas als Teil neuer Kollektionen immer wieder auf.
  • Federkopfschmuck: Heute ist Federkopfschmuck meist Teil einer Verkleidung oder eines Bühnenkostüms im Burlesque-Stil.
  • Federn als Accessoires: In beinahe regelmäßigen Abständen sind auch Ohrringe, Taschen, Gürtel oder auch Haarschmuck mit Federn „modern“.
  • Kleider mit Federn: Immer wieder sind auch Kleider mit Federn Bestandteil neuer Modekollektionen – extravagante Abendkleidung aus oder mit Federn, poppige Accessoires und gigantische Flügel aus Federn können immer wieder auf Preisverleihungen und roten Teppichen beobachtet werden. Engelhaft ist an diesem Trend jedoch nichts – er kostet Millionen von Vögeln das Leben.
Mann traegt Kostuem mit Federn geschmueckt
Insbesondere für Kostüme werden eine Vielzahl an Federn verwendet.

Wer Kleidung und Accessoires mit Federn trägt, vermittelt das Bild, dass es in Ordnung sei, Vögel gewaltsam ihres Federkleids zu berauben, obwohl es tierfreie Alternativen gibt, die mindestens genauso gut aussehen.

Federfreie Accessoires: So schick sind Boas, Kopfschmuck und Ohrringe ohne Federn 

Tierfreundliche Designer:innen und auch immer mehr Burlesque-Tänzer:innen sind heutzutage kreativ und arbeiten vermehrt mit federfreiem Material. Hier einige vogelfreundliche Boas.

Federfreier Kopfschmuck und Ohrringe 

Einige Friseur:innen kommen auf die schlechte Idee, Hahnenfedern als Accessoire in das Haar ihrer Kund:innen zu basteln. Die Hähne, die zur Gewinnung dieser Federn gezüchtet werden, wurden genetisch so angepasst, dass ihnen besonders lange, luxuriöse Sattelfedern wachsen. Das sind Federn am Hinterteil der Tiere, die teils jahrelang wachsen müssen. Die Hähne werden schließlich getötet und für fragwürdige „Mode“ gerupft. 

Federn stehen ihren eigentlichen Besitzern einfach am besten. Es gibt viele Accessoires und Ohrringe, für die kein Tier leiden muss.

Achtung: Künstliche Federn gibt es nicht! 

Im Internet kann man häufig Federn mit der Bezeichnung „synthetic“ oder „artifical“ bestellen. Dabei handelt es sich jedoch um echte Federn, meist von chinesischen Enten- oder Gänsefarmen, die lediglich künstlich eingefärbt wurden. Lassen Sie sich nicht beirren – aufgrund der billigen Produktion des tierischen Originals sind uns derzeit keine künstlichen Federn bekannt, die strukturell und optisch mit Vogelfedern zu verwechseln wären. 

Viele Gaense in einem Korb eingequetscht
Künstliche Federn gibt es derzeit nicht. Für Schmuck, Kleidung & Co. aus Federn müssen Tiere leiden und sterben.

Warum sollte man keine Federn tragen?

Tiere geben ihre Federn nicht freiwillig ab. Meist stammen die Federn von völlig verängstigten Vögeln, die ihres Fleisches oder ihrer Haut wegen getötet wurden. 

Oftmals verbringen diese Tiere ihr gesamtes Leben in dunklen, stinkenden Hallen voller Fäkalien, die sie sich mit Tausenden Artgenossen teilen müssen. Sonnenbäder, Frischluft, Schwimmgelegenheiten oder Beschäftigungsmaterial gegen die quälende Langeweile – Fehlanzeige. Große Vögel wie Strauße werden hauptsächlich wegen ihrer Haut und ihrer Federn gezüchtet und getötet, doch auch ihr Fleisch wird verarbeitet und konsumiert. Rund 75 Prozent des weltweiten Straußenfleisches und -leders sowie ihr zum Kauf angebotenes Federkleid stammen aus Südafrika. Die zu Straußenleder verarbeitete Haut ist der profitabelste Körperteil, doch auch Straußenfedern und -fleisch werden verarbeitet.

Genau wie beim Kauf von Daunen unterstützt der Kauf von Federn die grausame Fleisch- und Exotenlederindustrie. Denn viele Betreiber, die Vögel zur Fleisch- oder Bekleidungsproduktion züchten, schlagen aus den Federn zusätzlichen Profit.

Im September 2015 veröffentlichte PETA USA Aufnahmen aus den weltgrößten Straußenschlachtfirmen, die zeigen, wie Arbeiter:innen junge Strauße fixierten, per Elektroschlag betäubten und ihnen dann die Kehle durchschnitten. Gleich danach rissen sie den Vögeln die Federn aus dem noch warmen Körper, bevor sie die Tiere häuteten und zerlegten.

Straussenlederfarm
Die Federn werden den Tieren teils bei vollem Bewusstsein herausgerissen, damit Menschen sich damit „schmücken“ können.

Lebendrupf und Tötung der Vögel

Der größte Teil der weltweit gehandelten Daunen stammt aus Asien, vor allem aus China. [1] Die europäische Produktion findet meist in Ungarn, Rumänien oder Polen statt, wo bis heute vielfach der sogenannte Lebendrupf praktiziert wird. Aufgrund der intransparenten Lieferketten der Daunenindustrie ist es möglich, dass Jacken, die es hier zu kaufen gibt, auch Federn aus Lebendrupf enthalten.

Und ganz gleich, ob Tot- oder Lebendrupf: Auf jeden Vogel, der sein Gefieder für die Modeindustrie lassen muss, wartet der Tod im Schlachthof. Die Tiere werden in enge Käfige gestopft und oftmals mehrere Stunden ohne Wasser und Futter zum Schlachthof transportiert. Dort werden sie an den Füßen aufgehängt und ihnen wird die Kehle aufgeschnitten.

Lebendgerupfte Gaense
Die Industrie raubt Tieren wie Gänsen oder Enten auf brutale Weise ihr Federkleid.
Friedrich Mülln

Sind Federn der neue Pelz?

Leider ist das Leid von Vögeln wie Straußen, Enten, Gänsen und Pfauen für viele Menschen unsichtbar. Wer einen Pelz sieht, weiß in der Regel, dass hierfür ein Tier qualvoll getötet wurde. Daher entscheidet sich ein Großteil der Menschen bewusst gegen Pelze. Doch kaum jemand denkt beim Anblick eines mit Federn bespickten Kleids über das Leid der Vögel nach.

Entscheiden Sie sich für Mode ohne Tierleid

Sie können den Tieren helfen, indem Sie keine Kleidung und Accessoires kaufen, die mit Federn besetzt sind. Zudem sollten Sie beim Kauf von Jacken, Schlafsäcken und Bettdecken darauf achten, dass diese nicht mit Daunen gefüllt sind.

Werfen Sie bei jedem Einkauf einen Blick auf das Etikett: Steht dort „Daunen“, „Federn“ oder der Satz „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“, dann lassen Sie das Produkt bitte im Regal liegen und entscheiden Sie sich stattdessen für vegane Alternativen. Die Vielfalt an veganer Mode wird immer größer – eine tierfreundliche Alternative zu Daunen ist beispielsweise Kapok.